Kulturplatz

Kulturplatz

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Kulturplatz episodes

  • Nachhaltige Ideen gegen die Wohnungskrise
    Eine bezahlbare Mietwohnung zu finden, das wird in der Schweiz immer schwieriger. In Zürich liegt die Leerwohnungsziffer aktuell bei 0,1 Prozent. Mehr Wohnraum ist gefragt. «Kulturplatz» über architektonisches Verdichten und nachhaltiges Umnutzen gegen die Wohnungskrise.
    Die Genossenschaft «Wohnen und mehr» in Basel ist ein gelungenes Beispiel für das nachhaltige und verdichtete Bauen. Ein ehemaliges Spital wird als Wohnhaus umgenutzt. Im Zentrum steht das gemeinschaftliche Wohnen.
    Zürich in Wohnungsnöten
    In der grössten Schweizer Stadt, in Zürich, herrscht Wohnungsnot. Das hat viel mit dem Wachstum der Stadt zu tun. In 30 Jahren sollen rund 80’000 Menschen mehr dort leben. Doch mit dem Zuzug nimmt auch die Nachfrage nach Wohnraum zu. «Nach- oder Innenverdichtung» lautet das Credo. Doch so naheliegend der Gedanke – Leittragende sind vor allem Geringverdienende und immer häufiger auch der Mittelstand. Denn wo abgerissen wird, wird teuer nachgebaut. Die Folge: Die Mieten steigen. Doch sind Gentrifizierung und soziale Verdrängung überhaupt noch abwendbar?
    Nachhaltig bauen und denken mit Architektin Barbara Buser
    Erhalten, wiederverwenden, anbauen und sanieren und das alles möglichst klimaneutral: Das ist die Devise von Barbara Buser. Die Architektin ist die Pionierin der Zwischen- und Umnutzung. Auf einem ehemaligen Fabrikareal im Kleinbasel plant sie gerade ein Zentrum für zeitgenössischen Tanz. Dazu kommen Wohnungen, die dank bereits bestehenden Bauteilen und tatkräftiger Mithilfe der zukünftigen Mieterschaft, neue Massstäbe in Sachen Nachhaltigkeit setzen und bezahlbar werden sollen.
    Das Material machts
    Nirgends sonst in Europa wird so viel Beton vergossen wie in der Schweiz. Gleichzeitig werden neuere Häuser schneller abgerissen, als die Nachbarinnen und Nachbaren. Die Schweiz ist Europameisterin im Erzeugen von Bauschutt. Der SRF-Journalist Beat Häner macht sich in seinem Dokumentarfilm «Uns eine Zukunft bauen» auf die Suche nach klimaneutraleren Bausubstanzen. Seine Erkenntnis: Die Zukunft des Bauens hat mit Holz und Lehm zu tun.
    29 min
  • Wie rettet man ein Museum?
    Eigentlich stand das Museum Langmatt in Baden vor dem Aus. Das Stiftungskapital war aufgebraucht, das Gebäude schwer sanierungsbedürftig und das Museum kurz vor der Schliessung. Direktor Markus Stegmann sah nur noch eine Lösung, eines der wertvollen Bilder der Sammlung sollte verkauft werden.
    Das Museum Langmatt gilt als kleine, aber feine Institution. Ein Museum mit einer langen Geschichte und einer sehr hochstehenden Sammlung französischer Impressionisten. Doch finanziell stand es vor dem Ruin. Das Stiftungsvermögen aus dem Erbe der Industriellenfamilie Brown Boveri ging zur Neige. Entweder das Museum musste schliessen oder man fand einen Weg neues Kapital für die Stiftung zu finden. «Kulturplatz» über die existenzielle Achterbahn eines kleinen, aber aussergewöhnlichen Museums, das mit einer gewagten Idee versucht, sich zu retten.
    30 min
  • Eine Dosis Kunst. Wie Kreativität heilen hilft.
    Museumsbesuche auf Rezept? Heilungsbeschleunigende Krankenzimmer? Gehirnstimulierende Musik für Babys? Die Forschung kommt immer deutlicher zu dem Schluss: Kunst kann helfen, gesund zu werden. Und gesund zu bleiben.
