Kulturplatz

Kulturplatz

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Kulturplatz episodes

  • Liebe ... es ist kompliziert!
    Was ist Liebe? Eine grosse Frage, die alle beschäftigt. «Kulturplatz» trifft Menschen, die von dem Suchen nach Liebe, dem bewussten Bekenntnis zu, aber auch dem Verlust von Liebe erzählen. Eines wird dabei klar: Liebe wirft den Menschen auf sich selbst zurück. Und das ist nicht immer einfach.
    Nichts im Leben besitzt eine grössere Strahlkraft als Liebe. Die ganze Welt ist auf der Suche nach ihr. Der Mensch lässt nichts unversucht, sie zu finden. Doch hat er sie erst mal, behandelt er sie oft nachlässig. Die dänische Neurobiologin und Wissenschaftsjournalistin Lone Frank hat kürzlich ein Buch zu diesem «höchsten der Gefühle» veröffentlicht. Im Interview erzählt sie über den Verlust ihres Partners und die aufreibende Suche nach dem sagenumwobenen Ort, an dem die Liebe hinfällt. Und darüber, wie sich Menschen oft selbst ein Bein stellen beim Versuch, etwas Dauerhaftes zustande zu bringen.
    Ausserdem trifft «Kulturplatz» Ivan und Marianne Verny. Sie sind seit 37 Jahren verheiratet und wissen genau um die Fallstricke des langjährigen Beziehungsalltags. Denn sie sind nicht nur erfahrene Lebenspartner, sondern auch beide Psychiater und Psychotherapeuten.
    Weitere Themen in der Sendung:
    Der Dokumentarfilm «The Curse» erzählt die Geschichte von Maria Kaur Bedi und Satindar Singh Bedi. Beide lernen sich am Zurich Film Festival kennen und lieben. Obwohl damals schon klar ist, dass Satindar schwerer Alkoholiker ist. Ein Kampf gegen die Sucht und um die gemeinsame Liebe beginnt. Und über allen thront die Frage: Kann Liebe retten?
    Die Künstlerin Jeanne Spaeter hat ein Jahr lang Beziehung hinter sich mit einem Fremden. Es war ein Experiment. Ein Kunstprojekt, bei dem man nach einem Treffen einen Vertrag für 356 Tage Beziehung aufgesetzt hat. Eltern kennenlernen, Freunde, zusammenziehen, viermal im Monat Sex haben. Jetzt verarbeitet sie ihre Erfahrung in einem Bühnenstück und fragt sich, warum für so viele das Paar die erstrebenswerteste Lebensform aller darstellt.
    Wiederholung vom 15.02.2023
    31 min
  • Einsiedler Welttheater: Geschichten und Emotionen zum Jubiläum
    1924 feierte «Das grosse Welttheater» auf dem Klosterplatz in Einsiedeln SZ Premiere. Nun kommt Lukas Bärfuss' Neufassung zur Uraufführung. 500 Laien zeigen vollen Einsatz. «Kulturplatz Extra» rollt die Geschichte auf und begleitet Menschen aus dem «Spielvolk» bis zum grossen Auftritt.
    100 Jahre nach der Premiere von Calderóns «Das grosse Welttheater» auf dem Klosterplatz von Einsiedeln SZ wirft Lukas Bärfuss mit seiner zeitgenössischen Neufassung existenzielle Fragen auf.
    Wofür lohnt es sich zu leben? Wofür zu sterben? Welche Rolle spiele ich im Leben? Rund 500 Laien sind bei diesem Spiel – vor und hinter den Kulissen – mit dabei; vom Enkel bis zur Grossmutter. Ein Spiel, das Generationen verbindet und den Zusammenhalt im Dorf stärkt.
