Kulturplatz

Kulturplatz

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Kulturplatz episodes

  • Lärm – Fluch und Segen
    Am 8. Februar beginnt die Luzerner Fasnacht mit dem Urknall. Dann hauen die Guggenmusiken wieder auf die Pauke und treiben mit lauter Musik die Wintergeister aus. Meist ist Krach in dieser unruhigen Welt aber verpönt. «Kulturplatz» über Fluch und Segen des Lärms.
    Lärm: Historisch und heutig
    Die Stadt Zürich ist schweizweit Spitzenreiter in Sachen Lärm. Fast ein Drittel der Bevölkerung ist einer zu hohen Lärmbelastung ausgesetzt. Grösster Lärmverursacher: der Verkehr. Die Grenzwerte werden permanent überschritten. Und doch gehen viel mehr Lärmklagen wegen Nachbarn und Menschen auf öffentlichen Plätzen oder in Bars ein. Was also als Lärm gilt und ab wann wir Geräusche als Lärm empfinden, hat eher mit dem eigenen psychischen Befinden als mit effektiven DB-Werten zu tun.
    Lärm: Welche Bedeutung er für Gehörlose hat
    Die Museumsführerin und Performerin Lua Leirner und der Sozialpädagoge Tom Helbling sind gehörlos. Im Museum Tinguely haben sie «Kulturplatz» verraten, was für sie Lärm bedeutet und welche Klänge und Geräusche sie mögen, obwohl sie für viele Hörende eine Zumutung sind.
    Techno: Lärm vs. Lebenselixier
    Für die einen ist Techno bloss lautes, monotones Gestampf, das die Gesundheit gefährdet, für andere sind die Beats ein Lebenselixier. Während die Zürcher Technokultur seit 2017 zum immateriellen Unesco-Kulturerbe gehört, hat diese Musik beispielsweise an der Luzerner Fasnacht nichts verloren. So will es das Fasnachtskomitee. Die beiden DJs Manon Maeder und Dasstudach sind sich einig: Techno ist berauschend, auch ohne Drogen. Die Dosis macht das Gift.
    29 min
  • Franz Kafka – Der ewige Popstar
    Vor 100 Jahren starb Franz Kafka und hinterliess unvollendete Romane und einige Erzählungen. Er gilt als literarischer Prophet, der die Katastrophe des 20. Jahrhunderts vorhersah. Kafka ist der meistgelesene Autor deutscher Sprache. Und fasziniert bis heute. Warum?
    Kafka im Heute
    Kafka starb vor 100 Jahren und ist dennoch der meistgelesene Autor deutscher Sprache. Warum nur? Auf TikTok wird Kafka wie ein Popstar verehrt. BookToker geben sich berührt von seinen zeitlosen Texten. Auch die schweizerisch-rumänische Schriftstellerin Dana Grigorcea lässt sich von Kafkas Texten durch ihr Leben begleiten und empfindet sie als tröstend in Zeiten wie diesen. Und auch die 4. Klasse einer Kantonsschule in Zürich findet, dass Kafkas Texte gesellschaftliche Missstände thematisieren, die erstaunlich aktuell sind.
    Kafka im Comic
    Der österreichische Comic-Zeicher Nicolas Mahler veröffentlicht bereits den zweiten Kafka-Comic. «Kafka Komplett» heisst das schmale Büchlein und ist weit von Vollständigkeit entfernt. Vielmehr gelingt es Mahler in reduzierten Pinselstrichen Frank Kafka treffend zu zeichnen: ein oft verzweifelter, zerbrechlicher und gleichzeitig präzis denkender Mensch. Der aber durchaus Humor hatte.
    Kafka in der Kunst
    Kafkas Themen haben den Schriftsteller überlebt: Verzweiflung, unheimliche und klaustrophobische Verhältnisse, Machtmissbrauch oder Scham. In der Münchner Villa Stuck greift eine grosse Kunstausstellung diese Themen auf und führt sie weiter ins Heute. Die Comic-Umsetzungen der Kafka-Romane von Robert Crumb sind hier genauso vertreten wie grossformatige Fotos über die Einsamkeit von Teresa Hubbard und Alexander Birchler oder ein raumgreifendes Spinnennetz aus Wollfäden der japanischen Künstlerin Chiharu Shiota, dass das Mysteriöse und Magische in Kafkas Werk einfängt.