    Im Universitätsspital Genf gelingt der neurologische Nachweis, dass bei Frühchen mehr Synapsen wachsen durch das Hören von Musik. Möglich wurde das durch die aussergewöhnliche Zusammenarbeit zwischen einer Kinderärztin und einem Musiker. Andreas Vollenweider probierte all seine Musikinstrumente aus und fand heraus, auf welches Instrument die Babys besonders stark reagieren. In seinem Tonstudio bildete er anschliessend eine Art Klangwolke, die die Gehirnentwicklung der Neugeborenen nachhaltig beeinflusste.
    Schmerzreduktion, Stressreduktion, Angstreduktion. All das verspricht die sogenannte «Healing Architecture». Das international bekannte Architekturbüro Herzog & de Meuron baut Spitäler, die den Bedürfnissen aller Menschen darin gerecht werden sollen. So auch das neue Kinderspital in Zürich. Leuchtturmprojekt ist nach wie vor das Rehab Basel, das die Stararchitekten vor über 20 Jahren eröffneten. «Architektur kann zum zweiten Körper werden», sagt Architekturpsychologin Tanja C. Vollmer, die in Studien belegt hat, welche Auswirkungen Räume auf kranke Menschen haben.
    Musik und Tanz werden im Kampf gegen die unheilbaren Nervenkrankheiten Parkinson und Multiple Sklerose eingesetzt. Sie scheinen die Symptome zu lindern. An der Hochschule Luzern tüfteln daher Forschende und Betroffene in ihrem Projekt «Music, Movement, Mood and Parkinson`s» an neuen Therapien. «Kulturplatz» war einen Tag lang dabei. Gleichzeitig lancieren das Opernhaus Zürich und die Tonhalle-Gesellschaft Zürich das für die Schweiz einmalige Tanzprojekt: «Connect». Das Ziel: mittels Musik und Tanz das Fortschreiten der neurologischen Krankheiten zu verlangsamen und das Leben freudvoller zu machen. Den Impuls zu «Connect» gab die neue Ballettdirektorin Cathy Marston, deren Mutter mit Multipler Sklerose lebt.
    31 min
  • Die Unsichtbaren – Warum sich mit Putzen nicht glänzen lässt
    Putzen ist Kulturtechnik, Schwerarbeit, Ritual. Putzen ist eine häufig ungeliebte, zeitraubende Angelegenheit, die noch immer vorwiegend von Frauen, insbesondere Migrantinnen, ausgeübt wird. «Kulturplatz» über eine unsichtbare Tätigkeit, die – anders als Kochen – wohl nie zum Modetrend wird.
    Wer putzt? Diese Frage lässt tief in eine Gesellschaft blicken. Zu Hause putzen Frauen doppelt so viel wie Männer und als angestellte Putzkräfte sind es ebenfalls meist Frauen sowie Migrantinnen und Migranten. Anerkennung gibt es fürs Saubermachen nur wenig. Die Putzarbeit ist schlecht oder gar nicht bezahlt. Dass Putzen ein relevantes gesellschaftspolitisches Thema ist, findet auch das Frauenmuseum im österreichischen Hittisau. In der Ausstellung «Blitzblank!» erforscht das Museum die Rollenbilder, die mit dem Putzen verbunden sind und rückt in den Fokus, was häufig im Verborgenen stattfindet. Das machen auch das Wiener Künstlerduo «Honey & Bunny». Pointiert und witzig beschäftigen sich Sonja Stummerer und Martin Hablesreiter in einer dokumentarischen Kunstperformance mit der Kulturtechnik des Putzens. Dabei hoffen sie, dass Saubermachen einmal zum Lifestyle-Event werden könnte. Auf Instagram und Co. finden derweil sogenannte «Cleanfluencer», dass Putzen das Wohlbefinden steigern kann. Putzen soll happy machen: Spätestens seit der Wirtschaftswunderzeit ist das das trügerische Versprechen der Putzwerbung. Glücklich macht Putzen wohl nur jene, die wirklich freiwillig den Staubwedel schwingen.
