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Der Sammler Weitblick und die Brille der Ewigkeit
Hoch auf dem Gipfel des Weltenrandgebirges lebte der Sammler Weitblick in einem alten Turm. Zwischen Fernrohren aus Messing und seltsamen Sternenkarten bewahrte er Hunderte von Brillen auf.
Eines Tages kam die Bäuerin Grete zu ihm, die einen Streit um eine Ziege seit drei Jahren nicht vergessen konnte. Der Sammler schenkte ihr Tee ein und hörte zu. Dann holte er eine unscheinbare Brille aus dem Regal, durch die man ungewöhnlich weit schauen konnte.
Eine Geschichte über den Lauf der Zeit und die Möglichkeit, einen alten Groll behutsam loszulassen.
Dieses Märchen ist frei von Gewalt und Grausamkeiten.
Geschrieben und gelesen von Jens-Henning Gläsker.
Ich freue mich sehr, wenn du Late Night Grimm auf Spotify folgst und die Glocke für neue Folgen aktivierst. Wenn du magst, hinterlasse mir auch einen Kommentar. Deine Worte und deine Unterstützung bedeuten mir sehr viel. Danke, dass du zuhörst.
Mach es dir gemütlich und schlaf gut.
Die Gräfin Nachtglanz und die Eleganz der Dunkelheit
Im Dorf am Hafen zündete man abends so viele Kerzen an, dass die Stuben warm und stickig wurden. Hoch oben auf einer Klippe lebte die Gräfin Nachtglanz, die die Nacht liebte.
Eines Abends machte sich die junge Maren auf den Weg zu ihrem Schloss. Die Gräfin empfing sie ohne Laterne, nur ein Ring aus Mondstein schimmerte an ihrer Hand. Gemeinsam gingen sie durch Räume, in denen die Dunkelheit erstaunlich viele Farben hatte.
Eine Geschichte über Mondlicht auf dem Meer und die leise Geborgenheit der Nacht.
Dieses Märchen ist frei von Gewalt und Grausamkeiten.
Geschrieben und gelesen von Jens-Henning Gläsker.
Mach es dir gemütlich und schlaf gut.
Heute erscheint die 150. Folge von Late Night Grimm. Das möchte ich zum Anlass nehmen, euch Danke zu sagen. Danke fürs Zuhören und für jeden Abend, an dem meine Geschichten euch begleiten dürfen. Ob ihr schon lange dabei seid oder gerade erst hierhergefunden habt: Schön, dass ihr da seid.
Zu diesem Jubiläum bringt Herr Staunewohl ein passendes Fest mit. Eines, für das er nur vor seine Haustür gehen muss.
Im Grauweg waren die Häuser grau, die Zäune grau und die Gesichter meistens auch. Nur Herr Staunewohl fand jeden Morgen etwas, das ihn staunen ließ. Mit seiner großen Brille stand er in seinem kleinen Garten und betrachtete Dinge, an denen die Nachbarn achtlos vorbeigingen. Eines Tages blieb Griesgram neben ihm stehen und sah eine Pfütze. Herr Staunewohl sah darin eine Regatta.
Eine Geschichte über die Freude am genauen Hinsehen. Und eine Einladung, zur 150. Folge gemeinsam ein wenig zu staunen.
Dieses Märchen ist frei von Gewalt und Grausamkeiten.
Geschrieben und gelesen von Jens-Henning Gläsker.
Mach es dir gemütlich und schlaf gut.
Frau Gabenreich und das Füllhorn des Unsichtbaren
In Raffenheim waren die Keller voll und die Truhen schwer. Der Weinhändler besaß dreitausend Flaschen, doch keine war ihm entbehrlich genug, um sie zu öffnen.
Am Stadtrand lebte Frau Gabenreich, die kaum etwas besaß und doch als reichste Frau im ganzen Land galt. Jeden Morgen sammelte sie etwas, das in keine Truhe passte. Eines Tages blieb sie vor der Tür des Weinhändlers stehen und stellte ihm eine kleine Frage.
Eine Geschichte über unsichtbare Gaben und das Gefühl, genug zu haben.
Dieses Märchen ist frei von Gewalt und Grausamkeiten.
Nach einer Idee von Jens-Henning Gläsker.
Gelesen von Jens-Henning Gläsker.
Mach es dir gemütlich und schlaf gut.
- Zurück aus der (langen) Sommerpause -
Der Wanderer Querfeldein
In der Stadt Rechtwinklig ging man immer den kürzesten Weg. Selbst die Bäume mussten sich an die rechten Winkel halten.
Nur Querfeldein machte lieber Umwege. Er schlenderte durch unbeachtete Gassen und kam meistens woanders an, als er vorgehabt hatte. Eines Tages führte ihn sein Weg zu einem kleinen Garten, den seit zwanzig Jahren niemand gefunden hatte.
Eine Geschichte über die Kunst des Schlenderns und die kleinen Wunder, an denen man auf dem kürzesten Weg vorbeigeht.
Dieses Märchen ist frei von Gewalt und Grausamkeiten.
Nach einer Idee von Jens-Henning Gläsker.
Gelesen von Jens-Henning Gläsker.
Mach es dir gemütlich und schlaf gut.
