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Wer an Zürich denkt, hat wohl eher die mondäne Bahnhofstrasse, den Paradeplatz oder die Universität vor Augen – und weniger Kühe und Bauernhöfe. Doch auch sie gibt es im Stadtgebiet: 25 Landwirtschaftsbetriebe sind es. Auch auf diesen soll das Netto-Null-Ziel, das sich die Stadt bis 2040 gesetzt hat, erreicht werden. Doch ist das überhaupt realistisch?
Dieser Frage sind Forschende des FiBL nachgegangen. Einer von ihnen ist Philipp Oggiano. Gemeinsam mit den Landwirt:innen wurden verschiedene Szenarien entwickelt und durchgerechnet.
«Es sind alles Extremszenarien», sagt Oggiano. So habe man den gesamten Handlungsspielraum der städtischen Landwirtschaft aufzeigen wollen.
Die Untersuchung zeigt Dilemmas auf – ein berechnetes Szenario kommt zwar mit deutlich weniger fossilen Energieträgern aus, ist aber dennoch mit mehr Treibhausgasemissionen verbunden. Ein anderes Modell ist deutlich besser bei den Treibhausgasen, drückt aber stark auf die Einkommen der Landwirt:innen. Diese Zielkonflikte müssten adressiert werden, wenn man solche Themen anpackt, sagt Oggiano.
Bei der Bestellerin der Studie, der Stadt Zürich, heisst es, man anerkenne diese Zielkonflikte und wolle nun mit verschiedenen Massnahmen die Klimabilanz auf den Betrieben verbessern. Bernhard Koch ist bei der Stadt zuständig für die Landwirtschaft.
Er nennt die Reduktion fossiler Treibstoffe, die Produktion erneuerbarer Energie, Agroforstsysteme sowie den Einsatz von Pflanzenkohle auf den Betrieben. Tiere hätten auf dem städtischen Grünland weiterhin ihre Berechtigung.
«Man kann nicht meinen, man könne Nahrungsmittel produzieren und die Landschaft bewirtschaften, ohne Emissionen zu verursachen – dies ist die wichtigste Erkenntnis», sagt Bernhard Koch.
Philipp Oggiano und Bernhard Koch sind Gäste im Podcast «Landwirtschaft.Klima.Wandel.»
Host: Silvio Liechti
Weitere Infos:
In seiner Karriere hat Stocker zusammen mit Kolleginnen und Kollegen ein neues Kapitel der Klimaforschung aufgeschlagen. Durch Analysen von Eisbohrkernen aus der Antarktis und Grönland konnte das Team nachweisen: Die heutige CO₂-Konzentration ist höher als jemals in den vergangenen 800'000 Jahren – und sie stammt eindeutig aus der Verbrennung fossiler Energieträger.
2015 markierte einen weiteren Meilenstein. Mit dem Pariser Klimaabkommen erklärten sich fast alle Staaten der Welt bereit, den Temperaturanstieg deutlich unter 2 Grad Celsius zu halten, idealerweise bei 1,5 Grad. Thomas Stocker spielte dabei eine zentrale Rolle: Gemeinsam mit einem Kollegen aus China leitete er die IPCC-Arbeitsgruppe, die die wissenschaftlichen Grundlagen für das Abkommen erarbeitete.
Der Bericht von insgesamt 259 Autorinnen und Autoren kam zu drei Schlüsselerkenntnissen:
Heute sagt Stocker klar: Das ambitionierte 1,5-Grad-Ziel dürfte kaum noch erreichbar sein – weil die globalen Emissionen bislang nie wirklich gesenkt wurden. Für ihn steht fest: Ein ungebremster Klimawandel führt zu existenziellen Problemen auf der Erde.
«Wir haben keine andere Wahl, als konsequenten Klimaschutz zu betreiben», so Stocker. Er sieht darin nicht nur eine ökologische, sondern auch eine wirtschaftliche Chance.
Im Vorfeld des Klimagipfels ist Thomas Stocker zudem Gast im Podcast «Landwirtschaft.Klima.Wandel.». Darin spricht er über die Klimawirkung unserer Ernährung, den Rückzug der USA aus der Klimaforschung – und darüber, warum die Behauptung, es gebe in der Wissenschaft keinen Konsens zum Klimawandel, schlicht falsch ist.