    Wo viele Menschen zusammen auf kleinem Raum leben, herrscht immer Reinigungsstress: In sieben Wohnungen organisiert und mit 30 Mitbewohnenden ist die Wohneinheit 1 der Wohnbau-Genossenschaft Giebel in Bern eine Art Riesen-WG. Neben Zweizimmerwohnungen gibt es hier WGs und Familien-Wohnungen, das Haus wird gemeinschaftlich selbst verwaltet. Haussitzungen helfen beim Organisieren. Grosses Thema stets: das Putzen. Wer putzt den Eingang, wer den Korridor? Wieso braucht es immer eine gute Fee, die alles zusammenhält und wer organisiert den Industriekletterer, der jedes Jahr einmal die Scheibe des verglasten Treppenhauses reinigt? Jede Wohneinheit organisiert sich wiederum selber. Braucht es einen Ämtliplan oder nicht? Wieso weiss der neue Mitbewohner nach vier Monaten noch nicht, wo der Staubsauger untergebracht ist? Eine Reportage über gemeinschaftliches Putzen und darüber, an wem es immer hängen bleibt.
    Für Heldengeschichten eigneten sich Reinigungskräfte lange nicht, wie die Filmgeschichte zeigt. Wer putzt, dem gebührte im Kino die Nebenrolle. Höchstens als Camouflage sind Putzwagen und Overall insbesondere in Heist-Filmen seit Jahrzehnten ein Klassiker – abgestaubt wird nicht das Bücherregal, sondern der millionenschwere Diamant-Klunker. Doch nun scheint ein Umdenken im Gang zu sein. Die Unterhaltungsindustrie antizipiert die anhaltende Gesellschaftsdebatte über soziale Ungerechtigkeit und Gleichstellung in Filmen und Serien und stellt die Putzhilfe ins pralle Scheinwerferlicht.
    30 min
  • Volksmusik – Wem gehört sie?
    Innovative Formationen, ein Masterstudiengang an der Hochschule Luzern sowie der erste feministische Jodelchor der Schweiz, «Echo vom Eierstock». «Kulturplatz» zeigt ein Genre jenseits vom «bluemete Trögli» und Moderatorin Eva Wannenmacher wagt sich in einer Jodellektion auf unbekanntes Terrain.
    Vor dem Wochenende des Eidgenössischen Jodelfests in Zug schaut «Kulturplatz» auf traditionelles Brauchtum, das doch in stetiger Veränderung ist. Doch was ist eigentlich Volksmusik? «Musik, für die man kein Diplom braucht, um sie spielen zu können.» So brachte es Noldi Alder, Erneuerer der Schweizer Volksmusik, kürzlich in einem Interview auf den Punkt. Ob Jodeln, Alphorn- oder Schwyzerörgeli spielen – all diese Fertigkeiten werden traditionell im familiären Kreis weitergegeben. Von Generation zu Generation. Doch seit geraumer Zeit steigt die Nachfrage nach Volksmusik-Pädagoginnen und -Pädagogen. Die Hochschule Luzern bietet ein Volksmusik-Studium an. Seit einem halben Jahr ist dieses ein eigenständiges Profil. Einzigartig in der Schweiz. Ebenso das Hauptfach «Jodel». «Kulturplatz» hört hin und fragt, warum auch die Volksmusik akademisiert werden soll.
    Es gibt so gewisse Institutionen, wie Felsblöcke in der Volksmusik: etwa das «Echo vom Vitznauerstock» oder jenes vom Bürgenstock – beides erfahrene Ländlermusikformationen – und nun gibt es eben noch das «Echo vom Eierstock». Dahinter verbirgt sich ein 50köpfiger Laienchor, gemäss Eigenbeschreibung der erste feministische Jodelchor der Schweiz. Gegründet im vergangenen Jahr im Nidwaldner Hauptort Stans. Alle jodeln mit grosser Leidenschaft, wollen aber die Texte von Klischees und Sexismus befreien und sie so ins Heute holen. So fragt in einem traditionellen Lied die Tochter die Mutter nicht mehr: «Ist Tanzen eine grosse Sünde?» Sondern: «Mutter, sag mir geschwind, braucht die Welt noch mehr Kinder?» Ein Eingriff in die Tradition des Jodelguts, das aber nicht alle goutieren.
