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Die Eröffnung des Obama Presidential Center und Robert Habecks Wechsel in die internationale Investmentwirtschaft sind mehr als zwei aktuelle Nachrichten. Sie verweisen auf ein Selbstverständnis politischer Eliten, das Patrick Deneen als Symptom der Krise des Liberalismus beschreibt. Warum gerade die moralische Selbstgewissheit der progressiven Linken den Populismus stärkt, steht im Mittelpunkt dieses Kommentars.
Marine Le Pen darf trotz ihrer Verurteilung bei der französischen Präsidentschaftswahl 2027 kandidieren – doch möglicherweise mit einer elektronischen Fußfessel. Juristisch ist der Fall komplex, politisch jedoch könnte gerade dieses Bild entscheidend werden. Denn in einer Zeit, in der Symbole oft stärker wirken als Programme, könnte die Fußfessel zur mächtigsten Wahlkampferzählung des Rassemblement National werden. Warum ausgerechnet ein rechtsstaatliches Urteil zum Bumerang für die französische Demokratie werden könnte, analysiert dieser Kommentar.
Ist die Fußballweltmeisterschaft nur ein globales Sportereignis – oder erzählt sie mehr über unsere Gesellschaft, als uns bewusst ist? Der Kommentar spannt den Bogen von den antiken panem et circenses über die Geschichte des Fußballs als Bühne von Klassenkampf, Diktatur, Integration und Emanzipation bis zur heutigen Weltmeisterschaft in den USA. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum Fußball nie nur ein Spiel ist, sondern gesellschaftliche Machtverhältnisse, wirtschaftliche Entwicklungen und demokratische Veränderungen sichtbar macht. Mit den Überlegungen des amerikanischen Philosophen Michael Sandel wird deutlich, wie der moderne Spitzenfußball soziale Ungleichheit, Kommerzialisierung und die Logik der Marktgesellschaft widerspiegelt – und warum die Fußballweltmeisterschaft heute zu einem Seismografen unserer Zeit geworden ist.
Eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt einen tiefgreifenden Wandel im außenpolitischen Denken der Deutschen. Das Vertrauen in die USA ist deutlich gesunken, China wird zugleich mehrheitlich als strategisches Risiko wahrgenommen. Deutschland entfernt sich damit nicht von einer Großmacht, um sich einer anderen zuzuwenden, sondern sucht nach größerer europäischer Eigenständigkeit. Was bedeutet dieser Stimmungswandel für die internationale Rolle Deutschlands – und ist Europa überhaupt in der Lage, die angestrebte strategische Autonomie zu verwirklichen?
Wie sieht der AfD-Parteitag aus, wenn man ihn nicht durch deutsche, sondern durch konservative amerikanische Medien betrachtet? Der Blick von Fox News zeigt, wie unterschiedlich ein und dasselbe politische Ereignis erzählt werden kann. Im Mittelpunkt stehen nicht die Debatten der Partei, sondern Proteste, Kulturkampf und der Kampf um nationale Souveränität. Der Beitrag analysiert, wie der AfD-Parteitag in das amerikanische politische Narrativ eingeordnet wird – und warum diese Form der Berichterstattung längst kein Einzelfall mehr ist, sondern ein Kennzeichen der digitalen Mediengesellschaft geworden ist.
Andy Burnham gilt als der Nachfolger von Keir Starmer – doch seine Bedeutung reicht weit über Großbritannien hinaus. Kann es ihm gelingen, Labour wieder zur Partei der Arbeiter und Angestellten zu machen und der europäischen Sozialdemokratie einen neuen politischen Kompass zu geben? Der Beitrag zeichnet Burnhams politischen Werdegang nach und analysiert, warum seine Kandidatur zu einem Testfall für die Zukunft sozialdemokratischer Politik in Europa werden könnte.
250 Jahre amerikanische Unabhängigkeit – dieses Jubiläum ist weit mehr als ein historischer Festakt. Es steht für den gegenwärtigen Kampf um die Deutung der amerikanischen Gründungsidee. Der Beitrag ordnet die Feierlichkeiten in die These der „stillen Revolution“ ein und zeigt, warum Donald Trump sich nicht als Zerstörer der amerikanischen Demokratie versteht, sondern als Rückkehrer zu ihren Ursprüngen. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Geschichte Amerika künftig über sich selbst erzählt – und warum dieser Streit weit über die Vereinigten Staaten hinausreicht.
Der Rückzug der USA unter dem Leitmotiv „America First“ hat eine neue Debatte ausgelöst: Muss bzw. sollte China künftig die Verantwortung einer globalen Führungsmacht übernehmen? Patricia Kim vertritt in Foreign Affairs die These, Peking wolle weltweiten Einfluss gewinnen, ohne die politischen und militärischen Lasten internationaler Ordnungspolitik zu tragen. Der Kommentar widerspricht dieser Sichtweise. Er zeigt, dass diese Kritik von einem westlichen Verständnis globaler Verantwortung ausgeht, das historisch aus der europäischen Kolonialgeschichte und der amerikanischen Weltordnung nach 1945 hervorgegangen ist. Chinas Außenpolitik folgt dagegen einer anderen historischen Tradition. Wer von Peking dieselben universellen Verpflichtungen erwartet wie von den Vereinigten Staaten, misst chinesische Außenpolitik mit Maßstäben, die selbst das Ergebnis einer spezifisch westlichen Entwicklung sind.
Nicht zwischen Ost und West, sondern mitten durch unsere Städte verläuft heute eine neue gesellschaftliche Bruchlinie. Während wohlhabende Viertel den ökologischen Wandel durch privaten Wohlstand gestalten können, kämpfen andere mit maroden Schulen, geschlossenen Schwimmbädern und dem Rückzug des Staates. Der Beitrag zeigt, warum die Finanzkrise der Kommunen längst zu einer Krise der Demokratie geworden ist – und weshalb sich das Vertrauen in die politische Ordnung vor allem in den Stadtteilen entscheidet, die sich zunehmend abgehängt fühlen.
Regime Change – Der Begriff stand lange für den Sturz fremder Regierungen. Zwei neue Bücher zeigen jedoch, dass der eigentliche Regimewechsel heute in den USA selbst stattfindet. Zwischen Patrick Deneens konservativer Kritik am Liberalismus und den Insiderberichten aus dem Weißen Haus entsteht das Bild einer politischen Transformation, die weit über Donald Trump hinausweist – und deren Auswirkungen längst Europa erreichen.
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