mit Gesundheitsökonom Prof. Dr. Jonas Schreyögg
Deutschland gibt viel Geld für Gesundheit aus – doch die Ergebnisse bleiben oft hinter den Möglichkeiten zurück. Warum ist das so? Und welche Reformen braucht ein System, das unter Druck steht: in Kliniken, Pflege, Notfallversorgung und Arztpraxen?
In dieser Folge spricht Béla Anda mit Gesundheitsökonom Prof. Dr. Jonas Schreyögg über Wege aus der Pflege- und Klinikkrise. Es geht um bessere Patientensteuerung, stärkere Hausarztmodelle, neue Rollen für Pflegefachpersonen, internationale Vorbilder, die Reform der Notfallversorgung – und darum, warum künstliche Intelligenz Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen, aber sehr wohl unterstützen kann.
In dieser Episode geht es um die Frage, wie das deutsche Gesundheitssystem zukunftsfähiger werden kann.
Prof. Dr. Jonas Schreyögg erklärt, warum Deutschland zwar eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt hat, aber bei Versorgungsqualität und Gesundheitsergebnissen nicht überall zur Spitzengruppe gehört. Ein zentrales Problem: Patientinnen und Patienten werden zu wenig durch das System gesteuert.
Warum hohe Gesundheitsausgaben nicht automatisch bessere Versorgung bedeuten
Was Deutschland von skandinavischen Ländern, Singapur, Dänemark und den USA lernen kann
Warum chronisch Erkrankte besonders unter fehlender Koordination leiden
Weshalb ein Primärarztsystem helfen könnte
Wie Hausärztinnen und Hausärzte künftig stärker lotsen und koordinieren könnten
Warum Pflegefachpersonen mehr Kompetenzen übernehmen sollten
Was „Registered Nurses“ in anderen Ländern leisten
Warum die Notfallversorgung in Deutschland reformiert werden muss
Wie Fehlsteuerung Notaufnahmen und Rettungsdienste belastet
Was Gesundheitskioske leisten können – und warum sie nicht überall sinnvoll sind
Welche Rolle Kommunikation, Umsetzung und Selbstverwaltung bei Reformen spielen
Warum die elektronische Patientenakte für bessere Versorgung entscheidend ist
Wie KI in Radiologie, Diagnostik und Screening unterstützen kann
Warum KI Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen wird
Weshalb intelligente Patientensteuerung der zentrale Reformhebel ist
Das deutsche Gesundheitssystem braucht nicht nur mehr Geld, sondern bessere Strukturen: mehr Koordination, klare Patientenwege, stärkere Primärversorgung, sinnvoll eingesetzte Pflegekompetenzen und eine modernisierte Notfallversorgung.
Patientensteuerung muss zum Kern der nächsten Reformen werden – unterstützt durch passende Anreize für Ärztinnen und Ärzte, Patientinnen und Patienten, Kliniken und Krankenkassen.