Kulturplatz

Kulturplatz

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Kulturplatz episodes

  • Wie geht es ukrainischen Kulturschaffenden in der Schweiz?
    Vor drei Jahren brach der Krieg in der Ukraine aus. Seither hat der «Kulturplatz» mehrmals Geflüchtete hier getroffen. Was machen sie heute? Welche Pläne haben sie? Und wie können Projekte aus dem Schweizer Kulturbereich in der Heimat helfen? Einblick in ein Dasein voller Ungewissheit.
    Es sind entscheidende Tage für die Ukraine: Auf der geopolitischen Bühne wird gerade die Zukunft des Landes verhandelt. Das macht auch die Produktionsbedingungen dieser Sendung besonders: Noch vor den Gesprächen zwischen den USA und Russland hat die Redaktion Geflüchtete kontaktiert, die schon einmal Teil der Berichterstattung waren. «Kulturplatz» will wissen, wie es ihnen seit der letzten Begegnung ergangen ist.
    Die Menschen führen ein Leben im Ungewissen. Wie sieht ihre Zukunft aus? Wie diejenige der Ukraine? Dazu kommen alltägliche Herausforderungen: Kinderwohl, Wohnungssuche, Beruf. Es ist eine schwierige Gemengelage.
    Zwischen Zurückkehren und Bleiben
    Katja Purtseladze und Pavel Ignatiev sind hin- und hergerissen. Zum einen haben sie in der Schweiz neue Freunde gefunden, zum anderen keine Arbeit in ihren angestammten Tätigkeitsfeldern. Sie ist Sängerin, er Musiker. Wenn es allein nach ihnen ginge, hätten sie die Ukraine wohl nie verlassen. Doch sie sorgen sich um ihre beiden Söhne: Ihnen wollen sie Sicherheit bieten.
    Auch Uliana Pasternak hängt sehr an ihrer Heimat. Sie fühlt sich zwar mittlerweile gut aufgehoben hier, aber für die junge Künstlerin ist klar: Eines Tages wird sie zurückkehren. Offen bleibt allerdings, wann dies möglich sein wird.
    Singen gibt Hoffnung
    In solch unwägbaren Zeiten braucht es Halt. Die Mitglieder des Luzerner Prostir-Chors finden ihn im gemeinsamen Singen. Es stärkt die Zugehörigkeit, wenn in der Schwebe ist, wohin die Menschen gehören: in die alte Heimat oder in die neue?
    Unterstützung hier und da
    Der Chor zählt zu den Projekten des gleichnamigen Kulturvereins Prostir. Er bietet zahlreiche Aktivitäten an und will Ukrainerinnen und Ukrainern als Ort der Begegnung dienen – auch mit der hiesigen Bevölkerung. Gegründet hat ihn Urban Frye. Der Schweizer reist regelmässig in die Ukraine und unterstützt das Land mit Projekten unterschiedlichster Art. Ihn trifft Moderatorin Nina Mavis Brunner – wie schon bei ihrem letzten Besuch – zum ausführlichen Gespräch.
    28 min
  • Normen und Revolution: Wie Sport und Mode sich formen
    Sport inspiriert Modemacher, Designer setzen Akzente im Sport. Für Diskussionen ist gesorgt: über Jogginghosen im Alltag oder knappe Bikinis im Beachvolleyball.
    «Kulturplatz» trifft die ehemalige Eiskunstläuferin Sarah van Berkel (Meier) und spricht mit ihr über Kleiderzwang und Selbstentfaltung.
    Im 19. Jahrhundert traf sich der Adel in edler Garderobe, um in der Freizeit zu jagen, zu reiten oder Bogen zu schiessen. Man trug seinen sozialen Status zur Schau, um Wettbewerb ging es nicht. Mit den Fortschritten in der Medizin wurde Sport im Sinne der körperlichen Ertüchtigung aber immer wichtiger. Dementsprechend musste die Kleidung angepasst werden. Die Stoffe wurden leichter, die Schnitte funktionaler. Modehäuser fingen an, sich für die neue Art der Bekleidung zu interessieren. Tennis-Champion René Lacoste wiederum setzte auf seine Eigenkreation; der Startschuss für ein veritables Mode-Imperium.
