L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung

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L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung episodes

  • Gräber – Spiegel des Lebens?


    Archäologie trifft Literatur – Folge 3

    Grabfunde zählen zu den wichtigsten Quellen der Archäologie. Doch was erzählen sie uns über das Leben in längst vergangenen Epochen? Sind sie das Abbild der Wirklichkeit, das Resultat religiöser Vorstellungen und Regeln, eine unergründliche Inszenierung? Anhand des Grabes von Hochdorf, einem der bedeutendsten keltischen Funde Europas, gehen wir diesen Fragen nach. Von Gebrauchsspuren wird die Rede sein, vom Fischen, Fahren und Feiern. Vom Feiern erzählt auch die Poesie, und vom Werden und Vergehen des Lebens, von Geburt und Tod. Das Nachdenken über Vergänglichkeit und Tod führt uns mitten hinein ins Leben: Memento mori! carpe diem!
    In der Reihe „Archäologie trifft Literatur“ stellen der Archäologe Thomas Hoppe M.A. und die Rezitatorin Barbara Greese Artefakte aus dem Landesmuseum Württemberg in einen kulturhistorischen Kontext. Archäologische Erläuterungen zum frühkeltischen Prunkgrab von Eberdingen Hochdorf treten in Dialog mit der Lesung poetischer Texte unterschiedlicher Zeiten. Texte von Heinrich Heine, Michel de Montaigne, Rainer Maria Rilke bis zu Joachim Ringelnatz werden zu hören sein.
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  • Auerbach Lectures Winter 2025/26


    Vorlesungsreihe des Erich Auerbach Institute for Advanced Studies, Universität zu Köln

    Das Erich Auerbach Institute for Advanced Studies lädt Sie herzlich zu den Auerbach Lectures im Wintersemester 2025/26 ein. Gäste sind herzlich willkommen! Immer montags um 18:00 Uhr in der Bibliothek des Erich Auerbach Instituts:
    Weyertal 59 (Rückgebäude, 3. OG), 50937 Köln.
    Für mehr Informationen besuchen Sie gerne unsere Homepage.Kontakt: Maximilian Kloppert, [email protected].
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  • Vom Weltkrieg zu Dekolonisation und Kaltem Krieg


    Frank Reichherzer | Passage 1945 – Kriegsende und Neuordnung

    Im Vortrag von Wiss. Oberrat Dr. Frank Reichherzer (Potsdam) wird das Enddatums des 2. Weltkrieges hinterfragt und untersucht, wie lange genau der 2. Weltkrieg währte und inwieweit er für die Dekolonisation und die Folgekonflikte verantwortlich war. Es wird darauf hingewiesen, dass der 2. Weltkrieg aus vielen einzelnen Konflikten bestand, die zunehmend verwachsen seien und viele Konflikte nach den Unterzeichnungen der Kapitulationen des Deutschen Reichs und Japans weiter schwelten, neu ausbrachen und zum Teil bis heute anhalten.
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  • „Da kann ich dir ein Lied von singen“


    geschichtlich gesprochen mit Jan Simon Karstens

    Um sich einem historischen Ereignis oder einer ganzen Epoche zu nähern, lohnt es sich, die Ohren zu spitzen: Dichtung und Lieder fangen Stimmungen ein und eröffnen Geschichts­interessierten wie Historikerinnen und Historikern einen ganz eigenen Zugang zur Vergangenheit. Davon kann PD Dr. Jan Simon Karstens ein Lied singen: Der Historiker von der Universität Trier hat 101 historische Lieder aus fünf Jahr­hun­derten zusammen­getragen und in einem Buch veröffentlicht. Wir haben mit ihm über den Klang der Geschichte gesprochen.
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  • Demokratie und Diktatur


    Zu Gast bei L.I.S.A. mit Claudia Gatzka

    Wer von Demokratie und Diktatur spricht, meint damit in den meisten Debatten ein unversöhn­liches Gegensatz­paar. Doch etablierte sich die strikte Unter­schei­dung in zwei konträre Herrschafts­formen erst im frühen 20. Jahr­hun­dert; auch später blieb die Grenz­zie­hung in Deutschland immer wieder Aushand­lungs­prozessen unterworfen. Die Historikerin Dr. Claudia C. Gatzka (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) plädiert dafür, diese Abgren­zung einem genaueren Blick zu unterziehen. Denn auch zur Demokratie gehören mitunter Ele­men­te, die dikta­to­ri­sche Züge tragen, während Diktaturen nicht unerheblichen Aufwand darauf verwen­den, als demo­kra­tisch wahr­ge­nom­men zu werden.
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  • Rediscovering “Lost Cities” and the Birth of Urban Archaeology


