Lesung - Klassiker, Philosophie, Gedichte | Gelesen von Elisa Demonki

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Lesung - Klassiker, Philosophie, Gedichte | Gelesen von Elisa Demonki episodes

  • (61) George Gordon Byron »Stanzen für Musik« / »Stanzas For Music«
    »Byron allein lasse ich neben mir gelten.«
    J.W.Goethe
    There be none of Beauty‘s daughters
    With a magic like thee;
    And like music on the waters
    Is thy sweet voice to me:
    Der Schönheit Töchter keine gleich’
    Mit einem Zauber ähnlich dir,
    Wie Musik aus dem Wasserreich
    Ist deine süße Stimme mir:
    When, as if its sound were causing
    The charmed ocean‘s pausing,
    The waves lie still and gleaming,
    And the lull‘d winds seem dreaming.
    Sie zog, sobald ihr Ton begann,
    Den Ozean in ihren Bann;
    Glänzend still, die Wellen schwingen
    Und die Winde träumend singen.
    And the midnight moon is weaving
    Her bright chain o‘er the deep;
    Whose breast is gently heaving,
    As an infant‘s asleep:
    Und der Mitternachtsmond webend
    Hell sein Netz über der Tiefe,
    Deren Brust sich langsam hebend
    Als ob leis ein Kindlein schliefe:
    So the spirit bows before thee,
    To listen and adore thee;
    With a full but soft emotion,
    Like the swell of Summer‘s ocean.
    So beugt sich so vor dir der Geist,
    Der dir zuhört und dich preist;
    Mit der kraftvoll sanften Regung,
    Wie des Sommermeers Bewegung.«
    Der britische Dichter George Gordon Byron schrieb das Gedicht im Jahre 1816 für seine Tochter Ada. Ada Lovelace gilt heute als die erste Programmiererin der Welt.
    Übersetzung von Anna J. Rahn aus dem Buch »Lord Byron – Ein Autobiografisches Lesebuch«
    mit Bildern von Ulrike Theusner. Sie spielte auch das Klavier in »Stanzas For Music«.
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    8 min
  • (60) Jacob und Wilhelm Grimm »Der alte Großvater und der Enkel«
    Es war einmal ein steinalter Mann, dem waren die Augen trüb geworden, die Ohren taub, und die Knie zitterten ihm. Wenn er nun bei Tische saß und den Löffel kaum halten konnte, schüttete er Suppe auf das Tischtuch, und es floß ihm auch etwas wieder aus dem Mund.
    Sein Sohn und dessen Frau ekelten sich davor, und deswegen mußte sich der alte Großvater endlich hinter den Ofen in die Ecke setzen, und sie gaben ihm sein Essen in ein irdenes Schüsselchen und noch dazu nicht einmal satt; da sah er betrübt nach dem Tisch, und die Augen wurden ihm naß.
    Einmal auch konnten seine zitterigen Hände das Schüsselchen nicht festhalten, es fiel zur Erde und zerbrach. Die junge Frau schalt, er sagte aber nichts und seufzte nur. Da kaufte sie ihm ein hölzernes Schüsselchen für ein paar Heller, daraus mußte er nun essen.
    Wie sie da so sitzen, so trägt der kleine Enkel von vier Jahren auf der Erde kleine Brettlein zusammen. »Was machst du da?« fragte der Vater.
    »Ich mache ein Tröglein,« antwortete das Kind, »daraus sollen Vater und Mutter essen, wenn ich groß bin.«
    Da sahen sich Mann und Frau eine Weile an, fingen endlich an zu weinen,
    holten alsofort den alten Großvater an den Tisch und ließen ihn von nun an immer mitessen, sagten auch nichts, wenn er ein wenig verschüttete.
    5 min
  • (59) Johann Wolfgang von Goethe »Hexenküche« Auszug aus »Faust - Der Tragödie erster Teil«
    Auf einem niedrigen Herd steht ein großer Kessel über dem Feuer. In dem Dampfe, der davon in die Höhe steigt, zeigen sich verschiedene Gestalten. Eine Meerkatze sitzt bei dem Kessel und schäumt ihn, und sorgt daß er nicht überläuft. Der Meerkater mit den Jungen sitzt darneben und wärmt sich. Wände und Decke sind mit dem seltsamsten Hexenhausrat geschmückt.
    Faust.
