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  • Wo finden sich die „kleinen Leute“? Zwischenbericht zu einer schwierigen Suche


    Historisches Kolleg | Vortrag von Dirk van Laak

    Seit über 200 Jahren ist der „kleine Mann“ eine immer wieder beschworene Sozialfigur, ohne dass er soziologisch präzise bestimmt werden könnte. Eine von Abstiegs­ängsten geprägte Doppelrolle macht seine Bedeutung im Politischen aus. Denn „der Mann/die Frau auf der Straße“ bildet einen wesentlichen Teil des Souveräns. In „gebildeten“ Kreisen stellen die „kleinen Leute“ oft Antifiguren zur eigenen Bedeutsam­keit dar und sind durch beschränkten Ehrgeiz, Unauffälligkeit und Traditionsverhaftung definiert. Als vermeintlich „sprachloser“ Teils der Gesellschaft sind sie in politischen Reden und Feuilletons zugleich dauerhaft präsent. Das Projekt von Prof. Dr. Dirk van Laak spürt den Konjunkturen der Rede von den „kleinen Leuten“ aus der selbstkritischen Warte eines Historikers nach. Es vergleicht nationale Ausprägungen und kulturelle Repräsentations­formen und fragt, ob ein „Nachruf“ überhaupt angesagt ist.
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  • Mensch – Maschine. Ein neues Machtverhältnis? Historische Perspektiven auf KI


    Debatte beim Historikertag 2025 in Bonn

    Blickt man aus einer historischen Perspektive auf das Mensch-Maschine-Verhältnis, liegt die Vermutung nahe, dass der Mensch Maschinen erfunden hat, um sich das Leben zu erleichtern, um Tätigkeiten zu vollbringen, die er selbst körperlich nicht leisten kann, um seine Produktivität zu steigern usw. In diesem Sinne hat der Mensch Maschinen erfunden, sie erschaffen und bedient sie. Aber nicht nur das – der Mensch war Herr über Maschinen und kontrollierte sie. Kurzum: Der Mensch machte nicht nur Maschinen, er hatte die Macht über Maschinen. Dieses Machtverhältnis soll heute nicht mehr so eindeutig bzw. in Gefahr sein. Künstliche Intelligenz drehe das Verhältnis um – der Mensch wird der Maschine Untertan. Er verliert die Kontrolle und letztlich seine Souveränität. Ein Fall von Dynamiken der Macht mit schlechtem Ausgang für die Souveränität des Menschen?
    Es diskutieren Martina Heßler (Darmstadt), Catrin Misselhorn (Göttingen), Andreas Fickers (Luxemburg), Wolfgang Ernst (Berlin), Matteo Valleriani (Berlin), Sebastian Kubon (München). Moderation Charlotte Lerg (München) und Georgios Chatzoudis (Düsseldorf).
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  • Suizid im Tiber? Pietro Testa und das Geheimnis seines Todes


    Zwischen Pinsel und Pranger | Ein Podcast über Kunst und Moral im Italien der Frühen Neuzeit (Folge 7)

    Am 1. März 1650 wird der italienische Maler und Druckgrafiker Pietro Testa tot im Tiber aufgefunden. Schnell kursiert das Gerücht, der Künstler habe sich vorsätzlich in den Fluss gestürzt, also sich das Leben genommen. Angesichts materieller Sorgen und mangelnder Anerkennung scheint diese Möglichkeit nicht gänzlich aus der Luft gegriffen. Jedoch betrachten andere, darunter auch Freunde Testas, seinen Tod als tragisches Unglück. Freitod oder Unfall? Welche Umstände haben wirklich zum mysteriösen Tod des Künstlers im Tiber geführt? Und war es im 17. Jahrhunderts überhaupt ‚erlaubt‘, sich selbst zu töten?
    Die Folge geht diesen Fragen auf den Grund und verfolgt diverse Spuren zu Testas tragischem Ende. Im Mittelpunkt stehen dabei drei Biographien des Künstlers, die sein Ableben – soviel sei bereits verraten – jeweils anders darstellen. Aber warum ist das so? Und was lässt sich daraus ableiten, über das Ereignis selbst und über die Moral­vorstel­lun­gen von Testas Zeitgenossen? Und: gilt die Regel der Ausnahme eigentlich auch für einen Künstler ohne mächtige Förderer?
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  • Rückkehr der Groß­macht­­politik. Was bleibt von den Alternativen?


    Topthema beim Historikertag 2025 in Bonn

    Die Logik rücksichtsloser Macht­politik scheint in den inter­natio­na­len Beziehungen gegen­wärtig unaufhaltsam. Beobachter und Beo­bach­te­rin­nen sprechen von einer neuen „Unordnung“, einem beginnenden Zeitalter der „Ruchlosigkeit“ oder von der Rückkehr der Groß­macht­­politik des 19. Jahrhunderts. Vor dem Hintergrund des Mottos des Bonner Historikertages „Dynamiken der Macht“ analysieren wir zum einen den in der aktuellen internationalen Politik dominierenden Macht­begriff. Zum anderen wollen wir auf der Basis historischer Forschungen aber auch weiterbestehende Chancen alternativer internationaler Ordnungs- und Handlungs­muster, wie dem Völkerrecht oder von internationalen Institu­tio­nen, abwägen. Kurz, es geht um den Zusammen­hang von historischen Erkennt­nis­sen und aktuellen Heraus­forde­run­gen in der internationalen Politik, über den wir mit einem Podium sprechen werden, das Wissenschaftler und Wissen­schaft­le­rin­nen mit Vertretern und Vertreterinnen aus Politik und Diplomatie zusammenf­ührt.
    Es diskutieren Dominik Geppert (Potsdam), Madeleine Herren-Oesch (Basel), Emily Haber (Berlin) und Christoph Safferling (Erlangen). Moderation Friedrich Kießling (Bonn).
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  • Die Freiheit der Geschichtswissenschaft. Bedrohungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts


