Langsam Gesprochene Nachrichten | Audios | DW Deutsch lernen

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  • 11.07.2020 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Wieder Veto bei Syrien-Resolution
    Ein deutscher Kompromissvorschlag zur Fortsetzung humanitärer Hilfe für Millionen Syrer ist im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gescheitert. Russland und China legten ein Veto ein. Die übrigen 13 Mitglieder des höchsten UN-Gremiums stimmten der Resolution zu. Mit der Blockade des Sicherheitsrates könnten die Lieferungen internationaler Hilfsorganisationen über zwei Grenzübergänge von der Türkei nach Nordsyrien endgültig vor dem Aus stehen. Deutschlands Entwicklungsminister Gerd Müller forderte, die Weltgemeinschaft könne das nicht einfach so hinnehmen.
    EU-Gelder für Flüchtlingshilfe
    Die Europäische Union will die Türkei bei der Versorgung von Flüchtlingen mit zusätzlichen 485 Millionen Euro unterstützen. Einem entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission stimmten das Europaparlament und die Mitgliedstaaten zu, wie Diplomaten in Brüssel mitteilten. Das Geld ist für UN-Organisationen, das Internationale Rote Kreuz, den Roten Halbmond und andere Hilfsorganisationen bestimmt. Die Summe soll unabhängig von den sechs Milliarden Euro gezahlt werden, die der Regierung in Ankara 2016 von der EU zugesagt wurden. In der Türkei leben mehr als vier Millionen Flüchtlinge.
    PAP siegt haushoch in Singapur
    Die Regierungspartei in Singapur hat die Parlamentswahl erneut deutlich gewonnen. Die PAP von Premier Lee Hsien Loong holte 83 der 93 Sitze im Parlament des Stadtstaates. Die oppositionelle Arbeiterpartei konnte leicht zulegen und sicherte sich die verbleibenden zehn Mandate. Seit der Gründung des südasiatischen Staates vor 55 Jahren hat die PAP alle Wahlen gewonnen. Die Regierung verteidigte den um ein Jahr vorgezogenen Wahltermin gegen Kritik. Der Schritt sei wegen der unvorhersehbaren Entwicklung der Corona-Pandemie notwendig gewesen. In Singapur wurden 45.000 Infektionen verzeichnet.
    Gedenken in Srebrenica
    In Bosnien und Herzegowina wird heute der Opfer des Massakers von Srebrenica gedacht. Vor 25 Jahren hatten bosnisch-serbische Milizen in der Stadt binnen weniger Tage 8000 muslimische Männer und Jungen getötet. Bis heute wurden in mehr als 80 Massengräbern die sterblichen Überreste von fast 6900 Opfern gefunden und identifiziert. Bundesaußenminister Heiko Maaß hat eine weitere Aufarbeitung der Gräueltaten am Ende des Bosnien-Kriegs angemahnt. Srebrenica dürfe sich niemals wiederholen, so der deutsche Minister.
    Erneut Krawalle in Belgrad
    Nach einer friedlichen Kundgebung in Belgrad gegen die Corona-Politik der serbischen Regierung hat eine Gruppe nationalistischer Demonstranten versucht, gewaltsam in das Parlament einzudringen. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei. Auch Journalisten und fotografierende Demonstranten wurden von Randalierern angegriffen und verletzt. Viele Serben lehnen die Corona-Auflagen ab. So sind Ansammlungen von mehr als zehn Personen wieder verboten. Am Freitag starben in Serbien laut Regierung 18 Menschen an den Folgen von COVID-19. Es ist die höchste Zahl an einem Tag seit Beginn der Pandemie.
    Gewaltsamer Protest in Mali
    Tausende Menschen haben in Malis Hauptstadt Bamako wieder den Rücktritt von Präsident Ibrahim Boubacar Keita gefordert. Der zunächst friedliche Protest schlug in Gewalt um. Demonstranten errichteten brennende Straßenbarrikaden und schleuderten Steine gegen das Parlament. Andere stürmten den staatlichen Rundfunksender ORTM und erzwangen die Unterbrechung des Programms. Bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften wurden ein Mensch getötet und etwa 20 Personen verletzt. Keita wird für die Ausbreitung dschihadistischer Gruppen und die schwache Wirtschaft in dem Sahelstaat verantwortlich gemacht.
    Trump erspart Ex-Berater die Haft
    US-Präsident Donald Trump hat seinem langjährigen Vertrauten Roger Stone die Gefängnisstrafe erlassen. Der 67-Jährige sei nun "ein freier Mann", erklärte das Weiße Haus. Stone war wegen seiner Rolle in der Russland-Affäre im Februar zu einer Haftstrafe von mehr als drei Jahren verurteilt worden und sollte diese am Dienstag antreten. Der Politikberater wurde unter anderem für schuldig befunden, den Kongress belogen und einen Zeugen unter Druck gesetzt zu haben. Trump hatte sich wiederholt öffentlich in Stones Fall eingeschaltet und erklärt, Stone sei sehr ungerecht behandelt worden.
    9 min
  • 10.07.2020 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Spion bei Merkels Pressesprecher enttarnt
    Ein Beschäftigter des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung steht im Verdacht, über Jahre hinweg für einen ägyptischen Geheimdienst spioniert zu haben. Das Amt wird von Steffen Seibert, dem Sprecher von Kanzlerin Angela Merkel, geleitet. Wie aus dem jüngsten Verfassungsschutzbericht hervorgeht, hatte das Bundeskriminalamt bereits im Dezember 2019 im Auftrag der Generalbundesanwaltschaft "Exekutivmaßnahmen" gegen den Mann vorgenommen. Laut "Bild"-Zeitung handelt es sich um einen Mitarbeiter des Besucherdienstes, dessen Räumlichkeiten durchsucht wurden.