    Rubina Raja | Abandoned Cities

    The “Lost Cities Rediscovered“ project, which Professor Rubina Raja (Aarhus University) presented in her lecture, examines ancient cities in Western Asia that were largely explored by archaeologists in the late Ottoman and Mandate period. By revisiting legacy data from such excavations, which can be retrieved in archives, the project examines and brings to the forefront forgotten or non-published histories from and about these important sites. How have the methods, practices and biases of the mostly Western explorers influenced our understanding of these urban sites? At the same time, it encourages us to rethink the impact of legacy data on archaeological and historical understanding of sites – such as Gerasa, Palmyra, Raqqa, and Samarra –, which have been known to us for centuries.
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  • Archäologie trifft Literatur


    Eine Podcastreihe des Landesmuseums Württemberg

    „Archäologie trifft Literatur“ ist eine Reihe am Landesmuseum Württemberg in Stuttgart. Im Museum ausgestellte archäologische Artefakte von der Steinzeit über die Kulturen der Kelten, Griechen und Römer bis zu den Alamannen werden im lockeren Zwiegespräch in einen kulturhistorischen Kontext gestellt. Archäolog*innen treten mit der Rezitatorin Barbara Greese in einen spannenden Dialog. Dabei entsteht eine dichte, eindringliche Atmosphäre, die zwischen konzentriertem Zuhören sowie lockerem Zwiegespräch oszilliert.
    Ziel der Reihe ist es Literatur aus verschiedenen Jahrhunderten mit ihren je eigenen Sprachstilen mit archäologischen Artefakten in Dialog bringen.  Geschichte und Geschichten werden gemeinsam erzählt. In den einzelnen Folgen werden Urfragen der Menschen thematisiert. Es geht um Menschliches und Göttliches, Leben und Tod, Fragen der Technik bis zum Zauber der Schönheit und der Rolle des Schmuckes.
    Die Rezitatorin Barbara Greese hat die Reihe „Archäologie trifft Literatur“ am Landesmuseum Württemberg in Stuttgart gemeinsam mit der Archäologin Dr. Astrid Fendt ins Leben gerufen und bei allen Folgen den literarischen Part gestaltet. Den archäologischen Part hat jeweils eine*r der vier Referatsleiter*innen der Abteilung Archäologie am Landesmuseum Württemberg übernommen.
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  • „Die schrankenlose Willkür der Natur“


    Das Erdbeben von Lissabon als Herausforderung für das Naturbild der Aufklärung

    Am 1. November 1755 erschütterte ein gewaltiges Erdbeben die portugiesische Handelsstadt Lissabon. Fast die gesamte Altstadt wurde zerstört, eine riesige Tsunamiwelle überrollte das Hafenviertel. Mehrere Zehntausende Menschen starben. Theologen stellte sich die Frage nach der Theodizee: Wie konnte Gott durch seine Schöpfung den Tod so vieler unschuldiger Menschen zulassen? Philosophen und Naturwissenschaftler fragten: War die Vorstellung einer gesetzmäßigen und berechenbaren Natur angesichts eines solchen Ereignisses vielleicht eine bloße Illusion? Zumal das Erdbeben nur eines einer Reihe von Naturkatastrophen war, die viele Vorstellungen der Aufklärung über die Natur erschütterten.
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  • „L'immortalità dell'idea di Roma“. Mussolinis Inszenierung der Antike im faschistischen Rom