    Längst sind prominente Athletinnen und Athleten zu Markenbotschafterinnen und Werbeträgern geworden. Bei den Olympischen Spielen kümmern sich Couturiers und Designerinnen um die Outfits der Mannschaften. Die Eröffnungsfeiern: ein Fest der Mode.
    Kleidung, um sich sportlich zu betätigen, hat aber auch die Emanzipation befeuert. Mitte des 19. Jahrhunderts war es noch skandalös, entblösste eine Frau ihre Knöchel, wenn sie auf ein Pferd oder – Gott bewahre – auf ein Fahrrad stieg. Die amerikanische Frauenrechtlerin und Journalistin Amelia Bloomer setzte sich dafür ein, dass Beinkleider Frauen nicht zuletzt das Velofahren erst richtig ermöglichten. Sie entwarf die sogenannten «Bloomers»: der erste Schritt in Sachen Hose für die Frau.
    Bei den Olympischen Spielen 1912 durften Frauen in wenigen Disziplinen antreten; unter anderem beim Turmspringen in einteiligen Badeanzügen. Mehr und mehr gewöhnte man sich – im Spot, aber auch im Alltag – an mehr nackte Haut. Und doch gibt es noch immer hitzige Diskussionen um Kleidervorschriften. Sollen Beachvolleyballerinnen im Bikini oder in Shorts spielen? Es braucht weiterhin mutige Vorkämpferinnen, die sich der Frage der Gleichstellung annehmen.
    «Kulturplatz» ist zu Besuch in der aktuellen Ausstellung «Sport und Mode» im Olympischen Museum in Lausanne und trifft auf der Dolder Kunsteisbahn die ehemalige Profi-Eiskunstläuferin Sarah van Berkel (Meier), die aus dem Nähkästchen plaudert.
    29 min
  • Humor hilft – auch an den Solothurner Filmtagen
    Wieso ernst, wenn es auch heiter geht? Zumal beherztes Lachen gerade in der dunklen Jahreszeit oft die beste Medizin ist. Keiner weiss das besser als Regisseur Thomas Haemmerli, der mit seinen gewitzten Dokumentationen Tod und Chaos die Stirn bietet.
    Wie lustig ist unser Land? Nicht besonders, würde man auf Anhieb wohl sagen. «Why so serious?» fragen darum führende Köpfe der Solothurner Filmtage und beleuchten den subtilen Humor, der aktuell in auffallend vielen Dokus zu finden ist.
    Im Gute-Laune-Hoch befindet sich – «Tschugger» und «Bon Schuur Ticino» sei Dank – die Schweiz seit geraumer Zeit auch an der Komödienfront. Mehr noch: Betrachtet man die gesamte Filmgeschichte, merkt man, wie omnipräsent das Lachen in Schweizer Kinos ist. Unter den zehn erfolgreichsten einheimischen Filmen befinden sich nicht weniger als sieben Komödien.
    Warum ist das so? Und was macht eine gute Schweizer Komödie aus? Regisseur Peter Luisi, der Schöpfer von Publikumshits wie «Flitzer» und «Bon Schuur Ticino» produziert nur das, was er selber lustig findet. Er ist überzeugt: Schweizerinnen und Schweizer lachen am liebsten über sich selbst. Weniger positiv bewertet Kabarettistin Lisa Stoll die Schweizer Kinokomödie: Diese biete oft bloss Kinderhumor für Erwachsene – ohne jeglichen Biss.