    Mir widersteht das tolle Zauberwesen!
    Versprichst du mir, ich soll genesen,
    In diesem Wust von Raserei?
    Verlang’ ich Rat von einem alten Weibe?
    Und schafft die Sudelköcherei
    Wohl dreißig Jahre mir vom Leibe?
    Weh mir, wenn du nichts bessers weißt!
    Schon ist die Hoffnung mir verschwunden.
    Hat die Natur und hat ein edler Geist
    Nicht irgend einen Balsam ausgefunden?
    Mephistopheles.
    Mein Freund, nun sprichst du wieder klug!
    Dich zu verjüngen, gibt’s auch ein natürlich Mittel;
    Allein es steht in einem andern Buch,
    Und ist ein wunderlich Kapitel.
    Faust.
    Ich will es wissen.
    Mephistopheles.
    Gut! Ein Mittel, ohne Geld
    Und Arzt und Zauberei, zu haben:
    Begib dich gleich hinaus aufs Feld,
    Fang’ an zu hacken und zu graben,
    Erhalte dich und deinen Sinn
    In einem ganz beschränkten Kreise,
    Ernähre dich mit ungemischter Speise,
    Leb’ mit dem Vieh als Vieh, und acht’ es nicht für Raub,
    Den Acker, den du erntest, selbst zu düngen;
    Das ist das beste Mittel, glaub’,
    Auf achtzig Jahr dich zu verjüngen!
    Faust.
    Das bin ich nicht gewöhnt, ich kann mich nicht bequemen
    Den Spaten in die Hand zu nehmen,
    Das enge Leben steht mir gar nicht an.
    Mephistopheles.
    So muß denn doch die Hexe dran.
    Faust.
    Warum denn just das alte Weib?
    Kannst du den Trank nicht selber brauen?
    Mephistopheles.
    Das wär’ ein schöner Zeitvertreib!
    Ich wollt’ indes wohl tausend Brücken bauen.
    Nicht Kunst und Wissenschaft allein,
    Geduld will bei dem Werke sein.
    Ein stiller Geist ist Jahre lang geschäftig,
    Die Zeit nur macht die feine Gährung kräftig.
    Und alles was dazu gehört
    Es sind gar wunderbare Sachen!
    Der Teufel hat sie’s zwar gelehrt;
    Allein der Teufel kann’s nicht machen.
    5 min
  • (58) Johann Wolfgang von Goethe »Gretchens Stube« aus »Faust - Der Tragödie erster Teil«
    Gretchen (am Spinnrad, allein)
    Meine Ruh ist hin,
    Mein Herz ist schwer;
    Ich finde sie nimmer
    und nimmermehr.
    Wo ich ihn nicht hab,
    Ist mir das Grab,
    Die ganze Welt
    Ist mir vergällt.
    Mein armer Kopf
    Ist mir verrückt,
    Meiner armer Sinn
    Ist mir zerstückt.
    Meine Ruh ist hin,
    Mein Herz ist schwer,
    Ich finde sie nimmer
    und nimmermehr.
    Nach ihm nur schau ich
    Zum Fenster hinaus,
    Nach ihm nur geh ich
    Aus dem Haus.
    Sein hoher Gang,
    Sein edle Gestalt,
    Seines Mundes Lächeln,
    Seiner Augen Gewalt,
    Und seiner Rede
    Zauberfluß,
    Sein Händedruck,
    Und ach! sein Kuß!
    Meine Ruh ist hin,
    Mein Herz ist schwer,
    Ich finde sie nimmer
    und nimmermehr.
    Mein Busen drängt
    Sich nach ihm hin,
    Ach dürft ich fassen
    Und halten ihn,
    Und küssen ihn,
    So wie ich wollt,
    An seinen Küssen
    Vergehen sollt!
    6 min
  • (57) Christoph Wilhelm Hufeland im Vor- und Nachwort zu Immanuel Kants »Von der Macht des Gemüts«
    Unglaublich ist es, was der Mensch vermag, auch im Physischen, durch die Kraft des festen Willens; und so auch durch die Not, die oft allein einen solchen festen Willen hervorzubringen vermag.
    Wer kann leugnen, daß es Wunder und Wunderheilungen gibt? – Aber was sind sie anders als Wirkungen des festen Glaubens entweder an himmlische Kräfte, oder auch an irdische und folglich Wirkungen des Geistes?
