LeichtLos – Der Video-Podcast

LeichtLos – Der Video-Podcast

By Thomas Mül13rBusiness
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LeichtLos – Der Video-Podcast episodes

  • #16 – Eine Sporttasche, gepackt für zwei Wochen | Ana Schanze

    Eine Sporttasche, gepackt für zwei Wochen Winterferien. Aus den zwei Wochen wurden über 30 Jahre in Deutschland. Ana war 14, kam aus dem heutigen Bosnien und saß am 13. Januar statt in ihrer Klasse in einer Sprachklasse, in der sie kein Wort verstand. Acht Jahre lang, bis zum Abitur, hatte sie nur eine Duldung — jederzeit abschiebbar. Halt fand sie im Volleyball: Verein mit 14, Bundesliga-Vertrag in Hamburg, Beachvolleyball-Tour, später ein Weltmeistertitel in der Ü40. Heute ist sie Bewegungstherapeutin und sagt: „Mein Körper ist mein Zuhause." Über zwanzig Mal ist sie seitdem umgezogen. Auf die Frage, ob sie angekommen sei, antwortet sie: „Im Grunde genommen eigentlich nicht." Und ganz am Ende, mit 48: „Ich habe immer noch sehr viele Zweifel an mir."

    1 hr 1 min
  • #15 – 40 Jahre Polizei, mit 60 nochmal von vorn | Meike Frie

    40 Jahre Polizei in Hamburg, Einstieg als Kriminalkommissaranwärterin, zuletzt Führungskraft. An ihrem 60. Geburtstag steht Meike Frie stattdessen bei einem internationalen Polizeiwettkampf in Kanada im Sand und holt Gold im Beachvolleyball. Es ist der Tag, an dem sie sich entscheidet.

    Im Gespräch geht es um Sicherheit als Rahmen und als Grenze. Um den Satz eines Chefs, der ihr geblieben ist: „es muss sich ja lohnen, dass man in einer gesicherten Armut lebt." Um ein NLP-Wochenende für 99 Euro, nach dem sie mitten im Polizeidienst nicht mehr wusste, was eigentlich die Wahrheit ist. Um Sport mit 62 unter halb so alten Trainingspartnern und um ihre Mutter, 87, die eine Etage über ihr wohnt und morgens singt.

    Und um eine Rechnung, die sie erst nach der Pensionierung aufgemacht hat: Was sie heute dazuverdient, wird ihr an anderer Stelle wieder abgezogen.

    51 min
  • #14 – Beide Eltern Lehrer, trotzdem allein mit der Schule | Sarah Urmersbach

    Beide Eltern Lehrer, die Schwester Lehrerin, der Mann Lehrer, den Schwiegervater eingerechnet macht das fünf. Sarah Urmersbach unterrichtet seit 14 Jahren Sport und Ernährungslehre am Berufskolleg, verbeamtet, und sagt über diese Stelle: "ich müsste nackt kommen und mich im Schrank verstecken, dann wird vielleicht einer sagen, das geht jetzt nicht." Dann kommt einer ihrer drei Söhne mit der Schule nicht mehr zurecht — und ausgerechnet das Wissen zweier Lehrer ändert nichts: "Wir stehen alleine da und haben das auch immer noch." Um 7.30 Uhr beginnt ihr Unterricht, der Elfjährige bräuchte sie zu Hause. Im Gespräch geht es um Dokumentationspflichten statt Unterricht, um große Klassen und Lehrermangel, um die Frage, wer eigentlich über ihre Zeit bestimmt. Heute geht sie einen Tag pro Woche in die Schule statt drei. Den Beamtenstatus behält sie. Vorerst.

    52 min
  • #13 – Yvonne sagt Feuerwerk, Rabea sagt turbulent | Yvonne Meyerding & Rabea Hillebrand

    Yvonne und Rabea waren beide schon zu Gast bei LeichtLos — einzeln, ein paar Monate auseinander. Jetzt sitzen sie gemeinsam hier, und das Gespräch zeigt, wie unterschiedlich ein ähnlicher Weg aussehen kann. Beide haben drei Kinder, beide einen Job daneben, beide PM-International. Yvonne beschreibt ihr Leben als totalen Widerspruch: Vorwärts und rückwärts gleichzeitig. Rabea stellt seit Wochen den Wecker auf 4 Uhr — Powercocktail, Räucherstäbchen, anderthalb Stunden Arbeit, bevor die Kinder aufwachen.

    Es geht um eine Entscheidung, die Rabea im Dezember traf und die kein Bühnenmoment wurde — und trotzdem ihr bisher größtes Learning war. Um eine Küche, Tränen, und den Vergleich zwischen Schimmel an den Wänden und einem selbst finanzierten Auto. Und darum, was es kostet, wenn man sich ändert — und Freundschaften daran zerbrechen. Ein Wort von Yvonne für ihren Weg: Feuerwerk. Von Rabea: turbulent.

    1 hr 17 min
  • #12 – „Alina, du hast ADHS" — „Hab ich ganz sicher nicht" | Alina Rogov

    „Alina, du hast ADHS." Der Satz kommt von einer Freundin, und Alina wehrt ihn sofort ab: „Hab ich nicht. Hab ich ganz sicher nicht." Ein Jahr später hat sie eine Überweisung zur Diagnostik und wartet auf einen Termin — gesichert ist bis heute nichts.

