Lion Heart - Der Männer Podcast

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By Carsten EssigSociety & Culture
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Lion Heart - Der Männer Podcast episodes

  • #7 – Franz Mittermair – Eine Reise zu uns selbst

    Der berühmte Mythologe Joseph Campbell hat in Sagen, Märchen und Religionen universelle Muster und Grundtypen von Helden entdeckt, die sich weltweit in allen Kulturen wiederfinden. In seinem sogenannten „Monomythos“ hat er die Quintessenz extrahiert, eine einheitliche Grundstruktur einer jeden Reise, die jemand antritt, um heldenhaft zurück nach Hause kommen zu können. Sie beginnt mit dem Ruf zum Abenteuer, dem Aufbruch. Darauf folgt die Begegnung mit einem Mentor und Gefährten, bald kommt die erste Prüfung, die Entscheidungsschlacht und letztendlich die Rückkehr.

    Paul Rebillot´s gestalttherapeutisch orientiertes Gruppenseminar, die Heldenreise folgt diesen uralten Heldenmythen und ist gleichzeitig Selbstverwirklichung und Reifeprozess.

    Altes muss sterben damit neues entstehen kann

    In diesem Interview spreche ich mit Franz Mittermair über seine Arbeit Menschen auf ihrer Heldenreise zu begleiten und wie wichtig es ist, dass Menschen irgendwann auf diesem Entwicklungsweg auch ihre Schattenseiten betrachten, sie akzeptieren und vielleicht sogar lieben lernen.

    Franz Mittermair ist Diplompädagoge, Gestalttherapeut, Buchautor, Seminarleiter, Ausbilder und Vater von vier Kindern. Er begleitet seit vielen Jahren Menschen auf ihrem Weg der Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung. Darüber hinaus unterstützt er Pädagogen, Psychologen, Therapeuten, Trainer und Coaches in ihrer beruflichen Entfaltung.

    Wir sprechen auch über Emotionen als einen natürlichen Ausdruck des Organismus, um ein inneres Gleichgewicht wieder herzustellen. In diesem Zusammenhang unterhalten wir uns über unsere oft negativen Erfahrungen mit Aggressionen und weshalb sie in seinen Seminaren einen natürlichen Ausdruck bekommen dürfen.

    Weiter erläutert Franz Mittermair eindrücklich wie uns unsere Projektionen am Anfang von unseren Beziehungen zwar helfen, uns zu finden und uns zu verlieben, aber irgendwann auch zwischen uns stehen und echte Kommunikation und Verbindung verhindern können. Er beschreibt konkret, wie er durch Übungen die Klarheit hier fördert.

    In diesem leichten und humorvollen Interview gibt uns Franz Mittermair noch eine Kostprobe seiner musikalischen Begabung.

    Webseite Institut Gestalt und Erfahrung

    Die Gestalttherapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren, das sich weniger an dem traditionellen medizinischen Krankheitsmodell und festgelegten Normen davon orientiert, also daran, was als „gesund” und „krank” gilt. Auch wird in der Gestalttherapie das Verhältnis von Therapeut und Klient als eines definiert, in dem Therapeuten Begleiter und Unterstützer sind und die Klienten die Experten ihrer selbst. Darum sprechen Gestalttherapeuten auch nicht von „Patienten” sondern von „Klienten“; wichtig ist ihr die Vielseitigkeit von Menschen und deren Vorstellungen davon, wie sie mit anderen Menschen und der Welt insgesamt in Kontakt sein und sich dadurch individuell entwickeln wollen.

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    Robert Bly wurde 1926 in einer Familie mit norwegischem Hintergrund in Minnesota geboren. 1968 gewann er den National Book Award. Das Preisgeld stiftete er der 1966 gegründeten Antikriegsbewegung “American Writers Against the Vietnam War”, deren Mitbegründer er war. Während der 1970er Jahre publizierte Bly elf Bände mit Lyrik, Essays und Übersetzungen. Weitere Publikationen folgten in den kommenden Jahren. Seitdem veröffentlichte er eine Vielzahl von Gedichtbänden, Übersetzungen und Essays.