    Jedermann kennt die Kraft der Imagination. Niemand zweifelt daran, daß es eingebildete Krankheiten gibt, und daß eine Menge Menschen an nichts anders krank sind, als an der Krankheitseinbildung (Hypochondrie). Ist es nun aber nicht ebensogut möglich und unendlich besser, sich einzubilden, gesund zu sein? Und wird man nicht dadurch ebensogut seine Gesundheit stärken und erhalten können, als durch das Gegenteil die Krankheit?
    Ja am auffallendsten zeigte sich die Kraft des Geistigen bei ansteckenden und epidemischen Krankheiten. Es ist eine ausgemachte Erfahrungssache, daß die, welche guten Mut haben, sich nicht fürchten und ekeln, am wenigsten angesteckt werden. Aber daß eine schon wirklich geschehene Ansteckung noch durch freudige Exaltation des Geistes wieder aufgehoben werden könne, davon bin ich selbst ein Beispiel. – Ich hatte in dem Kriegsjahre 1807, wo in Preußen ein pestartiges Faulfieber herrschte, viele solche Kranke zu behandeln und fühlte eines Morgens bei dem Erwachen alle Zeichen der Ansteckung, Schwindel, Kopfbetäubung, Zerschlagenheit der Glieder, genug alle Vorboten, die bekanntlich mehrere Tage dauern können, ehe die Krankheit wirklich ausbricht. – Aber die Pflicht gebot; andere waren kränker als ich. Ich beschloß, meine Geschäfte wie gewöhnlich zu verrichten und mittags einem frohen Mahle beizuwohnen, wozu ich eingeladen war. Hier überließ ich mich einige Stunden ganz der Freude und dem lauten Frohsinn, der mich umgab, trank absichtlich mehr Wein wie gewöhnlich, ging mit einem künstlich erregten Fieber nach Hause, legte mich zu Bett, schwitzte die Nacht hindurch reichlich und war am andern Morgen völlig hergestellt.
    Guanaco; CC BY-SA 3.0
    5 min
  • (56) Joachim Ringelnatz »Fussball«
    nebst Abart und Ausartung
    Der Fußballwahn ist eine Krankheit,
    aber selten, Gott sei Dank.
    Ich kenne wen, der litt akut
    An Fußballwahn und Fußballwut.
    Sowie er einen Gegenstand
    In Kugelform und ähnlich fand,
    So trat er zu und stieß mit Kraft
    Ihn in die bunte Nachbarschaft.
    Ob es ein Schwalbennest, ein Tiegel,
    Ein Käse, Globus oder Igel,
    Ein Krug, ein Schmuckwerk am Altar,
    Ein Kegelball, ein Kissen war,
    Und wem der Gegenstand gehörte,
    Das war etwas, was ihn nicht störte.
    Bald trieb er eine Schweineblase,
    Bald steife Hüte durch die Straße.
    Dann wieder mit geübtem Schwung
    Stieß er den Fuß in Pferdedung.
    Mit Schwamm und Seife trieb er Sport.
    Die Lampenkuppel brach sofort.
    Das Nachtgeschirr flog zielbewußt
    Der Tante Berta an die Brust.
    Kein Abwehrmittel wollte nützen,
    Nicht Stacheldraht in Stiefelspitzen,
    Noch Puffer außen angebracht.
    Er siegte immer, 0 zu 8.
    Und übte weiter frisch, fromm, frei
    Mit Totenkopf und Straußenei.
    Erschreckt durch seine wilden Stöße,
    Gab man ihm nie Kartoffelklöße.
    Selbst vor dem Podex und den Brüsten
    Der Frau ergriff ihn ein Gelüsten,
    Was er jedoch als Mann von Stand,
    Aus Höflichkeit meist überwand.
    Dagegen gab ein Schwartenmagen
    Dem Fleischer Anlaß zum Verklagen.
    Was beim Gemüsemarkt geschah,
    Kommt einer Schlacht bei Leipzig nah.
    Da schwirrten Äpfel, Apfelsinen
    Durch Publikum wie wilde Bienen.
    Da sah man Blutorangen, Zwetschen
    An blassen Wangen sich zerquetschen.
    Das Eigelb überzog die Leiber,
    Ein Fischkorb platzte zwischen Weiber.
    Kartoffeln spritzten und Citronen.
