Neuerscheinung
Die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften freut sich, die Veröffentlichung von Band 117 der Schriftenreihe bekannt zu geben:
Monarchie in der Transformation. Die europäischen Monarchien in der Zwischenkriegszeit.
Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs schien das »Jahrhundert der Monarchie« an ein Ende gekommen. Herrscher wurden gestürzt, ins Exil geschickt oder gar ermordet. Doch die totgesagte Staatsform erwies sich als erstaunlich resilient. In Westeuropa kamen volksnahe Medienmonarchien zu neuer Blüte, in Südeuropa näherten sich die Könige autokratischen und faschistischen Systemen an, exilierte Herrscher hofften auf Wiederkehr und suchten ihre Existenz zu sichern, und in Südosteuropa sollte die Gründung eines neuen Königtums gesellschaftliche Spannungen überwinden.
Dieser Sammelband nimmt in breiter europäischer Perspektive die Transformation der Monarchie in der Zwischenkriegszeit in den Blick und macht das ganze Spektrum unterschiedlicher Handlungsmöglichkeiten deutlich.
Anstatt eine Geschichte vom Ende der Monarchien zu erzählen, rückt der Band ihren keineswegs erfolglosen Überlebenskampf in den Mittelpunkt. Die Beiträge untersuchen, wie regierende Häuser und Angehörige des Adels im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts – einer Zeit ideologischer Extreme und wirtschaftlicher Krisen – auf die Herausforderungen der neuen politischen Ordnung reagierten. Deutlich wird dabei die große Bandbreite möglicher Reaktionen und Transformationsprozesse europäischer (Ex-)Monarchien und Dynastien nach 1918: Sie reichte von Realitätsverweigerung und Rückzug über politische Polemik und offenen Widerstand bis hin zu Strategien der Selbstvermarktung oder Selbstaufgabe.
Monarchie in der Transformation. Die europäischen Monarchien in der Zwischenkriegszeit. Herausgegeben von Sabine Mangold-Will und Ute Planert, Schriftenreihe der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften - Band 117, Vandenhoeck & Ruprecht, 1. Auflage, 2026, S 292.