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Der Ukrainekrieg zeigt, wie schwierig es im 21. Jahrhundert geworden ist, politische Konflikte militärisch eindeutig zu entscheiden. Selbst militärisch überlegene Staaten stoßen zunehmend an strategische Grenzen: Drohnenkrieg, technologische Abnutzung, wirtschaftliche Erschöpfung und gesellschaftliche Belastungen erzeugen langwierige Konflikte ohne klare Sieger. Die USA stehen im Konflikt mit dem Iran inzwischen vor einem ähnlichen Problem. Auch dort wächst die Gefahr eines offenen strategischen Endloskonflikts, dessen politische Ziele immer schwerer erreichbar erscheinen. Moderne Kriege entwickeln sich damit zunehmend zu Konflikten permanenter Erschöpfung statt schneller Entscheidungen.
Ist die Welt letztlich ein Kampf der Starken gegen die Schwachen – oder beruht menschlicher Fortschritt auf Zusammenarbeit und Vertrauen? Ausgehend von den Überlegungen des Historikers Yuval Noah Harari analysiert dieser Beitrag eine zentrale Annahme des Trumpismus: die Vorstellung, dass Macht die eigentliche Triebkraft der Geschichte sei. Dabei zeigt sich, warum große Gesellschaften nicht durch Dominanz entstehen, sondern durch die Fähigkeit zur Kooperation. Zugleich geht es um die Krise des Liberalismus, die Rückkehr des Nationalismus, die Rolle sozialer Medien und die Frage, wie Künstliche Intelligenz künftig unser Verständnis von Gemeinschaft verändern könnte. Ein Beitrag über Macht, Vertrauen und die Grundlagen moderner Zivilisation.
Die Studentenbewegung der 68er richtete sich einst gegen das politische und kulturelle Establishment der Bundesrepublik. Sie kämpfte gegen Medienmacht, gesellschaftliche Autoritäten und eine als verkrustet empfundene Ordnung. Überraschend ist heute, dass viele Protestformen der damaligen Linken später von Teilen der Neuen Rechten übernommen wurden – von kultureller Provokation über mediale Inszenierung bis hin zur Selbstbeschreibung als Gegenkultur gegen das Establishment. Der Beitrag analysiert die historischen Parallelen zwischen 1968, Pegida, Identitärer Bewegung und dem Aufstieg der AfD. Gleichzeitig geht es um die Frage, ob sich die Geschichte wiederholt – oder ob die Neue Rechte das politische System möglicherweise stärker verändern könnte, als es die 68er jemals taten.
Ein Gespräch aus dem Jahr 1965 zwischen Theodor W. Adorno und Arnold Gehlen führt mitten in eine der zentralen Fragen unserer Gegenwart: Warum ist historisches Bewusstsein die Voraussetzung politischer Urteilskraft? Der Beitrag zeigt, weshalb Menschen und Gesellschaften nicht außerhalb ihrer Geschichte verstanden werden können – und warum politische Konflikte heute oft dort entstehen, wo unterschiedliche historische Erfahrungsräume aufeinanderprallen. Gerade in einer globalisierten Welt reicht moralische Selbstgewissheit nicht mehr aus. Wer politische Entwicklungen verstehen will, muss lernen, Geschichte nicht nur als Vergangenheit zu betrachten, sondern als prägende Kraft des Denkens, Handelns und gesellschaftlichen Selbstverständnisses.
Wer sind die wichtigsten Vordenker des heutigen europäischen Rechtspopulismus? Der Hintergrund analysiert die Ideen von Alain de Benoist, Renaud Camus, Götz Kubitschek und Aleksandr Dugin — und zeigt, warum ihre Kritik an Liberalismus, Globalisierung und kultureller Entgrenzung heute weit über intellektuelle Zirkel hinauswirkt. Im Zentrum steht die Frage, weshalb viele Menschen den liberalen Gesellschaften Europas zunehmend Orientierungslosigkeit und Kontrollverlust vorwerfen — und warum rechtspopulistische Bewegungen daraus politische Stärke gewinnen.
