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Im Leitorchester rezipieren wir einmal monatlich zu einem bestimmten Thema Artikel aus bekannten Leitmedien. Ziel jeder Folge ist es, zu beurteilen, ob die Texte kritisch und objektiv genug sind.
Nach nun fast einem Jahr Sendezeit fragen wir uns: Wie hat dieses Podcast-Konzept für uns funktioniert? Müssen wir uns wirklich sklavisch an einen festen Publikationsturnus halten? Und: Sollten wir das Konzept über den Haufen werfen und völlig neu gestalten?
In dieser Folge reflektieren wir all diese Aspekte. Doch noch wichtiger für uns ist: Was haltet Ihr von unserem bisherigen Podcast-Konzept? Was haben wir gut gemacht? Was sollten wir ändern? Schreibt uns Eure Meinung an: [email protected]
Wir freuen uns auf Euer Feedback!
Anfang Oktober 2021 tritt Sebastian Kurz als österreichischer Bundeskanzler zurück. Ihm wird vorgeworfen, Umfragen und Medien zu seinen Gunsten manipuliert zu haben. Trotz dieser Vorwürfe zieht sich Kurz nicht aus der Politik zurück. Nach seinem Rücktritt setzt er den ihm nahestehenden Alexander Schallenberg als Bundeskanzler und sich selbst als Parteiobmann der konservativen ÖVP ein.
Wir haben uns gefragt: Wie bewerten die Medien die strategischen Schachzüge des ehemaligen Bundeskanzlers? Gibt es einen Unterschied in der Berichterstattung zwischen deutschen und österreichischen Medien? Und haben Medienmanipulation und Korruption in der Alpenrepublik Tradition?
Besprochene Medien:
Zusätzliche Informationen & Artikel:
Im Juli 2021 wurde bekannt, dass die Spionage-Software Pegasus nicht wie behauptet nur zur Terror-Abwehr und bei schwersten kriminellen Delikten genutzt wird, sondern dass damit auch weltweit Journalist:innen und Regierungskritiker:innen abgehört werden. Wie kurze Zeit später bekannt wurde, setzt sogar das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) Pegasus ein. Wie genau und in welchen Fällen ist nicht bekannt.
Wir haben uns gefragt: Wie gehen die Medien mit diesem sensiblen Thema um? Bekommt die Affäre um die Abhöraktionen von Oppositionellen wirklich genügend Aufmerksamkeit? Und müssen auch wir uns Sorgen machen, dass unsere privaten Messenger-Nachrichten mitgelesen werden?
Besprochene Medien:
Zusätzliche Informationen & Artikel:
Die Lokführer:innen wollen mehr Geld: 3,2 Prozent mehr Lohn und eine Corona-Prämie über 600 Euro. Die Deutsche Bahn stimmt einer Lohnerhöhung zwar zu, allerdings in zwei Schritten, die über fast zwei Jahre ausgedehnt werden sollen. Zu wenig für die Beschäftigten: Mit einer überwältigenden Mehrheit von 95 Prozent stimmten die Mitglieder der GDL (Gewerkschaft Deutscher Lokführer) für den Streik.
Die Medien zeigen wenig Verständnis für die streikenden Beschäftigten. Die Bahnstreiks werden wahlweise als „schäbig“ (SZ) oder „verantwortungslos“ (RND) bezeichnet. Vor allem GDL-Chef Weselsky wird persönlich angegriffen und als „Gruppenegoist“ (Handelsblatt) oder „Egomane“ (ntv) betitelt.
Wir haben uns gefragt, wie Weselsky es zum „meistgehassten Gewerkschafter“ (RP online, 2014) gebracht hat, ob die Medien die einseitige Berichterstattung zugunsten der Deutschen Bahn reflektiert haben und warum sich kaum ein Artikel mit den Arbeitsbedingungen und Forderungen der Lokführer:innen beschäftigt.
Besprochene Medien:
Zusätzliche Informationen & Artikel:
Seit Annalena Baerbock von Bündnis 90/Die Grünen Mitte April 2021 zur Kanzlerkandidatin gekürt wurde, berichten die Medien ausschweifend und wohlwollend über sie. Zumindest bis einige ihrer „Verfehlungen“ bekannt wurden. Seitdem wird sie von manchen Journalist:innen geradezu verrissen.
Wir haben uns gefragt: Wie konnte es zu diesem Stimmungswechsel kommen? Warum spielt Baerbocks Familienleben eine außergewöhnlich bedeutende Rolle in der Berichterstattung? Und warum werden ihre politische Ambitionen im medialen Kreuzfeuer kaum beachtet?
Besprochene Medien:
Zusätzliche Informationen & Artikel:
Wir haben uns gefragt: Wie begegnen wir einander im Rahmen eines demokratischen Diskurses? Haben Medien und Politik in einem Jahr Pandemie dazugelernt? Und: Wie viel Kritik verträgt unsere „nervöse“ Gesellschaft?
Ein Gespräch über die Berichterstattung zu den Corona-Maßnahmen, das Manifest für die offene Gesellschaft und den Aufreger #allesdichtmachen.
Quellenhinweise:
Seit geraumer Zeit rückt eine „neue“ Diskriminierungsform ins Blickfeld von Soziolog:innen, Schriftsteller:innen und Medien – der Klassismus, welcher die Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft beschreibt.
Wir haben uns angeschaut, wie Arbeiterklasse und Prekariat in den Medien rezipiert werden: Halten neben dem Wunsch nach mehr Respekt und Anerkennung auch handfeste Forderungen wie höhere Löhne und bessere Sozialleistungen Einzug in die Berichterstattung, um die ökonomische Lage von Angehörigen der Arbeiterklasse nachhaltig zu verbessern? Und welches Bild zeichnen Medien über „die da unten“?
Besprochene Medien:
Zusätzliche Informationen/Artikel/Literatur:
Der Impfstoff von AstraZeneca soll weniger wirksam sein und schwerwiegendere Nebenwirkungen haben als jene Vakzine von Moderna und BioNTech/Pfizer. Von der Bundesregierung und den Leitmedien wird AstraZeneca dennoch verteidigt. Wir haben uns angeschaut, mit welchen Argumenten der Impfstoff in Schutz genommen wird, wie der Virologe Alexander Kekulé das Vakzin beurteilt und warum Kritik an der Wirksamkeit AstraZenecas unerwünscht ist.
Besprochene Medien:
Zusätzliche Informationen/Artikel:
From the publisher's feed
Einmal im Monat schauen wir uns verschiedene mediale Blickwinkel auf ein aktuelles Stück Zeitgeschehen an und stellen uns die Fragen: Welche Perspektiven werden besprochen? Welche Standpunkte werde…
Von Björn Kosjak & Melanie Schröder, Intro: Wolfgang Mayer, CC BY-NC.