Kunst der Freiheit

Kunst der Freiheit

By Benjamin-Immanuel HoffSociety & CultureEducation
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Kunst der Freiheit episodes

  • (Kein) Ende von Netanjahu? Israel nach der Parlamentswahl
    Am Dienstag bestimmten die Bürgerinnen und Bürger Israels die Zusammensetzung der Knesset, dem Parlament. Die Wahl fand statt in einer Zeit, die von Krieg, Siedlerextremismus, tiefgreifender Polarisierung und einem starken Rechtsruck der jüdisch-israelischen Gesellschaft geprägt ist. Die Wahlbeteiligung war sehr hoch, denn der Wunsch vieler, vor allem im Ausland lebender Israelis war die Ablösung des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Doch die Wahl endete in einem Patt. Weder Netanjahus Likud-Partei, die stärkste Partei blieb, kann mit ihren bisherigen Koalitionspartnern weiter regieren. Ebensowenig das weltanschaulich sehr breite Oppositionsbündnis um Gadi Eizenkot - sofern es nicht auf die arabischen Parteien zugeht.
    Darüber und über die vielfach zerklüftete Gesellschaft und Parteienlandschaft Israels spricht in dieser Sendung Gil Shohat. Er leitete von 2023-2026 das Israel-Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Tel Aviv und ist seither Referent für Westasien im Zentrum für internationalen Dialog der Stiftung.
    49 min
  • Der Mob gegen Elif Eralp
    Über die Spiegel-Titelgeschichte und die Frage, ob es legitim ist, dass die Redaktion unautorisierte Zitate publiziert und ob es legitim ist, dass Elif Eralp Sorge hat, Namen von Unterstützern islamistischen Terrors öffentlich zu nennen, ist ein Streit entbrannt.
    Eine Position in dieser Debatte droht unterzugehen: Die Perspektive auf Elif Eralp als Politikerin mit türkisch-linkem Migrationshintergrund, deren Eltern aus politischen Gründen aus der Türkei geflohen sind. 
    Dr. Dastan Jasim macht diese Perspektive stark im Text: „Der Mob gegen Eralp - Der Spiegel, der deutsche rechtskonservative Kanon und die absolute Einsamkeit und Vogelfreiheit linker Islamismuskritik“ und ich freue mich sehr, dass sie ihren Kommentar hier bei KUNST DER FREIHEIT vorstellt.
    Dr. Jasim ist Politikwissenschaftlerin und beschäftigt sich in ihren wissenschaftlichen und journalistischen Arbeiten mit Themen der Sicherheitspolitik und Demokratisierung, insbesondere im kurdischen Kontext und im Nahen Osten. Weitere Forschungsschwerpunkte sind der Islamismus sowie Rassismus.Sie publiziert auf Substack und ihr Kanal heißt „Vollkasko Kurde“. Ich kann das Abonnement allen Hörer:innen nur wärmstens empfehlen.
    Annetta Kahane beschrieb Dastan Jasim in der Frankfurter Rundschau als „Kurdin, Intellektuelle, Frau und analytische[n] Kopf“, die „für Islamisten, türkische und arabische Nationalisten ein ausgemachter Feind“ ist. Aus gutem Grund, wie ihr Kommentar zeigt. Hören Sie rein. 
    15 min
  • Die 'Rote Hilfe' - Geschichte und Praxis linker Selbsthilfe
    Jüngst war der Verein „Rote Hilfe e.V.“ mal wieder Gegenstand intensiver Nachrichtenberichterstattung. Denn Elif Eralp, Menschenrechtsanwältin, erfolgreiche Spitzenkandidatin der Berliner Linken und möglicherweise nächste Regierende Bürgermeisterin Berlins, gehörte dem Verein bis 2025 an.Wird über die Rote Hilfe berichtet, dann zitieren die Journalistinnen und Journalisten in der Regel mehr oder weniger vorurteilsbelastet aus den Verfassungsschutzberichten des Bundes und der Länder.
    Deshalb spreche ich in dieser Folge mit Silke Makowski. Die Vorständin des Hans-Litten-Archivs hat beim PapyRossa Verlag in dessen Reihe Basiswissen Politik / Geschichte / Ökonomie das Buch "Geschichte der Roten Hilfe" publiziert.
    Diese Geschichte reicht mehr als hundert Jahre zurück. Sie beginnt in den politischen und sozialen Auseinandersetzungen der frühen Weimarer Republik und führt über die Unterstützung politischer Gefangener und ihrer Familien, den antifaschistischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus und die politischen Bewegungen der 1970er-Jahre bis zur heutigen Roten Hilfe.
    1 hr 12 min
  • Reclaim gewerkschaftliche Organisationsmacht
    Wenn Tarifpolitik gemeinsam gestaltet wird, entsteht Solidarität, Mobilisierungsfähigkeit und Durchsetzungskraft. Ein bewährtes Instrument dafür ist “Rückkopplung”: Beschäftigte beeinflussen über Tarifbotschafter*innen ver-bindlich den Verlauf von Tarifverhandlungen und verbinden ihre Forderungen mit eigener Mobilisierungs- und Streikbereitschaft.Darüber spricht Miriam Bürger. Sie ist Tarifsekretärin der IG Metall und führt für die Gewerkschaft u.a. die Tarifverhandlungen für die westdeutsche Textilindustrie.