    Kafka in der Musik
    Die Kafka Band aus Prag ist vielleicht die einzige Rockband, die Texte eines Weltliteraten in musikalischer Umsetzung auf die Bühne bringt. Schriftsteller Jaroslav Rudiš und Comiczeichner und Sänger Jaromir 99 inszenieren aktuell zusammen mit gestandenen tschechischen Musikern «Der Process». Nach «Das Schloss» und «Amerika» widmet sich die Kafka Band nun dem dritten Romanfragment Franz Kafkas. Und Sänger Jaroslav Rudiš sucht Kafka bei jedem Auftritt im Publikum, denn er würde noch so gerne das eine oder andere Glas Bier mit ihm trinken.
    29 min
  • Die Solothurner Filmtage betrachten Mutter Helvetia
    Die 59. Werkschau des Schweizer Films richtet ihren Fokus auf das helvetische Selbstverständnis. Auffällig viele Dokus und Dramen fragen: Was ist ein «echter Schweizer» bzw. eine «richtige Mutter»?
    Im kontroversen Eröffnungsfilm «Les Paradis de Diane» kann oder will die Titelfigur ihr Kind nach der Geburt nicht in die Arme schliessen. Sie flieht aus der Entbindungsstation und sucht ihr Heil jenseits unserer Landesgrenzen. Nino Gadient trifft Filmemacherin Carmen Jaquier und ihren Regiepartner Jan Gassmann zum Gespräch über die Dinge, die man von der Schweiz und ihrer Bevölkerung erwartet.
    «Les Paradis de Diane» ist aber nur einer von sieben Titeln, die sich Hoffnungen auf den Hauptpreis der Solothurner Filmtage machen durften. «Kulturplatz» verrät bereits kurz nach der Bekanntgabe, nicht nur welcher Film den begehrten «Prix de Soleure» gewonnen hat, sondern auch, was diesen so auszeichnet.
    Dokumentationen geniessen in Solothurn traditionell einen besonders hohen Stellenwert. Im Rennen um den Publikumspreis setzen sich gleich zwei Regisseure mit Grundfesten Schweizer Identität auseinander. Aldo Gugolz ergründet in «Omegäng» mit Sprachvirtuosen wie Pedro Lenz oder Franz Hohler, was die Mundart im Alltag und auf der Bühne mit den Menschen macht.
    Luka Popadić begleitet in «Echte Schweizer» dagegen Secondos, die sich in der Schweizer Armee hochgedient haben. Er will von Offizieren, die exotisch klingende Namen wie Thuchathanan, Dhif oder Stojković tragen, wissen: Würden sie auch gegen ihre Herkunftsländer in den Krieg ziehen?
    Wie sich die Schweiz und ihr Image im Laufe der Zeit verändert hat, lässt sich gut an der Entwicklung von Praesens-Film ablesen. Die Firma, die einst sogar Hollywood mit Heidi und Hellebarden begeisterte, feuert heuer ihr 100-Jahr-Jubiläum. Das ist weit mehr als nur grosses Kino: Ohne Praesens wäre die gesamte nationale Kulturgeschichte eine andere.
    34 min
  • Warum uns Verbrechen in der Kunstwelt faszinieren
    Am Kunstmarkt werden jährlich Milliarden umgesetzt. Wo so viel Geld ist, ist viel kriminelles Potenzial. Kunstverbrechen faszinieren: ob es der Raub aus der Bührle Kunstsammlung ist, oder die Bilder des sogenannten Meisterfälschers Wolfgang Beltracchi. «Kulturplatz» über True Crime in der Kunstwelt.
    Wolfgang Beltracchi narrte die Kunstwelt jahrzehntelang mit gefälschten Meisterwerken. Im Stil grosser Maler wie Matisse oder Max Ernst «erfand» er neue Werke, und schleuste sie für Millionenbeträge in den Kunstmarkt ein – bis er wegen der Verwendung eines falschen Pigments aufflog. 2011 wurde er wegen Betrugs verurteilt und sass eine mehrjährige Haftstrafe ab. Heute malt Beltracchi wieder, aber unter eigenem Namen. «Kulturplatz» besucht ihn in seinem Atelier im luzernischen Meggen und versucht herauszufinden, warum uns True Crime im Kunstmarkt so fasziniert.