    Alina Rogov ist 30, Mutter eines Achtjährigen und seit zehn Jahren im Network Marketing bei PM-International. Erste Aufstiegsstufe nach drei Monaten, im vierten der Crash, seither Auf und Ab — und seit sieben Jahren dieselbe Position.

    Es geht um einen Selbstwert, der an Ergebnissen hängt, um Hyperfokus und abgebrochene Vorhaben, um einen Lagerjob von Oktober bis Januar und um eine Autoimmunerkrankung, aus der sie nach eigenen Worten noch nicht heraus ist.

    54 min
  • #11 – „Jetzt kriegst du einen Herzinfarkt" | Tobias Schneider

    Oktober 2023, abends auf der Couch. Die Partnerin ist in der Nachtschicht auf der Intensivstation, Tobias ist allein zu Hause, und plötzlich rast sein Herz. Sein erster Gedanke: Herzinfarkt. Es ist seine erste Panikattacke.

    Tobias ist 36 und arbeitet in der Radiologie im Krankenhaus. Vorausgegangen waren Sehstörungen mitten im Dienst, MRT, Augenarzt — organisch ohne Befund. Danach beginnt das, was er selbst Vermeidung nennt: nicht mehr zur Arbeit, nicht mehr zum besten Freund, nicht mehr in den Supermarkt. Am Ende bleiben vier Wände. Im Februar 2024 geht er für sechs Wochen in eine psychosomatische Klinik.

    Im Gespräch beschreibt er, wie sich ein Morgen anfühlt, an dem man nur darauf wartet, dass der Tag vorbei ist. Und warum er sagt, dass er mit sich noch nicht fertig ist.

    45 min
  • #ECHO zur Folge 10 – Der Moment am Fenster

    Es gibt Momente, die wirken unscheinbar – und genau deshalb übersieht man sie leicht. Dieses LeichtLos-ECHO bleibt bei einem Gedanken aus der Folge mit Maike stehen: dem Augenblick, in dem ihr klar wird, dass eine Entscheidung eines anderen Menschen ihr eigenes Leben komplett aus dem Gleichgewicht bringen kann. Kein Drama. Kein lauter Wendepunkt. Nur diese eine Frage, die plötzlich im Raum steht: Wie viel von meinem Leben habe ich eigentlich selbst entschieden – und wie viel ist einfach passiert? Eine ruhige Reflexion über Abhängigkeit, Wachwerden und den Moment, in dem ein einzelner Gedanke reicht, um das eigene Leben neu zu betrachten.

    6 min
  • #10 – 23 Geldglaubenssätze in elf Minuten | Maike

    Elf Minuten, 23 Sätze: Maike sitzt mit Zettel und Stift auf dem Sofa und schreibt zum ersten Mal auf, was sie über Geld glaubt. Davor stand sie am Fenster – Fuß gebrochen, auf Krücken, die Kinder beim Vater. Dort stolpert sie über einen Gedanken: Jemand anders trifft eine Entscheidung, und ihr Leben gerät aus den Fugen. Den Ausdruck „finanzielle Abhängigkeit" hat sie nie gehört, sie leitet ihn sich selbst her und tippt ihn danach bei Google ein.

    Maike ist 41, Mama, lebt in Hamburg und arbeitet heute als Coach. Im Gespräch geht es um Alleinerziehen unter Corona, um eine Testung, die ihr zeigte, dass sie nicht dumm ist, und um einen Konflikt, der noch läuft: „jetzt, wo es an dem Punkt ist, wo es sich auch in Zahlen zeigen darf, springt einfach mein altes System an."

    1 hr 4 min
  • #ECHO zur Folge 09 – Wenn Aushalten normal wird

    Kein Zusammenbruch. Kein großer Wendepunkt. Sondern der Moment, in dem man merkt, dass man etwas schon sehr lange aushält – und es längst für normal hält. Ich spreche darüber, wie Funktionieren zur Identität werden kann und warum genau das es so schwer macht, eigene Grenzen überhaupt noch zu erkennen. Keine Lösung. Kein Appell. Nur eine ruhige Beobachtung darüber, wann Aushalten nicht mehr Stärke ist – sondern ein Muster.

    5 min
  • #09 – Kein Befund für die Schmerzen, dafür ein Rezept | Benny Fritzsch

    Mit 14 fangen die Bauchbeschwerden an. Mit 39 liegen über 20 Jahre Arztbesuche hinter Benny Fritzsch, ohne Befund. Am Ende dieser Suche hält er ein Rezept für Psychopharmaka in der Hand — und löst es nie ein.

    Benny ist Konstrukteur im Maschinenbau, Papa von zwei Jungs, Raum Stuttgart. Lange hat er seinen Selbstwert daran gemessen, wie viel er aushält und wie viel er allein schafft. Es geht um Schmerzen, die man irgendwann für normal hält, um eine Pyramide auf einem Küchentisch, um Geld, das er in einem Schneeballsystem komplett verloren hat, und um eine Trennung nach fast 20 Jahren Beziehung, die er beiläufig erwähnt.

    Bei Minute sieben sagt er, er finde es ganz schlimm, wenn Menschen Hilfe nicht annehmen. Eine halbe Stunde später sagt er, genau das habe er selbst jahrelang getan. Und dass er es bereut.

    43 min

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