    Merkel ruft Europäer zu mutigen Reformen auf
    Kanzlerin Angela Merkel hat die Europäer zu einem mutigen Reformkurs aufgerufen, um gestärkt aus der Corona-Pandemie zu kommen. Hilfen, die nicht mit Reformen und einer Ausrichtung auf die Zukunft verbunden seien, würden letztlich nichts helfen, sagte die Kanzlerin bei einem Gespräch mit dem niederländischen Regierungschef Mark Rutte in Berlin. Es ging um den umstrittenen geplanten EU-Wiederaufbaufonds in Höhe von 750 Milliarden Euro. Auch Rutte betonte den Zusammenhang zwischen Hilfsgeldern und Reformen. Gleichzeitig ermahnte er die EU, sparsam zu sein.
    Serben gehen dritten Abend in Folge auf die Straße
    Trotz eines Versammlungsverbots haben den dritten Abend in Folge wieder Tausende Menschen in der serbischen Hauptstadt Belgrad gegen Präsident Aleksandar Vucic und die von ihm verhängten Corona-Restriktionen protestiert. Anders als zuvor bemühten sich die Demonstranten um einen friedlichen Verlauf. Tausende von ihnen setzten sich vor dem Parlament nieder. Einige hielten der Polizei Schilder mit der Aufschrift "Nehmt Randalierer fest, schlagt nicht das Volk" entgegen. Stunden zuvor hatte die Regierung wegen steigender Corona-Infektionszahlen Ansammlungen von mehr als zehn Personen verboten.
    Griechen protestieren gegen neues Demonstrationsgesetz
    Aus Protest gegen ein neues Demonstrationsgesetz haben sich im Zentrum Athens etwa 10.000 Menschen versammelt. Einige trugen Banner mit der Aufschrift: "Hände weg von Demonstrationen". Autonome und andere Sympathisanten des sogenannten Schwarzen Blocks randalierten und schleuderten Brandsätze und andere Gegenstände gegen Polizisten. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Blendgranaten ein. Künftig müssen Demonstrationen angemeldet werden. Die Staatsanwaltschaft kann sie verbieten, falls sie eine Gefahr für Ausschreitungen sehen sollte. Organisatoren können zur Rechenschaft gezogen werden.
    Vorsitz der Euro-Währungsgruppe übernimmt Paschal Donohoe
    Der irische Finanzminister Paschal Donohoe wird neuer Präsident der Eurogruppe. Der 45-Jährige setzte sich bei einer Abstimmung der Euro-Finanzminister im zweiten Wahlgang gegen die spanische Wirtschaftsministerin Nadia Calviño durch. Das teilte der bisherige Eurogruppen-Chef Mário Centeno mit. Nach der ersten Wahlrunde hatte bereits der dritte Bewerber, Luxemburgs Finanzminister Pierre Gramegna, seine Kandidatur zurückgezogen. In der Eurogruppe kommen monatlich die 19 Finanzminister der Währungsunion zusammen. Hauptaufgabe ist eine enge Koordinierung der Wirtschaftspolitik.
    Boliviens Interimspräsidentin Añez mit Coronavirus infiziert
    Die bolivianische Übergangspräsidentin Jeanine Añez hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Sie fühle sich gut und werde zwei Wochen in Quarantäne bleiben, teilte sie auf Twitter mit. Sie werde die Regierungsgeschäfte von zu Hause aus führen. Die Ex-Senatorin war 2019 an die Staatsspitze gerückt, nachdem der damalige Präsident Evo Morales nach der umstrittenen Wiederwahl auf Druck des Militärs zurückgetreten und ins Exil geflohen war. Vor Añez waren bereits Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro und sein honduranischer Kollege Juan Orlando Hernández positiv auf das Coronavirus getestet worden.
    Integrationsbeauftragte besteht auf Studie zu Rassismus bei Polizei
    Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, besteht auf einer Untersuchung des Bundesinnenministeriums zu möglichem Rassismus in der Polizei. Sie teile die Einschätzung der Polizeiverbände, dass eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema "für eine sachliche Diskussion erforderlich und gut ist", sagte die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter hatte für die Rassismus-Studie plädiert. Bundesinnenminister Horst Seehofer lehnt eine solche Studie dagegen ab.
    10 min
  • 09.07.2020 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Erneut Ausschreitungen bei Protesten in Serbien
    Bei Demonstrationen gegen Maßnahmen der serbischen Regierung in der Corona-Krise ist es in der Hauptstadt Belgrad am zweiten Tag in Folge zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei ging mit Tränengas gegen Protestteilnehmer vor, die Steine und Feuerwerkskörper auf die Beamten warfen. Nach Angaben des Innenministeriums wurden mindestens zehn Polizisten verletzt. Nach den Protesten am Vortag hatte Präsident Aleksandar Vucic den Verzicht auf eine angekündigte Ausgangssperre am kommenden Wochenende in Aussicht gestellt. Eine endgültige Entscheidung soll an diesem Donnerstag fallen.
    Australien suspendiert Auslieferungsabkommen mit Hongkong
    Die australische Regierung setzt angesichts des sogenannten Sicherheitsgesetzes in Hongkong ihre Auslieferungsvereinbarung mit der chinesischen Sonderverwaltungszone aus. Premierminister Scott Morrison erklärte zudem, sein Land werde Bürgern Hongkongs, die durch das Gesetz gefährdet seien, Sondervisa und einen Weg zu einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung anbieten. Eigenen Staatsbürgern in Hongkong empfiehlt Australien, ihren Aufenthalt zu überdenken. Mit dem Sicherheitsgesetz will die chinesische Regierung nach Einschätzung von Kritikern die Demokratiebewegung in Hongkong eindämmen.
    Hongkong-Aktivist Law bittet Merkel um Hilfe
    Der aus Hongkong geflohene Aktivist Nathan Law hat Bundeskanzlerin Angela Merkel um Unterstützung gebeten. Die Welt blicke auf Hongkong. "Liebe Frau Merkel, wir brauchen Ihre Hilfe", sagte er der Zeitung "Hessische Niedersächsische Allgemeine". Nach dem Beschluss des umstrittenen chinesischen Sicherheitsgesetzes für Hongkong vor einer Woche hatte Law die Sonderverwaltungsregion verlassen. Er werde seinen Einsatz auf internationaler Ebene fortsetzen, erklärte er auf Facebook. Seinen Aufenthaltsort wollte er nicht verraten. Laws prominenter Mitstreiter Joshua Wong will in Hongkong bleiben.
