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  • Das lange Ende des Zweiten Weltkrieges und die Transformation der Gewalt


    Passage 1945 – Kriegsende und Neuordnung

    Angesichts der globalen Dimension des Zweiten Weltkriegs ist es kaum möglich, von dem einen Kriegsende zu sprechen. Für manche Regionen begann der Frieden bereits vor den offiziellen Kapitulationen Deutschlands und Japans – für andere hingegen setzten sich Gewalt, Zwang und politische Auseinandersetzungen in neuen Konstellationen fort. Der Übergang vom Krieg zum Frieden stellte vielerorts keine klare Zäsur dar, sondern war ein brüchiger und langwieriger Prozess.
    Es diskutieren (v.l.n.r.) der Historiker Dr. Takuma Melber (Heidelberg Centre for Transcultural Studies), der Historiker Wiss. Oberrat Dr. Frank Reichherzer (Zentrum für Militärgeschichte und Sozial­wissen­schaften der Bundeswehr in Potsdam) und der Mili­tär­histo­ri­ker Oberst PD Dr. John Zimmermann (Zentrum für Militär­geschichte und Sozial­wissen­schaften der Bundeswehr). Moderation: Dr. Jörg Morré (Museum Berlin-Karlshorst).
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  • Ausschreibung: 8 Promotionsstipendien im Integrated Track


    a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne

    Zum 1. April 2026 vergibt die a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne, die Graduiertenschule der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln, 8 Promotionsstipendien im Integrated Track.
    Die fakultätsweite a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne umfasst sämtliche Stationen einer wissenschaftlichen Ausbildung in den Geisteswissenschaften – vom Master bis zum Postdoc. Das strukturierte Promotionsmodell „Integrated Track“ der a.r.t.e.s. Graduate School soll als Teil der fakultätsweiten Graduiertenschule eine Promotion innerhalb von drei Jahren unter besonderer Berücksichtigung interdisziplinärer Fragestellungen ermöglichen.
    Die a.r.t.e.s.-Promotionsstipendien sind Vollstipendien, die zum 01.04.2026 in einer monatlichen Höhe von 1.700 EUR für drei Jahre vergeben werden. Bewerbungsschluss ist der 07. November 2025. Die Auswahlgespräche finden im Februar 2026 statt.
    Weitere Informationen zu a.r.t.e.s. und zum Bewerbungsverfahren:www.artes.uni-koeln.de
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  • Erben Alexanders – Dynastie und Legitimation


    Das ProjektTriumphierender Feldherr in der Nachfolge Alexander des Großen oder Symbol dekadenter Verschwendungssucht, altägyptische Gottheit oder Schutzherr der jüdischen Gemeinde – die Könige und Königinnen hellenistischer Zeit (322–30 v. Chr.) erscheinen je nachdem, welche Quelle man heranzieht, in sehr unterschiedlichem, ja gegensätzlichem Gewand. Das Spektrum ihrer Selbstdarstellung und der zeitgenössischen Zuschreibungen ist ausgesprochen breit. Die aus der Erbmasse von Alexanders Eroberungen hervorgegangenen Monarchien bewiesen eine erstaunliche Flexibilität bei der Anverwandlung ganz verschiedener Bräuche und Repräsentationsformen zum Zwecke der Herstellung dynastischer Legitimität. Damit reagierten die Herrscher griechisch-makedonischer Herkunft auf die sehr heterogenen Erwartungen ihrer Untertanen und die vielschichtigen Akkulturationsprozesse, die sich zwischen den griechischen Eliten und den Kulturen des Alten Orients und Ägyptens ergaben.
    Doch wie genau korrespondierte die herrscherliche Selbststilisierung mit den Vorstellungswelten der einzelnen Untertanengruppen? Darüber ist trotz intensiver Forschung zu den hellenistischen Königreichen immer noch wenig bekannt. Hier setzt das Vorhaben der Althistoriker Prof. Dr. Eva Anagnostou-Laoutides und Prof. Dr. Stefan Pfeiffer an. Durch den umfassenden Vergleich der Königsdarstellungen der beiden wichtigsten hellenistischen Dynastien, der Seleukiden und der Ptolemäer, möchte die internationale Forschungsgruppe herausfinden, wie die einzelnen Herrscherbilder entstanden sind und über welche kulturellen Kanäle sie sich verbreiteten. 
    Dabei liegt der Fokus der Untersuchung auf den jeweiligen Hauptstädten der beiden Reiche: Sowohl die seleukidischen Residenzen Seleukia am Tigris und Antiochia am Orontes, als auch Alexandria, die Metropole des Ptolemäerreiches, wurden von den Königen gezielt als Zentren ihrer Repräsentation und Prachtentfaltung konzipiert. In der Einwohnerstruktur der Metropolen spiegelte sich die multiethnische Zusammensetzung der Königreiche, weshalb sich anhand der Hauptstädte Prozesse der „Übersetzung“ von lokalen Traditionen gut beobachten lassen. Die Seleukiden etwa bezogen sich immer wieder auf die babylonische Mythologie, deuteten diese aber in einer Weise, die auch für die griechischen Siedler und andere Untertanengruppen verständlich war. Am Königshof in Alexandria inszenierten sich Ptolemaios II. und seine Schwestergemahlin Arsinoe II. wahlweise als die Geschwister Zeus und Hera oder Osiris und Isis, womit sie in der Tradition der Pharaonen den göttlichen Charakter ihrer Herrschaft unterstrichen. In beiden Reichen bestanden komplexe Wechselbeziehungen zwischen dem Herrscherhaus und der hauptstädtischen Bevölkerung, die für die Akzeptanz der dynastischen Thronfolge von großer Bedeutung waren. Die Analyse der seleukidischen und ptolemäischen Bildpolitik vermag auf diese Weise einen Beitrag zum besseren Verständnis der spezifischen Herausforderungen hellenistischer Herrschaft zu leisten.
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  • „Der kleine Mann“