    Das Klosterdorf Einsiedeln SZ zeichnet eine barocke Theatertradition aus. Auf dem Klosterplatz wurde aber erstmals 1924 Theater gespielt, obwohl dieser einst sogar nach speziellen akustischen Gesichtspunkten gestaltet wurde. Die Wahl des Stückes fiel auf «Das grosse Welttheater» des spanischen Dramatikers Pedro Calderón de la Barca in der Übersetzung von Joseph von Eichendorff. Die Aufführung: weniger Kunstgenuss als vielmehr seelische Erhebung. Am Stückende gab es keinen Applaus; das Spielvolk stimmte zusammen mit dem Publikum «Grosser Gott, wir loben Dich» an.
    In den 1960er-Jahren sorgte das Mysterienspiel aber je länger je mehr für Unmut. Kritisiert wurde die nicht mehr zeitgemässe, gottgewollte hierarchische Ordnung. Eine rigorose Neuausrichtung wagte die Welttheater-Gesellschaft aber erst 2000 mit Autor Thomas Hürlimann und Regisseur Volker Hesse, auch wenn Calderóns Grundgedanken integraler Bestandteil blieben. Nun hat sich Lukas Bärfuss den Stoff vorgeknöpft. Das Kloster gab den Segen zu seinem Stück, das selbst vor Kindsmissbrauch in der Kirche nicht Halt macht. Über ein halbes Jahr lang wurde geprobt. Das «Spielvolk» war mit Feuereifer dabei. Freizeit und Ferien wurden dem Spiel geopfert. Gemeinsam haben Einsiedlerinnen und Einsiedler Grosses geschaffen. Gemeinsam wagen sie einen schonungslosen Blick auf das menschliche Leben. Von der Jugend bis zum Tod. Der Film rollt die 100-jährige Geschichte auf, gräbt im Archiv, birgt Anekdoten, erinnert sich mit Menschen, die seit Jahren zum «Spielvolk» gehören an Skurriles und Unvergessliches und begleitet Alte und Junge, vom Schicksal heimgesuchte und Lebenshungrige bis zum grossen Auftritt.
    53 min
  • Einsiedeln im Ausnahmezustand: Das Welttheater wird 100
    1924 feierte «Das grosse Welttheater» auf dem Klosterplatz in Einsiedeln SZ Premiere. Lukas Bärfuss' Neufassung soll 2024 für Gänsehaut sorgen. 500 Laien zeigen vor und hinter den Kulissen vollen Einsatz. «Kulturplatz» gräbt im Archiv und begleitet Menschen aus dem «Spielvolk» zum grossen Auftritt.
    100 Jahre nach der Premiere von Calderóns «Das grosse Welttheater» auf dem Klosterplatz von Einsiedeln SZ wirft Lukas Bärfuss mit seiner zeitgenössischen Neufassung existenzielle Fragen auf.
    Wofür lohnt es sich zu leben? Wofür zu sterben? Welche Rolle spiele ich im Leben? Rund 500 Laien sind bei diesem Spiel – vor und hinter den Kulissen – mit dabei; vom Enkel bis zur Grossmutter. Ein Spiel, das Generationen verbindet und den Zusammenhalt im Dorf stärkt. Über ein halbes Jahr lang wurde geprobt. Das «Spielvolk»: mit Feuereifer dabei. Freizeit und Ferien wurden dem Spiel geopfert. Gemeinsam haben Einsiedlerinnen und Einsiedler Grosses geschaffen.
    «Kulturplatz» rollt die 100-jährige Geschichte auf, gräbt im Archiv, birgt Anekdoten, erinnert sich mit Menschen, die seit Jahren zum «Spielvolk» gehören an Skurriles und Unvergessliches und begleitet Alte und Junge, vom Schicksal heimgesuchte und Lebenshungrige bis zum grossen Auftritt.
