Was passiert, wenn politische Akteure beginnen, Realität nicht mehr zu beschreiben, sondern aktiv zu entwerfen? Die jüngsten Auftritte von Donald Trump und Pete Hegseth zeigen mehr als nur provokante Rhetorik – sie verweisen auf eine tiefere Verschiebung im Umgang mit Wahrheit, Religion und politischer Deutung. Der Konstruktivismus, einst ein kritisches Instrument zur Hinterfragung von Macht und Normen, scheint in eine neue Phase eingetreten zu sein: als Werkzeug politischer Selbstinszenierung. Doch genau darin liegt ein Paradox, das insbesondere die politische Linke herausfordert – denn wenn alles Konstruktion ist, gilt das auch für die eigenen Wahrheiten.