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L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung episodes

  • Frieden schließen im 19. und 20. Jahrhundert. Ein Aufriss


    Jost Dülffer I Frieden schaffen und Frieden erhalten im 20. Jahrhundert. Forum Neuzeit des Instituts für Geschichtswissenschaften an der HHU Düsseldorf

    Der Vortrag von Jost Dülffer (Universität Köln) widmet sich der histo­rischen Entwicklung von Friedens­schlüssen im 19. und 20. Jahr­hun­dert mit einem besonderen Fokus auf Europa. Frieden erscheint dabei nicht als singuläres Ereignis, sondern als vielschichtiger, lang­wie­riger Prozess – ein Übergang von formalen Rechts­akten hin zu gesell­­schaft­­licher Aussöhnung. In zehn thema­tischen Schritten zeigt er, wie sehr Friedens­rege­lun­gen vom Charakter des Krieges, techno­lo­gischer Entwicklung sowie dem Verhältnis von Siegern und Besiegten bzw. der Art von Sieg und Niederlage abhängen. Das internationale politische Umfeld und damit die Rolle Dritter, die Inhalte des Waffen­still­standes, Ent­schei­dun­gen über die territoriale Nach­kriegs­ord­nung prägen die Friedens­aus­hand­lung maßgeblich. Der Einfluss von Repara­tionen, der Zuordnung der Kriegs­schuld, internatio­na­len Organisa­tionen sowie Struktur­ein­griffen bei den Besiegten wird ebenfalls in die Analyse integriert.
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  • „Die Kinder G. sind durchaus minderwertig“ – Malthusianismus und Sozialdarwinismus in Theorie und Praxis des frühen Sozialstaats


    Posterausstellung der Promovierenden – Historikertag 2025

    Das Dissertationsprojekt untersucht die Einflüsse von Malthusia­nis­mus und Sozial­darwi­nis­mus auf den entstehenden Sozialstaat am Beispiel der Armen­für­sorge, Jugend­für­sorge und des Vormund­schafts­wesens im Zeitraum zwischen 1870 und 1933. Es verbindet eine KI-unter­stütz­te Analyse transnationaler Expert:innen­netz­werke in Deutschland, England und der Schweiz mit der mikrohistorischen Aufarbeitung lokaler Fürsorge­praxis in suburbanen & peripheren Räumen in Ostoberschlesien, Baselland und dem nordenglischen Black Country.
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  • Der Zeitpächter. Einiges über Goethe und Italien


    vhs.wissen live mit Thomas Steinfeld

    Mehrmals geriet Goethe auf seiner italienische Reise in Situationen, in denen er glauben wollte, aus der eigenen Zeit gefallen und in der Antike oder in einer Art Nicht-Zeit gelandet zu sein. Wir meinen, dieses Gefühl wiederzuerkennen. Doch so ist es nicht: Goethe hatte, noch dem 18. Jahrhundert gemäß, andere Vorstellungen von Zeit und Geschichte, als wir sie hegen – erkennbar etwa an seiner Beschreibung italienischer Gasthäuser, an der Schilderung seiner Ankunft auf Sizilien, an seinen Äußerungen über Palladio oder auch an seinen Versuchen, die „Urpflanze“ zu entdecken.
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  • „Mut zur Zukunft“. Die Zeitkultur der Jungen Liberalen in den 1980ern


    Posterausstellung der Promovierenden – Historikertag 2025

    Angesichts wirtschaftlicher und ökologischer Krisen, drohender Kriege und neuer Protestbewegungen sind die 1980er Jahre teils als Jahrzehnt von Angst, Pessimismus und Zukunftslosigkeit charakterisiert worden, wofür der aufkommende Punk-Slogan „no future“ stehe. Aus dem Blick geraten dabei indes angepasste Jugendliche und deren Zeitkultur. Diese Forschungslücke möchte ich mit meinem im Oktober 2021 begonnenen Promotionsprojekt zur Zeitkultur der Jungen Liberalen, der Jugendorganisation der FDP, ein Stück weit schließen. Ausgehend von einem konstruktivistischen Zeitverständnis und basierend auf Quellen aus dem Archiv des Liberalismus sowie zeitgenössischen Publikationen, nehme ich die temporalen Handlungen, Ordnungen, Gefühle, Wissensbestände und Konflikte der Jungen Liberalen in den Blick. Dabei zeigt sich, dass in der Zeitkultur der FDP-Jugendorganisation die Zukunft der zentrale positive Bezugspunkt war. Diese galt es durch liberale Politik zu erreichen, wohingegen die politischen Gegner:innen der Vergangenheit zugerechnet wurden. Mit ihrer Zukunftsemphase standen die Jungen Liberalen in der Tradition des liberalen Fortschrittsdenkens – und damit in Kontrast zum zeitgenössischen „no future“. Mit diesem setzten sie sich zwar kritisch auseinander, dies führte aber nur zur Anpassung einzelner Elemente ihres Fortschrittsdenkens. Es gab sicherlich ein nicht unerhebliches Gefühl der Zukunftslosigkeit in den 1980er Jahren – ob dieses allerdings hegemonial war, stellen die Jungen Liberalen mit ihrer Zukunftsemphase in Frage.
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  • A City of Many Cities: Ctesiphon, Baghdad, and the Memory of an Abandoned Past