    geschichtlich gesprochen mit Dirk van Laak

    Um Volksnähe zu simulieren, soziale Ungerechtigkeit anzuprangern oder populistische Forderungen zu untermauern, sprechen Politikerinnen und politische Meinungsmacher hierzulande gerne vom „kleinen Mann“ oder den „kleinen Leuten“, wie zum Beispiel in „Am Ende muss der kleine Mann die Zeche bezahlen!“ oder in „Die Sorgen und Ängste der kleinen Leute ernst nehmen“. Mal muss der kleine Mann steuerlich entlastet werden, mal wird er gegen „die da oben“ in Stellung gebracht. Der Historiker Prof. Dr. Dirk van Laak hat die historischen Ursprünge dieser Sozialfigur ebenso wie ihre aktuellen Erscheinungsformen untersucht. Wir haben ihn unter anderem gefragt, ob es vergleichbare Figuren im Ausland gibt – und was eigentlich mit der „kleinen Frau“ ist.
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  • Vom Landsknecht zum Totalen Krieg: 500 Jahre deutsche Militärgeschichte


    Zu Gast bei L.I.S.A. mit Stig Förster

    Wer im 19. oder frühen 20. Jahrhundert ein Werk zur Militärgeschichte aufschlug, betrat eine Welt von Schlachtenlinien, Marschplänen und Generalsnamen. Krieg erschien als Drama der Feldherren, aufgeführt auf den Bühnen von Austerlitz, Sedan oder Verdun. Verfasst wurden solche Werke meist von Offizieren für Offiziere, mit dem Ziel, erfolgreiche Taktiken zu erläutern und einmal begangene Fehler nicht zu wiederholen. Lange galt Militärgeschichte auch danach als etwas Verstaubtes, ja Unappetitliches. Im Gespräch mit dem Militärhistoriker Prof. Dr. Stig Förster fragen wir, wie angesichts der Rückkehr des Krieges nach Europa eine moderne Militärgeschichte aussehen kann, die sich nicht in der Nacherzählung großer Schlachten erschöpft. Wir fragen, woher die Faszination für Krieg und Gewalt rührt und welche geografischen und historischen Besonderheiten die deutsche Militärgeschichte prägen.
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  • Gastfreundschaft und / als Konflikttransformation: <br /> Philemon und Baucis neu gelesen


    Salon Sophie Charlotte 2025

    Reich an Konflikten, bieten Ovids „Metamorphosen“ eine Reihe von An­knüpfungs­punkten für das Jahresthema der BBAW für die Jahre 2025 und 2026, „Konflikte lösen!“: Der Mythos von Philemon und Baucis dient als Aufhänger für ein Gespräch über Gast­freund­schaft als Strategie zur Konflikt­trans­for­ma­tion. Vielfach als berührende Geschichte uner­schütter­licher Verbundenheit des alternden Paares gelesen, erzählt der Mythos von einer brisanten Situation der Kon­fron­ta­tion mit dem Fremden. Indem Philemon und Baucis die inkognito auf­tre­ten­den Götter Jupiter und Merkur trotz ihrer beschei­de­nen Verhältnisse reich bewirten, zerstreuen sie den potentiellen Konflikt. Was erzählt uns der Mythos heute über Konflikte und ihre Lösung? Es diskutieren Christopher Degelmann (Althistoriker, HU zu Berlin), Ernst Osterkamp (Germanist, HU zu Berlin) und Sabrina Zajak (Sozial­wissen­schaft­lerin, Deutsches Zentrum für Inte­gra­tions- und Migrations­forschung), moderiert von Anita Traninger (Literatur­wissen­schaft­lerin).
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  • The 1956 Plebiscite, Conflict and Peace in Post-Independence Ghana.