    Eröffnet wird die 60. Werkschau des Schweizer Films allerdings nicht mit einer kindgerechten Komödie, sondern einer historischen Dokumentation von Thomas Haemmerli. Deren Titel «Die Hinterlassenschaft des Bruno Stefanini» verspricht auf den ersten Blick eher Belehrung als Unterhaltung. Nur wer Haemmerlis bisheriges Kino-Oeuvre, beginnend mit seiner verstorbenen Messie-Mutter in «Sieben Mulden und eine Leiche» kennt, ahnt: Dank heiterer Tonalität und feiner ironischen Spitzen dürfte auch diesmal kein Auge trocken bleiben.
    Ein milliardenschwerer Messie im Eröffnungsfilm, ein schizophrener Vater in «Bilder im Kopf», der erbitterte Kampf zwischen Velos und Autos in «Automania»: Diverse Dokus der Solothurner Filmtage behandeln schwere Themen, servieren sie aber als leichte Kost. Das Kunststück gelingt dank einer wohldosierten Prise Heiterkeit. «Kulturplatz» zeigt, wie Humor hilft, Schweres leichter zu verdauen.
    28 min
  • Marcus Signer spielt Maloney: Was sagen die Hörspiel-Fans?
    Für viele Menschen noch heute ein fester Bestandteil am Sonntagvormittag: Das Kulthörspiel Philip Maloney auf Radio SRF 3. Nun gibt Marcus Signer der Figur Maloney in der neuen SRF-Serie ein Gesicht und eine (berndeutsche) Stimme. «Kulturplatz» fragt eingefleischte Fans um ihre Einschätzung.
    «Die haarstäubenden Fälle des Philip Maloney» sind bis heute sonntäglicher Kult im Radio. Seit 1989 das erste Mal die kratzige Stimme von Michael Schacht als Privatdetektiv Philip Maloney die Hörer und -Hörerinnen von DRS3, wie es damals noch hiess, in ihren Bann zog, ist das Hörspiel von Roger Graf aus der Schweizer Radiowelt nicht mehr wegzudenken. Mehr als 400 Folgen lang liess Graf den Privatdetektiv im Radio ermitteln. Nach dem Tod des charismatischen Sprechers vor zwei Jahren wurden allerdings keine neuen Folgen mehr produziert. Graf erklärte seine Serie für beendet.
    «Üble Sache, Maloney»
    Der Spruch wurde zum Kult, wie das Hörspiel selbst. Nun startet SRF mit der Serie «Maloney» einen Versuch, die Radiolegende mit Marcus Signer in der Hauptrolle auf den Bildschirm zu holen. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, bedenkt man, dass bei vielen Maloney-Fans unweigerlich eigene innere Bilder beim Zuhören über die Jahre hinweg entstanden sind.
    «Kulturplatz» wollte wissen, wie die neue Serie im Film-noir-Stil ankommt. Eine Gruppe eingefleischter Maloney-Fans bekam die erste Folge zu Gesicht. Und so viel lässt sich verraten: Maloney überzeugt auch in dieser Form. Eva Wannemacher trifft den Hauptdarsteller Marcus Signer zum Gespräch.
    Insgesamt zehn Episoden sieht SRF für den Privatdetektiv Philip Maloney vor. Nach dem Start in den Kinos der Deutschschweiz Ende November, werden die ersten drei Folgen ab 1. Januar 2025 im Fernsehen zu sehen sein und bereits ab 29. Dezember 2024 als Stream auf Play SRF. Die weiteren sieben Folgen sollen auf das Jahr 2025 verteilt gesendet werden.
    Der legendäre Privatdetektiv Philip Maloney wird von Marcus Signer verkörpert (preisgekrönt für seine Darstellungen in den SRF-Produktionen «Wilder» oder «Der Goalie bin ig»). Stefan Kurt («Die goldenen Jahre», SRF-Serie «Frieden») spielt seinen Gegenspieler, den Polizisten. Regie führen Michael Schaerer und Luca Ribler. Hörspielautor Roger Graf hat bei den Dialogen mitgearbeitet. Auch die Nebenrollen sind hochkarätig besetzt. So sind in den ersten drei Episoden unter anderen Bettina Stucky und Gilles Tschudi als suspektes Anwaltspaar Schimpf, Martin Vischer als Chef einer Käsefabrik oder Elisa Plüss als Schlafwandlerin Emilia Dobek zu sehen.
