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Ein Elefantenfuß als Hocker, Tigerköpfe als Trophäen und ein Computerspiel, in dem man den Abschussrekord von Erzherzog Franz Ferdinand zu brechen versucht: Die Sonderausstellung „Gutes Sammeln, böses Sammeln“ im Naturhistorischen Museum Wien nimmt das 150-Jahr-Jubiläum des Hauses zum Anlass, kritisch auf die eigene Sammlungsgeschichte zu blicken – statt einer Jubelschau.
Andreas spricht mit Anna Weinmann, Mikropaläontologin, Kuratorin der mikropaläontologischen Sammlung und Co-Kuratorin der Ausstellung. Wie wuchs eine Sammlung auf heute mehr als 30 Millionen Objekte? Wie geht das Museum mit problematischen Altbeständen um? Und was unterscheidet unrechtmäßiges Aneignen von verantwortungsvollem Sammeln?
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„Gutes Sammeln, böses Sammeln. 150 Jahre Naturhistorisches Museum Wien“ ist bis 27. Juni 2027 in den Sonderausstellungsräumen des NHM Wien zu sehen.
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Im Museum ist der Podcast von immuseum.at – wir erzählen die Geschichten hinter Objekten, Ausstellungen und Museumsfassaden. Produziert von sisigrant – Verlag und Agentur für Wissensjournalismus in Wien.
Wie wird aus einem Hochwasserschutzprojekt der beliebteste Freiraum einer Stadt? 1973 prophezeite die Kronen Zeitung der geplanten Donauinsel eine Zukunft als „Insel ohne Menschen“. Heute sind an heißen Sommertagen bis zu 200.000 Menschen auf den 21 Kilometern unterwegs – zum Baden, Grillen, Laufen, Feiern oder einfach zum Nichtstun, ohne Konsumzwang.
Iris spricht in dieser Folge mit Martina Nußbaumer, Historikerin und Kuratorin am Wien Museum. Gemeinsam mit Ulrike Krippner (Universität für Bodenkultur Wien) hat sie die Ausstellung „Die Donauinsel. 21 Kilometer Freiraum“ kuratiert.
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„Die Donauinsel. 21 Kilometer Freiraum“ war von 26. März bis 30. August 2026 im Wien Museum am Karlsplatz zu sehen. Zur Ausstellung ist ein Begleitbuch im Falter Verlag erschienen.
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Mehr als 100 Jahre stand ein Glas mit winzigen Wurmschlangen ungeöffnet in der Sammlung des Naturhistorischen Museums Wien. Erst als Kolleginnen aus Bonn genauer hinsahen, war klar: Das ist eine neue Art. Silke Schweiger hat sie mitbeschrieben und mitbenannt – Epictia rioignis, „Feuer in Rio“, in Erinnerung an den Brand des Nationalmuseums in Rio de Janeiro 2018.
Andreas spricht mit Silke Schweiger, Leiterin der herpetologischen Sammlung des NHM Wien. Hinter den Schausälen lagern rund 140.000 Amphibien und Reptilien, konserviert in etwa 40 Tonnen Alkohol, manche Präparate sind über 200 Jahre alt.
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Mitmachen: Herpetorace
Beim Herpetorace der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie (ÖGH) sammeln Teams 48 Stunden lang Beobachtungen von Amphibien und Reptilien in Österreich. Die Folge erschien kurz vor der Ausgabe Ende Mai 2026; die nächste ist für 29. und 30. Mai 2027 angekündigt.
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Bild: Chloe Potter/NHM
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Ende des 19. Jahrhunderts gruben Bauern in der ägyptischen Oase Fayum antike Müllhalden nach fruchtbarer Erde um – und stießen auf beschriebene Papyrusfetzen. Der Wiener Händler Theodor Graf erkannte ihren Wert, schickte sie nach Wien, und Erzherzog Rainer kaufte die Sammlung und schenkte sie später Kaiser Franz Joseph. Heute liegt dieses „Altpapier“ im Papyrusmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek am Heldenplatz.
Sandra Herbsthofer war für The Kurious Magazine vor Ort und hat sich von Bernhard Palme, Professor für Papyrologie an der Universität Wien, durch das Museum führen lassen. Sie erzählt von Quittungen, Klatsch unter Soldaten und dem Brief einer betrogenen Ehefrau. Und davon, warum sie seit ihrem Besuch ganz anders auf ihre Quittungen achtet.
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Diese Folge entstand gemeinsam mit unserem Schwestermagazin The Kurious Magazine; Aufnahmen, Recherche und Artikel: Sandra Herbsthofer. Danke an die Österreichische Nationalbibliothek – die Episode entstand im Rahmen einer bezahlten Kooperation bei redaktioneller Unabhängigkeit.