    Bekannt wurde er auch durch sein Buch “Eisenhans: Ein Buch über Männer”, mit dem er zum Protagonisten der mythopoetischen Männerbewegung wurde.

    In diesem Buch analysiert er das gleichnamige Märchen der Gebrüder Grimm und zeigt Wege für Männer im Umgang mit ihrer Männlichkeit auf. Bereits einleitend distanziert sich Bly von der Interpretation, es sei seine Absicht, „Männer wieder zu den herrischen Verhaltensweisen anzuhalten, die zu einer jahrhundertelangen Unterdrückung der Frauen und ihrer weiblichen Werte geführt haben.“ In der Beschäftigung mit alten Mythen sucht Bly nach männlichen Archetypen, die er als notwendige Wesensbestandteile einer balancierten Männlichkeit ansieht. Bly betont die Wichtigkeit männlicher Bezugspersonen für heranwachsende Jungen und sieht in der vaterlosen Gesellschaft eines der zentralen gesellschaftlichen Probleme. Robert Bly leitet Seminare für Männer, zusammen mit seiner Frau gibt er Workshops für Europäische Märchen.

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    Sonnentanz und Schwitzhütte: Das Ritual des Sonnentanzes gilt als wichtigstes, höchstes und „heiligstes“ von sieben Zeremonien einiger nordamerikanischer indigenen Völker, insbesondere der Lakota. Es birgt größte Komplexität und Symbolhaftigkeit in sich. Am Abend vor dem Beginn der viertägigen Zeremonie wird ein „cottonwood“-Baum in ritueller Art und Weise gefällt. Man entfernt alle Zweige außer an der Spitze welche als Sitz des Geistes des Baumes angesehen wird.

    Die Pflanze, die den „Great Tree of Life“ repräsentiert, wird in der Mitte des Sonnentanz-Platzes aufgestellt. Tabakopfer, bunte Stoffstreifen und andere Gegenstände werden am Baum befestigt. Der Platz ist in der Form eines Kreises angelegt, wobei die Ostseite offen bleibt. An dieser Stelle kommen später die Tänzer und Tänzerinnen herein. Der Höhepunkt dieser Zeremonie liegt im sogenannten „Piercing“, d.h. die Haut wird bei Männern an Brust oder Rücken durchbohrt und mit dünnen Seilen mit dem Lebensbaum verbunden. Während des Tanzes und in tiefster spiritueller Einkehr, reißen sich die Tänzer und Tänzerinnen los.

    Die Schwitzhütte ist eine weitere dieser sieben Zeremonien in der durch im Feuer erhitzte Steine mit Wasser übergossen werden. Hier kommen Menschen zusammen, um in Andacht zu beten und um sich zu reinigen. Die Schwitzhütte ist ein aus Weidenstöcken gebautes rundes Zelt, in dem sich in der Mitte eine kleine Grube befindet, die als Bauch bzw. Uterus von „Mutter Erde“ oder des ganzen Universums betrachtet wird.

    Vor diesem Hintergrund wird das Ritual als symbolisches Erleben von Tod und Wiedergeburt interpretiert. Die Hütte steht für die Erde, die Feuerstelle für die Sonne, die heißen Steine die Samen und der Altar, der vor der Hütte aufgebaut wird, repräsentiert unter anderem den Mond.

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    Zen ist eine in China ab etwa dem 5. Jahrhundert entstandene Linie des Mahayana-Buddhismus, die wesentlich vom Daoismus beeinflusst wurde.

    Der Begriff „Zen“ leitet sich vom Sanskrit ab und bedeutet so viel wie „Versenkung“. Dies verweist auf das grundlegende Charakteristikum dieser buddhistischen Strömung, die Meditation.

    Die Praxis besteht zum einen aus Zazen (von jap.: Za- [sitzen]; Zen- [Versenkung]), dem Sitzen in Versunkenheit auf einem Kissen. Ein anderer, ebenso wichtiger Teil der Zen-Praxis besteht aus der Konzentration auf den Alltag. Dies bedeutet, dass man sich auf die Aktivität, die man gerade in diesem Augenblick ausübt, vollkommen konzentriert, ohne dabei irgendwelchen Gedanken nachzugehen.