    Das Klosterdorf Einsiedeln zeichnet eine barocke Theatertradition aus. Auf dem Klosterplatz wurde aber erstmals 1924 Theater gespielt, obwohl dieser einst sogar nach speziellen akustischen Gesichtspunkten gestaltet wurde. Die Wahl des Stückes fiel auf «Das grosse Welttheater» des spanischen Dramatikers Pedro Calderón de la Barca in der Übersetzung von Joseph von Eichendorff. Die Aufführung: weniger Kunstgenuss als vielmehr seelische Erhebung. Am Stückende gab es keinen Applaus; das Spielvolk stimmte zusammen mit dem Publikum «Grosser Gott, wir loben Dich» an.
    In den 1960er-Jahren sorgte das Mysterienspiel aber je länger je mehr für Unmut. Kritisiert wurde die nicht mehr zeitgemässe, gottgewollte hierarchische Ordnung. Eine rigorose Neuausrichtung wagte die Welttheater-Gesellschaft aber erst 2000 mit Autor Thomas Hürlimann und Regisseur Volker Hesse, auch wenn Calderóns Grundgedanken integraler Bestandteil blieben. Nun hat sich Lukas Bärfuss den Stoff vorgeknöpft. Das Kloster gab den Segen zu seinem Stück, das selbst vor Kindsmissbrauch in der Kirche nicht Halt macht.
    Eva Wannenmacher fragt Lukas Bärfuss, wie viel Provokation einkalkuliert ist. Und sie trifft Abt Urban im Kloster mit einem gewissen Staunen, dass der Abt keine Einwände hatte gegenüber der frivolen und sehr expliziten Szene, die Kindsmissbrauch thematisiert. Im Wissen, dass auch im Kloster Einsiedeln Missbrauch immer wieder ein Thema war.
    29 min
  • Cannabis: Zwischen Legalisierung und Suche nach dem Rausch
    Seit April ist Cannabis in Deutschland legalisiert. Auch in der Schweiz gibt es Pilotprojekt dazu. Doch warum sucht der Mensch den Rausch? Macht er glücklicher? Kreativer? Hellsichtiger? Und, wann ist er gefährlich? «Kulturplatz» über einen aussergewöhnlichen Zustand.
    Der Rausch ist ein Zustand, der vom Normalbefinden, also der Nüchternheit, in angenehmer Art und Weise abweicht. Der 22-jährige Schweizer Künstler Noah di Bettschen malt Bilder, die wie im Rausch entstehen, so scheint es jedenfalls. Der Maler hat selbst Erfahrungen mit dem Rausch durch Substanzen, sein Vater starb, als er ein kleiner Junge war. Was Noah lange nicht wusste, war, dass dieser schmerzhaft vermisste Vater zuvor mehr als 25 Jahre heroinsüchtig war. Das machte etwas mit dem Jugendlichen Noah, über eigene Abstürze und Ekzesse fand er schliesslich zur Malerei. Seine berührende Geschichte erzählt er Eva Wannenmacher in seinem Atelier.
    Beim Rausch durch Substanzen geht es aber immer auch um Drogenpolitik. Die Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland ist darum ein erster Erfolg, meint die Historikerin Helena Barop in ihrem Buch «Der grosse Rausch» in dem sie sich mit der Historie von Rausch befasst, aber auch mit der Frage, wie seit mehr als einem Jahrhundert Macht und Druck mit der Politik um legale und illegale Drogen gemacht wird. Dabei würde vieles entspannter, so meint sie, wenn Drogen legalisiert würden.
    Doch warum sucht der Mensch immer wieder den Rausch. Psychiater und Neurowissenschaftler Gregor Hasler von der Uni Fribourg hat dazu seine eigene Theorie. Er beschäftigt sich schon lange mit dem Thema und ist Vorreiter in der Psychotherapie mit LSD; MDMA und Cannabis. Warum die Schweiz in puncto Drogen ebenfalls eine Vorreiterposition hat und warum der Mensch sich immer wieder berauscht, zeigt «Kulturplatz».