    Polen bestellt deutschen Diplomaten ein
    Das Außenministerium in Warschau hat den Geschäftsträger der deutschen Botschaft einbestellt. Die polnische Regierung wirft insbesondere dem Warschau-Korrespondenten der Zeitung "Die Welt" und dem deutsch-schweizerischen Boulevardblatt "Fakt" eine fehlerhafte und voreingenommene Berichterstattung im Vorfeld der Präsidentenstichwahl vor. Das habe man dem deutschen Diplomaten Knut Abraham deutlich gemacht, hieß es. Der konservative Amtsinhaber Andrzej Duda, der am Sonntag gegen den liberalen Herausforderer Rafal Trzaskowski antritt, hatte sich über eine negative Presse beklagt.
    Premier der Elfenbeinküste ist tot
    Der amtierende Regierungschef der Elfenbeinküste und Kandidat für die Präsidentschaftswahl im Oktober, Amadou Gon Coulibaly, ist überraschend verstorben. Nach einem Bericht des ivorischen Senders RTI erlitt der 61-Jährige während einer Kabinettssitzung einen Herzinfarkt. Coulibaly war vor sechs Tagen aus Frankreich zurückgekehrt, wo er sich zwei Monate lang ärztlich behandeln ließ. 2012 hatte er sich in Frankreich einer Herztransplantation unterzogen. "Ich bin wieder fit", verkündete Coulibaly bei seiner Ankunft in Abidjan in der vergangenen Woche.
    Gewaltsamer Tod von schwarzem Teenager in US-Anstalt sorgt für Empörung
    Nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA beschäftigt jetzt ein anderer Vorfall die Öffentlichkeit. Ein Video zeigt, wie der 16-jährige Cornelius Fredericks Ende April in einer Anstalt im Bundesstaat Michigan von männlichen Mitarbeitern umgeworfen, auf den Boden gedrückt und gewürgt wird. Fredericks hatte zuvor ein Sandwich auf einen anderen Jungen in der Cafeteria geworfen. Er starb zwei Tage später. Der Anwalt seiner Familie erhob den Vorwurf, der 16-Jährige sei "exekutiert" worden. Man habe ihm Sauerstoff entzogen und sein Gehirn schwer geschädigt.
    Trump würdigt Beziehungen zwischen USA und Mexiko
    Trotz früherer Spannungen haben US-Präsident Donald Trump und der mexikanische Staatschef Andrés Manuel López Obrador die guten Beziehungen beider Länder bekräftigt. "Wir haben ein herausragendes Verhältnis", sagte Trump an der Seite von López Obrador im Rosengarten des Weißen Hauses. Im Wahlkampf hatte der US-Präsident wiederholt Stimmung gegen Mexikaner gemacht und sie als Kriminelle und Vergewaltiger verunglimpft. Mit dem Besuch im Weißen Haus wurde unter anderem das Inkrafttreten des neuen Freihandelsabkommens zwischen den USA, Mexiko und Kanada zu Monatsbeginn gewürdigt.
    10 min
  • 08.07.2020 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.USA treten offiziell aus WHO aus
    US-Präsident Donald Trump hat im Streit um die Coronavirus-Pandemie offiziell den Austritt seines Landes aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingeleitet. UN-Generalsekretär António Guterres wurde formell über den Schritt informiert, wie ein Sprecher bestätigte. Er betonte, nun werde geprüft, ob die USA sämtliche Beiträge an die Organisation beglichen hätten. Wirksam wird der Rückzug erst in genau einem Jahr. Trump wirft der UN-Unterorganisation seit Monaten vor, zu spät über die Gefahr des Coronavirus informiert zu haben und unter der Kontrolle Chinas zu stehen.
    Russland und China legen Veto gegen Syrien-Hilfen ein
    Russland und China haben im UN-Sicherheitsrat ihr Veto gegen die Genehmigung weiterer Hilfslieferungen über die Türkei nach Syrien eingelegt. Die beiden grenzüberschreitenden Zugänge seien lebenswichtig für 2,8 Millionen Menschen im Nordwesten Syriens, machte der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres deutlich. Die übrigen 13 Ratsmitglieder stimmten für die von Deutschland und Belgien erarbeitete Resolution, mit der der Zugang zu Hilfsgütern für ein weiteres Jahr garantiert werden sollte. Das UN-Programm für die Provinz Idlib besteht seit sechs Jahren und läuft am Freitag aus.
    Ausschreitungen bei Protesten in Belgrad
    Bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen der Regierung ist es in der serbischen Hauptstadt Belgrad zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Protestteilnehmer warfen Steine auf Beamte und feuerten Leuchtraketen ab. Eine Gruppe von Demonstranten versuchte das Parlamentsgebäude zu stürmen. Die Polizei setzte Tränengas ein. Zuvor hatte Präsident Aleksandar Vucic wegen des Infektionsgeschehens in Serbien eine Ausgangssperre für das Wochenende verkündet. Die Zahl der Corona-Fälle war zuletzt deutlich gestiegen.
    Chinesisches Sicherheitsbüro in Hongkong nimmt Arbeit auf
    Die chinesische Führung hat in Hongkong eine Behörde installiert, die die Umsetzung des umstrittenen Sicherheitsgesetzes kontrollieren soll. Die Mitarbeiter des sogenannten Sicherheitsbüros haben weitreichende Befugnisse. Sie können unter anderem verdeckt ermitteln und die Kommunikation von Verdächtigen überwachen. Die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam sprach bei der Eröffnung des Büros von einem "historischen Moment". Mit dem Sicherheitsgesetz will Peking die Demokratiebewegung in der Sonderverwaltungszone eindämmen.
    Gericht in Venezuela entmachtet wichtige Oppositionspartei
    Venezuelas Oberstes Gericht hat die gesamte Führung der Partei Voluntad Popular abgesetzt. Die Voluntad Popular werde unter "verfassungsmäßige Vormundschaft" gestellt und der derzeitige Vorstand "suspendiert", erklärte das Gericht. Bislang wurde die Partei von ihrem Gründer Leopoldo López geführt. Dieser - ein enger Weggefährte von Oppositionsführer Juan Guaidó - war 2019 in die spanische Botschaft in Caracas geflüchtet, wo er sich weiter aufhält. Guaidó liefert sich seit eineinhalb Jahren einen erbitterten Machtkampf mit dem sozialistischen Staatschef Nicolás Maduro.