    Sowieso ist der Jodel ein Schweizer Mythos. Es singen ihn die Sennen und selten Frauen in Trachten hinunter ins Tal vor einem schönen Alpenpanorama. Dies das gängige Bild. Doch die Geschichte des Jodels in der Schweiz ist komplexer. So wurden die ersten Jodelclubs der Schweiz in Städten gegründet. Und der Jodel wurde im ganzen deutschsprachigen Alpenraum gepflegt, ist daher keine Schweizer Erfindung. Ein Blick in die Geschichte des Jodelns, die auch eine Geschichte ist vom Versuch, Schweizerisches zu bewahren und mit Erfolg in die Welt hinauszutragen.
    Wiederholung vom 14.06.2023
    31 min
  • Das Zurich Film Festival trotzt dem Hollywoodstreik
    Obwohl Hollywoods Schauspielgilde weiter streikt, darf das ZFF erneut viele Stargäste begrüssen: Zum Beispiel Ethan Hawke, der in seinem Biopic «Wildcat» die eigene Tochter ins beste Licht rückt. Oder den Filmpoeten Wim Wenders, der mit Eva Wannenmacher über die Würde des WC-Putzens gesprochen hat.
    Ethan Hawkes Familienprojekt «Wildcat»: Eine Herzensangelegenheit
    Als Schauspieler ist Ethan Hawke seit «Dead Poets Society» (1989) weltberühmt. In den 90ern betörte er in der Kultromanze «Before Sunrise», bevor er 2002 für seine Performance in «Training Day» die erste von vier Oscarnominierungen erhielt. Was wenige wissen: Nur zwei davon kriegte er als Darsteller, die anderen als Autor. Geschrieben hat Hawke auch das Skript von «Wildcat»: So heisst sein neues Biopic über die einflussreiche US-Schriftstellerin Flannery O’Connor. Gespielt wird diese von Ethan Hawkes eigener Tochter Maya. Und auch seine Frau Ryan hatte als Produzentin die Finger mit im Spiel.
    Schweizer Kino für die ganze Welt? Michael Steiners «Early Birds»
    Welche Schweizer Geschichten besitzen das Potenzial, ein internationales Publikum zu erobern? Diese leider nicht leicht beantwortbare Frage wurde am Zurich Film Festival unter anderem im Rahmen des «SRF Writer’s Day» diskutiert. Der ausgewiesene Spezialist für helvetische Kassenschlager, Michael Steiner («Mein Name ist Eugen», «Grounding», «Wokenbruch»), liess gleich Taten sprechen, indem er einen rasanten Thriller mit englischem Titel als ZFF-Gala-Premiere präsentierte: «Early Birds» spielt an der Zürcher Langstrasse und ist die erste Schweizer Produktion, die von Netflix mitfinanziert wurde.
    «Anselm» und «Perfect Days»: Die neuen Filmwunder von Wim Wenders
    Der 78-jährige Deutsche hat zwei frische Regiearbeiten mit nach Zürich gebracht. Einerseits «Perfect Days» – das stille Porträt eines Japaners, der stille Örtchen reinigt. Das gefühlvoll inszenierte Drama wurde in Cannes gleich doppelt gewürdigt: Hauptdarsteller Kōji Yakusho als bester Schauspieler, während Wim Wenders den Preis der ökumenischen Jury erhielt. Ebenfalls an der Croisette hatte Wenders’ neuester 3D-Film Weltpremiere gefeiert: Die immersive Doku «Anselm» würdigt das Werk des deutschen Ausnahmekünstlers Anselm Kiefer, indem sie die Grenzen zwischen Film und Malerei subtil verwischt.
    28 min
  • Janos Szekely – Der verschollene Roman
    Nach 70 Jahren taucht ein altes Roman-Manuskript auf. Geschrieben hat es der ungarische Schriftsteller Janos Szekely in den 1950ern. Seine Biografie ist von ständiger Flucht geprägt. «Kulturplatz» rekonstruiert dieses abenteuerliche Leben, in dem sich die Geschichte des 20. Jahrhunderts spiegelt.