Host: Silvio Liechti
Weitere Infos:
www.klimalandwirtschaft.ch
Literatur:
Hohe Ehre für Pioniere der Klimaforschung
Auf der Suche nach dem ältesten Eis
Eisbohrkern-Analyse
Zum IPCC
Für den diesjährigen Award sind vier Betriebe aus der ganzen Schweiz nominiert: Flurin Frigg aus Graubünden, Pirmin Adler aus dem Aargau, Cathy und Bruno Graf aus dem Waadtland sowie die Baumschule Glauser aus Noflen im Kanton Bern.
Sie alle zeigen praxistauglich und innovativ, wie die Landwirtschaft zur Lösung der Klimakrise beitragen kann. Gleichzeitig machen sie ihre Höfe widerstandsfähiger gegenüber Wetterextremen.
Bei der letzten Verleihung des PRIX CLIMAT ging die Auszeichnung an SlowGrow aus dem Zürcher Oberland. Ihr Konzept der Mosaiklandwirtschaft vereint Elemente der Permakultur, der regenerativen Landwirtschaft und des Biolandbaus zu einem neuen Anbausystem.
Ein Kernelement ist das «Controlled Traffic Farming». Dabei fahren Maschinen ausschliesslich auf fix definierten Fahrspuren – ermöglicht durch GPS-Technologie. Diese Methode schont den Boden und das Bodenleben.
Ein weiteres wichtiges Mosaiksteinchen ist der Streifenanbau: Gemüse wächst direkt neben Getreide – bunt gemischt in allen Farben und Formen. Das bringt Vielfalt und stärkt ein gesundes Ökosystem. Auf Dünger und Pflanzenschutzmittel wird verzichtet.
Der Besuch auf dem Hof zeigt eindrücklich, wie das Gesamtsystem funktioniert. Im zweiten Teil des Podcasts treffen wir Bernard Lehmann, den ehemaligen Leiter des Bundesamts für Landwirtschaft. Er sitzt erneut in der Jury des PRIX CLIMAT. Gemeinsam mit ihm entwerfen wir eine Vision, wie sich die Landwirtschaft in Zeiten der Klimakrise entwickeln könnte.
Host: Silvio Liechti
Mehr Infos:
Wer wissen möchte, wo er in Sachen Klimagase steht, kommt um eine genaue Klimabilanzierung nicht herum. Treibhausgase entstehen in der landwirtschaftlichen Produktion an verschiedenen Stellen. Der Traktor, der Diesel verbrennt, ist dabei meist weniger relevant. Deutlich mehr Emissionen entstehen durch die Nutztierhaltung: Das besonders klimawirksame Methan bildet sich im Magen von Wiederkäuern bei der Verdauung des Futters. Beim Umgang mit Gülle und Mist entsteht zusätzlich Lachgas.
Um zu ermitteln, wie viele Tonnen Klimagase ein Betrieb pro Jahr verursacht, braucht es keine Sensoren oder Absauganlagen, sondern vor allem viele Daten: Betriebsgröße, Tieranzahl, Art des Düngers oder Energieverbrauch – um nur einige zu nennen. Auch die Menge an zugekauftem Futter oder Saatgut wird berücksichtigt, denn entscheidend ist, was im betrachteten Zeitraum auf den Hof gelangt ist und welche Emissionen bei der Herstellung dieser Produkte angefallen sind. Jede zugekaufte Tonne Futter trägt sozusagen einen CO₂-Rucksack mit sich.
Am Ende der aufwendigen Datenanalyse steht ein Wert: die jährlichen CO₂-Äquivalente des Betriebs. «Man hat so die Gelegenheit, mit der Klimabrille auf den eigenen Hof zu schauen», erklärt Chris Gilli, der beim Projekt «Klimaneutrale Landwirtschaft» für die Bilanzierung zuständig ist.
«Eine solche Bilanz ermöglicht es, die grössten Treibhausgasquellen zu identifizieren und zeigt, wo die wirksamsten Hebel für Klimaschutzmassnahmen liegen», so Gilli weiter. Warum die Bilanzierung wichtig ist, wo sie gerade in der Landwirtschaft an ihre Grenzen stösst und was mit den vielen Hofanalysen geschieht, all das gibt’s im Podcast «Landwirtschaft.Klima.Wandel.»
Host: Silvio Liechti
Weitere Infos:
Publikation «Landwirtschaftliche Treibhausgasrechner im Praxistest»
«Wir wollten schon lange etwas zum Thema Landwirtschaft machen», sagt Stephanie Elmer, Autorin bei Transhelvetica. Als es zur Zusammenarbeit mit der Klimaneutralen Landwirtschaft Graubünden kam, habe man schnell gemerkt: «Das passt.»