    Bundeskabinett berät über nationale Gleichstellungsstrategie
    Das Bundeskabinett berät an diesem Mittwoch über die nationale Strategie zur Gleichstellung von Frauen und Männern. Die Vorlage von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) ist die erste ressortübergreifende Gleichstellungsstrategie einer Bundesregierung überhaupt. Darin werden Ziele der Regierung für die Gleichstellung von Frauen und Männern festgelegt. Es geht etwa um gleichen Verdienst für gleiche Arbeit, aber auch um die Repräsentanz in Kultur, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft.
    Bundesanwaltschaft schließt Akte zu Oktoberfest-Anschlag
    Das Attentat auf das Münchner Oktoberfest vom 26. September 1980 war eindeutig rechtsextremistisch motiviert. Das ergaben die seit Ende 2014 wieder aufgenommenen Ermittlungen der Bundesanwaltschaft. Konkrete Ansätze zur Verfolgung etwaiger Hintermänner oder Komplizen wurden aber auch nach Prüfung hunderter Spuren nicht gefunden, wie ein Sprecher der Behörde in Karlsruhe mitteilte. Er bestätigte die Einstellung der Ermittlungen. Der Student Gundolf Köhler hatte seinerzeit eine Bombe am Eingang zur Wiesn deponiert. Bei der Explosion wurden 13 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt.
    8 min
  • 07.07.2020 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Hongkongs Regierungschefin Lam droht
    Die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam hat eine "rigorose" Umsetzung des umstrittenen chinesischen Sicherheitsgesetzes für die Sonderverwaltungszone angekündigt. Sie warnte "Radikale" vor "sehr ernsthaften Konsequenzen" bei Verstößen. Auf Grundlage des Gesetzes kann Peking gegen Aktivitäten in Hongkong vorgehen, die es als subversiv, separatistisch, terroristisch oder als Verschwörung mit ausländischen Kräften einstuft. Zuletzt wurden weitere Details des Gesetzes veröffentlicht: Sicherheitskräfte sind autorisiert Immobilien zu durchsuchen und können Bewohner hindern, die Stadt zu verlassen.
    USA wollen Studenten ausweisen
    Ausländischen Studenten in den USA droht die Ausweisung, wenn ihre Universitäten Corona-bedingt auch im Herbst nur noch Online-Kurse anbieten. Studenten, die Visa des Typs F1 hätten, dürften in diesem Fall nicht im Land bleiben, teilte die für Einwanderung zuständige Behörde ICE mit. Betroffene müssten entweder die Vereinigten Staaten verlassen oder sich an einer Hochschule einschreiben, an der physischer Unterricht stattfinde. Rund 5,5 Prozent der Studenten in den USA sind Ausländer - darunter viele junge Menschen aus China, Indien, Südkorea, Saudi-Arabien und Kanada.
    "Untreue Wahlleute" müssen büßen
    Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hat Strafen gegen Wahlleute gebilligt, die nach einer Präsidentschaftswahl - entgegen dem Wählervotum - dem siegreichen Kandidaten ihre Stimme verweigern. Sie dürften von ihren Bundesstaaten sanktioniert werden, urteilte der Supreme Court in Washington. In den USA wird das Staatsoberhaupt nicht vom Volk direkt, sondern von 538 Wahlleuten gewählt. Sie müssten für den Kandidaten stimmen, den die Bürger eines Bundesstaates ausgewählt hätten, stellten die Richter klar.
    Votum für bewaffnete Drohnen
    Das Bundesverteidigungsministerium hat die Anschaffung bewaffneter Drohnen für die Bundeswehr empfohlen. Solche Drohnen erhöhten nicht nur die Sicherheit der eigenen Kräfte, sondern könnten auch zum Schutz der Zivilbevölkerung beitragen, heißt es in einem Bericht an den Bundestag. Darin sind die Ergebnisse einer Debatte zusammengefasst, in deren Verlauf Parteien, Parlamentarier, Wissenschaftler und Soldaten angehört wurden. Bislang setzt die Bundeswehr nur unbewaffnete Aufklärungsdrohnen ein. Bewaffnete Drohnen sind umstritten und gelten auch als mögliches Konfliktthema in der großen Koalition.
    Morales in Bolivien unter Terroranklage
    Die bolivianische Staatsanwaltschaft hat gegen den früheren Präsidenten Evo Morales Anklage wegen Terrorismus und Finanzierung terroristischer Aktivitäten erhoben. Nach seinem Rücktritt und seiner Flucht ins Exil im vergangenen Jahr habe der ehemalige Staatschef seine Anhänger in Bolivien zu illegalen Aktivitäten aufgerufen, teilte die Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt La Paz mit. Während der heftigen Proteste nach seinem Rückzug habe er beispielsweise per Telefon einem Vertrauten aufgetragen, mehrere Städte des Andenstaats von der Versorgung mit Lebensmitteln abzuschneiden.
    Migranten verlassen die "Ocean Viking"
    Das private Rettungsschiff "Ocean Viking" hat 180 Migranten in den Hafen von Porto Empedocle auf Sizilien gebracht. Dort wurden die Ende Juni aus Seenot geretteten Menschen auf die Passagierfähre "Moby Zaza" verlegt, wo sie als Corona-Schutzmaßnahme unter Quarantäne gestellt werden. Erst nach langem Zögern hatte die italienische Regierung am Wochenende dafür ihr Okay gegeben. Einem Viehfrachter mit mehr als 50 Migranten an Bord verweigerten sowohl Italien als auch Malta die Genehmigung, einen ihrer Häfen anzusteuern.
    9 min
  • 06.07.2020 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Erste Abriegelung in 100 Jahren
    Die Grenze zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Bundesstaaten Australiens wird wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Der Regierungschef von Victoria, Daniel Andrews, kündigte an, der Übergang nach New South Wales und umgekehrt sei von morgen an bis auf Weiteres nicht mehr möglich. Zuvor waren 127 Neuinfektionen binnen eines Tages in Victoria registriert worden. Es war der bislang größte Anstieg in Australien seit Beginn der Pandemie. In Melbourne, der Hauptstadt Victorias, gelten in 30 Stadtteilen Ausgangssperren. Eine Grenzschließung hatte es in Australien zuletzt 1909 während der "Spanischen Grippe" gegeben.