    28 min
  • Brigade Brut: Prügeln für die Schweizer Kulturszene
    Ein aus mehrheitlich Frauen bestehendes Wrestling Team aus Luzern erobert mit seinen inszenierten Showkämpfen die Kulturszene.
    In den USA ist Wrestling eine ganz grosse Sportart, in der Schweiz eher eine Randerscheinung. Wrestling ist aber vor allem eines, viel Show und Theater. Nun hat eine Truppe junger Kreativer aus Luzern diese in Szene gesetzten Showkämpfe für sich entdeckt und unterhält damit die Kulturszene. Sie inszenieren Shows, erzählen dabei Geschichten und prügeln sich. Es sind Rollenspiele mit klassischen Bösewichten, vielen Schlägen und ganz viel Humor. «Kulturplatz» hat die Truppe bei den Vorbereitungen für eine ihrer Shows begleitet.
    27 min
  • Gut altern: Wie beeinflusst Kunst unsere Lebensqualität?
    «Kulturplatz» stellt das Projekt «Artists in Residence» vor, wo Kunstschaffende in Alterszentren einziehen und mit Bewohnenden zusammen Kunst machen. Ältere Menschen werden so durch Kultur aktiviert und die Lebensqualität steigt.
    Im Gesundheitszentrum für das Alter Wildbach in Zürich ist der Künstler Nic Hess eingezogen. «Kulturplatz» zeigt, wie er zusammen mit den Bewohnenden Kunstwerke produziert und übers Leben philosophiert. Es wird klar, «gut altern» bedeutet, selbst entscheiden und teilhaben zu können. Die Kultur kann hier Unterstützerin sein oder auch eine Trostspenderin.
    «Altern» – Das neue Buch von Elke Heidenreich
    Die SRF-Literaturkritikerin schaut voller Freude und Wohlwollen auf ihr Leben zurück. Da ist viel passiert. Sie schrieb Fernsehgeschichte und viele Bestseller, und hat auch sonst im Leben nichts ausgelassen. Schwierige Lieben, berufliche Risiken, lange Nächte: Elke Heidenreich war immer mittendrin statt nur dabei. In «Altern» denkt sie nun über die grossen Fragen des Lebens nach, und zieht ihre liebste Verbündete zu Rate, die Literatur. Die Autorin blickt jetzt mit Humor und Gelassenheit auf sich selbst, als Frau über 80, die immer noch voller Energie und Lebenslust ist.
    Mehr Sichtbarkeit für alte Menschen an den Bieler Fototagen
    Die Genfer Fotografin Rebecca Bowring zeigt an den Bieler Fototagen ihre neue Serie «Verse la rive». Dafür hat sie den Alltag von sechs Seniorinnen dokumentiert, die alle in der gleichen Altersresidenz in Biel BE leben. Rebecca Bowring hat Fotografien voller Poesie produziert. Zudem verschafft sie älteren Personen mehr Sichtbarkeit in einer Gesellschaft, die an Jugendwahn krankt.
    Futuristische Anti-Aging-Ausstellung
    Milliardenschwere Tech-Giganten forschen und tüfteln an der Pille für das ewige Leben und viele Menschen möchten ihr Dasein auf dem Planeten möglichst verlängern. Die Schau «The End of Aging» erzählt von einer Welt, in der es das Sterben nicht mehr gibt. Der Regisseur und Kurator Michael Schindhelm hat in Basel eine dystopisch anmutende Ausstellung aufgebaut, in der führende Forscherinnen und sogar ein Nobelpreisträger darüber nachdenken, wie es um die Möglichkeiten steht, das Altern wirklich zu stoppen.
    29 min
  • Früher Völkerschau, heute Tieroase: Der Basler «Zolli» wird 150
    Der Basler Zoo, liebevoll «Zolli» genannt, feiert in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen und ist damit der bei weitem älteste Zoo der Schweiz. «Kulturplatz» schaut zurück auf eine bewegte Geschichte und fragt, wie heute ein Zoo gestaltet wird und was seine Funktionen sind.