    Von ihr erschienen ist, gemeinsam publiziert mit Carla Dietrich und Sebastian Durben, in Heft 119 der Analysen zur Tarifpolitik des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung der Beitrag: Rückkopplung - Ein neues Instrument für einen nachhaltigen Machtaufbau in Tarifbewegungen.
    54 min
  • Brandmauer in Flammen - Ein weiterer Schritt zur Macht der AfD in Sachsen-Anhalt
    Mit Tobias Rausch stellt die AfD erstmals den Präsidenten eines deutschen Landesparlaments. Er erhielt 48 Stimmen – vier mehr, als AfD und BSW gemeinsam aufbringen konnten. Wenig später wurde mit Hans-Thomas Tillschneider auch einer der Rechtsaußen der Partei zum Vizepräsidenten gewählt. Er erhielt fünf Stimmen mehr, als die AfD selbst aufbringen konnte. Das BSW beteuert, ihn nicht gewählt zu haben. Woher die zusätzlichen Stimmen kamen, lässt sich bei einer geheimen Wahl nicht feststellen - doch alles spricht für die CDU.

    Timo Reinfrank ist Geschäftsführer der Antonio-Amadeu-Stiftung und spricht in dieser Sendung darüber, weshalb mit der AfD parlamentarisch umzugehen, nicht bedeutet, Rechtsextremisten an die Macht zu verhelfen. Seine Analyse erschien zuerst in der "taz".

    Prof. Dr. Marcel Lewandowsky von der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg betrachtet die Folgen einer fehlkonstruierten Brandmauer und erläutert, was daraus zu lernen ist. Sein Beitrag war zuvor im Berliner "Tagesspiegel" erschienen.

    Dr. Patrick Kaczmarczyk ist Ökonom und legte im Magazin "Surplus" dar, dass mit dem Ende der Brandmauer die CDU politisch und wirtschaftlich noch weiter nach rechts rückt und weshalb eine progressive Alternative zur "Alternative" so wichtig ist. 

    Den Abschluss der Sendung bildet ein Kommentar der Historikerin und IG Metall-Gewerkschafterin Chaja Boebel. In dieser Woche verhinderten jüdische Studierende dem rechtsextremen AfD-Vizelandtagspräsidenten Tilschneider den Zugang zu einer Gedenkveranstaltung an der Synagoge in Halle/Saale. Sie  wollten nicht zulassen, dass ein AfD-Politiker das Gedenken an einen antisemitischen Terroranschlag für sich vereinnahmt. Die öffentliche Kommunikation des Landtagspräsidenten Rausch zeigt beispielhaft,  was es bedeuten  wird, sollte die AfD tatsächlich an die Macht kommen.
    26 min
  • Jamel rockt den Förster - mit Kultur gegen Rechts
    "Jamel ist für mich ein echter Leuchtturm", sagt Julian Barlen, SPD-Fraktionsvorsitzender im Landtag Mecklenburg-Vorpommern in dieser Sendung über das bundesweit bekannte Festival. Denn aus Angst und Sorge sei Mut und Stärke sowie ein demokratisches Netzwerk entstanden. Initiiert wurde das Festival 2007 vom Ehepaar Birgit und Horst Lohmeyer, die inzwischen mehrfach ausgezeichnet wurden - unter anderem mit dem Verdienstkreuz des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
    Doch das Festival ist kein Selbstläufer, denn kommunalpolitisch und örtlich verankerte Rechtsextreme machen es den Veranstaltern ebenso schwer, wie viele rechtliche Auseinandersetzungen, auch mit dem zuständigen Landratsamt Nordwestmecklenburg. Hennig Groskreutz ist Jurist und der Erste Bevollmächtigte der IG Metall in Lübeck-Wismar. Mit ihm spreche ich über administrative Hindernisparcours, Zivilgesellschaft und das demokratische Netzwerks um "Jamel rockt den Förster". 
    Als weitere Gäste erzählen neben Julian Barlen die Justizministerin Jacqueline Bernhardt (Die Linke.), der stellvertretende DGB-Vorsitzende des DGB-Bezirks Nord, Daniel Taprogge, sowie Bettina Martin (SPD), die bisherige Kultur- und Wissenschaftsministerin darüber, was Jamel ihnen bedeutet.
    51 min
  • Sachsen-Anhalt nach dem AfD-Wahlsieg
    In Sachsen-Anhalt errang die AfD bei der Landtagswahl am 6. September 2026 einen Erdrutschsieg. Die gesichert rechtsextreme Partei wurde mit Abstand zur stärksten Kraft im Land und halbierte die Union, deren Bundeskanzler den Anspruch formuliert hatte, die Rechtsextremen in die Schranken zu weisen. CDU, SPD, Grüne und Linke vereinigen auf sich genauso viele Landtagsmandate wie die gesichert rechtsextreme AfD. Das BSW wird zum Königsmacher. Aller Voraussicht nach werden sie der AfD die Tür zur Staatskanzlei und damit zur Alleinregierung öffnen.