Klima und Landwirtschaft sind in ihren Augen untrennbar miteinander verbunden. «Die Landwirtschaft ist Mitverursacherin, aber auch Opfer der Klimaerwärmung», so Elmer. Entstanden ist ein umfangreiches Heft mit dem Titel «Hof».
Die Leserschaft begibt sich auf eine Reise durch verschiedene Höfe der Schweiz. Im Mittelpunkt stehen zentrale Themen wie Wasser und dessen Bedeutung für die Landwirtschaft. Das Magazin wirft zudem einen Blick auf den oft unscheinbaren Miststock und erklärt, welchen Einfluss er tatsächlich auf das Klima hat. Lesende lernen die Sprache der Kühe kennen, begleiten die Arbeit auf dem Feld, und erfahren, weshalb viele der angebauten Randen nicht ihren Weg auf unsere Teller finden – und was das über moderne Ernährung und Produktion verrät.
Es sind aufwändig illustrierte und stimmig fotografierte Geschichten, die neue Perspektiven bieten. «Wir sind kein klassisches Reisemagazin», sagt Jon Bollmann. «Uns geht es darum, beim Reisen zu schauen, was da links und rechts vom Wegrand ist – das ist spannend.» Bollmann ist Mitgründer von Transhelvetica. Mit seinem Team hat er in den letzten 15 Jahren 90 Ausgaben zu den unterschiedlichsten Themen produziert.
Einmal stand der «Güggel» im Zentrum, ein anderes Mal titelte das Magazin «Identität», bei der letzten Ausgabe war es «Apéro» – und nun eben «Hof».
Das Magazin soll die Leserschaft inspirieren und zum Denken anregen – denn: «Die Landwirtschaft sind wir alle, auch wir Konsumenten», findet Stephanie Elmer.
Jon Bollmann und Stephanie Elmer sind zu Gast in der aktuellen Podcast-Folge und geben Einblicke, wie sie an die «Hof»-Ausgabe herangegangen sind und was sie persönlich mitnehmen.
Verschiedene Themen aus dem Magazin stehen auch am Klimagipfel für Landwirtschaft und Esskultur am 28. und 29. November in Landquart auf dem Programm.
Host: Silvio Liechti
Weitere Infos:
Unsere Ernährung ist weltweit für bis zu einem Drittel der menschgemachten CO₂-Emissionen verantwortlich. Allein die landwirtschaftliche Produktion verursacht in der Schweiz rund 15 Prozent der Treibhausgasemissionen.
Der Klimagipfel stellt Ansätze vor, die in den letzten Jahren im Rahmen des Projekts «Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden» ausprobiert wurden, um auf den Bauernhöfen die Klimagasemissionen zu minimieren und sich als Landwirt:innen dem Klimawandel anzupassen.
Im aktuellen Podcast sind drei Gäste dabei, die beim Klimagipfel eine wichtige Rolle spielen werden. Valérie Cavin ist Landwirtin und ihr Hof einer der 50 Pilotbetriebe des Bündner Klimaprojekts. Sie wird am Gipfel über ihre Erfahrungen mit der klimaneutralen Landwirtschaft berichten.
Claudio Müller als Co-Projektleiter des Bündner Klimaprojekts spricht über Sinn und Zweck des geplanten Gipfels und darüber, was die Besuchenden erwartet.
Organisiert wird der Klimagipfel vom Projekt «Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden», dem «Netzwerk Klima & Landwirtschaft» und «graubündenVIVA».
Der Klimagipfel ist nur möglich dank der Unterstützung folgender Partner:
Repower AG, Graubündner Kantonalbank, Inkoh AG, Senn Resources AG, EM Schweiz AG, Arbeitsgemeinschaft Schweizer Rinderzüchter ASR, Novaziun, Gebana AG, Seedling Foundation, Stiftung Stavros S. Niarchos und Kanton Graubünden
Medienpartner:
Host: Silvio Liechti
Wir gehen darauf, bauen darauf und betreiben mit ihm Landwirtschaft. Der Boden begleitet uns täglich, doch wie viel wissen wir eigentlich über diesen «Tausendsassa» – diese begrenzte, ökologisch und ökonomisch wertvolle Ressource?