    Beide Übungen ergänzen einander und sind dazu gedacht, den Geist zu beruhigen bzw. die „Gedankenflut“, welche einen durchgehend überkommt, einzudämmen.

    55 min
  • #6 – Krish & Amana Trobe – Nourishing Relationships

    Dr. Krishnananda Trobe is trained as a psychiatrist with degrees from Harvard and the University of California. Amana Trobe has trained in Non-Violent Communication, Inner Child Work, Counseling, Light Puncture and Cranio-Sacral Balancing. Krish and Amana are the Founders of the Learning Love Institut and they have been leading seminars together since 1995.

    The growth happens when we get disappointed

    Their work has developed out of their experience being in a love relationship for many years and is inspired by the teachings of their spiritual master, Osho. The Learning Love Work is a process to learn to live a life of love, creativity and inner silence.

    In this interview Krish talkes about what it means to be a real and more evolved man and how important it is to embrace both sides inside, the masculine and the feminine. He shares his insights about the significance of being vulnerable and how this creates a nourishing, fulfilling, soothing and deep relationship for both partners. He highlights the challenges in facing our own wounds and understanding our own emotional package in order to be successful on a common journey.

    In the second part of the conversation Amana speaks about why it is crucial to catch the moment when we get disturbed in order to have the option to not only react out of an old pattern, but to decide whether we want to act from a place of reflected wisdom. Furthermore we talked about the fact that growth happens when we get disappointed, and manage to take responsibility and deal with our feelings. Sensitively, Amana shares how the exploration of these inner spaces opens a door to deeply hidden feelings and by getting in touch with and by expressing these feelings, we become empowered and learn how to create intimacy.

    Website The Leanring Love Institute

    1 hr 1 min
  • #5 – Heini Staudinger – Orientiere Dich an der Liebe

    Heini Staudinger ist ein eigen­williger Denker und Macher, ein Mensch mit Feuer, Mut und leidenschaftlicher Überzeugung. Er ist Inhaber der Waldviertler Schuhmanufaktur Gea, die er mit viel Verstand und noch mehr Herz leitet.

    Drüber hinaus hinterfragt er die globalen Finanz- und Wirtschaftssysteme kritisch und steht an vorderster Front, wenn es darum geht sich für mehr Gerechtigkeit und Menschenrechte einzusetzen. Dieser Mann ist so vielschichtig wie das Leben selbst. Seine Orientierungseinheit ist das Gelingen des größeren Ganzen und dem zu dienen ist sein Sinn, wie er selbst sagt.

    Dem zu dienen ist mein Sinn

    In dem folgenden Interview sprechen wir über die Angst, denn nichts hindert uns im Leben mehr als die Angst, die im Moment allgegenwärtig zu sein scheint. Er nennt Wege wie wir Menschen in einer zuträglicheren Weise mit ihr umgehen können, sodass sie nicht zum bestimmenden Faktor in unserem Leben wird.

    Heini Staudinger spricht aber auch über die Stille als Möglichkeit mit unserem tiefsten Sinn und dem Geheimnis des Lebens in Berührung kommen zu können. Er spricht über die Verantwortung für mehr Gerechtigkeit einzustehen, was manchmal Beharrlichkeit braucht, aber höchst beglückend ist.

    In eindrücklich und humorvoll erzählten Geschichten aus seinem abwechslungsreichen Leben, beschreibt Heini Staudinger immer wieder, das es nichts wichtigeres im Leben gibt als das Leben selbst.

    GEA Waldviertler Webseite

    Magazin Brennstoff Webseite

    “Du sollst wissen, daß sich noch niemals ein Mensch in diesem Leben in die Tiefe hinein selbst so gelassen hat, daß er nicht noch mehr für sich zu lassen fände. Wer arm an allen Dingen geworden ist, der empfängt alle Dinge. Der Mensch lasse zuerst sich selbst, dann hat er alles gelassen.”