    Was in Sachsen-Anhalt passiert und wie es in dem Land weitergehen wird, beobachtet für die Süddeutsche Zeitung Iris Mayer. Die Journalistin berichtet aus den mitteldeutschen Ländern Sachsen-Anhalt, Thüringen sowie Sachsen und ordnet die aktuellen Geschehnisse im Podcastgespräch ein. Zusätzlich sind die  Spitzenkandidatinnen der Linken und der Grünen, Eva von Angern und Susan Sziborra-Seidlitz im Interview zu hören.
    1 hr 12 min
  • Übernimmt die KI die Kontrolle?
    Es klang wie Science-Fiction, als KI-Unternehmen und Sicherheitsforschende von KI-Agenten berichteten, die in Tests Sicherheitsbegrenzungen umgingen, sich Zugang zum offenen Internet verschafften oder in koordinierten Aktionen andere Computersysteme angriffen.
    Eine gezielte Geschwindigkeitsreduktion bei der weiteren KI-Entwicklung sowie deren internationale Regulierung sind unumgänglich. Doch diese Forderungen stehen im Widerspruch zum Profit- und Machtinteresse von Tech-Konzernen und Regierungen.Darüber spreche ich in dieser Folge mit Ferdinand Muggenthaler. Er ist Physiker und Redakteur der »Blätter für deutsche und internationale Politik«. Wir werfen zudem einen Blick auf verschiedene Texte in den »Blättern«, die sich mit KI aber auch der Nähe von Tech-Konzernen zu autoritären Regierungen befassen.
    56 min
  • Bleibt Thüringen regierbar?
    Die seit 2024 regierende und stets fragile Brombeer-Minderheitskoalition aus CDU, SPD und dem BSW in Thüringen ist zerbrochen. Die 15-Ex-Abgeordneten der Wagenknecht-Partei zersplitterten in eine neue Fraktion und Partei unter dem Namen "Thüringen.Gerecht", eine parlamentarische Gruppe, ebenfalls mit neuer Partei namens "Deine Stimme zählt" und zwei parteitreuen verbliebenen BSW-Abgeordneten.Die neue “Papaya”-Koalition mit noch 39 Sitzen im Parlament ist endgültig auf DIE LINKE angewiesen.

    Was das bedeutet, erläutert der Journalist Dr. Sebastian Haak. Er leitet seit 2022 die Landespressekonferenz Thüringen und ist Teil des neuen Medienportals Fokus Thüringen.
    Wie die Thüringer LINKE künftig agiert, erklärt deren Landesvorsitzende Katja Maurer in dieser Sendung.
    53 min
  • Das befremdliche Überleben der Klassengesellschaft
    Über Jahrzehnte verstand sich die Bundesrepublik als Gesellschaft der Mitte. Begriffe wie Klasse oder Kapitalismus galten als überholt oder ideologisch belastet. Soziale Ungleichheit wurde zwar nicht geleugnet, aber weitgehend entpolitisiert; nach Klassenverhältnissen, Eigentum und strukturellen Ursachen wurde nur selten gefragt.
    Die Göttinger Soziologin Nicole Mayer-Ahuja hat bereits 2025 das spannende und wichtige Buch "Klassengesellschaft akut.  Warum Lohnarbeit spaltet - und wie es anders gehen kann" veröffentlicht.
    Darin zeigt sie, wie sich Arbeit im Kapitalismus der Gegenwart verändert, wie Spaltungslinien zwischen Lohnabhängigen vertieft werden – und wo Potentiale liegen, um Unterschiedlichkeit und Konkurrenz zu überwinden und für gemeinsame Interessen einzutreten.

    In dieser Sendung von KUNST DER FREIHEIT spricht sie über ihr Buch, Klassenformierungen, Solidarität und was Gewerkschaften sowie progressive Parteien tun müssen, um "Beschleuniger für Solidarisierung" zu sein. Das ist umso wichtiger, denn allen Mythen zum Trotz ist die AfD keine Arbeiter:innenpartei, selbst wenn Arbeiter:innen die Rechtsextremen wählen. Verbindende Klassenpolitik ist links, ist Nicole Mayer-Ahuja überzeugt.
    58 min

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Kunst der Freiheit ist der Podcast von Benjamin-Immanuel Hoff.