Boden ist viel mehr als nur «Dreck». Er ist ein faszinierendes Ökosystem, das aus mehreren Schichten mit unterschiedlicher Zusammensetzung und Eigenschaften besteht. Der Boden setzt sich aus mineralischem Material, Wasser, Luft und organischer Substanz zusammen und beherbergt Milliarden von Mikroorganismen, die massgeblich zur Fruchtbarkeit beitragen.
Bodenkundlerinnen und Bodenkundler erforschen, bewerten und untersuchen die verschiedenen Böden. Sie analysieren die unterschiedlichen Schichten und beurteilen, wofür die Böden geeignet sind. Kürzlich trafen sich Fachleute aus der Bodenkunde und der Landwirtschaft in Fideris im Prättigau, um einen tieferen Blick in den Boden zu werfen und sich auszutauschen.
Im Rahmen des Projekts «Klimaneutrale Landwirtschaft» wurden an verschiedenen Standorten Bodenprofile angelegt – bis zu 1,5 Meter tiefe Gruben, die einen Blick auf die verschiedenen Bodenschichten ermöglichen. Diese Profile geben Aufschluss darüber, wie der Boden entstanden ist und welche Eigenschaften er besitzt.
Die aktuelle Folge des Podcasts «Landwirtschaft.Klima.Wandel.» bietet tiefe Einblicke und spannende Eindrücke vom Bodentag. Zu Gast ist unteranderem der Bodenexperte Martin Zürrer. Er ist Gründer einer Firma, die auf Bodenökologie und Umweltberatung spezialisiert ist.
Host: Silvio Liechti
Weitere Infos:
www.klimabauern.ch
https://www.myx.ch/
Link zu den Bodenprofilen:
https://www.klimabauern.ch/eigene-publikationen
Kompetenzzentrum Boden:
https://ccsols.ch/de/home/
Artikel zu Bodenkartierungen des BAFU:
https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/dokumentation/magazin/magazin2022-1/feldbodenkartierung-bohren-fuer-den-schutz-des-bodens.html
Weitere Infos zum Thema Boden:
https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/boden/fachinformationen.html
www.soil.ch
Der Kanton Graubünden hat sich auf den Weg in Richtung Netto-Null-Ziel gemacht. Mit einem sogenannten Green Deal sollen sowohl die Wirtschaft als auch die Haushalte innert 25 Jahren klimaneutral werden.
Die erste Etappe dieses Impuls- und Klimaprogramms läuft demnächst aus. Bald berät das Parlament über die zweite – sie ist deutlich umfangreicher. Es geht um mehr Fördermassnahmen und erheblich höhere Investitionen als bisher. Der Kanton rechnet mit einer Milliarde Franken, die bis 2050 investiert werden soll.
Geplant sind Massnahmen im Gebäudebereich, etwa der Ersatz fossiler Heizsysteme, sowie die Förderung des öffentlichen Verkehrs. Neu könnten auch innovative Projekte im Bereich Wasserstoff unterstützt werden – um nur einige Beispiele zu nennen.
Auch in der Landwirtschaft sollen Projekte gefördert werden, die dem Klimaschutz und der Klimaanpassung dienen. Das Projekt «Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden» soll in der zweiten Etappe ebenfalls weitergeführt und auf möglichst viele Bündner Bauernbetriebe ausgeweitet werden.
Ein Green Deal in dieser Form – mit einem klaren Finanzierungsmodell und einem klaren Anreizsystem, wie das Netto-Null-Ziel erreicht werden soll – hätte schweizweit Pioniercharakter, sagt Georg Thomann. Er ist Abteilungsleiter im Bündner Amt für Natur und Umwelt und Projektleiter des Green Deal.
Er und Katja Graf, Fachverantwortliche für Nachhaltigkeit und Klimaschutz beim Kanton Graubünden, sind die Gäste in der aktuellen Episode.
Host: Silvio Liechti
Weitere Infos:
www.klimabauern.ch
Klimadossier GR:
Klimadossier BAFU:
Eine Studie der ETH zeigt, dass in der Schweiz jährlich rund 2,8 Millionen Tonnen Lebensmittelverluste anfallen, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette vermeidbar wären – vom Feld bis auf den Teller.
Zur Veranschaulichung: Dies entspräche einer Lastwagenkolonne von Zürich bis nach Madrid. Rund ein Drittel der produzierten Lebensmittel geht an verschiedenen Stationen der Wertschöpfungskette verloren.