    28 min
  • Jelmoli-Aus: Sind Warenhäuser nur noch Auslaufmodelle?
    Bald schliesst Jelmoli seine Pforten. Denn an vielen Orten sterben heute diese Paläste des Konsums. Dabei war das Warenhaus doch einmal ein Sehnsuchtsort. War mit seinen glitzernden Auslagen Projektionsfläche für Träumereien vom glänzenden Leben. Haben die Warenhäuser ihre beste Zeit hinter sich?
    Epa, Manor oder Jelmoli – immer mehr Warenhäuser schliessen oder müssen zumindest ihre Konzepte überdenken. Hohe Mieten und der prosperierende Online-Handel sind schuld daran, dass viele Warenhäuser inzwischen schliessen müssen. Für viele ist das ein schmerzlicher Verlust, denn die Warenhäuser sind Orte der Erinnerungen, aber auch Orte, an denen wir besondere Momente erlebten. Als Kinder haben wir uns zu Weihnachten die Nase an der Schaufensterscheibe plattgedrückt oder die prachtvollen Dekorationen bewundert. Warenhäuser sind auch Projektionsflächen für ein Leben, das vielleicht ein wenig schillernder hätte sein können, für die «etwas glücklichere Familie» oder für Möglichkeiten, die uns das Leben noch zu bieten scheint. Fast jeder kann sich an Momente mit der Mutter, der Grossmutter oder der Gotte im Warenhaus erinnern. Mit dem Verschwinden dieser Orte verlieren wir ein Stück unserer Geschichte, unserer Kultur, aber auch unseres Stadtbilds.
    Aufstieg und Fall eines Warenhauses
    Als vor knapp zwei Jahren das Ende des Zürcher Kaufhauses Jelmoli bekannt gegeben wurde, hat sich Historikerin und Filmemacherin Sabine Gisiger sofort an die Recherche gemacht, die Geschichte dieses Konsumpalasts aufzuarbeiten. Es ist ein gesellschaftliches Sittenbild geworden, denn Warenhäuser demokratisierten das Einkaufen schöner Waren im 19. Jahrhundert. Sie boten Frauen eine der wenigen Möglichkeiten, zu arbeiten und ihr eigenes Geld zu verdienen und sich in einer streng patriarchalen Gesellschaft, die wenig anderes für sie bot, dem Hobby des Shoppens zu widmen. Der Film «Jelmoli – Biografie eines Warenhauses» erzählt davon.
    Schaufenster als Kunstraum
    Ein wichtiger Teil der grossen Luxuskonsumtempel waren immer wieder die prächtigen, verrückten oder auffallenden Schaufenster. Viele, die später Künstler wurden, konnten sich hier austoben und noch dazu Geld verdienen. Einer von ihnen war der Schweizer Künstler Jean Tinguely. Angeregt dadurch eröffnet das Museum Tinguely Anfang Dezember die Ausstellung «Fresh Window», die sich nicht nur ehemaligen Schaufenster-Gestaltern wie Warhol, Rauschenberg oder Jasper Johns widmet, sondern auch junge Künstlerinnen und Künstler dazu einlädt, das Schaufenster als Kunstraum zu nutzen.
    Und anlässlich der Schliessung des Jelmoli führt Eva Wannenmacher ein Gespräch mit der Jelmoli-Unternehmenstransformerin Monica Monsch über die Schliessung des Traditionshauses.
    27 min
  • Futter für die KI: Wenn Kultur zum Datensatz wird
    Eine KI ist nur so gut, wie die Daten, mit der sie trainiert wird. Diese finden sich vermehrt auch in Archiven. Was bedeutet es, wenn die kulturelle Vergangenheit zum Datensatz wird? Eva Wannenmacher und Patrick «Karpi» Karpiczenko, Satiriker und Dozent für Künstliche Intelligenz, machen den Check.