    Ursula Quatember | Antike im Zerrspiegel politischer Ideologien

    In den 1930er-Jahren verwandelte das faschistische Regime Mussolinis das historische Zentrum Roms in eine monumentale Kulisse imperialer Selbstdarstellung. Archäologische Ruinen, Ausgrabungen und Neubauten wurden gezielt eingesetzt, um eine ideologische Kontinuität zwischen dem antiken Rom und der faschistischen Gegenwart zu konstruieren.
    Die Bauforscherin Prof. Dr. phil. Ursula Quatember analysiert in ihrem Vortrag die städtebaulichen und musealen Projekte des Regimes – von der Via dell’Impero über die Mostra Augustea della Romanità bis zur Umgestaltung der Piazza Augusto Imperatore.
    Im Mittelpunkt steht die Frage, wie archäologische Räume und antike Formen zur Legitimation faschistischer Herrschaft instrumentalisiert wurden – und welche Spuren dieser Geschichtspolitik bis heute sichtbar sind.
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  • Wir müssen reden! Über Pseudoarchäologie und die ideologische Aneignung von Vergangenheit


    Jens Notroff | Idee Archäologie. Positionen und Konturen einer Wissenschaft

    Die Antike boomt. Unter prominenten Silicon Valley-Pionieren und Tech-Milliardären jedenfalls ist eine Begeisterung für griechisch-römische Geschichte verbreitet, mit der sie zusehends zu einer reichweitenstarken Antikenrezeption beizutragen scheinen. Das Nachdenken über Rom hat es kürzlich gar zum viralen Internet-Meme gebracht. Auffällig ist dabei ein mehr oder weniger offen ausgesprochener Gegenwartsbezug, mit dem historische Ereignisse auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen projiziert werden. Von Twitter-Gründer Jack Dorseys Überzeugung, der Aufstieg Roms zur Großmacht sei insbesondere technologischem Fortschritt zuzuschreiben über das Zugeständnis von Meta-CEO Mark Zuckerberg, dass der von ihm bewunderte Kaiser Augustus für den erreichten „Weltfrieden“ in der Tat „certain things“ tun musste (ein gewagter Euphemismus für die römischen Bürgerkriege und den Umbau der Republik in eine Autokratie) und die libertäre Stoa-Auslegung eines Peter Thiel, Tech-Pionier von Paypal bis Palantir, in der Freiheit (gemeint ist vor allem die Freiheit der Mächtigen) zunehmend inkompatibel mit demokratischen Grundprinzipien scheint bis zur kulturpessimistischen Gegenwartsanalyse Marc Andreessens, u.a. Mitbegründer von Netscape, der sich in seiner kalifornischen Heimat an die Krise Roms um 250 n. Chr. erinnert fühlt: „we live amidst an enormous flowering of culture and creativity, but the roads are becoming unsafe and nobody is quite sure why.“ So viel Aktualität und Relevanz sollte uns als Altertumswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler freuen, denn dass wir mit historischer Perspektive in der Tat Herausforderungen auch in Gegenwart und Zukunft kommentieren können, wollen wir für uns und unsere Fächer schließlich gern in Anspruch nehmen. Dass einordnende Stimmen hier allerdings hilfreich sein können, mag der doch recht einseitige Fokus auf Identitätsdebatten zeigen.
    Dass sie unbedingt nötig sind, wird spätestens deutlich, wenn wir diese Liste bekannter (und politisch einflussreicher) Rom-Enthusiasten um Elon Musk erweitern. Denn während im Grunde jede dieser Perspektiven in einschlägigen Online-Subkulturen (wie der sogenannten Manosphere, für die die Althistorikerin (und Schwester des Meta-/Facebook-Gründers) Donna Zuckerberg eine starke Affinität zu und Instrumentalisierung von antiken Texten und Bildern herausgearbeitet hat) anschlussfähig wäre (bzw. umgekehrt auch daraus hervorgegangen sein könnte), sucht insbesondere der Elektromobilitäts-Raumfahrt-Social-Media-Unternehmer konkret deren Nähe. Und kokettiert, durchaus öffentlich und öffentlichkeitswirksam, historisch argumentierend mit deren ideologischen Codes (erinnert sei, neben dem Auftreten als „Kekius Maximus“, u.a. an den vermeintlich „Römischen Gruß“ anlässlich der Feierlichkeiten zur zweiten Amtseinführung Donald Trumps Anfang des Jahres, für dessen Historizität sich so gut wie keine antiken Belege, dafür aber um so deutlichere Anleihen in der jüngeren Geschichte finden).
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