    Grosse Literatur findet immer einen Weg in die Freiheit – das beweist das Leben von Janos Szekely. Der Autor flieht nach dem ersten Weltkrieg vor Verfolgung aus Ungarn nach Deutschland. Dort feiert er in den 1920er-Jahren Erfolge als Drehbuchautor. Der Aufstieg der Nazis zwingt ihn erneut zur Flucht. Dieses Mal in die USA, wo er einen Oscar gewinnt. Doch mit Beginn des Kalten Krieges flieht er erneut – dieses Mal vor den Antikommunisten. In einer Künstlerkolonie in Mexiko findet er zusammen mit seiner Familie fünf Jahre lang Ruhe. Hier schreibt er den Roman, der dann über 70 Jahre lang verschollen bleiben wird.
    Es ist ein Buch, dass eine fulminante Geschichte erzählt. Obwohl es eigentlich nur den Mikrokosmos eines kleinen Dorfs in Ungarn gegen Ende des Zweiten Weltkriegs beschreibt. Es ist ein Panorama der damaligen Machtverhältnisse, der Kollaboration der Ungarn mit den Deutschen, der Bauern gegen die Herrschenden, der Juden und der Sinti und Roma. Der verschollene Roman «Eine Nacht, die vor 700 Jahren begann» wurde in den 1950er-Jahren von Janos Szekely geschrieben. In einer Sprache, die heute nicht mehr zeitgemäss ist, aber mit einer Geschichte, die bewegt.
    29 min
  • Mann oh Mann!
    Jahrhundertelang galten Männer als das starke Geschlecht, dominierten als «Herren der Schöpfung» Beruf, Politik, Familie. Doch die Zeit der «harten Kerle» ist vorbei, Männlichkeiten stehen auf dem Prüfstand. Dabei ist unklar, wie «Mann» zu sein hat. «Kulturplatz» auf der Suche nach dem neuen Mann.
    Übergriffig, gewalttätig und asozial – das Bild des Mannes leidet. An allem schuld: das Patriachat. Immer noch sind zu viele Männer an den Schalthebeln der Macht, auch wenn die Gleichberechtigung voranschreitet, es fällt nicht allen Männern leicht, ihre Privilegien abzutreten. Ein neues Mannsbild soll her, einfühlsam, rücksichtsvoll, und doch soll er seinen Mann stehen. Wie diese «neue» Männlichkeit aber gelebt werden soll, das bleibt umstritten.
    Je stärker die Frauen werden, desto grösser wird der Hass auf sie. Diese bittere Bilanz zieht die Autorin Susanne Kaiser in ihrem Buch «Backlash, die neue Gewalt gegen Frauen». Sie konstatiert eine Besorgnis erregende männliche Gegenbewegung zur Emanzipation. «Kulturplatz» schaut genauer hin.
    Es gibt kaum einen Ort in unserem Kulturkreis, der mehr von männlicher Dominanz geprägt ist, als die katholische Kirche. Eine aktuelle Studie zweier Historikerinnen der Universität Zürich zeigt einen systematischen Machtmissbrauch in der Kirche. Fehlgeleitete Männlichkeit und sexuelle Übergriffe unter den Dienern Gottes waren auch in der Schweiz jahrzehntelang an der Tagesordnung. Das muss sich ändern.
    31 min
  • «Tilo»: ein neues Kunstwerk für das Bundeshaus
    Die Schweiz feiert das 175-Jahre-Jubiläum der Bundesverfassung. Zu diesem Anlass bekommt die Aussenfassade des Bundeshauses ein neues Kunstwerk: «Tilo», benannt nach der ersten schwarzen Nationalrätin Tilo Frey. «Kulturplatz» war bei der Entstehung des Kachelmosaiks von Anfang an dabei.
    Im Jahr 2023 begeht die Schweiz das 175-jährige Jubiläum der Bundesverfassung. Es ist der Geburtstag der modernen Schweiz: Aus der alten Eidgenossenschaft wird 1848 ein Bundesstaat und die erste Demokratie Europas. Anlässlich dieses Jubiläums bekommt das Bundeshaus ein neues Kunstwerk. An der Fassade werden im Giebelfeld 246 grünlich-schimmernde Kacheln angebracht. Das Giebelfeld war seit Erbauung leer geblieben, das Bundeshaus also unvollendet. Das wird sich nun ändern. Nach einem Wettbewerb wurde im Februar 2022 die Basler Künstlerin Renée Levi und ihr Entwurf ausgewählt. Das grossflächige Kachelmosaik wird am 12. September 2023 an der Nordfassade des Parlamentsgebäudes enthüllt.