    Meister Eckhart

    “Folge Deinem Herzen, auch wenn es Dich vom Pfad ängstlicher Seelen wegführt. Verhärte nicht, auch wenn Dich das Leben einmal quält. Denn es gilt nichts außer dieses: Das Leben zu lieben.”

    Wilhelm Reich

    “Ich bin nur einer deiner Ganzgeringen, der in das Leben aus der Zelle sieht und der, den Menschen ferner als den Dingen, nicht wagt zu wägen, was geschieht. Doch willst du mich vor deinem Angesicht, aus dem sich dunkel deine Augen heben, dann halte es für meine Hoffahrt nicht, wenn ich dir sage: Keiner lebt sein Leben. Zufälle sind die Menschen, Stimmen, Stücke, Alltage, Ängste, viele kleine Glücke, verkleidet schon als Kinder, eingemummt, als Masken mündig, als Gesicht – verstummt.

    Ich denke oft: Schatzhäuser müssen sein, wo alle diese vielen Leben liegen wie Panzer oder Sänften oder Wiegen, in welche nie ein Wirklicher gestiegen, und wie Gewänder, welche ganz allein nicht stehen können und sich sinkend schmiegen an starke Wände aus gewölbtem Stein. Und wenn ich abends immer weiterginge aus meinem Garten, drin ich müde bin, – ich weiß: dann führen alle Wege hin zum Arsenal der ungelebten Dinge.

    Dort ist kein Baum, als legte sich das Land, und wie um ein Gefängnis hängt die Wand ganz fensterlos in siebenfachem Ringe. Und ihre Tore mit den Eisenspangen, die denen wehren, welche hinverlangen, und ihre Gitter sind von Menschenhand.”

    Rainer Maria Rilke, 19.9.1901, Westerwede

    „Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.“

    Martin Luther
    1 hr 6 min
  • #4 – Michael Krüger – Versöhnung zweier Räume

    Dr. Michael Krüger ist ein Menschenfreund, der Vater von zwei Kindern und aktuell der Leiter der psychosomatischen Klinik in Seebruck am Chiemsee.

    Er arbeitet als systemischer Familienaufsteller und Traumatherapeut, gibt Seminare zum holotropen Atmen und ist u.a Arzt für Kinder und Jugend Psychologie.

    Es braucht beide Seiten gleichsam!

    Michael Krüger sagt, es gibt einen fürsorglichen, versorgenden und einen aggressiven und zielstrebigen Anteil in uns. Das ist ein natürlicher Bestandteil von Entwicklung und Wachstum. Aus seiner Erfahrung geht es um die Versöhnung dieser beiden Räume und dass sie sich als gleichberechtigt respektieren!

    Wir haben darüber gesprochen, wie wichtig es ist, dass ein Mann seiner Berufung folgt und was ein Vater tun kann damit er das Vertrauen seines Sohnes gewinnt.

    Es geht in diesem Interview auch um Kreativität und Durchhaltevermögen, um Inspiration und um die Kraft, die wir Männer uns im Kreis der Männer holen können.

    Nicht zuletzt spricht er über die Verehrung des Weiblichen und welche Schönheit es hat, wenn wir Männer uns in Beziehung verletzlich zeigen. In diesem Zusammenhang erwähnt er das Bitten, als eine Möglichkeit Nähe zu erfahren.

    Webseite Michael Krüger

    56 min
  • #3 – Geseko von Lüpke – Männlichkeit braucht Anbindung

    Dr. Geseko v. Lüpke arbeitet als Journalist für Rundfunk und Printmedien und ist Autor zahlreicher Buchpublikationen mit den Schwerpunkten Kultur, Naturwissenschaft, nachhaltiger Zukunftsgestaltung, ökologische Ethik, Schamanismus und Spiritualität.

    Im bayerischen Rundfunk und anderen öffentlich-rechtlichen Funkhäusern machte er sich einen Namen durch Features über alternative Lebensformen, interkulturellen Dialog, ganzheitliche Wissenschaft und Spiritualität. Durch seine ausgedehnten Reisen in alle Welt wurde er zum »Dolmetscher« zwischen verschiedenen Kulturen und Weltbildern.