    Blick in die Geschichte
    21 sogenannte Völkerschauen hat der Zoo Basel von 1879 bis 1935 veranstaltet. Menschengruppen aus den afrikanischen Kolonien wurden in Kulissendörfern inszeniert und führten scheinbar landestypische Tänze und Spiele auf. Ein entwürdigendes Schauspiel, womit der lange defizitäre Basler Zoo seine Finanzen aufbesserte. Aber auch darüber hinaus war der Zoo mit den Kolonien verbunden, da von dort der Nachschub an exotischen Tieren kam. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Zoo Basel zum Pionier im Züchten von Tieren mit dem weltweit ersten Panzernashorn, das in einem Zoo zur Welt kam und dem Gorillababy Goma. Der Zoo Basel wird mehr und mehr auch zur wissenschaftlichen Institution, die sich für Bildung, Forschung und Artenschutz einsetzt.
    Zooarchitektur – Von Gittergehegen zu Wohlfühlräumen
    Galt im 19. Jahrhundert beim Bauen für Tiere noch das Credo des Sichtbarmachens und Zeigens, geht es heute mehr ums geschickte Verbergen. Die ersten Zoos stellten exotische Tiere wie in einem Warenhaus aus: In kleinen, nebeneinander gereihten Käfigen hinter Gittern. Mit der Eröffnung von Hagenbecks Tierpark 1907 veränderte sich das: Gitter wurden durch Gräben ersetzt, die abenteuerliche Wildnis mit gewaltigen Kunstfelsen imitiert. Mit der Architekturmoderne kamen auch ikonografische Bauten aus Glas und Beton hinzu. Die heutige Erlebnisarchitektur in Zoos arbeitet weltweit mit Immersionstechniken. Und auch in Basel reihen sich schon längst nicht mehr Gehege an Gehege; vielmehr werden Themenlandschaften kreiert.
    Der ganz normale Alltag der Zoobewohner
    In vielen Filmen sprechen, singen oder tanzen Tiere zu Klassikern der Musikgeschichte. Sie spielen die Hauptrolle – auch in Zoos, wie etwa im Animationsfilm «Madagascar». Doch wie sieht der Alltag der Zootiere in Basel aus? Hier beobachten emsige Erdmännchen den Himmel, der aufgedrehte Wildesel läuft sein Revier ab und Flamingos kommen aus dem Schnattern nicht mehr raus. Spezialgäste aus Land, Luft und Wasser bilden das illustre Ensemble.
    Zootierarzt und Zoodirektor im Gespräch
    Christian Wenker ist seit über 20 Jahren Tierarzt im Basler Zoo. Hier betreute er über 7000 Patienten. Ist auch mit schwierigen Situationen konfrontiert, wenn Tiere sterben. Was macht das mit ihm und wie sieht er seinen Job in der Rückblende?
    Was sind heute die wichtigen Funktionen eines Zoos und wohin will sich der Basler Zoo noch entwickeln? Braucht es unbedingt Expansion, mehr Platz und mehr Tiere? Zoodirektor Olivier Pagan nimmt Stellung.
    30 min
  • Kulturgut SBB
    Die «Spanisch-Brötli-Bahn» fuhr 1847 über die erste Bahnstrecke der Schweiz. 175 Jahre später ist die SBB längst ein Schweizer Kulturgut dank Pünktlichkeit und Innovation. «Kulturplatz» steigt in den Zug und findet Meilensteine und Emotionen im Reich der Schienen.
    Kulturgut SBB
    Es gibt wenige Dinge, für die die Schweiz so berühmt ist, wie für ihre Bundesbahnen. Und viele Eigenschaften, die den Schweizer Bürgerinnen zugeschrieben werden, attestieren Beobachter auch dem eidgenössischen Schienenverkehr: Pünktlichkeit, Partizipation und Innovationsfähigkeit. Was die Schweizer Bahnen zum Kulturgut macht und wie sich das Image über die Jahre verändert hat, fragt «Kulturplatz» Historikerinnen, Bähnler und vor allem natürlich Passagiere.