    Künstliche Intelligenz ist in Kunst und Kultur angekommen. Generative KI-Modelle wie ChatGPT, Midjourney und Suno dienen Kulturschaffenden als Werkzeuge – ähnlich wie Bleistift, Pinsel und Papier. Doch was steckt hinter diesen mächtigen Tools? Die grossen Sprachmodelle sowie Bild- und Tongeneratoren funktionieren nur, weil sie auf immensen Datenmengen trainiert werden. Diese stammen nicht nur aus dem Internet, sondern zunehmend auch aus Archiven und Bibliotheken.
    Moderatorin Eva Wannenmacher begrüsst den Satiriker und Dozenten für Künstliche Intelligenz Patrick «Karpi» Karpiczenko. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, was passiert, wenn die kulturelle Vergangenheit zum Datensatz wird.
    Anhand des SRF-Archivs zeigen «Kulturplatz», welche Rolle Archive in einer von KI geprägten Zukunft spielen. Auf Knopfdruck lassen sich alte Sendungen restaurieren und verändern. Publikumslieblinge wie die Moderatorin Dorothea Furrer, Mani Matter oder Giacobbo/Müller werden von der KI wieder auf den Bildschirm geholt. Die KI legt ihnen neue Texte in den Mund oder lässt sie sogar ganze Sendungen moderieren.
    Der Philosoph Marshall McLuhan schrieb einst: «Das Medium ist die Botschaft». Ist die Botschaft von künstlicher Intelligenz das Wiederkäuen von Vergangenem? Produzieren generative KI-Modelle mehr als nur gefällige Nostalgie? Oder war Kreativität noch nie etwas anderes als die Wiederholung und Variation von Bestehendem? Roland Meyer, Medienwissenschaftler und Professor an der Zürcher Hochschule der Künste, erklärt, weshalb Archive zu Tresoren der Wahrheit werden können – in einer Welt, in der die Vergangenheit beliebig neu kombiniert und generiert werden kann.
    Dieser satirisch angehauchte «Kulturplatz» ist Teil der SRF-Themenwoche «KI und wir». Die Themenwoche beleuchtet den Einsatz und das Potenzial künstlicher Intelligenz in der Schweiz.
    28 min
  • Trend Naturjodel: Zwischen Tradition und Moderne
    Der Jodel fasziniert über alle Generationen hinweg. Gerade junge Menschen wollen die altehrwürdigen Klänge und Melodien aber nicht nur bewahren, sondern auch erneuern und weiterentwickeln. Ein schwieriger Balanceakt zwischen Tradition und Moderne.
    Im Dokumentarfilm «Beyond Tradition», der beiden Regisseurinnen Lea Hagmann, von der Universität Bern und Rahel von Gunten, reist der Naturjodler Meinrad Koch nach Georgien und Norwegen, um andere Musikerinnen und Musiker zu treffen, die ebenfalls den Balanceakt wagen und musikalische Traditionen mit neuen Innovationen kombinieren.
    Der Appenzeller Musiker erzählt, warum das Brauchtum aus seiner Sicht nur überleben kann, wenn es mit dem Heute verbunden wird. Dass dies nicht allen gefällt und auf Kritik stösst, bestärkt ihn in seiner Haltung.
    Im Gespräch mit Nino Gadient sagt Meinrad Koch, dass der Jodel die Veränderung seit jeher in seiner DNA trägt. Für den Appenzeller Musiker bedeutet erneuern auch bewahren. Das tut er heute zusammen mit seiner Bühnenpartnerin Melanie Dörig. Eben erst haben die beiden den Förderpreis für Kulturschaffende der Internationalen Bodensee-Konferenz für ihre Performance «Wiibli ond Mandli» erhalten.
    Wie herausfordernd dieser Spagat zwischen Tradition und Modern sein kann, zeigt sich aktuell auch im Klanghaus Toggenburg. Im Frühling 2025 soll es eröffnet werden. Der künstlerische Leiter will das Haus international ausrichten. Traditionelle Jodlerinnen und Jodler wollen, dass die hiesige Musik genügend Raum bekommt, eine Gratwanderung zwischen zeitgenössischer Worldmusic und Naturjodel.