In dieser Folge von Late Night Grimm reisen wir in die laute Stadt Plappermünde, wo jeder spricht, aber kaum jemand zuhört. Dort lebt der Schneider Wortkarg – ein stiller Mann, der aus gesammelter Ruhe und eingefangener Stille besondere Mäntel näht. Wer einen seiner Mäntel trägt, entdeckt eine Welt, die plötzlich leiser wird.
Als eine erschöpfte Frau seinen Laden betritt, beginnt eine ungewöhnliche Reise. Sie lernt, dass Stille keine Leere ist, sondern ein Raum zum Atmen, Nachdenken und Ankommen. Und vielleicht entdeckt sie dabei eines der wertvollsten Geheimnisse des Lebens: Nicht alles, was wichtig ist, muss ausgesprochen werden.
Ein ruhiges, nachdenkliches Einschlafmärchen über die Kraft des Schweigens, das Zuhören und die seltene Kunst, einfach einmal nichts sagen zu müssen.
Gelesen von Jens-Henning Gläsker
Folgenbeschreibung
In dieser Folge von Late Night Grimm begegnen wir Fräulein Federleicht – einer ungewöhnlichen Frau, die in einer Welt voller Sorgen, Schwere und düsterer Gedanken ihre Leichtigkeit bewahrt. Als der erschöpfte Gelehrte Bleifuß den Weg zu ihrem Turmzimmer findet, hofft er auf Antworten auf die Lasten des Lebens. Doch statt komplizierter Lösungen erwartet ihn eine überraschende Lektion über Perspektive, Hoffnung und die Kunst, nicht in den eigenen Sorgen zu wohnen.
Ein ruhiges, poetisches Einschlafmärchen über die Balance zwischen Schwere und Leichtigkeit, über den Blick zum Horizont und darüber, warum manchmal ein wenig schöner Unsinn genau das ist, was wir brauchen.
Mach es Dir bequem und begleite Fräulein Federleicht auf ihrem Tanz über die Abgründe des Lebens.
Gelesen von Jens-Henning Gläsker
Herzlich willkommen zu Late Night Grimm – Märchen zum Entspannen.
In dieser Folge reisen wir nach Rastlos – eine Stadt, in der niemand stillsteht und jeder glaubt, immer schneller werden zu müssen. Doch am Rand dieser rastlosen Welt lebt Meister Stillvergnügt, ein Tischler, der scheinbar nichts tut und dennoch die schönsten Dinge erschafft.
Als der junge Kaufmann Hasterich voller Hektik und Ungeduld zu ihm kommt, beginnt für ihn eine ungewöhnliche Lektion: die Kunst des Innehaltens. Zwischen Goldfischen, Tee und stillen Stunden entdeckt er langsam, dass Ruhe keine verlorene Zeit ist – sondern vielleicht das Wertvollste überhaupt.
Ein sanftes Einschlafmärchen über Langsamkeit, Achtsamkeit und die stille Weisheit des Nichtstuns.
Ich danke dir fürs Zuhören und wünsche dir nun eine gute Nacht, angenehme Träume und einen erholsamen Schlaf. Mach’s gut.
Gelesen von Jens-Henning Gläsker
Herzlich willkommen zu Late Night Grimm – Märchen zum Entspannen.
In dieser Folge reisen wir hinauf in ein abgelegenes Bergdorf, in dem die Winter lang sind und die Menschen gelernt haben, ihre Sorgen für sich zu behalten. Doch am Waldrand lebt Fräulein Herzenswarm – eine stille Frau mit einem warmen Herd, einer einfachen Suppe und einer besonderen Gabe: Sie kann zuhören.
Wer den kleinen Pfad zu ihrer Hütte hinaufgeht, sucht oft keinen Rat und keine Heilung, sondern einfach einen Ort, an dem man schwach sein darf. Einen Ort, an dem Schweigen erlaubt ist und Trost nicht aus großen Worten besteht, sondern aus Wärme, Geduld und Menschlichkeit.
Ein sanftes Einschlafmärchen über Mitgefühl, stille Nähe und die leise Kraft des Zuhörens.
Ich danke dir fürs Zuhören und wünsche dir nun eine gute Nacht, angenehme Träume und einen erholsamen Schlaf. Mach’s gut.
Gelesen von Jens-Henning Gläsker
Herzlich willkommen zu Late Night Grimm – Märchen zum Entspannen.
In dieser Folge begegnen wir Geringmut – einem stillen Mann mit unzähligen Hosentaschen, in denen er die kleinen Wunder der Welt bewahrt. Einen schimmernden Wassertropfen, ein winziges Samenkorn oder den zarten Flügel einer Libelle. Dinge, die fast jeder übersieht.
Als eines Tages ein riesiger Fremder ins Dorf kommt, der nur die großen Dinge des Lebens kennt, zeigt ihm Geringmut eine andere Art des Sehens. Eine Welt voller kleiner Schönheiten, die verborgen bleiben, wenn man nie innehält und nie genau hinschaut.
Ein ruhiges Einschlafmärchen über Staunen, Aufmerksamkeit und die Erkenntnis, dass wahre Größe oft in den kleinsten Dingen verborgen liegt.
Ich danke dir fürs Zuhören und wünsche dir nun eine gute Nacht, angenehme Träume und einen erholsamen Schlaf. Mach’s gut.
Gelesen von Jens-Henning Gläsker
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