Interview anlässlich des Online-Kongreßes 'Food as Medicine'
Leiden Sie unter Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen, Völlegefühl, Blähungen, Durchfällen, Verstopfungen? Oft wird dann ein sog. “Reizdarm” festgestellt. Im folgenden eine Übersicht zu diesem häufigen Krankheitsbild:
Die Diagnose „Reizdarm“ wird in der Regel als Sammelbegriff für verschiedenste unklare Magen-Darm-Beschwerden verwendet. Eigentlich ist es eine sog. Ausschluß-Diagnose, d.h. es müssen zunächst andere auslösende bzw. zu Grunde liegende Erkrankungen ausgeschlossen werden, bevor man von einem „echten“ Reizdarm sprechen kann.
In der Praxis erlebt man oft die Situation, dass nur ein Bluttest, eine Magen- und/oder Darmspiegelung und evtl. noch ein Milchzucker-/Laktose-Test durchführt wird und dann, wenn diese Untersuchungen unauffällig sind, bereits von einem „Reizdarm“ gesprochen wird.
Dieses Vorgehen greift zu kurz und ist daher oft nicht hilfreich für den Patienten.
Der „Reizdarm“ kann eine Folge von verschiedenen Einflüssen und Störungen sein oder ein Symptom anderer Krankheiten. Diese Faktoren wie z.B. ungesunde Ernährung, zu viel Stress oder Störungen der Darmflora kommen oft gemeinsam vor.
Daher ist auch eine ganzheitliche Therapie wichtig, die möglichst alle Einflussfaktoren berücksichtigt. Es bringt wenig, wenn man z.B. ein unverträgliches Lebensmittel weglässt oder die Darmflora mit entsprechenden Mitteln therapiert, der Pat aber weiterhin zu schnell isst und dabei zu viel Luft schluckt, die sich als aufgeblähter Bauch, Blähungen und Aufstoßen bemerkbar machen.
Bei chronischen Magen-Darm-Beschwerden sollten daher zunächst mögliche zu Grunde liegende Störungen durch eine entsprechende gezielte Befragung des Patienten, verschiedene Untersuchungen und Tests abgeklärt werden.