    Dominikanische Republik vor Machtwechsel
    Der Oppositionspolitiker Luis Abinader hat voraussichtlich die Präsidentenwahl in der Dominikanischen Republik gewonnen. Hauptkonkurrent Gonzalo Castillo von der bislang regierenden Dominikanischen Befreiungspartei (PLD) räumte seine Niederlage ein. Die bisherigen Teilergebnisse zeigten eine "unumkehrbare Tendenz", so Castillo. Sollte sich bestätigen, dass der Sozialdemokrat Abinader an diesem Sonntag die absolute Mehrheit geholt hat, wäre kein zweiter Wahlgang erforderlich. In dem Karibikstaat hatte in den vergangenen 16 Jahren die Mitte-Links-Partei PLD ununterbrochen den Präsidenten gestellt.
    Regierungspartei gewinnt Wahl in Kroatien
    Die Kroatische Demokratische Gemeinschaft (HDZ) hat die Parlamentswahl in Kroatien klar für sich entschieden. Die Partei von Ministerpräsident Andrej Plenkovic komme voraussichtlich auf 68 der 151 Mandate, wie die Staatliche Wahlkommission in Zagreb nach Auszählung von 83 Prozent der Stimmen mitteilte. Die oppositionellen Sozialdemokraten (SDP) landen demnach mit 43 Mandaten abgeschlagen auf dem zweiten Platz. Auf Rang drei kam die neue rechtspopulistische Partei des Musikers und Moderators Miroslav Skoro. Für die Regierungsbildung wird die HDZ auf Koalitionspartner angewiesen sein.
    Feuer in iranischem Atomkomplex
    Der Brand eines Industrieschuppens auf dem Gelände der Atomanlage in Natans im Zentraliran hat offenbar größere Folgen als bislang bekannt. Der Vorfall am Donnerstag habe gravierende Schäden verursacht, zitiert die Nachrichtenagentur Irna den Sprecher der iranischen Atomenergie-Behörde, Behrus Kamalwandi. Die Herstellung von Zentrifugen für die Urananreicherung könne sich dadurch möglicherweise verlangsamen. Natans ist ein zentraler Baustein im umstrittenen Atomprogramm des Iran. Über die Brandursache gibt es bislang keine Informationen.
    Israel startet Vergeltungsangriffe
    Als Reaktion auf Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen hat Israel Stellungen der radikalislamischen Hamas attackiert. Die Luftwaffe habe unterirdische Einrichtungen der Palästinenserorganisation bombardiert, teilte die israelische Armee mit. Wenige Stunden zuvor waren nach Armeeangaben drei Raketen aus dem Gazastreifen auf israelisches Gebiet abgefeuert worden. Bislang bekannte sich niemand dazu. Weder aus Israel noch aus dem Gazastreifen gab es Berichte über Verletzte durch die gegenseitigen Angriffe.
    Trump macht weiter Wahlkampf
    Ungeachtet steigender Corona-Infektionsraten in Teilen der USA plant Präsident Donald Trump eine weitere Wahlkampf-Großveranstaltung. Er werde am kommenden Samstag im Freien auf dem Flughafen in Portsmouth im nordöstlichen Bundesstaat New Hampshire vor Anhängern sprechen, heißt es in einer Mitteilung. Die Gäste würden "stark ermuntert", bereitgestellte Masken zu tragen. An der ersten Wahlkampfveranstaltung Trumps während der Pandemie vor rund drei Wochen in einem geschlossenen Stadion im Bundesstaat Oklahoma hatte es wegen nicht eingehaltener Schutzmaßnahmen Kritik gegeben. Außerdem war die Zahl der Besucher hinter den Erwartungen der Veranstalter zurückgeblieben.
    Diskussion ums Shoppen ohne Maske
    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor einer Abschaffung der Maskenpflicht im Einzelhandel gewarnt. Er verstehe zwar "die Ungeduld und den Wunsch nach Normalität", so der CDU-Politiker. Er betonte aber zugleich, dass das Coronavirus noch da sei. Auch der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans lehnte eine Lockerung ab. Das Land Mecklenburg-Vorpommern erwägt, angesichts niedriger Infektionszahlen die Maskenpflicht in Geschäften abschaffen zu wollen.
    9 min
  • 04.07.2020 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Lange Haft für französischen Dschihadisten
    Wegen Verbrechen im Bürgerkriegsland Syrien ist der französische Islamist Tyler Vilus zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Davon müsse Vilus mindestens 22 Jahre absitzen, bevor er eine vorzeitige Haftentlassung beantragen könne, entschied ein Pariser Gericht. Vilus wurde in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen. Unter anderem ging es um seine Beteiligung an der Ermordung von zwei Gefangenen und der Führung von Kämpfern der Terrororganisation "Islamischer Staat". Die Generalstaatsanwaltschaft bezeichnete den 30-Jährigen als Schlüsselfigur der französischsprachigen Dschihadistenszene.
    Soldaten geraten in Mali in Hinterhalt
    In Mali haben bewaffnete Angreifer mindestens sieben Soldaten getötet und zwei verwundet. Drei weitere würden noch vermisst, teilten die Streitkräfte des westafrikanischen Landes mit. Die Patrouille war in der Region um Mopti unterwegs, als sie bei Gouari unter Feuerbeschuss geriet. Die Angreifer seien auf Motorrädern und in Fahrzeugen aufgetaucht, hieß es. Nach dem Massaker an Dorfbewohnern vom Mittwoch, bei dem etwa 30 Menschen getötet worden waren, hatte die Armee die Soldaten entsandt. Wer hinter dem Angriff steckt, ist bislang unklar. In der Region sind etliche bewaffnete Gruppen aktiv.