    Man duckte sich vor den Melonen.
    Dem Krautkopf folgten Kürbisschüsse.
    Dann donnerten die Kokosnüsse.
    Genug! Als alles dies getan,
    Griff unser Held zum Größenwahn.
    Schon schäkernd mit der U-Bootsmine
    Besann er sich auf die Lawine.
    Doch als pompöser Fußballstößer
    Fand er die Erde noch viel größer.
    Er rang mit mancherlei Problemen.
    Zunächst: Wie soll man Anlauf nehmen?
    Dann schiffte er von dem Balkon
    Sich ein in einem Luftballon.
    Und blieb von da an in der Luft,
    Verschollen. Hat sich selbst verpufft. –
    Ich warne euch, ihr Brüder Jahns,
    Vor dem Gebrauch des Fußballwahns!
    6 min
  • (55) Johann Wolfgang von Goethe »An meine Mutter«
    Obgleich kein Gruß, obgleich kein Brief von mir,
    So lang dir kömmt, laß keinen Zweifel doch
    Ins Herz, als wär die Zärtlichkeit des Sohns,
    Die ich dir schuldig bin, aus meiner Brust
    Entwichen. Nein, so wenig als der Fels
    Der tief im Fluß, vor ewgem Ancker liegt,
    Aus seiner Stätte weicht, obgleich die Fluht,
    Mit stürmschen Wellen bald, mit sanften bald
    Darüber fließt, und ihn dem Aug entreißt.
    So wenig weicht die Zärtlichkeit für dich
    Aus meiner Brust, obgleich des Lebens Strom,
    Vom Schmerz gepeitscht bald stürmend drüber fließt,
    Und, von der Freude bald gestreichelt, still
    Sie deckt, und sie verhindert daß sie nicht
    Ihr Haupt der Sonne zeigt, und ringsumher
    Zurückgeworfne Strahlen trägt, und dir
    Bey jedem Blicke zeigt, wie dich dein Sohn verehrt.
    Foto: Andreas Praefcke (Denkmal für die Mutter Goethes im Palmengarten in Frankfurt am Main)
    Text: zeno.org (Goethe schrieb dieses Gedicht 1767 mit 17 Jahren, in einem Brief an seine Schwester Cornelia.)
    6 min
  • (54) Joseph Pulitzer »There is no crime...« / »Es gibt kein Verbrechen...«
    (Ein Zitat von Joseph Pulitzer
    aus dem Buch von Denis Brian “Pulitzer: A Life“)
    There is not a crime, there is not a dodge, there is not a trick, there is not a swindle, there is not a vice which does not live by secrecy.
    Es gibt kein Verbrechen, keinen Kniff, keinen Trick, keinen Schwindel, kein Laster, das nicht von Geheimhaltung lebt.
    Get these things out in the open, describe them, attack them, ridicule them in the press, and sooner or later public opinion will sweep them away.
    Bringt diese Heimlichkeiten ans Tageslicht, beschreibt sie, attackiert sie, macht sie vor allen Augen lächerlich. Und früher oder später wird die öffentliche Meinung sie hinwegfegen.
    Publicity may not be the only thing that is needed, but it is the one thing without which all other agencies will fail.
    Bekannt machen allein genügt vielleicht nicht – aber es ist das einzige Mittel, ohne das alle anderen versagen…
    Bild mit J. Pulitzer: Elisa Demonki
    4 min
  • (53) »Die Sieben Letzten Worte Jesu Christi« aus den vier Evangelien des Neuen Testaments
    nach der revidierten Übersetzung von Martin Luther
    Lukas 22
    7 Es kam nun der Tag,
    an welchem man mußte opfern das Osterlamm.
    Markus 14
    22 Und indem sie aßen, nahm Jesus das Brot,
    dankte und sprach: Esset; das ist mein Leib.
    23 Und nahm den Kelch, dankte und gab ihnen den;
    und sie tranken alle daraus.
    24 Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut,
    das für viele vergossen wird.
    Lukas 22
    24 Es erhob sich auch ein Zank unter ihnen,
    welcher unter ihnen sollte für den Größten gehalten werden.
    25 Er aber sprach zu ihnen:
    Die weltlichen Könige herrschen,
    und die Gewaltigen heißt man gnädige Herren.
    26 Der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste,
    und der Vornehmste wie ein Diener.