    Initiationsprozesse, um das Herz zu öffnen

    Reife Männlichkeit braucht eine Anbindung an das Lebensnetz, die uns ermöglicht, dass wir uns in andere Menschen, das andre Geschlecht und die mehr als menschliche Welt einfühlen können. Sie braucht Verbindung, Offenheit, Hingabe und eine klare Entscheidungskraft, die immer auch mit einem Bewusstsein über die eigenen Schatten verbunden ist. Es geht nicht mehr darum sich als Einzelkämpfer durchzusetzen sondern darum im Sinne des Ganzen kooperativ zu handeln.

    Dieser Reifungsprozess geschieht durch Krisen.

    Geseko von Lüpke spricht in diesem Interview über Initiationsprozesse und wie sie künstliche Krisen schaffen, um daran wachsen zu können. Er zeigt auf, wie er Menschen aus ihrer gewohnten Welt herausführt, um sie in Situationen zu versetzen, in der sie keine Kontrolle mehr haben. So können Männer lernen mit Ängsten, Konflikten und Herausforderungen umzugehen. Hier können wir auch überprüfen was uns dient und was wir gerne hinter uns lassen wollen.

    Es ist ein lebenslanger Prozess an Reife zu gewinnen.

    So ist eine Initiation ein Wachstumsprozess der dazu dient unsere Potenziale so zu entfalten, dass wir aus eigener Kraft erwachsene Männer werden können, in der Lage sind diese Erde zu heilen und für unsere Gemeinschaft dienlich zu werden.

    Wir setzen uns in diesem Interview letztendlich damit auseinander, wie wir Männer Vertrauen entwicklen können, dass wir selbstbestimmt und souverän unsere eigene Geschichte und unser eigenes Leben leben können.

    Webseite Geseko von Lüpke

    “Und es kam der Tag, da das Risiko, in der Knospe zu verharren, schmerzlicher wurde als das Risiko, zu blühen.”

    Anais Nin

    “Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
    die sich über die Dinge ziehn.
    Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
    aber versuchen will ich ihn.
    Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
    und ich kreise jahrtausendelang;
    und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
    oder ein großer Gesang.”

    Rainer Maria Rilke

    “Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.”

    Albert Schweizer

    1 hr 9 min
  • #2 – Gerald Hüther – Liebende haben etwas zu verschenken

    Dr. Gerald Hüther zählt zu den bekanntesten Hirnforschern Deutschlands und ist Vorstand und Initiator der Akademie für Potentialentfaltung sowie Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und Sachbücher.

    Darüber hinaus hält er Vorträge, organisiert Kongresse, arbeitet als Berater für Politiker und Unternehmer und ist häufiger Gesprächsgast in Rundfunk und Fernsehen. 

    Er bemüht sich darum, für andere Menschen verstehbar zu machen, was vielen nur schwer verständlich erscheint. Er versucht Gelegenheiten zu schaffen, bei denen sich Menschen als aktive Gestalter ihres Lebens und ihres Zusammenlebens erfahren. Und nicht zuletzt geht es ihm darum, deutlich zu machen, dass wir Menschen nicht leben können, ohne unserem Dasein einen über unsere persönlichen Belange hinausreichenden Sinn zu verleihen.

    Er versteht sich als „Brückenbauer“ zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und gesellschaftlicher bzw. individueller Lebenspraxis.

    Ziel seiner Aktivitäten ist die Schaffung günstigerer Voraussetzungen für die Entfaltung menschlicher Potentiale.

    Wenn wir Liebende werden haben wir etwas zu verschenken!

    Es geht im Leben nicht darum eine Rolle zu spielen sondern derjenige zu werden, der man ist – also um Authentizität, um Ganzheit und innere Kraft. Was möchte ich für ein Mann in diesem Leben sein, wie möchte ich mein Leben nutzen und was hat das mit Würde zu tun?

    Dr. Gerald Hüther spannt in diesem Gespräch einen weiten Bogen, der den Grundlegenden Unterschied zwischen Männern und Frauen aus einer unkonventionellen Perspektive aufzeigt und erläutert, dass Männer eine biologische Veranlagung haben, die dazu führt, dass das männliche Geschlecht empfindlicher und konstitutionell weniger stabil in der Welt unterwegs ist.