    Regierungschef reagiert auf Proteste in Äthiopien
    Eine Woche nach Beginn der landesweiten Proteste in Äthiopien hat Ministerpräsident Abiy Ahmed von gezielten Versuchen gesprochen, das Land zu destabilisieren. Bei einem Treffen mit Regierungsvertretern kündigte Abiy an, die an den Unruhen Beteiligten und deren "Hintermänner" würden zur Rechenschaft gezogen. Die Proteste waren durch die Ermordung des beliebten Sängers Hachalu Hundessa am Montagabend ausgelöst worden. Hachalu gehörte den Oromo an, der größten Volksgruppe in Äthiopien. In seiner Musik ging er auf das Empfinden der Oromo ein, wirtschaftlich und politisch benachteiligt zu werden.
    Türkei geht wieder gegen PKK im Nordirak vor
    Türkische Kampfjets haben im Nordirak abermals Stellungen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK bombardiert. Es seien Ziele in den Regionen Avasin und Baysan zerstört worden, meldete die Nachrichtenagentur Anadolu. Die Türkei hatte Mitte Juni eine Luft- und Bodenoffensive gegen die PKK begonnen, die in den nordirakischen Kandil-Bergen ihr Hauptquartier hat und in der Türkei, Europa und den USA als Terrororganisation gilt. Das irakische Präsidialamt warf der Regierung in Ankara vor, mit der Militäraktion die staatliche Souveränität des Iraks zu verletzen.
    Selbstmordversuche auf "Ocean Viking"
    Die Besatzung des im Mittelmeer umherirrenden Rettungsschiffs "Ocean Viking" hat den Notstand ausgerufen. Die Situation habe sich derart zugespitzt, dass die Sicherheit der 180 Geretteten und der Besatzung nicht mehr gewährleistet sei, so Geschäftsführerin von SOS Méditerranée Deutschland, Verena Papke. Es habe sechs Suizidversuche gegeben, die Migranten hätten einen Hungerstreik begonnen. Viele der Überlebenden befänden sich in großer seelischer Not und litten unter Depressionen. Italien und Malta lehnten Anfragen auf Zuweisung eines Hafens ab, wie Papke weiter mitteilte.
    Commerzbank-Chef Zielke schmeißt hin
    Im Streit mit dem Commerzbank-Großinvestor Cerberus um die künftige Strategie des Geldhauses kommt es an dessen Führungsspitze zu einer überraschenden Veränderung. Vorstandsschef Martin Zielke hat dem Aufsichtsrat seinen vorzeitigen Rückzug angeboten. Als Grund nannte er eine unbefriedigende Geschäftslage. Er wolle den Weg freimachen für einen Neuanfang. Seit Jahren befindet sich die Commerzbank auf einem strengen Sparkurs. Trotz eines massiven Stellenabbaus und zahlreicher Versuche, das Geschäft neu aufzustellen, schaffte der Konzern bis zuletzt nur eine magere Rendite.
    Corona-Lockerungen in England
    Nach mehr als drei Monaten Schließung wegen der Corona-Pandemie öffnen heute in England wieder Hotels, Bars, Restaurants und Pubs. Damit die nach wie vor geltenden Abstandsregeln und andere Corona-Auflagen erfüllt werden können, hatte die britische Regierung im Vorfeld die Lizenzerteilung für den Verkauf von Getränken und Essen im Freien vereinfacht. So dürfen Gäste unter anderem auch auf Parkplätzen bedient werden. In anderen Teilen des Vereinigten Königreichs - Schottland, Wales und Nordirland - gelten die Lockerungen nicht. Großbritannien hat in Europa die meisten COVID-19-Toten.
    9 min
  • 03.07.2020 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Indien kauft in großem Umfang russische Waffensysteme
    Inmitten der jüngsten Spannungen mit China hat Indien angekündigt, 33 russische Militärflugzeuge und Raketensysteme im Wert von umgerechnet rund 4,5 Milliarden Euro zu kaufen. Man habe sich angesichts der aktuellen Lage und der Notwendigkeit zur Stärkung der Streitkräfte für die Grenzverteidigung zur Anschaffung entschieden, erklärte das Verteidigungsministerium. Im Juni waren bei einem Zwischenfall an der Himalaya-Grenze zwischen Indien und China mindestens 20 indische Soldaten zu Tode gekommen. Beide Länder führten weiter Deeskalationsgespräche, hieß es aus Neu Delhi.
    Macron will nach Wahlschlappe Kabinett umbilden
    Nach der schweren Schlappe seines Lagers bei den Kommunalwahlen in Frankreich will Präsident Emmanuel Macron die Regierung umbilden. Es werde eine "neue Mannschaft" geben, sagte der Staatschef in einem Interview mit Regionalzeitungen. Er äußerte sich nicht dazu, ob der populäre Premierminister Édouard Philippe zum neuen Kabinett gehören werde, lobte aber das Vertrauensverhältnis zu dem 49-Jährigen. Bei Kommunalwahlen konnte sich Macrons Partei bis auf wenige Ausnahmen in großen Städten nicht durchsetzen. Stattdessen eroberten Grüne und ihre Verbündeten Städte wie Lyon, Straßburg und Bordeaux.
    Nach jahrelanger Diskussion kommt Grundrente für 1,3 Millionen Rentner
    Der Bundestag hat die sogenannte Grundrente beschlossen, mit der kleine Renten von rund 1,3 Millionen Menschen aufgebessert werden sollen. Wenn der Bundesrat am Freitag zustimmt, kann das Gesetz zum 1. Januar in Kraft treten. Die Grundrente kostet den Staat jährlich rund 1,3 bis 1,6 Milliarden Euro. Der Bundestag beschloss die Grundrente mit den Stimmen der Fraktionen von Union und SPD gegen die Stimmen der AfD und der FDP bei Enthaltung der Grünen und Linken. Sozialminister Hubertus Heil nannte die Grundrente ein zentrales politisches Reformprojekt der Bundesregierung. Es sei kein Almosen.
