Gibt es überhaupt „die“ islamische Welt – oder verdeckt dieser Begriff mehr, als er erklärt? Der Beitrag zeigt, dass das Verhältnis von Religion und Politik im Islam weder einheitlich noch statisch ist, sondern aus historischen Konflikten, kolonialen Erfahrungen und unterschiedlichen politischen Antworten hervorgegangen ist. Mit Denkerfiguren wie Muhammad Abduh und Ibn Khaldun wird deutlich: Zwischen Reform, religiöser Fundierung und staatlicher Modernisierung entsteht kein einheitliches Modell, sondern ein Spannungsfeld. Genau darin liegt die Herausforderung für eine Welt, die noch immer an universale Antworten glaubt.