    30 min
  • Die da oben!?
    «Die Elite» wer ist das eigentlich? La classe politique? «Die da oben»? Muss man dafür reich sein, einen Abschluss in St. Gallen haben, oder kann das jeder werden? Kurz nach den Wahlen fragt «Kulturplatz», wer die viel beschworene Elite im Land ist.
    Feindbild Elite
    «Die Elite»: ein obskures Feindbild – und eine politische Strategie. Neue Parteien nutzen es oft, um sich gegen etablierte Parteien durchzusetzen. Auch Populistinnen und Populisten wettern gerne gegen «die da oben»: In der Schweiz begleitete in den 1990er-Jahren die Beschwörung der «classe politique» den Aufstieg von Christoph Blochers SVP. Donald Trump gibt sich mit dieser Rhetorik ebenso als Fürsprecher des «einfachen Volks» wie Sahra Wagenknecht oder Marine Le Pen. Ein Bericht über die Karriere eines Begriffs, der sich leicht instrumentalisieren lässt.
    Wer oder was ist eigentlich Elite?
    Am 22. Oktober 2023 waren die Wahlen und immer da stellt sich die Frage: Wer hat das Sagen im Land. Wer – neben den gewählten Vertretenden im Parlament – hat wirklichen Einfluss in der Schweiz. Sind es die hohen Verwaltungsbeamten, die Wirtschaftsführer oder die reichen Familien. Sind es die Intellektuellen oder die grossen Medienhäuser, die Themen setzen und Meinungen beeinflussen können? Was braucht es, um in der Schweiz zu einer Elite zu gehören? Und braucht es überhaupt eine Elite in einer Demokratie?
    «The Driven Ones»
    Die Wirtschaftselite von Morgen studiert Wirtschaft an der Universität St. Gallen. Sieben Jahre lang begleitete der Schweizer Regisseur Piet Baumgartner fünf junge Menschen auf ihrem Weg vom Studium bis zu den Anfängen ihrer Berufskarriere. «The Driven Ones» zeigt die zukünftigen CEOs und Chefs der Wirtschaftswelt ganz nah und gibt einen Einblick in eine Welt, in die man nicht so einfach Zugang erhält.
    Der Club zur Geduld
    Die Sendung wird präsentiert aus dem «Club zur Geduld» in Winterthur ZH. Einem privaten Club, der vor 100 Jahren von dem Kunstsammler Oskar Reinhard gegründet wurde mit dem Zweck Freundschaften zu pflegen. Noch heute braucht man zwei Patenschaften, um dem Club beitreten zu können. Neben Tischgesellschaften und Restaurantbetrieb werden auch Bälle veranstaltet. «Kulturplatz» zeigt die exquisiten Räumlichkeiten und Nino Gadient versucht Mitglied zu werden. Gar nicht so einfach.
    Eine Wiederholung vom 25. Oktober 2023
    32 min
  • Vom Meer und anderen Sehnsuchtsorten: Die Natur in der Kunst
    Faszinierende Ansichten des Mikrokosmos Meer zeigt eine aktuelle Ausstellung in Lausanne VD. Ein Dokumentarfilm porträtiert einen britischen Künstler, der sich für den Schutz der Greina Hochebene einsetzte. Und der St. Moritzer Kurarzt und Naturmaler Peter Robert Berry erhält neue Beachtung.
    Der Künstler im Dienst der Greina Hochebene
    Bildende Kunst bildet Meisterwerke der Natur ab und hilft sie zu bewahren. «Greina» ist das filmische Porträt eines solchen «Bewahrers»: Bryan Cyril Thurston, Künstler und Architekt, protestierte in den 1970er- und 80er-Jahren gegen den Bau eines Wasserkraftwerks samt Stausee auf der Greina. Mit seiner Kunst zeichnete er unermüdlich gegen die drohende Zerstörung an, er organisierte Ausstellungen, bewegte Menschen. In seinen Werken hielt er das Meisterwerk der Natur fest und führt auch heute noch die Schönheit dieser Landschaft in kraftvollen und energischen Stichen vor Augen.