    Hongkonger Aktivist Joshua Wong bittet deutsche Regierung um Hilfe
    Angesichts des rabiaten Vorgehens der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten in Hongkong hat der Demokratie-Aktivist Joshua Wong die Bundesregierung um Unterstützung gebeten. Diese müsse das Unrecht beim Namen nennen, sagte Wong der "Bild"-Zeitung. "Ich demonstriere weiterhin in der vordersten Reihe mit, die Polizei setzt Wasserwerfer und Tränengas ein, hunderte Demonstranten wurden verhaftet", sagte Wong. Die Demokratie-Bewegung in Hongkong brauche die "Unterstützung Europas gerade jetzt". China hatte ein Sicherheitsgesetz für Hongkong beschlossen, das die Bürgerrechte massiv einschränkt.
    Oberster US-Gerichtshof befasst sich mit Streit um Welfenschatz
    Der Oberste US-Gerichtshof wird sich mit dem juristischen Tauziehen um den berühmten mittelalterlichen Welfenschatz befassen. Der Supreme Court in Washington gab einem Antrag der Bundesrepublik und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) auf eine Prüfung der Frage statt, ob US-Gerichte in dem Fall überhaupt zuständig sind. Hintergrund ist der Verkauf eines Teils des Welfenschatzes durch deutsch-jüdische Kunsthändler im Jahr 1935. Die Erben der Kunsthändler verklagten die SPK und die Bundesrepublik 2015 vor einem US-Gericht auf Herausgabe der wertvollen Sammlung mittelalterlicher Reliquien und kirchlicher Prunkstücke.
    Polizei knackt kriminelles Netzwerk
    Ermittlern in Europa ist durch die Entschlüsselung des geheimen Kommunikationsnetzwerks EncroChat ein großer Schlag gegen die organisierte Kriminalität gelungen. Insgesamt wurden mehr als 800 Verdächtige festgenommen, außerdem Drogenlabore ausgehoben, tausende Kilo Drogen sowie Schusswaffen und Millionen Bargeld beschlagnahmt, wie die europäische Justizbehörde Eurojust mitteilte. EncroChat hatte sich auf den Verkauf verschlüsselter Telefone an kriminelle Organisationen spezialisiert. Der Chat-Dienst wurde laut Eurojust ausschließlich für kriminelle Zwecke genutzt.
    Unentschieden gegen Heidenheim: Werder muss um Bundesliga zittern
    Werder Bremen droht weiterhin der erste Abstieg aus der ersten Fußball-Bundesliga seit 40 Jahren. Die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt kam im Relegations-Hinspiel gegen den Zweitligisten 1. FC Heidenheim nicht über ein 0:0 hinaus. Damit verpasste es der Tabellensechzehnte der 1. Liga, sich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am Montag in Heidenheim zu verschaffen. Zudem wird dann Kapitän Niklas Moisander fehlen, der in der 87. Minute die Gelb-Rote Karte sah.
    9 min
  • 02.07.2020 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Russen stimmen mit Zweidrittelmehrheit für Putins Machterhalt
    Bei einer von Manipulationsvorwürfen überschatteten Abstimmung haben die Bürger in Russland die neue Verfassung angenommen. Nach Angaben der Wahlkommission stimmten nach Auszählung von 90 Prozent der Stimmzettel 78 Prozent für das neue Grundgesetz, mit dem der 67-jährige Präsident Wladimir Putin bis 2036 an der Macht bleiben könnte. 21,2 Prozent lehnten die Vorlage ab. Erste Ergebnisse wurden bereits veröffentlicht, als die Abstimmung noch nicht überall beendet war. Die Beteiligung lag bei rund 65 Prozent. Der Kremlkritiker Alexej Nawalny nannte die Ergebnisse eine "riesige Lüge".
    Bundesregierung: Deutschland hat "genug Reserven" an Remdesivir
    Das als mögliche Corona-Medizin gehandelte Medikament Remdesivir ist nach Angaben der Bundesregierung in Deutschland in ausreichendem Maße verfügbar - obwohl die USA das Mittel in großem Stil aufkaufen. Der Bund habe sich frühzeitig Remdesivir "gesichert", sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Derzeit gebe es "genug Reserven". Das Medikament wird vom US-Konzern Gilead hergestellt und wurde ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt. In den USA und auch in Japan ist es bereits für die Behandlung von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus zugelassen.
    Türkische Minister auf Werbetour in Berlin
    Die Corona-Reisewarnung der Bundesregierung für die Türkei trifft besonders den Tourismus dort. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy kommen deshalb an diesem Donnerstag nach Deutschland, um darüber zu sprechen. Die Reisewarnung gilt derzeit bis Ende August, die Bundesregierung hat die Türkei als Corona-Risikogebiet eingestuft. Ankara wirbt schon seit einiger Zeit um deutsche Touristen, bei denen vor allem der Ort Antalya beliebt ist. Nach Spanien und Italien lag die Türkei bislang auf Platz drei der Favoritenliste deutscher Urlauber.
    Erdogan will härter gegen Online-Netzwerke vorgehen
    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Maßnahmen angekündigt, um Online-Netzwerke im Land stärker zu kontrollieren. In einer Videoschalte mit Vertretern seiner AKP-Partei bekundete er die Absicht, die "Unmoral" in Medien wie YouTube, Twitter und Netflix zu beseitigen. Seine Familie sei in den sozialen Medien beleidigt worden. Finanzminister Berat Albayrak, der auch Erdogans Schwiegersohn ist, hatte am Dienstag gewittert, dass seine Frau Esra ihr viertes Kind geboren habe. Die Polizei nahm später elf Verdächtige wegen "beleidigender Äußerungen" gegen Albayrak und seine Familie fest.
    Raab rügt China wegen des umstrittenen Sicherheitsgesetzes
    Der britische Außenminister Dominic Raab hat China wegen des umstrittenen Sicherheitsgesetzes für Hongkong scharf kritisiert. Er warf der regierenden Kommunistischen Partei eine "Strangulation" der Freiheiten Hongkongs vor. Das sei ein "zutiefst beunruhigender Schritt", sagte Raab im Parlament. Der chinesische Botschafter Liu Xiaoming wurde ins Außenministerium einbestellt. Liu warf Großbritannien Einmischung in die inneren Angelegenheiten Chinas vor. Tausende Hongkonger hatten am Mittwoch, dem 23. Jahrestag der Rückgabe der britischen Kronkolonie an China, gegen das Gesetz protestiert.