    Das zeigen auch zwei Podcasts, die sich um wahre Kunstdelikte drehen und auf reges Interesse stossen. Bis zu 700'000 Aufrufe haben diese Formate. Der «Deutschlandfunk»-Podcast «Tatort Kunst» deckt auf, worüber die Kunstwelt lieber schweigt. Und auch «Kunstverbrechen» von «NDR Kultur» rollt Fälle auf, bei denen man kaum abschalten kann. Zu Recht, denn Verbrechen im Kunstmarkt-Sektor rangieren auf den vorderen Plätzen. Und bei einem Jahresumsatz (2022) von mehr als 67 Millionen wollen alle mitverdienen, auch die Delinquenten.
    Ganz anders lief es in der ehemaligen DDR, hier verhielt sich der Staat unredlich
    Er trickste die eigenen Bürgerinnen und Bürger aus: Denn wer in der DDR Kunst sammelte, musste damit rechnen, enteignet zu werden. Der Raub von Kunst und Antiquitäten durch die Staatssicherheit war gängige Praxis in einem Staat, der dringend Devisen brauchte, um weiter existieren zu können. Auch die Schweiz war eine Drehscheibe im Kunst- und Antiquitätenhandel der DDR. Einige Schweizer Kunsthändler haben mit DDR-Raubkunst Geld verdient. Die Geschäfte liefen meist über einen Stasi-Strohmann mit Waffen-SS-Vergangenheit.
    Der Bührle Kunstraub und seine Aufarbeitung
    Der Bührle Kunstraub ist der spektakulärste Kunstraub der Schweizer Geschichte. In einem kleinen Museum am Rande von Zürich wurden 2008 vier Gemälde gestohlen im Wert von 180 Millionen Franken. Wie die Zürcher Polizei mit verdeckten Ermittlern die hochkarätigen Gemälde zurückholte, gehört zu den Erfolgsgeschichten der Schweizer Kriminalgeschichte. Doch wie das genau gelang, war lange nicht klar. Der Autor Stefan Zucker hat den Fall 2023 nochmals aufgerollt und zusammen mit einem Filmteam ein Dokudrama gedreht. «Kulturplatz» wirft einen Blick hinter die Kulisse der Recherche.
    29 min
  • Immersion – Kunst mit Wohlfühlfaktor
    Immersive Kunstausstellungen boomen. Statt in Museen Originale zu bestaunen, taucht das Publikum ein in einen digitalen Bilderrausch. Gemälde berühmter Kunstschaffender wie Vincent van Gogh, Gustav Klimt, Frida Kahlo oder Claude Monet werden durch Projektionen neu erlebbar. Kunst als Event.
    In der Ausstellung «Imagine Picasso» in der Zürcher Lichthalle Maag kann man in über 200 Werke Picassos eintauchen. Für die Besucherinnen ein berauschendes, geniales Spektakel, für den Produzenten von Immersive Art Ltd Darko Soolfrank ein zeitgemässes, perfekt «instagrammables» Kunsterlebnis, das alle Sinne anspricht. Der Kunsthistoriker Christian Saehrendt hingegen hält solche Ausstellungen nicht für Kunst, sondern für eine gehobene Art von Raumdekoration und für ein kunsthistorisch angehauchtes Entertainment: «Immersive Art vergleiche ich mit einem Stück Kuchen, das ist die Kunst, die absäuft unter zu viel Zuckerguss». «Kulturplatz» hat mit ihm die Picasso-Ausstellung besucht und sich beim Publikum umgehört.
    Anders in der Ausstellung «Immersion – Die Ursprünge» im Musée cantonal des Beaux-Arts in Lausanne. Hier wird das Publikum gar Teil des Kunstwerks. Vierzehn immersive Kunstwerke, die in den 1960er-Jahren eigens für die Immersion konzipiert wurden, hat das Ausstellungsteam in Lausanne wieder aufgebaut. Baden im Federmeer oder in einer Styroporkügelchen-Mondlandschaft. Trampolinhüpfen mit Luftballons oder auch Probeliegen in rosa Polstern. Die Ausstellung in Lausanne VD ist ein grosser Publikumsmagnet und übertrifft diesbezüglich alle Erwartungen.