Bereits in der Landwirtschaft entsteht Food-Waste: Produkte werden aus Qualitätsgründen oder aufgrund von Normvorgaben aussortiert. Auch in der Verarbeitung gehen essbare Lebensmittel verloren. Ein Beispiel ist Molke, ein Nebenprodukt der Käseherstellung. Obwohl sie für den menschlichen Verzehr bestens geeignet wäre, fehlt es an entsprechender Nachfrage.
Ein weiteres Beispiel zeigt sich beim Weissbrot. Es ist besonders beliebt, doch die Herstellung von Weissmehl führt zu erheblichem Food-Waste. Da nicht das gesamte Korn genutzt wird, wird die nährstoffreiche Kleie aussortiert und als Tierfutter weiterverwendet. So gehen etwa 20 Prozent des verarbeiteten Getreides für die menschliche Ernährung verloren.
Ein grosser Anteil des Food-Waste entsteht jedoch ganz am Ende der Lebensmittelkette – in privaten Haushalten. Durchschnittlich verschwendet jede Einwohnerin und jeder Einwohner der Schweiz rund 85 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr. Insgesamt summieren sich die Lebensmittelverluste über alle Stufen hinweg auf 330 Kilogramm pro Kopf und Jahr.
Die Politik hat das Problem erkannt: Der Bundesrat will den Food-Waste in der Schweiz bis 2030 halbieren und setzt dazu auf einen Aktionsplan. Auch die Ernährungsbranche hat in den letzten Jahren verstärkt Initiativen zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung ergriffen.
Die Verringerung von Food-Waste ist eine gemeinsame Aufgabe. Wer welche Massnahmen ergreift, erfahrt ihr in der aktuellen Episode. Wir werfen einen Blick in eine Gastroküche und zeigen, wie ein Küchenchef dort hunderte Liter Milch vor dem Ausguss gerettet hat. Zudem ist Claudio Beretta von der Zürcher Hochschule (ZHAW) zu Gast – der Umweltnaturwissenschaftler hat vor einigen Jahren die wissenschaftlichen Grundlagen zum Thema erarbeitet, die schlussendlich auch in den Aktionsplan gegen Food-Waste eingeflossen sind.
Beretta erklärt, warum Food-Waste ein Klimaproblem ist, welche konkreten Hebel angesetzt werden können, um Veränderung zu bewirken und wie es jedem einzelnen von uns gelingt, Hunderte Franken pro Jahr zu sparen. Für ihn ist klar: «Lebensmittel retten schützt das Klima und spart Geld».
Host: Silvio Liechti
Weitere Informationen zum Klimaprojekt:
www.klimabauern.ch
Weitere Infos zu Food-Waste:
www.foodwaste.ch
https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/abfall/abfallwegweiser-a-z/biogene-abfaelle/abfallarten/lebensmittelabfaelle.html
Aktionsplan gegen Lebensmittelverschwendung:
https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen.msg-id-87910.html
Wie könnte die Kuh klimafreundlicher werden? Mit dieser Frage befasst sich das Projekt «Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden». Fakt ist, dass Wiederkäuer beim Verdauen Methan erzeugen. Wenn sie rülpsen, stossen sie dieses Gas in die Atmosphäre aus.
Auch Bauer Fritz Mani aus Chur ist sich dessen bewusst und wollte etwas unternehmen, um den ökologischen Fussabdruck seines Hofes zu verkleinern. Im Rahmen eines Fütterungsprojekts hat er seinen Kühen unter anderem einen Zusatz in das Futter gemischt. Dieses Mittel heisst Bovaer und ist seit rund einem Jahr vom Bund als klimaschonender Futtermittelzusatz anerkannt. Studien haben gezeigt, dass es die Methanbildung im Verdauungstrakt der Kuh hemmt.
Da der Zusatz noch nicht weit verbreitet ist, fehlen jedoch Erfahrungen aus dem Alltag. Das Fütterungsprojekt bei Fritz Mani setzte genau hier an. Ob der Zusatz den Praxistest bestanden hat, erfahrt ihr im aktuellen Podcast.
Wir klären auch die Frage, wie es um das Image der Kuh steht und was von dem Etikett «Klimakillerin» zu halten ist.
Host: Silvio Liechti
Weitere Informationen:
https://www.klimabauern.ch
Verein Netzwerk Klima & Landwirtschaft:
Infos zu Methan von Agroscope
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