    Leidenschaftliche Momente im Zug
    Auch das von Bewegung lebende Medium Film setzte schon früh auf die dynamische Eisenbahn. Mit der Einfahrt eines Zuges begann 1896 die Filmgeschichte. Im Zug wie auch im Kino sitzt man in geschlossenen Räumen, die physische Bewegung ist eingeschränkt. Die Landschaft zieht vor dem Zugfenster vorbei wie am Kinobesucher der Film auf der Leinwand. Spannung entsteht wie von selbst. Plan und Entgleisung, Anonymität und Intimität. Hier kann alles passieren: Mord und Totschlag, Spionage und Sabotage, unerwartete Begegnungen und Trennungen, Ehebruch und Liebesrausch.
    Von «Trainspottern» und Bahnfreaks
    Lokomotiven und Eisenbahnwagen üben auf viele Menschen bis heute eine starke Anziehungskraft aus. Man nennt sie «Trainspotter», Bahnfans, die alle Hebel in Bewegung setzen für das perfekte Bild. Sie stehen stundenlang geduldig neben den Gleisen bereit, um im richtigen Moment, im perfekten Licht, abzudrücken. Worauf dann mit Stolz die «Beute» auf einschlägigen Seiten mit der Trainspotter-Community geteilt wird. «Kulturplatz» begleitet ein trainspottendes Paar, das nicht nur die Liebe zu den Zügen, sondern auch zueinander verbindet, auf die Pirsch nach dem ultimativen Zug-Shot.
    Eine Wiederholung vom 15. Juni 2022
    30 min
  • «Fremde überall»: Biennale in Venedig zwischen Kunst und Tourismus
    Wenn prominente Kunstschaffende aus der ganzen Welt nach Venedig reisen, passt das Motto der diesjährigen Kunstbiennale «Fremde überall» perfekt. Denn die Stadt quillt aus allen Nähten: Künstlerinnen und Touristen überall. Wie Stadt und Kunst mit «Fremden» umgehen? Ein «Kulturplatz».
    Ein Fest des Andersseins
    Der diesjährige Kurator, der Brasilianer Adriano Pedrosa bezeichnet sich als ersten «offen queeren» Kurator der Biennale Venedig. Mit seinem Motto «Stranieri Ovunque», was so viel heisst wie Fremde überall, will er bewusst Kunstschaffende einladen, die selbst Immigranten, Emigranten, Exilkünstler, indigen oder auch queer sind. Ein Fest für Aussenstehende will er feiern und setzt damit ein Zeichen in Zeiten, in denen die Angst vor dem Fremden bestimmend ist. Alle kennen das Gefühl, sich fremd zu fühlen. In Familien. Im Freundeskreis. Am Arbeitsplatz oder in der Stadt in der man lebt.
    Kunst aus der ganzen Welt
    «Kulturplatz» will auf der diesjährigen Biennale herausfinden, wie die Kunstschaffenden das Motto umsetzen. Junge Kunstschaffende aus der ganzen Welt haben sich dazu etwas einfallen lassen. Auch die Kuratorin Koyo Kouoh, die im Aargau aufgewachsen ist und heute zwei wichtige Museen in Afrika leitet, kennt das Gefühl des Fremdseins nur zu gut. Sie gilt als Vermittlerin zwischen den Welten.
    Baume-Schneider, Hans Ulrich Obrist, Ann Demeester – prominente Gäste in Venedig
    Ann Demeester, Direktorin des Zürcher Kunsthauses, kann nach einem guten Jahr in der Schweiz, im Gespräch mit der Moderatorin Nina Brunner, erzählen, wann und wo sie sich fremd fühlt. Und in welchen Projekten sie das Motto der Biennale gut umgesetzt sieht.