    Er beschreibt wie viele von uns Männern aus diesem Grund nach Anerkennung suchen und so leichter verführbar sind, etwas zu tun, was wir vielleicht gar nicht möchten, es aber trotzdem tun, um das Weniger an Halt und Stabilität im Leben zu kompensieren.

    Wie können wir Männer es nun also schaffen trotzdem authentisch zu sein und unser Potenzial ganz entfalten? Wie können wir als Männer kraftvoll im Leben stehen und einen Platz einnehmen, wo wir zu Liebenden werden, die etwas zu verschenken haben?

    Gerald Hüther sagt unter anderem dazu, dass es darum geht wieder liebevoller mit uns umzugehen und nichts mehr zu tun, was uns nicht gut tut. Das reicht um wieder mehr bei uns und im Leben anzukommen, zu reifen und ganz zu werden. So fangen wir an andere, glücklichere Männer zu werden. Und dafür sind nur wir selbst verantwortlich, niemand anderes! Und wenn wir beginnen liebevoller zu uns selbst zu sein, dann sind wir irgendwann auch liebevoller zu anderen und zur Natur.“

    Diesen Reifungs- und Differenzierungsprozess, der uns Männer letztendlich zum Mann macht, beschreibt der berühmte Gehirnforscher sehr einfühlsam und verständlich.

    Er macht Mut uns gemeinsam auf den Weg zu machen, um das werden zu können, was wir eigentlich sein könnten!

    Denn es geht nicht alleine, es geht nur gemeinsam! Und wenn wir dann als Verwandelter in der Welt wirken, verwandeln wir die Welt.

    Offizielle Webseite Gerald Hüther

    Webseite der Akadamie für Potenzialentfaltung

    1 hr 19 min
  • #1 – Carsten Essig – Männer vereinigt Euch!

    Dies ist die erste Episode, die als Einleitung zu dieser Serie von Gesprächen über das Mann-Werden und Mann-Sein dienen soll. Gleichzeitig soll sie eine Einladung an alle Männer sein, sich auf den Weg zu machen, zu ihrer wahren Größe zu finden, ihre Kraft zu lieben, alles zu fühlen, zu wachsen und zu reifen.

    Gesprochen wird sie von Christoph, einem Freund und Vater eines Sohnes.

    Fangt an Euch und Eure Frauen zu lieben!

    Uns Männern fehlt das Vertrauen zu den Männern, da wir in der Zeit, in der wir am verletzlichsten waren keinen Mann hatten auf den wir uns wirklich und uneingeschränkt verlassen konnten. Uns haben die Väter gefehlt, die vertrauenswürdigen, mutigen, zärtlichen, liebe- und verständnisvollen Vorbilder. Unsere Väter waren selbst geprägt von Generationen, die durch Kriege, Gewalt oder Vernachlässigung tief verletzt wurden.

    Uns Männern fehlt vielleicht auch das Vertrauen zu den Frauen, da wir in der Zeit, in der wir am verletzlichsten waren, eine Mutter hatten, die selbst schlechte Erfahrungen mit Männern machen musste und so dem männlichen Potenzial in uns keine Chance geben konnte. Durch eine oft unterbewusste und subtile Kritik der verletzten Frau am heranwachsenden Jungen, wurde der kleine Funke Männlichkeit in uns bereits früh unterdrückt.

    So hatten manche von uns als Söhne das Gefühl, so wie ich bin, bin ich zu viel, zu laut, zu schnell, zu wütend. So wurden wir von unseren Vätern verlassen und von unseren Müttern überwältigt. In beiden Fällen ging eine adäquate Verbindung zu einer tiefen und instinktiven maskulinen Energie verloren, die in jedem Mann angelegt ist und die, wenn sie sich entfalten darf, in einer ruhigen und reifen Männlichkeit mündet.