Erlebt Ostasien eine Rückkehr des Konfuzianismus – und was bedeutet das für unser Verständnis von Moderne? Der Beitrag zeigt, wie Denker wie Tu Weiming und Jiang Qing an eine lange Tradition anknüpfen, um neue Antworten auf Fragen von Ordnung, Gemeinschaft und politischer Legitimität zu geben. Dabei wird deutlich: Der Konfuzianismus ist keine bloße Rückkehr zur Vergangenheit, sondern Teil einer globalen Verschiebung – hin zu unterschiedlichen Wegen in die Moderne, die westliche Selbstverständlichkeiten zunehmend in Frage stellen.
Die Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche reist in einer Phase wachsender Spannungen zwischen Europa, den USA und China nach Beijing. Der Besuch macht sichtbar, wie tief Deutschland wirtschaftlich weiterhin mit China verflochten ist — und wie schwierig gleichzeitig die Suche nach einer neuen strategischen Position geworden ist. Der Kommentar analysiert den strukturellen Wandel der chinesischen Wirtschaft, die Krise des exportorientierten deutschen Modells und die wachsenden Spannungen zwischen wirtschaftlicher Abhängigkeit und geopolitischer Konkurrenz. Im Mittelpunkt stehen zudem die Überlegungen des China-Forschers Thomas Heberer und die Frage, warum Europa China möglicherweise erst neu verstehen muss, um die gegenwärtige globale Neuordnung überhaupt begreifen zu können.
Künstliche Intelligenz verändert nicht nur einzelne Berufe, sondern möglicherweise die Grundlagen der modernen Arbeitsgesellschaft selbst. Während einige in KI vor allem Produktivität, Innovation und neue kreative Möglichkeiten sehen, warnen andere vor wachsender Machtkonzentration, sozialer Unsicherheit und dem Verlust menschlicher Bedeutung in der Arbeitswelt. Der Beitrag analysiert die amerikanische Debatte über KI, Arbeit und Demokratie – und stellt die Frage, wem die technologische Zukunft eigentlich gehören wird.
Europa erscheint in politischen Debatten häufig als westliches Projekt – geprägt von Deutschland, Frankreich und den Erfahrungen Westeuropas nach 1945. Doch die Geschichte Mittel- und Osteuropas verlief anders. Dort standen nationale Selbstbehauptung, Fremdherrschaft und der Kampf um Souveränität im Zentrum der historischen Erfahrung. Der Beitrag zeigt, warum sich Ost- und Westeuropa bis heute in Fragen von Nation, Migration, Russland, Demokratie und europäischer Integration oft grundlegend unterscheiden – und weshalb die Europäische Union nur verstanden werden kann, wenn auch die historischen Erfahrungsräume von Warschau, Budapest, Sofia oder Tallinn ernst genommen werden.
Steht die NATO vor ihrem größten Wandel seit dem Ende des Kalten Krieges? Während Europa weiterhin auf die amerikanische Sicherheitsgarantie vertraut, signalisiert Washington zunehmend eine neue geopolitische Prioritätensetzung. Der amerikanische Außenminister Marco Rubio machte auf dem Treffen der NATO-Außenminister in Helsingborg unmissverständlich deutlich: Die USA erwarten künftig mehr militärische Eigenverantwortung Europas – während sich Amerika strategisch stärker auf China, den Indo-Pazifik und den Nahen Osten konzentriert. Hinter den aktuellen Spannungen um Iran, die Straße von Hormus und mögliche Truppenreduzierungen in Europa verbirgt sich deshalb eine weit tiefere Frage: Gibt es überhaupt noch ein gemeinsames westliches Projekt? Der Beitrag analysiert die wachsenden inneren Spannungen der NATO und fragt, ob sich das Bündnis von einer Wertegemeinschaft zunehmend zu einer pragmatischen Interessenallianz verändert
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