    Wenn es in der Schweiz eine Person gibt, der die Immersion auf den Leib geschrieben ist, dann ist es Sarah Kenderdine. Sie operiert vom EPFL in Lausanne aus und hat ein eigenes LAB, das sich vor allem mit dem Museum der Zukunft beschäftigt, sei es immersiv, augmented oder ganz virtuell. Sie ist momentan dabei, mehrere Projekte zu realisieren, unter anderem das Panorama der Schlacht von Murten in ein virtuelles Erlebnis umzuwandeln. Oder eine der ersten Weltausstellungen in Paris von 1867 durch stereoskopische Bilder wiederauferstehen zu lassen. Sie hat in früheren Werken auch die zerstörten Buddhas von Bamiyan rekonstruiert oder die Stätte von Palmyra in Syrien im Museum wiederauferstehen lassen. Auch hat sie die Montreux-Jazzfestival-Collection in eine erlebbare interaktive Anwendung umgewandelt.
    Eintauchen – oder vielmehr abtauchen – in die Kunst, das ist auch in Brüssel möglich. Brüssel gilt als Comic-Hauptstadt der Welt, so ist klar, dass es diese Ausstellung nur hier geben kann: Im Schwimmbad «Nemo 33» können Fans brandneue Comics unter Wasser anschauen. Kunst-Interessierte können mit Taucherbrille, Flossen und Sauerstoff-Flasche abtauchen.
    28 min
  • Bibis Ochsentour
    Die Musikerin Bibi Vaplan hat sich vor ein paar Jahren in die Berge zurückgezogen mit dem Ziel, sich neu zu erfinden. Dann rettet sie zwei Rinder vor der Schlachtbank. Diese Tiere führen sie zurück zur Musik. Eine Geschichte, wie sie nur das Leben schreibt.
    Vor der Pandemie hat Bibi Vaplan genug von der schnelllebigen Musikwelt, die nur wenig einbringt. Sie überlegt sich ihren Beruf an den Nagel zu hängen und zieht nach Lumbrein ins Haus ihrer Grosseltern. In der Stille der Berge begegnet sie zwei jungen Stierkälbern, die für die Schlachtbank bestimmt sind. Bibi will das nicht akzeptieren und rettet die Tiere vor dem sicheren Tod. Mit wenig landwirtschaftlicher Erfahrung und viel Enthusiasmus zieht sie nicht nur zwei Ochsen gross, sondern findet zurück zur Musik.
    31 min
  • Spionage – Die Kunst des Täuschens und Lügens
    Die fiktionale SRF-Serie «Davos 1917» rückt sie ins Zentrum: die Geheimdienstarbeit, Spionage. Im Ersten Weltkrieg ein Novum, ist die Schweiz bis heute ein beliebtes Parkett, während Spionageschichten das Publikum begeistern. «Kulturplatz» auf den Spuren des Grossmeisters John Le Carré in Bern.
    John Le Carré und seine Liebe zu Bern
    Er ist auch nach seinem Tod der unbestrittene Grossmeister des Spionagethrillers und war vor seiner Schriftstellerkarriere für den Britischen Geheimdienst tätig. Die frühen Erwachsenenjahre verbrachte John Le Carré in Bern, wohnte während des Germanistikstudiums in einer Mansarde. In Bern wurde er denn auch als Agent angeworben. Im Hotel Bellevue-Palace war er über Jahre Stammgast und schrieb dort oft an seinen realitätsnahen Spionagethrillern. Die präzisen Erinnerungen an seine «Mutterstadt», wie er sie nannte, zieren einige seiner Romane und zeugen von der tiefen Verbundenheit mit Bern.
    Die Schweiz – Ein Paradies für Spione
    Das neutrale Land umgeben von den kriegsführenden Nationen war im Ersten Weltkrieg ein Tummelplatz für ausländische Agenten. Doch wie realistisch ist das Bild, das die Spionageserie «Davos 1917» zeigt? Tatsächlich war das Land damals Bühne für einen veritablen Agentenkrieg. Die Spione nutzten die Schweiz, um von hier eine Vielzahl verdeckter Operationen zu organisieren. Sie beschatten sich gegenseitig, brachen in feindliche Konsulate ein und versuchten via Schweiz, die feindlichen Kriegsanstrengungen zu sabotieren. Spionage wird im mörderischen Ersten Weltkrieg zur neuen Waffe.
    Sind Frauen die besseren Spione?
    Denkt man an Spionage, ist man rasch in der Welt eines James Bond. Männlich und auf jedem Parkett stilsicher sind sie die Spione. Frauen gehen dabei oft vergessen, fliegen unter dem Radar, sind dadurch aber oft gar die besseren Spione. So etwa «Sonja», die «Superagentin», die für Moskau im Zweiten Weltkrieg Nazideutschland ausspionierte. Eine aktuelle Ausstellung im Imperial War Museum in London zeichnet ihre und weitere solcher spannenden Geschichten nach.