    Und Nina Brunner trifft noch eine besonders herausragende Persönlichkeit aus der Kunstwelt, den internationalen Kurator Hans Ulrich Obrist. Der begnadete Kunstvermittler wollte schon als kleiner Junge weg aus St. Gallen, hinaus in die grosse weite Welt. In seiner kürzlich erschienenen Biografie, erzählt er, dass er sich schon immer mit Kunstschaffenden auf der ganzen Welt vertraut machen wollte. Und berichtet über sein aktuelles Projekt.
    Ebenfalls angereist ist Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider, die wir im Schweizer Pavillon treffen. Hier stellt in diesem Jahr der brasilianisch-schweizerische Künstler Guerreiro do Divino Amor sein Projekt vor. Ihm geht es darum auf die Überlegenheit und Macht westlicher Gesellschaften hinzuweisen. Den Schweizer Pavillon hat er in einen Tempel verwandelt.
    Venedig platzt aus allen Nähten
    Die Kunstbiennale hat aber auch eine Kehrseite: Denn die ohnehin überquellende Lagunenstadt wird in diesen Monaten noch voller. Fremde überall. Für die Venezianerinnen und Venezianer ist das mittlerweile ein echtes Ärgernis, weil sie sich nicht mehr wohlfühlen in ihrer Stadt. Aber Venedig lebt auch vom Tourismus. Wie kann man mit diesem Dilemma umgehen? Ab 25. April startet die Stadt ein Pilotprojekt. Ab dann müssen alle Tagestouristinnen und -touristen einen Eintritt von fünf Euro zahlen. Ob das eine Lösung ist? «Kulturplatz» spricht mit einer Architektin und einer jungen Schweizer Kuratorin darüber.
    30 min
  • Von Oliviero Toscani bis KI: Die Macht der Bilder
    Künstlich generiert, heimlich gefilmt oder schockierend in Szene gesetzt – welche Bilder haben heute die grösste Wirkung? «Kulturplatz» über den legendären Fotografen Oliviero Toscani, über versteckte Kameras und die neueste KI der Firma OpenAI.
    In den 1990er-Jahren sorgte der Fotograf Oliviero Toscani mit Tabuthemen wie Aids, Rassismus und der Todesstrafe für viel Aufregung. Die Bilder als Werbung für die Modemarke Benetton verpackt, wurden immer wieder als eine Provokation wahrgenommen. Heute schaut der inzwischen 82-Jährige auf eine bewegte Vergangenheit zurück und weiss: Für ihn ist die Fotografie ein Akt der Aufklärung.
    Die Macht der Bilder ist inzwischen zur Ohnmacht geworden. Mit «Deep Fakes» und der Künstlichen Intelligenz haben Bilder ihre Aussagekraft verloren. Die neueste KI heisst «Sora», stammt wie «ChatGPT» von der Firma OpenAI und lässt alles bisher Gesehene hinter sich. Auf Knopfdruck entstehen einminütige Videos, ohne auch nur ein einziges Bild zu filmen. Was heisst «Sora» für die Zukunft der Bilder?
    Bilder waren als Beweismittel schon immer nur bedingt vertrauenswürdig. Und doch brauchen wir Beweise, etwa im Journalismus, um Dinge aufzuklären. Die versteckte Kamera beispielsweise steht nicht nur für lustige Streiche, sondern vor allem auch für Aufklärung. Welche Rolle diese heimlich gemachten Bilder spielen, darüber hat RTS-Kollege und Produzent Jean-Philippe Ceppi ein Buch geschrieben.
    31 min

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Information: Dieser Video Podcast wird per Ende Juli 2021 eingestellt. Künftige und bisherige Episoden finden Sie auf unserem Play SRF Portal (www.srf.ch/play). Kultur durchdringt unser Leben.…