    Topthema beim Historikertag 2025 in Bonn

    Die Wissenschaftsfreiheit wird weltweit bedroht. Die Deutsche Gesellschaft für Osteuropa­kunde (DGO) etwa wurde von der Russischen Regierung als „extremistische Organisation“ eingestuft. Auf die Zusammen­arbeit mit der DGO stehen Haftstrafen in Russland und in mit Russland verbündeten Staaten. In Deutschland wurden die Server der Organisation durch Hackerangriffe lahmgelegt und ausgespäht, mit bisher ungewissen Folgen für die Mitglieder. Doch die Gefahr geht nicht allein von Russland aus. Die Auswirkungen, die etwa Donald Trumps Feldzug gegen Kultur, Zivilgesellschaft, freie Medien und eben auch die Wissen­schaftsfreiheit in den USA haben werden, sind im Moment noch in keiner Weise abzusehen. Zu befürchten ist das Schlimmste.
    Und wie sieht es in Deutschland aus? Welche Folgen haben solche Entwicklungen für Wissenschaftler, die international vernetzt arbeiten? Was ist Wissenschafts­freiheit überhaupt und warum ist sie wichtig? Wo und wie wird sie bedroht? Und was können bzw. müssen wir tun, um Wissenschafts­freiheit dauerhaft zu sichern?
    Es diskutieren: Maren Röger (Leipzig), Andrea Geier (Trier), Debora Gerstenberger (Köln) und Johannes Grave (Jena). Moderation Anke Hilbrenner (Düsseldorf), Martina Winkler (Kiel).
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  • Die Thermopylen der Peloponnes: Episode 6 - Poseidons Dreizack


    Heureka! Unter der dicken Ziegelschicht stößt das internationale Archäologenteam kurz vor dem Ende der Grabungskampagne endlich auf den Beweis: Der Tempel von Samikon muss tatsächlich Poseidon geweiht gewesen. Sie finden eine Bronzetafel mit einer Inschrift zu Ehren des Meeresgottes Poseidon – eine echte Sensation.
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  • Die Thermopylen der Peloponnes: Episode 5 - Ein gewaltiges Scherbenpuzzle


    Tausende Scherben haben die Archäologinnen und Archäologen um Birgitta Eder in Kleidi-Samikon geborgen. Der Großteil stammt vermutlich vom Ziegeldach des Heiligtums. Doch zwischen den Tonscherben fanden sich auch Fragmente einer großen Marmorschale, die als Perirrhanterion – eine Art Weihwasserbecken – kultischen Zwecken gedient haben dürfte. Ein deutlicher Hinweis auf die religiöse Bedeutung des Heiligtums, allerdings noch kein Beleg für die Zuordnung zu Poseidon. Werden die Archäologen unter dem Scherbenhaufen weitere Hinweise finden?
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  • Die Thermopylen der Peloponnes: Episode 1 - Verschollene Götter


    An der Westküste der Peloponnes, unweit von Olympia, wo das Lapithos-Gebirge ins Meer abfällt, soll laut dem antiken Autor Strabon einst ein imposanter Tempel gestanden haben, der Poseidon geweiht war. Umgeben von Schilf und Sümpfen suchen die Archäologin PD Dr. Birgitta Eder und ihr Team nach den Überresten dieses antiken Heiligtums. Bei ihren Grabungen stießen die Archäologen auf die Fundamente eines monumentalen Tempels aus der archaischen Zeit. Lange fehlten jedoch die Beweise dafür, dass es sich tatsächlich um den legendären Poseidontempel handelt, den Strabon in seiner „Geographie“ beschrieben hat – bis jetzt.
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  • Die Thermopylen der Peloponnes: Episode 4 - Mauern und Tempelvergleiche


    Die Kalksteinhügel von Kleidi sind schon lange als Hotspot menschlicher Siedlung bekannt. Schon der legendäre Archäologe Wilhelm Dörpfeld hat hier gebraben. Seit den ersten prähistorischen Spuren hat sich die Landenge von Kleidi jedoch stark verändert. So muss der mutmaßliche Poseidontempel einst näher am Wasser gestanden haben, als es heute der Fall ist. Doch wie sah er genau aus – und warum wurde er vermutlich um 300 v. Chr. aufgegeben? Je tiefer die Archäologen in den Boden vordringen, desto näher kommen sie Antworten.
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  • Die Thermopylen der Peloponnes: Episode 2 - Triphylische Identität


    Schaufel um Schaufel, Schubkarre um Schubkarre: Bei den von der Gerda Henkel Stiftung geförderten Ausgrabungen in Kleidi-Samikon kam ein beeindruckendes Bauwerk ans Licht. Fast zehn Meter breit und 28 Meter lang – Dimensionen, wie man sie in dieser Zeit und Region Griechenlands sonst nur vom Hera-Tempel in Olympia kennt. Für Birgitta Eder ein deutlicher Beleg für die große Strahlkraft des Heiligtums von Samikon. Die Archäologin ist überzeugt: Der dorische aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. muss das zentrale Heiligtum der Triphylier gewesen sein. Aber was verrät er uns über die Identität der antiken Bewohner der Peloponnes?
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