L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung

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  • Abscheulich, struppig, wunderschön. Menschliche Körper und die Konstruktion des Fremden im Spätmittelalter


    Historisches Kolleg | Vortrag von Christian Hoffarth

    Menschliche Körper und Aspekte von Körperlichkeit zählen zu den grundlegenden Kategorien, anhand derer Menschen zwischen Eigenem und Fremdem unterscheiden. In seinem Forschungs­projekt untersucht der Historiker Dr. Christian Hoffarth die Bedeutung des Körpers für die Wahrnehmung asiatischer, afrikanischer und amerikanischer Menschen in europäischen Reisetexten des Spät­mittel­alters. Es geht von der Annahme aus, dass die Beobachtungen und Erfahrungen spätmittel­alter­licher Fern­rei­sen­der großen Einfluss auf Wissens­bestände über den menschlichen Körper in Europa übten und die Maxime der Überlegen­heit des eigenen über den fremden Körper befeuerten.
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  • Müssen wir unser Bild von Kaiser Wilhelm I. korrigieren, Jan Markert?


    L.I.S.A. am Telefon über Kanzlermythen, Bismarckgläubigkeit und die „erfolgreiche Revolution“ von 1848

    Otto von Bismarck gilt als die Überfigur des 19. Jahrhunderts und des Deutschen Kaiserreichs. Und obwohl das Deutsche Reich ein Kaiserreich war, steht dessen Namensgeber Kaiser Wilhelm I. im tiefen historischen Schatten des „Eisernen Kanzlers“. Wilhelm, so die gängige Erzählung, sei ein schwacher Monarch gewesen, nicht mehr als eine Symbolfigur für das neue Reich, während Bismarck als dessen eigentlicher Architekt gilt. Zu dieser Wahrnehmung trug – vermeintlich – nicht zuletzt der Kaiser selbst selbst bei: Soll er doch geäußert haben, es sei nicht leicht, unter Bismarck Kaiser zu sein. Doch entspricht dieses Bild der historischen Realität? Neue Forschungen werfen Zweifel auf. Der Historiker Dr. Jan Markert hat den bislang weitgehend unerschlossenen Nachlass Wilhelms I. ausgewertet und zeichnet das Bild eines Kaisers, der weit mehr war als nur ein Statist der Geschichte. Wir haben mit ihm gesprochen.
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  • Das Kriegsende in Asien und Japans „Augusterlebnis 1945“ als historische Zäsur


    Takuma Melber | Passage 1945 – Kriegsende und Neuordnung

    In dem Vortrag über das Kriegsende in Asien und über Japans „Augusterlebnis 1945“ als historische Zäsur von Dr. Takuma Melber (Heidelberg) werden die Kontroverse um den Eintritt der Sowjetunion in den Krieg gegen Japan, die Notwendigkeit des Abwurfs der Atombomben sowie die Furcht der japanischen Militärs und Politiker vor der Abschaffung der Monarchie nach einer Kapitulation, wie sie durch die Potsdamer Deklaration von Präsident Harry S. Truman, Premierminister Winston S. Churchill und Generalissimus Chiang Kai-shek vom 26. Juli 1945 erzeugt worden war, erörtert. Aufgezeigt wird zudem, dass resultierend aus dem Weltkrieg in Ostasien dort eine weitere Phase „heißer Kriege“, „Dekolonialisierungskriege“ folgte.
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  • „Digitale Formate werden den Museumsbesuch nicht ersetzen“


    Interview mit Andrea Brait über Museumsbesuche im Geschichtsunterricht

    Der Museumsbesuch gehört zu den Klassikern außerschulischen Lernens, besonders im Geschichtsunterricht. Für Lehrkräfte wirkt er oft wie eine willkommene Verschnaufpause: Für einen Moment übernehmen die Kolleginnen und Kollegen im Museum die Verantwortung. Doch so unkompliziert, wie es scheint, ist es selten. Damit der Besuch mehr wird als ein netter Ausflug, gilt es einige Stolpersteine zu vermeiden. Die Geschichtsdidaktikerin PD Dr. Andrea Brait, die sowohl im Museum als auch in der Schule gearbeitet hat, kennt diese Herausforderung aus beiden Perspektiven. Im Interview erklärt sie, wie Schule und Museum einander sinnvoll ergänzen können und warum digitale Formate den analogen Museumsgang niemals ersetzen werden.
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  • Zukunft der Erinnerung. Das deutsche Erbe und die kommende Generation