    «Slow Horses», die fabelhaften aussortierten Spione
    Es ist so eine Sache mit Spionage-Romanen. Sie müssen den schwierigen Balance-Akt zwischen Realismus und Abenteuerlichkeit meistern – und scheitern oft daran. Die «Slow Horses»-Reihe von Mick Herron ist eine grandiose Ausnahme. Im Zentrum stehen aussortierte MI5-Spione, die meist selbstverschuldet den offiziellen Agenten-Dienst quittieren mussten und nun ein Schattendasein fristen, irgendwo in einem Londoner Hinterhof mit Bergen von sinnlosen bürokratischen Arbeiten vor sich. Die genau richtige Dosis an britischem Sarkasmus und ein sensationelles Gespür für Storytelling und tragische Helden.
    30 min
  • Davos damals – Zauberberg und Bohème-Hotspot
    «Davos 1917» heisst die neue SRF-Serie, die unter anderem auf der Schatzalp spielt. Es geht um Krieg, Geheimdienst und starke Frauen. Davos GR war damals Treffpunkt der Bohème, und später eine Hochburg der Nazis. «Kulturplatz» wirft einen Blick auf die Geschichte des legendären Ortes.
    In der neuen TV-Serie «Davos 1917», die Mitte Dezember auf SRF startet, geht es um Krieg, Spionage und zwei starke Frauen, die sich aus ihren Rollenklischees befreien. Wichtigster Schauplatz ist der Luftkurort Davos GR, um den sich viele Geheimnisse ranken und der damals offenbar eine Spionage-Hochburg war. «Kulturplatz» wirft einen Blick hinter die Kulissen und zeigt auch, wie die berühmte Davoser Panoramastrasse um mehr als 100 Jahre zurück wieder hergestellt wird. Im Gespräch mit Eva Wannenmacher erläutert Drehbuchauor Adrian Illien, welche Tricks und Kniffe es braucht, damit aus einer guten Geschichte ein spannender Film wird.
    1917 war aber auch das Jahr, in dem der deutsche Expressionist Ernst Ludwig Kirchner nach Davos GR kam und hier, auf der Staffelalp, Ruhe und ein neues Zuhause fand. Er war nicht der einzige Bohemien, den es in den Ort zog. Sherlock-Holmes-Erfinder Arthur Conan Doyle liebte den Ort. Genauso wie Thomas Mann, der seiner Frau Katia zur Seite stand, die hier oben ihre Tuberkulose ausheilen wollte. Das Ergebnis dieses Aufenthalts verarbeitet er dann in seinem berühmten «Zauberberg», der Geschichte eines jungen Mannes, der hier eine Zeitlang in einem Sanatorium lebt. Das Buch ist ein wichtiges Werk für die Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk. In ihrem neuesten Werk «Empusion» entwickelt sie eine Art feministischen Gegenentwurf zum Zauberberg. «Kulturplatz» hat die Schriftstellerin, die fast nie Fernsehinterviews gibt, in Zürich getroffen.
    Zu Gast ist der «Kulturplatz» diesmal auf der Schatzalp, oberhalb von Davos GR, die mit ihrer historischen Kulisse als Vorbild für den «Zauberberg» gilt, aber auch die Kulisse für die TV-Serie war.
    28 min
  • Der weibliche Körper
    Der «Playboy» wird 70. Ein willkommener Anlass, um einen Blick auf den weiblichen Körper zu werfen. Seit eh und je werden mit diesen Körpern gesellschaftliche Ideologien verhandelt: Der Körper der Frau ist Objekt der Begierde, Projektionsfläche und Ort grosser Verwundbarkeit zugleich.
    Der sexy Körper
    Nichts steht so beispielhaft für den sexualisierten Blick auf den weiblichen Körper wie der «Playboy». Dieses Jahr wird das von Hugh Hefner gegründete Magazin 70 Jahre alt. Und auch in der Werbung wird immer noch sehr gern der (nackte) Frauenkörper inszeniert – als Kaufreiz für unterschiedlichste Produkte. Der Frauenkörper ist bis heute die wichtigste Projektionsfläche von normierten Schönheitsidealen.