    Was uns Männern aber darüber hinaus noch gefehlt hat, und das ist in unseren westlichen Gesellschaften gleichsam abhanden gekommen, sind die fehlenden rituellen Initiationsprozesse, wie sie in südamerikanischen oder afrikanischen Stammeskulturen bis heute zu finden sind. Diese sinnstiftenden und transformativen Übergänge von einer Lebensphase in die nächste sind über Generationen ausgestaltete Rituale, um junge Männer beim Wandel in das Mann-Sein zu unterstützen. Sie bieten einen zeremoniellen und sicheren Rahmen dafür, dass wir ein Gefühl von Männlichkeit entwickeln können. Bei uns ist nicht mehr viel übrig geblieben von Traditionen, die imstande wären junge Männer in ihre Männlichkeit zu entlassen.

    Wir müssen selbst dafür sorgen und uns dabei unterstützen, dass wir wieder an diese tiefe Quelle unserer maskulinen Kraft herankommen. Wir müssen einen Weg finden, wie wir wieder eine tragende Verbindung zu dem Kern herstellen, der uns ausmacht. In sämtliche Kulturen, bis zum Anbeginn der Zeit, tauchen Geschichten auf, die beschreiben wie ein Individuum einem höheren Ruf folgt und zu einer Reise aufbricht, die viele Prüfungen und Herausforderungen birgt. Diese Reise beinhaltet Tod und Wiedergeburt.

    Bevor wir aber wiedergeboren werden können, müssen wir die Schwelle überschreiten, die den unreifen vom reifen Mann trennt. Dieser Übergang wird von den Persönlichkeitsanteilen bewacht, die uns lähmen und sabotieren. Eine Reise wie diese, mutig, ausgerichtet und kraftvoll gegangen, symbolisiert die Rückkehr zu uns selbst, indem wir die dunkle Seite in uns konfrontieren und so letztendlich den Weg frei geben wird für die heldenhafte Wiedervereinigung mit unserer Essenz als Mann, Vater und Liebhaber – gestärkt, geheilt und verwandelt. So wie Prinz Siddharta sich berufen fühlte seinen Palast zu verlassen, um sich auf die Suche nach seiner Herzenswahrheit zu begeben und um zu fragen: „Das Leben kann noch mehr bieten, als das, was ich lebe. Was ist es und wer bin ich?“

    Ja, unsere Eltern und andere äußere Umstände trugen einen wesentlichen Teil zu unserer Entwicklung bei. Das ist eine Tatsache aber gleichzeitig auch Vergangenheit. Was passiert ist und uns heute noch beeinflusst mag ein Relikt aus alten Zeiten sein, es spricht uns aber nicht von der Verantwortung frei Verantwortung für das zu übernehmen, was uns heute davon abhält ein Leben in Freiheit und Kreativität zu leben.

    Wir sind nicht mehr das Opfer unserer frühen Wunden, das wir vielleicht einmal waren, als wir noch keine Wahl hatten. Sondern wir sind gefordert der Architekt unserer Realität zu werden. Heute ist es an uns Männern selbst, uns die männlichen Attribute und Qualitäten zurückzuholen, die das Gleichgewicht in unseren Beziehungen, in unseren Ökosystemen und nicht zuletzt in unseren Herzen wieder herstellt. Das können wir tun, indem wir wieder mit unserer Verletzlichkeit in Berührung kommen, lernen uns auf unsere Intuition und unser Gefühl zu verlassen und begreifen, dass die Liebe und die Verbindung zu uns und anderen Menschen wichtiger ist als Konkurrenz, Macht oder Besitz.

    In der heutigen Krise, in der die maskuline Seite der Gleichung immer noch ihren adäquaten Platz sucht, braucht es nicht weniger maskuline Kraft sondern ein Mehr an erwachsener Männlichkeit. Es braucht heute Männer, die in Kontakt mit ihrer femininen UND ihrer maskulinen Energie sind und mutig genug sind diese zu spüren.