    Bibliothek für Zeitgeschichte in der Württembergischen Landesbibliothek | Buchvorstellung mit Wolfgang Benz

    Was 1945 begann, wird nicht mit dem Tod der Zeitzeugen enden: die Erinnerungskultur. Aber der Ort des Holocaust in der Geschichte wird sich zunehmend verändern, von Generation zu Generation und je mehr Zuwanderer ins Land kommen. Eine Verpflichtung für die deutsche Politik wird gleichwohl bleiben. Wolfgang Benz schildert das Entstehen der deutschen Erinnerungskultur. Er setzt sich mit Ritualisierung und Bürokratisierung des Gedenkens auseinander und warnt vor selbstgefälliger Zufriedenheit. Er weist der jungen Generation einen Weg, die Last des Nationalsozialismus zu tragen, ohne sich erdrücken zu lassen. Denn klar ist: Das Verbrechen war gigantisch und singulär. Aber nicht jede politische Verpflichtung ist damit zu begründen.
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  • Verschwörung und Verrat im Bauernkrieg


    Ryan Hampton / André Krischer | Freiburg und der Breisgau im Bauernkrieg

    In welchem Ausmaß kooperierten die aufständischen Bauernhaufen 1525 in unterschied­lichen Gebieten miteinander – oder handelt es sich bei den herrschafts­über­grei­fen­den Konspi­ra­tionen um eine obrigkeit­liche Erfindung? Wie schwer diese Frage im Einzelfall zu beurteilen ist, zeigt Ryan Hampton (Freiburg) in seinem Vortrag am Beispiel des Kaiserstühler Haufens und den Protokollen der Verhörung des Bauernführers Hans Zilers von Amoltern.
    Im zweiten Vortrag stellt Prof. Dr. André Krischer (Freiburg) Überle­gun­gen zum poli­ti­schen und straf­recht­lichen Umgang mit Verrat im Zuge des Bauern­kriegs vor.
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  • Sicherheitspolitik von unten: Ziviler Ungehorsam gegen Nuklearrüstung in Mutlangen (1983–1987)


    Richard Rohrmoser I Frieden schaffen und Frieden erhalten im 20. Jahrhundert. Forum Neuzeit des Instituts für Geschichtswissenschaften an der HHU Düsseldorf

    Richard Rohrmoser (Universität Mannheim) untersucht in seinem Vortrag die jahrelang anhaltenden Proteste in Mutlangen gegen die Stationierung von Nuklear­raketen. Nachdem er zunächst die Proteste historisch einordnet, stellt er die unterschiedlichen Formen der und Beteiligung an den Sitzblockaden eingeht und die juristischen Entwicklungen dar. Diese sind insbesondere vor dem Hintergrund der sogenannten Richter­blockade besonders interessant. Weiterhin zeigt er auf, wie sich der Protest in Mutlangen verstetigte und die kleine Stadt zum Symbolort für die Friedensbewegung wurde. Er geht schlussendlich darauf ein, welche gesell­schaft­lichen Auswirkungen die Proteste in Mutlangen hatten – gerade weil dort der Protest aus unterschiedlichen Gruppen der Bevölkerung Unterstützung erhielt.
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  • The Rule of Law


    Historians on Democracy #5

    The 5th panel discusses one of the fundamental principles of democratic systems and asks how the idea and practice of “The Rule of Law” is relevant in sustaining democracy – and what it took and meant in the past and what it might take and mean in the present to destroy or defend it. The panelists will assess this moment in time, particularly the nature and consequences of the Trump administration’s legal stands and practices in various policy areas, in light of their respective scholarly and professional expertise. Our speakers are: Deborah S. Gonzalez (Roger Williams Law School), Benjamin Carter Hett (CUNY), Mohamed Camara (Columbia Univ.), Samuel Miner (IfZ Munich) and Ute Frevert (Max Weber Foundation), who will also chair the panel.
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  • Das unbekannte Ende eines Kolonial- und Sklavenhändlers