    Der ungenügende Körper
    Überall ist Körper. Überall ist Bewertung. Kein Entkommen. Die deutsche Schauspielerin Saralisa Volm erzählt in ihrem Buch «Das ewige Ungenügend» die Geschichte ihres ambivalenten Verhältnisses zum eigenen Körper. Sie schreibt schonungslos über ihre Essstörung und was Körper mit Macht und Kapitalismus zu tun haben. Wer ist schuld an unserem Schönheitsdilemma? Und vor allem: Was können die Frauen ihm entgegensetzen.
    Der starke Körper
    Der Dokumentarfilm «Notre Corps» der französischen Autorin Claire Simon zeigt die sonst verborgene Welt einer gynäkologischen Abteilung in einem Pariser Spital. Wie prägt der Körper das Leben einer Frau? Der Film geht im wahrsten Sinne unter die Haut, zeigt das Innere des Körpers, zeigt Körperöffnungen und Schleimhäute, Bilder, wie man sie sonst kaum sieht. Er rüttelt an Tabus, erzählt Geschichten von Schwangerschaften, Geburten, Geschlechtsumwandlungen, Fruchtbarkeitsbehandlungen und Krankheiten von Endometriose bis hin zu Krebs.
    Der ersehnte Körper
    Eine Frau sein, aber einen Männerkörper haben. So wird man in der Gesellschaft nicht als Frau wahrgenommen. Die betroffenen Menschen denken nicht nur viel, sondern auch sehr differenziert über den weiblichen Körper nach. Am Universitätsspital Basel ist das grösste Zentrum für die Betreuung von Transmenschen in der Schweiz. Hormonspezialisten, Chirurginnen, Pflegende und Psychiater arbeiten hier eng zusammen, um den Menschen zu helfen. Ein Psychiater und eine plastische Chirurgin erzählen, warum der Körper so wichtig ist für die eigene Identität.
    29 min
  • Humor quo vadis?
    Die allermeisten Menschen haben ihn – und doch ist man sich uneins, wie er sein soll: der Humor. «Kulturplatz» geht der Frage nach, ob «woke» und lustig sein zusammen geht, warum Improtheater zwangsläufig komisch ist und wie Humor in Krisenzeiten helfen kann.
    Humor in der Krise?
    Die aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten sind geprägt von Political Correctness und Identitätspolitik. Viele Stimmen sagen, dass die marginalisierten Minderheiten, die nun selbstbewusst und laut in den Sozialen Medien auftreten, keinen Humor hätten und viel zu ernst an die Sache herangehen würden. «Kulturplatz» möchte herausfinden, ob das wirklich so ist. Ist das «woke»-Lager tatsächlich so humorlos wie immer behauptet wird? Wer bestimmt eigentlich, was lustig ist? Die, die Macht haben? Ist Humor am Ende auch eine Generationenfrage? Und: Was kann Humor in solch polarisierten Zeiten bewegen?
    Improtheater «anundpfirsich» Masterclass
    Wer auf der Bühne improvisiert, sollte ein gewisses Talent für Humor und Spontaneität mitbringen. Vieles ist aber auch lernbar. So etwa in der Masterclass des Improtheaters «anundpfirsich» in Zürich. Carmen Grab ist eine der Teilnehmenden, die sich einmal in der Woche treffen, um auf der Bühne das Improvisieren zu lernen. Dabei entsteht zwangsläufig so viel Komik, dass sie manchmal selber ab ihrem Humor überrascht ist. Was sie und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler gelernt haben, können sie an einem der vielen Live-Abende vor Publikum zeigen. Vorhang auf.
    Humor in Krisenzeiten
    Darf man drei Tage nach dem Terror-Angriff auf Israel diese schrecklichen Ereignisse humorvoll aufgreifen? Der israelisch-deutsche Künstler Shahak Shapira hat es versucht, doch das Lachen bleibt einem manchmal auch im Halse stecken. Auch das gehört aber zum Humor, sagt die Humorforscherin Andrea Samson. Humor bringt die Menschen nicht nur zum Lachen, Humor kann auch verletzend sein, verstören, nachdenklich machen. Bleibt die Frage, ob und wann man in schwierigen Zeiten lachen darf.
    30 min

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Information: Dieser Video Podcast wird per Ende Juli 2021 eingestellt. Künftige und bisherige Episoden finden Sie auf unserem Play SRF Portal (www.srf.ch/play). Kultur durchdringt unser Leben.…