    Das Meer in der Kunst – Gestern und heute
    Küsten, Gezeiten, Unterwasserwelten. Das Meer fasziniert die Menschen schon seit jeher. Das Musée Cantonal des Beaux-Arts in Lausanne VD widmet dem Kosmos Meer nun eine eigene Ausstellung. Beginnend im 19. Jahrhundert zeigt diese, wie sehr das Bild vom Sehnsuchtsort Meer von der Kunstgeschichte geprägt ist, aber auch wie wissenschaftliche Fortschritte die künstlerische Darstellung der marinen Welt beeinflusst haben. War das Meer in der Romantik noch eine grosse Unbekannte und Spiegel des menschlichen Unterbewusstseins, sorgen sich zeitgenössische Kunstschaffende zunehmend um die Zukunft dieses Ökosystems.
    Der Kurarzt, der die Natur entdeckte und malte
    Peter Robert Berrys Karriere war vorgezeichnet: Wie schon sein Vater amtete er als Kurarzt von St. Moritz GR und behandelte im ausgehenden 19. Jahrhundert Menschen, die an Neurasthenie erkrankten und im Engadiner Kurort eine Auszeit von der Hektik der urbanen Zentren suchten. Davon unbefriedigt, bildete er sich zum Maler weiter und suchte in den Bergen Zuflucht vor dem Trubel, der inzwischen auch St. Moritz GR, erreicht hatte. Obwohl der Erfolg als Künstler ausblieb, fand Peter Robert Berry in seiner künstlerischen Tätigkeit die Freiheit und Selbstbestimmung, nach der er sich als Kurarzt so sehr sehnte.
    Die zerbrechlichen Blumen der Fotokünstlerin Brigitte Lustenberger
    Eva Wannenmacher spricht bei einem Atelierbesuch mit der Schweizer Künstlerin Brigitte Lustenberger über ihre filigranen Lichtbilder von Blumen und Insekten. Ein Abbild der Schönheit und Zerbrechlichkeit des Lebens und der Fragilität des ökologischen Gleichgewichts unseres Planeten.
    28 min
  • Kunst als Grenzerfahrung: Marina Abramovic im Kunsthaus Zürich
    Ihre Kunst ist lebensbedrohlich, schmerzvoll und lockt Massen ins Museum. Nach ihrem Erfolg im Museum of Modern Art zeigt Marina Abramović jetzt ihr gesamtes Lebenswerk im Kunsthaus Zürich. «Kulturplatz» über eine faszinierende Künstlerin, die sich selbst und ihre Zuschauenden an die Grenzen bringt.
    Sie ist eine Ausnahmeerscheinung und eine Pionierin der Performancekunst. Seit 50 Jahren prägt Marina Abramović nicht nur die Kunstwelt, sondern auch die Popkultur mit aussergewöhnlichen Performances. Mal blutig und schmerzhaft, mal monatelang ausharrend, bringt sie die Zuschauenden aus der Fassung. Ihr Rezept: Ausdauer, Schmerz und Überwindung.
    Dabei kombiniert sie asiatische Meditation Praxis mit den widrigen Umständen ihrer kommunistischen Vergangenheit in Ex-Jugoslawien. Heute mit 77 Jahren lässt sie ihre Werke von jungen Performerinnen aufführen, die von ihr ausgewählt und trainiert werden. Eva Wannenmacher spricht mit Abramović über ihr Lebenswerk und wie das mit dem Älter werden ist im Ausnahmezustand.
    29 min

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Information: Dieser Video Podcast wird per Ende Juli 2021 eingestellt. Künftige und bisherige Episoden finden Sie auf unserem Play SRF Portal (www.srf.ch/play). Kultur durchdringt unser Leben.…