    Ukrainischer Zentralbankchef Smoli tritt überraschend zurück
    In der Ukraine hat der Chef der Zentralbank, Jakow Smoli, seinen Rücktritt wegen "systematischen politischen Drucks" eingereicht. Dadurch könne er seinen Pflichten nicht mehr nachkommen, schrieb der 59-Jährige. Er leitet die unabhängige Institution seit März 2018. Das Parlament und Präsident Wolodymyr Selenskyj müssen noch zustimmen. Der Rücktritt könnte nach Ansicht von Analysten die Eigenständigkeit der Bank und damit die Zusammenarbeit mit internationalen Geldgebern gefährden. Der Internationale Währungsfonds hatte Kiew erst im Juni einen Kredit über 2,1 Milliarden US-Dollar gewährt.
    8 min
  • 01.07.2020 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Erste Festnahme in Hongkong
    Das sogenannte "Sicherheitsgesetz" in Hongkong hat kurz nach Inkrafttreten bereits erste Auswirkungen. Die Polizei nahm einen Mann fest, der eine Unabhängigkeitsflagge bei sich trug. Zudem üben sich viele Bürger der chinesischen Sonderverwaltungsregion in Selbstzensur. Deutschlands Außenminister Heiko Maas fordert ein gemeinsames Vorgehen der EU gegenüber China. Das neue "Sicherheitsgesetz" sei "außerordentlich besorgniserregend", sagte Maas im ZDF. Mit dem Gesetz hat sich China weitreichende Vollmachten in Hongkong gegeben. Zuwiderhandlungen können mit lebenslanger Haft bestraft werden.
    Facebook sperrt Rechtsextremisten-Accounts
    Der US-Internetkonzern Facebook hat ein Netzwerk rechtsextremer Gruppen von seinen Seiten verbannt. Das Netzwerk steht nach Angaben des Unternehmens in Verbindung zur sogenannten Boogaloo-Bewegung, die einen Bürgerkrieg in den USA anstrebt. Schwer bewaffnete Anhänger der Bewegung waren in den vergangenen Wochen bei den Anti-Rassismus-Protesten in Erscheinung getreten. Insgesamt schloss Facebook 220 Konten, weitere 95 im zum Konzern gehörenden Bilderdienst Instagram sowie 106 Onlinegruppen. Zuletzt hatte der Druck auf das Unternehmen deutlich zugenommen, Hassbotschaften aus seinen Netzwerken zu entfernen.
    Mehr Corona-Infektionen
    In den USA ist die Zahl der Ansteckungen mit COVID-19 so stark gestiegen wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Innerhalb eines Tages gab es nach Auswertung der Agentur Reuters mehr als 47.000 neue Infektionen. Die Zahl der Infizierten verdoppelte sich im Juni in 14 Bundesstaaten. Kalifornien, Texas und Arizona haben sich zu neuen Epizentren entwickelt. Die Lage sei derzeit nicht komplett unter Kontrolle, sagte US-Seuchenexperte Anthony Fauci vor einem Senatsausschuss. Er befürchtet, dass die tägliche Zahl an Neuinfektionen auf 100.000 steigen könnte, sollte nicht gegengesteuert werden.
    Milliardensumme bei Syrien-Geberkonferenz
    Eine Online-Geberkonferenz für Leidtragende des syrischen Bürgerkriegs hat nach EU-Angaben Hilfszusagen von 6,9 Milliarden Euro erbracht. Allein 4,9 Milliarden Euro seien für das laufende Jahr bestimmt, sagte der für Krisenmanagement zuständige EU-Kommissar Janez Lenarcic. Die EU sagte aus dem Gemeinschaftshaushalt 2,3 Milliarden Euro zu. Deutschland wolle den Flüchtlingen mit 1,58 Milliarden Euro zur Seite stehen, so Bundesaußenminister Heiko Maas. Mehrere Konferenzteilnehmer würdigten die großen Lasten, die Syriens Nachbarstaaten tragen, namentlich Libanon, Jordanien und die Türkei.
    Mindestlohn klettert in kleinen Schritten
    Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland soll Anfang 2021 um 15 Cent auf 9,50 Euro steigen, in drei weiteren Schritten zur Jahresmitte 2022 aber 10,45 Euro erreichen - so die Empfehlung der zuständigen Kommission aus Arbeitgebern und Gewerkschaften. Dies betrifft etwa zwei Millionen Beschäftigte. Mit der Empfehlung für 2021 bleibt die Kommission hinter der Entwicklung der Tariflöhne zurück. Als Grund wird die Wirtschaftskrise infolge der Corona-Pandemie genannt. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sprach sich für 2023 für eine kräftige Anhebung auf zwölf Euro pro Stunde aus.
    Arbeitsplatzabbau bei Airbus
    Wegen der Corona-Krise will der europäische Flugzeugbauer Airbus weltweit rund 15.000 Stellen streichen. Mit 5100 Stellenstreichungen ist der Standort Deutschland am stärksten betroffen. Weitere 5000 Jobs sollen in Frankreich wegfallen, 1700 in Großbritannien und 900 in Spanien. Der Konzern schloss auch betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. Bis Sommer 2021 sollen weltweit elf Prozent der Arbeitsplätze abgebaut werden. Das Unternehmen reagiert damit auf den Einbruch der Nachfrage bei Passagiermaschinen aufgrund der Corona Pandemie.
    Trauer um Carl Reiner
    Der US-Regisseur und Schauspieler Carl Reiner ist tot. Er starb mit 98 Jahren in Los Angeles. Reiner wurde 1922 als Kind österreichischer Einwanderer in New York geboren. Er prägte die Comedy-Szene der USA über viele Jahre. In den 1960er Jahren erfand er die erfolgreiche Sitcom "The Dick Van Dyke Show". Große Erfolge feierte er als Regisseur 1979 mit "Reichtum ist keine Schande" und 1984 mit "Solo für 2". Als Schauspieler glänzte er in der Gaunerkomödie "Ocean's Eleven" und deren Fortsetzungen. Reiner hat drei Kinder, eines davon ist der erfolgreiche Regisseur Rob Reiner.
    9 min

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