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Schon als Kind hat Michaela Binder in Krems den Aushub von Baustellen nach Knochen und Scherben abgesucht – sehr zum Leidwesen ihrer Mutter. Heute ist sie Bioarchäologin: Sie untersucht menschliche Skelettreste aus archäologischen Ausgrabungen und rekonstruiert daraus, wie Menschen gelebt haben, woran sie litten und wie hart sie arbeiten mussten.
Andreas spricht mit ihr über ihren Weg von der Biologie zur Archäologie, über aufsehenerregende Funde und über den Respekt vor den Toten. Michaela Binder ist Prokuristin und Projektleiterin für Archäologie und Anthropologie bei Novetus, einem archäologischen Dienstleistungsunternehmen in Wien.
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Weiße Kinderkleider um 1880, die nur einen Tag getragen und dann vom Personal gewaschen wurden: ein Statussymbol des Wiener Bürgertums. Mit solchen Geschichten erzählt die Ausstellung „Farbenspiel. Mode aus vier Jahrhunderten“ im Wien Museum am Karlsplatz, was Farben in der Kleidung bedeuten – für Stand, Gefühle und Identität.
Andreas hat mit der Kuratorin Michaela Lindinger gesprochen, als sie die Ausstellung noch vorbereitete. Sie erzählt, warum die Modesammlung des Wien Museums sonst im Depot bleibt, wie man ein Kleidungsstück datiert und warum Wien modisch lange eine eher konservative Stadt war.
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„Farbenspiel. Mode aus vier Jahrhunderten“ ist von 1. Oktober 2026 bis 28. März 2027 im Wien Museum am Karlsplatz zu sehen.
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Coverfoto: Ballkleid, 1845/50 | Foto: Birgit und Peter Kainz, Wien Museum
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Im Sommer 1926 erschien in der Fachzeitschrift Nature ein Artikel, der eine Karriere beendete: Der US-Zoologe G. Kingsley Noble vom American Museum of Natural History hatte in Wien das wichtigste Präparat des Biologen Paul Kammerer untersucht – eine Geburtshelferkröte, deren dunkle Brunftschwielen offenbar mit Tusche nachgeholfen worden waren. Wenige Wochen später nahm sich Kammerer, einst als „zweiter Darwin“ gefeiert, das Leben.
Auf Kammerer (1880–1926) sind wir im Naturhistorischen Museum Wien gestoßen. Andreas spricht mit dem Wissenschaftsjournalisten Klaus Taschwer (Der Standard), der dem Fall in seinem Buch „Der Fall Paul Kammerer. Das abenteuerliche Leben des umstrittensten Biologen seiner Zeit“ nachgegangen ist. War Kammerer selbst der Fälscher – oder Opfer einer Intrige?
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Klaus Taschwer: „Der Fall Paul Kammerer. Das abenteuerliche Leben des umstrittensten Biologen seiner Zeit“, Carl Hanser Verlag, 2016.
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Ein Porträt von Andreas Hofer – und darunter, erst im Röntgenbild sichtbar, Adolf Hitler. Das 1945 hastig übermalte Bild war eines der Objekte der Ausstellung „Alles vergessen“ im Jüdischen Museum Wien am Judenplatz, die der Frage nachging, was Vergessen bedeutet und warum es ohne Erinnern nicht zu haben ist.
Andreas spricht mit der Co-Kuratorin Daniela Pscheiden vom Jüdischen Museum Wien. Die Ausstellung entstand gemeinsam mit dem Jüdischen Museum Hohenems und zeigt Vergessen nicht nur als Verlust, sondern auch als Macht, Befreiung oder bewusste Verdrängung – vom individuellen Gedächtnis bis zum gesellschaftlichen und politischen Vergessen.
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„Alles vergessen“ war ab 28. Jänner bis September 2026 im Museum Judenplatz des Jüdischen Museums Wien zu sehen. Von 8. November 2026 bis 18. April 2027 wird die Ausstellung im Jüdischen Museum Hohenems gezeigt.
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Ein Soldat mit weit aufgerissenen Augen, eine Schere am Boden, abgeschnittene Locken: Anthonis van Dycks „Gefangennahme Simsons“ im Kunsthistorischen Museum Wien ist das Kunstwerk, mit dem Kunsthistoriker Daniel Uchtmann dem Zorn nachgeht. Und er will wissen, wie dieser Zorn aussieht, wenn er nicht gemalt ist – deshalb trifft er den Journalisten und Kriegsreporter Wolfgang Bauer (Die Zeit), der aus Afghanistan, Syrien, Nigeria und der Ukraine berichtet hat.
Diese Folge ist ein ungekürztes Kapitel aus unserer zehnstündigen Audiodokumentation „Die Sieben Todsünden“: Für jede der sieben Sünden hat Daniel Uchtmann ein Kunstwerk aus dem Kunsthistorischen Museum ausgesucht und dazu einen Menschen getroffen, der etwas dazu zu sagen hat.
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Buch und Hörbuch
Das Buch „Die Sieben Todsünden“ mit der kompletten Audiodokumentation als Hörbuch gibt es in unserem Shop:
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