    Edem Adotey I Frieden schaffen und Frieden erhalten im 20. Jahrhundert. Forum Neuzeit des Instituts für Geschichtswissenschaften an der HHU Düsseldorf

    In seinem englischsprachigen Vortrag beleuchtet Edem Adotey (University of Ghana) die politischen und gesellschaftlichen Konsequenzen der UN-Volksabstimmung von 1956 zur territorialen Integration Western Togolands in den neuen ghanaischen Staat. Adotey zeigt auf, dass die Entscheidung bis heute umstritten ist, insbesondere aufgrund der deutlich unterschiedlichen regionalen Voten (weitestgehend Nord-Süd-Gefälle) und anhaltender ethnisch konnotierter Identitätsvorstellungen. Verschiedene Bewegungen, die sich gegen die Integration wenden, verweisen auf historische und kulturelle Argumente, um ihre Forderungen nach Autonomie oder Abspaltung zu untermauern. Zentral ist die wiederkehrende Frage, ob die Abstimmung von 1956 tatsächlich eine abschließende Legitimation darstellt. Adotey plädiert abschließend für eine sachliche, faktenbasierte Auseinandersetzung mit dem Thema, um langfristige Spannungen friedlich und konstruktiv bearbeiten zu können.In his talk, Edem Adotey (University of Ghana) looks at the political and social consequences of the 1956 UN referendum on the territorial integration of Western Togoland into the new Ghanaian state. Adotey shows that the decision remains controversial to this day, particularly due to the significant regional differences in voting patterns (largely a north-south divide) and persistent ethnic identity issues. Various movements opposed to integration cite historical and cultural arguments to support their demands for autonomy or secession. Central to the debate is the recurring question of whether the 1956 vote actually constitutes a final legitimation. Adotey concludes by calling for an objective, fact-based examination of the issue in order to resolve long-standing tensions peacefully and constructively.
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  • Thomasius Club mit Cosima Götz: Metropolen im Wettbewerb


    20:00 I Café Alibi, Universitätsbibliothek Leipzig

    Wie der Stadtraum Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem zunehmend umkämpften Raum wurde und welche Rolle dabei internationale städtebauliche Wettbewerbe spielten, darüber reden wir mit Cosima Götz. Denn Wettbewerbe erlebten zwischen den 1890er und den 1930er Jahren eine beispiellose Hochphase. Man versprach sich von diesen ihnen nichts Geringeres als einen »Generalplan« – für die Anlage von Verkehrswegen, Bau- sowie Freiflächen und vor allem auch für die gesellschaftliche Neuorganisation unter den Bedingungen einer als »modern« verstandenen Zeit. An den Städten Berlin, Ankara, Paris und Canberra zeigt Cosima Götz, wie die dabei entstehenden Konflikte bearbeitet wurden und welche planerischen, aber auch ideellen Folgen dies hatte. Der Thomasius Club ist gespannt und fragt nach.
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  • Konzeptionen von Leadership in Vergangenheit und Gegenwart: Ein interdisziplinärer Blick


    Vesa Petri Juhani Arponen | Antike im Zerrspiegel politischer Ideologien

    Im philosophisch-archäologischen Vortrag von Dr. Vesa Petri Juhani Arponen (Kiel) wird das Konzept der „Leadership“ in einer interdisziplinären, „past-present connectivity“-Perspektive erörtert. Es werden archäo­lo­gische Inter­preta­tionen der mensch­lichen Entwick­lung mit zeitgenössischen geo­poli­tischen Vor­stel­lungen von „Einfluss­sphären“ (spheres of influence) und perso­nalis­tischem Autori­ta­rismus verglichen. Diese Fragen werden dann mit dem Konzept der „Leadership“ in Verbin­dung gebracht, wie es sich aus dem Capability-Ansatz von Amartya Sen ableiten lässt.
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  • Teile und erhalte. Forschungsdaten veröffentlichen in der Geschichtswissenschaft


    Debatte beim Historikertag 2025 in Bonn

    ­Forschungsdaten sind in den Arbeits­pro­zes­sen der Geschichts­wissen­­schaften ange­kom­men. Quellen­samm­lun­gen werden als Retro­digi­ta­li­sie­rung, Transkription, Übersetzung, in Verzeichnissen, Registern und Daten­banken und mit computer­gestützten Verfahren digital verarbeitet. Öffentlich sichtbar werden diese Daten jedoch äußerst selten, denn publizierte Daten sind in der historischen Forschung weiterhin eine Ausnahme­erscheinung.
    Forschende, die ihre Daten veröffentlichen möchten, blicken zuvor auf eine oft aufwän­dige Aufbereitung und einen schwer bis unsicher einzuschätzenden Gewinn dieser Mühen. Wie ließe sich der Publikations­pro­zess erleichtern und welche Erträge sind erwart­bar? Soll überhaupt jeder die eigenen Forschungs­daten veröffentlichen oder besser nur in einem Umfeld mit zusätzlichen Ressourcen? Wie lassen sich Barrieren aus der eigenen Fachkultur heraus überwinden und welche gesellschaft­liche Relevanz kann die Veröffentlichung von geschichts­wissen­schaft­lichen Forschungs­daten entfalten?
    Einführung: Fabian Cremer (Mainz), Impulsbeiträge und Diskussion: Constanze Buyken (Mainz), Katrin Moeller (Halle-Wittenberg), Werner Scheltjens (Bamberg) und Silke Schwandt (Bielefeld). Moderation: Thorsten Wübbena (Mainz).
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