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Südkorea hat in nur drei Jahrzehnten den Sprung von einem Schwellenland zu einer führenden Industrienation geschafft. In Bereichen wie Bildung, Digitalisierung, Batterietechnologie und Künstlicher Intelligenz liegt das Land heute vor Deutschland. Der Vergleich zeigt, wie strategische Planung und Innovationsbereitschaft eine Gesellschaft verändern können – und warum es Zeit ist, in Deutschland genauer hinzuschauen.
Elektroautos gelten längst nicht mehr als Luxusgut reicher Länder. Inzwischen treiben vor allem aufstrebende Volkswirtschaften wie Indonesien, Brasilien, Indien oder Mexiko den Wandel an – mit eigenen Strategien, Förderprogrammen und Investitionen. Während China den globalen Takt vorgibt, entscheidet sich in diesen Märkten, wie die Zukunft der Autoindustrie tatsächlich aussieht.
Michael Sandel warnt vor einer moralischen Erosion der amerikanischen Demokratie. Nicht politische Lager oder wirtschaftliche Interessen, sondern die Ideologie der Leistungsgesellschaft spalte das Land. Wer Erfolg hat, gilt als verdient – wer scheitert, als selbst schuld. Gegen diese Logik setzt Sandel die Idee einer „Politik der Würde“: einer Demokratie, die den Wert jedes Menschen am Gemeinwohl misst – nicht an Status, Einkommen oder Bildung.
Ein Kommentar über die Bürgermeisterwahlen in New York und die möglichen Auswirkungen auf die demokratische Partei in den USA.
Donald Trumps Politik gleicht zunehmend einer Glaubensbewegung. In einem Gespräch im Podcast The New York Times – The Conversation sprachen David Brooks, E. J. Dionne Jr. und Robert Siegel über diese neue Form politischer Bindung. Brooks beschrieb den Trumpismus als Religion mit Symbolen, Ritualen und einer Erzählung von Verrat und Erlösung. Der Philosoph Eric Voegelin hatte solche Phänomene schon in den 1930er Jahren als „politische Religionen“ bezeichnet – Ideologien, die Erlösung im Diesseits versprechen und Politik in Glauben verwandeln. Trumps Bewegung folgt genau diesem Muster. Die Antwort, so Brooks und Dionne, kann keine Gegenreligion sein. Demokratie muss Sinn stiften, ohne zu erlösen – sie braucht eine Erzählung, aber keinen Kult.
Künstliche Intelligenz ist in den Unternehmen angekommen – doch der Weg zur echten Produktivität ist holprig. Millionen werden investiert, Strategien fehlen, Schulungen hinken hinterher. Warum der KI-Boom weniger ein technologisches als ein organisatorisches Problem ist – und was jetzt wirklich zählt.
Die Wirtschaft wächst, die Börsen boomen – und doch fühlen sich viele Menschen abgehängt. Während die Wohlhabenden profitieren, geraten die weniger Wohlhabenden unter Druck. Was in den USA sichtbar wird, betrifft auch Europa: Zwischen West und Ost, Kapital und Arbeit, Wohlstand und Unsicherheit vertieft sich die Kluft. Diese Ungleichheit ist kein Zufall, sondern Folge politischer Entscheidungen. Der berechtigte Zorn vieler Bürger speist den Aufstieg populistischer Bewegungen – von Ungarn bis Frankreich. Ökonomen wie Thomas Piketty und Philosophen wie Michael Sandel fordern: Nur durch mehr soziale Gerechtigkeit kann Demokratie ihr Versprechen erneuern.
Das APEC-Treffen 2025 in Gyeongju zeigte, wie sich die wirtschaftlichen Machtverhältnisse im Pazifikraum verschieben. Zwischen den USA, China und einer neuen japanischen Premierministerin positionierte sich Südkorea als Vermittler. Themen wie künstliche Intelligenz, Lieferketten und Nachhaltigkeit bestimmten die Agenda – und machten deutlich, dass die Zukunft der globalen Wirtschaft zunehmend in Asien gestaltet wird.
Seit dem Ende des Kalten Krieges galt im Westen die Vorstellung, das eigene Modell von Demokratie, Kapitalismus und individueller Freiheit sei der universelle Maßstab für Fortschritt. Doch die Krise liberaler Demokratien und der Aufstieg Asiens stellen dieses Selbstbild zunehmend infrage. Länder wie China, Singapur und Vietnam zeigen, dass Wohlstand und Modernisierung auch jenseits westlicher Strukturen möglich sind – auf der Grundlage kultureller Kontinuität, pragmatischer Politik und kollektiver Werte. Statt Ideologie zählt in vielen asiatischen Staaten Kompetenz, Stabilität und langfristiges Denken. Ihr Erfolg beruht nicht auf der Kopie westlicher Modelle, sondern auf ihrer Anpassung: Lernen, was funktioniert, und verwerfen, was nicht. So entsteht ein eigenständiger Entwicklungsweg, der zeigt, dass Modernität viele Gesichter haben kann – und dass das 21. Jahrhundert nicht mehr nur vom Westen, sondern zunehmend auch von Asien geprägt wird.
Nach monatelangen Spannungen inszeniert Donald Trump das Treffen mit Xi Jinping in Südkorea als „amazing meeting“ und lobt die „outstanding decisions“ – eine Reduzierung der Zölle, neue Agrarabkommen und chinesische Zugeständnisse bei Seltenen Erden. Doch hinter der triumphalen Rhetorik verbirgt sich kein Durchbruch, sondern eine befristete Pause. Peking sieht das Treffen als kontrollierte Stabilisierung, nicht als Neuanfang: eine Phase des Risikomanagements, in der China Zeit gewinnt, seine Position stärkt und die Regeln des Spiels neu definiert – leise, berechnend und strategisch.
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