    «Tilo» heisst das Kunstwerk, benannt nach der ersten schwarzen Nationalrätin der Schweiz, Tilo Frey. Frey wurde 1971, gemeinsam mit elf weiteren Frauen – eine Premiere – in den Nationalrat gewählt. Tilo Frey war als Kleinkind mit ihrem Vater Paul Frey von Kamerun in die Schweiz gekommen. Zu Zeiten, als es in der Schweiz noch Völkerschauen gab. Sie wuchs in einer gutbürgerlichen Neuenburger Familie auf. 1964 übernahm sie ihr erstes politisches Amt, als sie als Abgeordnete in den Conseil général der Stadt Neuenburg gewählt wurde.
    Nach ihrer Abwahl aus dem Nationalrat 1975 geriet Tilo Frey schnell in Vergessenheit. Bei ihrem Tod 2008 vernichtete sie ihr gesamtes privates Archiv. Viel weiss man nicht von ihr.
    Doch mit dem Kunstwerk «Tilo», was über dem Eingang des Bundeshauses hängen wird, wird sich Tilo Frey wieder in das kollektive Gedächtnis der Schweiz einreihen. Die 246 Mosaikkacheln werden in einem altem Keramik-Traditionsbetrieb in Sarnen von Hand gefertigt. «Kulturplatz» begleitet die Herstellung der 246 Kacheln und des gesamten Kunstwerks, das symbolträchtig die moderne Schweiz 2023 widerspiegeln soll.
    33 min
  • Was Eltern ihren Kindern mitgeben fürs Leben
    Die Sängerin Anna Rossinelli ist grade Mutter geworden, davon handelt auch ihr neues Album. Alex Oberholzer lebte als Kind im Spital, die Krankenschwestern wurden zu seinen «Ersatzeltern». Und im Film «Wochenendrebellen» muss ein Vater den Umgang mit seinem Sohn im Autismus-Spektrum lernen.
    Hausbesuch bei Anna Rossinelli
    Sie ist Sängerin, Songwriterin und seit Frühling dieses Jahres auch Mutter. Das Thema beschäftigt die Schweizer Künstlerin Anna Rossinelli, und so hat sie ihr neues Album konsequent «Mother» genannt. Was Anna Rossinelli ihrem Kind mitgeben möchte fürs Leben und was das für sie, die ohne Vater aufwuchs, bedeutete, erzählt sie Eva Wannenmacher bei sich zuhause.
    Alex Oberholzer wuchs im Spital auf
    Der Schweizer Filmkritiker Alex Oberholzer kam mit Missbildungen zur Welt, später erkrankte er an Kinderlähmung. Darum lebte er als Kind lange im Spital. Zu seinen Eltern hatte er kaum Kontakt, so war das damals. Stattdessen gab es im Spital zahlreiche Ersatzmütter, die Krankenschwestern. Was diese ihm mitgaben fürs Leben und was er später mit seinen vier eigenen Kindern anders machte als seine Eltern, davon erzählt er im Buch «Im Paradies der weissen Häubchen».
    Wie ein Vater versucht mit seinem autistischen Sohn dessen Lieblingsfussballverein zu finden
    Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr. Erst recht wenn man der Vater eines Jungen im Autismus-Spektrum ist. Der will nämlich mit seinem Vater seinen Lieblingsfussballverein finden und reist mit ihm zu sämtlichen Spielen der Bundesliga; der 1,. 2. und 3. Bundesliga. Es ist eine wahre Geschichte, die die Drama-Komödie, die Ende September in die Schweizer Kinos kommt, erzählt. Kulturplatz traf Schauspieler Florian David Fitz und das echte Vater-Sohn-Gespann.
    28 min

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Information: Dieser Video Podcast wird per Ende Juli 2021 eingestellt. Künftige und bisherige Episoden finden Sie auf unserem Play SRF Portal (www.srf.ch/play). Kultur durchdringt unser Leben.…