    Markus 14
    18 Und als sie aßen, sprach Jesus: Wahrlich, ich sage euch:
    Einer unter euch, der mit mir isset, wird mich verraten.
    19 Und sie wurden traurig und sagten ihm, einer nach dem anderen:
    Bin ich’s? und der andere: Bin ich’s?
    29 Petrus aber sagte zu ihm:
    31 Ja, wenn ich mit dir auch sterben müßte,
    wollte ich dich doch nicht verleugnen.
    Desgleichen sagten sie alle.
    Markus 14
    26Und da sie den Lobgesang gesprochen hatten,
    gingen sie hinaus an den Ölberg.
    38 Wachet und betet, daß ihr nicht in Versuchung fallet!
    Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.
    43 Und alsbald, da er noch redete, kam herzu Judas,
    der Zwölf einer, und eine große Schar mit ihm,
    mit Schwertern und mit Stangen
    von den Hohenpriestern und Schriftgelehrten und Ältesten.
    44 Und der Verräter hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt:
    Welchen ich küssen werde, der ist’s;
    45 Und da er kam, trat er alsbald zu ihm und sprach zu ihm:
    Rabbi, Rabbi! und küßte ihn.
    Lukas 22
    48 Jesus aber sprach zu ihm:
    Judas, verrätst du des Menschen Sohn mit einem Kuß?
    Markus 14
    46 Die aber legten ihre Hände an ihn und griffen ihn.
    48 Und Jesus sprach zu ihnen:
    Ihr seid ausgegangen wie zu einem Mörder
    mit Schwertern und Stangen, mich zu fangen.
    50 Und die Jünger verließen ihn alle und flohen.
    54 Petrus aber folgte ihm nach von ferne
    bis hinein in des Hohenpriesters Palast.
    Giotto di Bondone – „Jesus vor dem Hohen Rat“
    61 Da fragte ihn der Hohepriester :
    Bist du Christus, Sohn des Hochgelobten?
    62 Jesus aber sprach: Ich bin’s
    63 Da zerriß der Hohepriester seinen Rock und sprach:
    64 Ihr habt gehört die Gotteslästerung. Was dünkt euch?
    Sie aber verdammten ihn alle, daß er des Todes schuldig wäre.
    66 Und Petrus war unten im Hof.
    67 Und du warst auch mit Jesus von Nazareth.
    68 Er leugnete aber und sprach: Ich kenne ihn nicht,
    69 Dieser ist deren einer.
    70 Und er leugnete abermals. Und nach einer kleinen Weile
    Lukas 22
    59 bekräftigte es ein anderer und sprach:
    Wahrlich dieser war auch mit ihm.
    60 Petrus aber sprach:
    Mensch, ich weiß nicht, was du sagst.
    Und alsbald, als er noch redete, krähte der Hahn.
    61 Und der HERR wandte sich um und sah Petrus an.
    Und Petrus gedachte an des HERRN Wort, wie er zu ihm gesagt hatte:
    Ehe denn der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.
    62 Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich.
    63 Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn,
    64 verdeckten ihn und schlugen ihn ins Angesicht und fragten ihn und sprachen:
    Weissage, wer ist’s, der dich schlug?
    Matthäus27
    3 Da das sah Judas, der ihn verraten hatte,
    daß er verdammt war zum Tode, gereute es ihn,
    und brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Ältesten
    4 und sprach: Ich habe übel getan, daß ich unschuldig Blut verraten hab… (weiterlesen auf https://podcast-lesung.de/53-die-sieben-letzten-worte-jesu-christi-aus-den-vier-evangelien-des-neuen-testaments/)
    17 min
  • (52) Friedrich Nietzsche »Der Einsame«
    Verhaßt ist mir das Folgen und das Führen.
    Gehorchen? Nein! Und aber nein – Regieren!
    Wer sich nicht schrecklich ist, macht niemand Schrecken:
    Und nur wer Schrecken macht, kann andre führen.
    Verhaßt ist mirs schon, selber mich zu führen!
    Ich liebe es, gleich Wald- und Meerestieren,
    mich für ein gutes Weilchen zu verlieren,
    in holder Irrnis grüblerisch zu hocken,
    von ferne her mich endlich heimzulocken,
    mich selber zu mir selber – zu verführen.
    Musik: Ulrike Theusner
    3 min

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