    Bevor wir aber wieder in die Nähe unserer authentischen Urkraft kommen können, um sie zu erforschen und später zu zelebrieren, müssen wir uns unseren Schutzmechanismen gegenüberstellen, die wir uns über viele Jahre aufgebaut haben und die uns davon abhalten echte Männlichkeit zu erleben. Diese Schichten wahrzunehmen, die sich durch Aggression, Angst, Rückzug oder andere Muster bemerkbar machen, heißt nicht, dass wir sie aus- oder ein-agieren, sondern dass wir ihnen Raum in uns geben, damit wir entweder durch sie hindurch mit tieferen Schichten unserer Persönlichkeit in Berührung kommen können oder indem wir dafür sorgen, dass sie angemessenen zum Ausdruck kommen – durch Bewegung, Tanz, geregeltes Kämpfen, geführte Grenzerfahrungen oder einfach nur ein lautes Brüllen im Wald.

    Diese neue Beziehung zu und die andauernde Auseinandersetzung mit uns selbst macht uns letztendlich zu ausgeglicheneren, präsenteren und glücklicheren Männern, weil wir durch diese Konfrontation mehr Weite und Kapazität in uns schaffen, auch schwierige Situationen zu meistern. Wir fangen an nicht mehr nur mechanisch zu reagieren sondern beginnen bewusst und besonnen zu agieren. So wird jeder in seinem individuellen Tempo, Schritt für Schritt, hinter seine Mauern schauen können und seine männlichen Potenziale wieder erleben, indem er erkennen und anerkennen kann wer er ist und was ihn ausmacht. Er wird lernen seiner Größe zu vertrauen und sie in die Welt bringen. Nicht nur für sein eigenes Wohlbefinden sondern weil diese globale Krise, die unsere natürliche Existenzgrundlage bedroht, insbesondere durch die Abwesenheit von reifen Männer hervorgerufen wird.

    Denn was wir heute vielerorts erleben ist die Manifestation einer unreifen, unreflektierten und schädlichen maskulinen Energie, die giert, missbraucht, unterdrückt und ausgrenzt. In einer Welt, in der diese Attribute die Oberhand übernehmen braucht es Männer, die tief in der Erde wurzeln, die als Fels in der Brandung mit ihrem Herzen verbunden sind und gemeinschaftlich Verantwortung übernehmen.

    Es braucht Männer, die Frieden in der Welt schaffen!

    Deshalb rufe ich alle Männer dieser Welt auf, verbindet und vereinigt Euch und geht den Weg zusammen. Beginnt die Reise nach innen und hört auf wegzuschauen! Beginnt Eure Verletzlichkeit in Euer Leben einzuladen. Übernehmt Verantwortung für Euren Schatten indem Ihr ihn sucht und ihm begegnet, ihn herausfordert und, wie es Siegfried der Drachentöter vor euch getan hat – bezwingt ihn. Seid Krieger, die sich dem Abgrund stellen und sterbt den Tod Eurer limitierenden Gewohnheiten, damit Ihr für das Echte, Kraftvolle, Liebende wiedergeboren werden könnt.

    Hört auf zu fragen woher die Wut in Euch kommt, sondern schaut hin welche Türen sie Euch öffnen möchte. Hört nicht auf zu hinterfragen weshalb es keinen Frieden in Euch gibt. Schickt den Mut vor, wenn die Angst anklopft! Sucht Euch Rituale und Ritualplätze, sucht Euch Männer, die den steinigen und manchmal schmerzhaften Weg zu sich selbst bereits gegangen sind und lasst Euch von ihnen begleiten.

    Fangt an Euch und Eure Frauen zu lieben. Begebt Euch in die Berge, in die Wüsten, in die Wälder, um Eure Vision zu suchen. Meditiert. Labt Euch an den Elementen, um endlich das Leben zu spüren. Lasst Euch durch Gebete und Tänze inspirieren und entfacht das ewige Feuer in Euch.

    Dankt dem Schöpfer, dem Großen Geist, für all diese großen und kleinen Wunder, die Euch umgeben und begegnen – jeden Tag.

    Männer dieser Welt vereinigt Euch!

    Carsten Eßig – Lion Heart ©

    17 min

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Wir Männer sind gefordert zu erkennen und zu leben wer wir wirklich sind. Egal woher wir kommen, heute liegt es in unserer Verantwortung, uns die männlichen Attribute und Qualitäten zurückzuholen, die…

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