    Der Tod des Friedrich von Romberg am 3. Mai 1818 in Paris

    Im Rahmen der Förderung durch die Gerda Henkel Stiftung für das Projekt „Zwischen Altem Reich und atlantischer Plantagen­wirtschaft: Das Handels­imperium des Friedrich Romberg (1729–1819)“ wurde im Oktober 2020 eine Video­doku­menta­tion erstellt. Damals befand sich das Projekt noch in der Anfangs­phase und die meisten Archivalien mussten noch gefunden und gesichtet werden. In der Dokumentation wurde auch gezeigt, wie ich nach dem Grab oder einer Todesnotiz von Friedrich von Romberg recherchierte und dabei auch den Grabstein eines Romberg in Brüssel aufsuchte (Episode 5, ca. 4:10-4:35). Der dort begrabene Romberg hat allerdings keine verwandtschaftliche Beziehung zu Friedrich von Romberg.
    Inzwischen ist es mir gelungen, sowohl das genaue Todesdatum als auch den -ort festzustellen. Entsprechend wird dies hier als Ergänzung der Video­doku­men­ta­tion etwas eingehender dargestellt. Dies kann auch zeigen, wie man in der Gegenwart solche Informationen durch verschiedene archivalische Spuren ausfindig machen kann. Weiterhin wirft es ein bemerkenswertes Schlaglicht auf Friedrich von Romberg und ergänzt so die Video­doku­men­ta­tion. Entsprechend wird im Folgenden in einem ersten Teil dargestellt, wie ich das Todesdatum von Friedrich von Romberg herausfinden konnte, und in einem zweiten Teil werden dann die letzten Jahre von ihm skizziert. Detaillierter wird dies dann im kommenden Buch ausgeführt werden.
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  • Passage 1945 – Kriegsende und Neuordnung


    Die Frage scheint einfach: Wann endete der Zweite Weltkrieg? Am 8. oder am 9. Mai? Vielleicht am 15. August oder am 2. September? Oder doch an einem ganz anderen Tag? Das Jahr 1945 markiert somit weniger ein klares Ende oder einen Neuanfang, schon gar keine „Stunde Null“, sondern vielmehr einen zeitlichen Übergangsraum: die Passage 1945. Unter dem Leitmotiv „Passage 1945“ möchten wir uns den Übergängen vom Zweiten Weltkrieg zum Nachkrieg und zum Frieden annehmen.
    Der hierzu entwickelte Workshop nähert sich diesem Themenfeld in drei Teilen: Der erste Teil skizziert die Wege aus dem Krieg in Europa und Asien und öffnet den Blick auf das Entstehen einer neuen Weltordnung mit ihren eigenen Konfliktlinien, die im globalen Kriegsgeschehen ihre Wurzeln hatten. Die zwei anschließenden Teile sind mit zwei Ereignissen verknüpft, die es möglich machen, Wege und Übergänge in die Nachkriegszeit auszuleuchten: Im Mikrokosmos der Potsdamer Konferenz wird die Neuordnung der Welt sichtbar, im Brennglas der Kriegsverbrecherprozesse ein Umgang mit der Vergangenheit deutlich, der mehr als die juristische Aufarbeitung des Krieges sein wollte. Ein Book-Talk mit dem Autor Volker Heise zu den Ereignissen des Jahres 1945 und ein Abendvortrag von Kim C. Priemel zu den Selbstvergewisserungsprozessen in den Übergängen von Krieg und Frieden flankieren diese Diskussionen.
    Der Workshop war eine Kooperationsveranstaltung des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, dem Research Center Sanssouci (RECS) und dem Museum Berlin Karlshorst. Er fand in der Orangerie im Neuen Garten in Potsdam statt.
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