    Khodadad Rezakhani, Yusef Saadat | Abandoned Cities

    Ctesiphon, also known as Mahoza or al-Mada’in, has been the ancient capital complex of the Parthian and Sasanian empires. It was abandoned in favour of Baghdad in the early Islamic period. Apart from studying the political, economic, and social structure of the city, the project will consider the spatial placement of Ctesiphon in its geographical setting and the ‘lived experience’ of its inhabitants. Additionally, the project will greatly emphasise the ‘memory’ of Ctesiphon in Baghdad, the reception of the abandoned ruins of Ctesiphon in medieval and modern Baghdadi and Iraqi life, and the place of Ctesiphon complex in formation of local identity.
    In the first part of the presentation, Dr. Khodadad Rezakhani will provide a general overview of the ancient cityscape on the Tigris and discuss the methodology, specific challenges, and results of the project. In the second part, Dr. Yusef Saadat will present an important aspect of the research project: the theoretical pattern for the structure of a sasanian metropole as reflected in the middle persian text of Dēnkard 3, one of the most important Zoroastrian writings from the 10th century.
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  • Anspruch und Wirklichkeit. Gesellschaftspolitische Herausforderungen für die Gedenkstättenarbeit


    14.11.2025 – 15.11.2025 | Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Tagungszentrum Stuttgart-Hohenheim

    Rechtsruck in Deutschland und Europa, wachsender Antisemitismus, geschichtspolitische Auseinandersetzungen in der postmigrantischen Gesellschaft – die Erinnerungskultur steht derzeit vor vielen Herausforderungen. Gedenkstätten stehen dabei im Zentrum verschiedener Diskurse. Einerseits wird von ihnen erwartet, ihre (oft jugendlichen) Besucher:innen zu Demokratie zu erziehen und gegen menschenfeindliche Haltungen zu wappnen; dazu werden immer wieder auch verpflichtende Gedenkstätten-Besuche gefordert. Andererseits werden historisch-politische Bildungsorte selbst vermehrt von rechtsextremen Akteur:innen angegriffen und ihre Arbeit in Frage gestellt.
    Anhand verschiedener Beispiele wollen wir diskutieren, welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf die Erinnerungs- und Bildungsarbeit von Gedenkstätten haben. Welche Erwartungen werden an die Gedenkstätten herangetragen, was können sie überhaupt leisten? Inwiefern kann Erinnerungskultur zu demokratischer Resilienz beitragen? Wo liegen die Grenzen der Gedenkstättenarbeit?
    Wir laden Haupt- und Ehrenamtliche von Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen, Lehrkräfte, Multiplikator:innen der historisch-politischen Bildung, Historiker:innen, Studierende und alle anderen Interessierten ein, darüber ins Gespräch zu kommen.
    Anlass für die Tagung ist die Auffindung der sterblichen Überreste von 34 Häftlingen des KZ-Außenlagers Echterdingen-Bernhausen (KZ-Komplex Natzweiler) beim Stuttgarter Flughafen vor genau zwanzig Jahren. In der Folge wurde dort die Gedenkstätte „Wege der Erinnerung“ errichtet und 2010 eröffnet.
    Programm
    Freitag, 14. November 2025
    14:30 Uhr Bustransfer vom Tagungszentrum zur Gedenkstätte
    15:00 Uhr Führung durch die KZ-Gedenkstätte „Wege der Erinnerung“ Echterdingen-Bernhausen Dr. Nikolaus Back, Stadtarchiv Filderstadt
    15:45 Uhr Bustransfer zum Tagungszentrum
    16:15 Uhr Kennenlernen bei Kaffee und Kuchen
    17:00 Uhr 20 Jahre Gräberfund am US-Airfield. Eine Rückschau Dr. Nikolaus Back, Stadtarchiv Filderstadt
    „Steinige Wege“ und lokale Erinnerungskulturen. Die Entstehung der KZ-Gedenkstätte Echterdingen im Kontext der Erinnerungsgeschichte der Außenlager des KZ Natzweiler in Südwestdeutschland Dr. Marco Brenneisen, KZ-Gedenkstätte Sandhofen / VGKN
    18:00 Uhr Abendessen
    19:00 Uhr Grußwort für die Städte Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen Oberbürgermeister Christoph Traub, Filderstadt
    Öffentlicher Abendvortrag Gedenkstättenarbeit im aktuellen gesellschaftlichen und politischen Kontext (Arbeitstitel) Deborah Hartmann, Leiterin der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz
    Austausch in der Denkbar
    Samstag, 15. November 2025
    08:00 Uhr Frühstück
    09:00 Uhr Umkämpfte Räume. Deutsche NS-Erinnerungsorte und ihre Strategien im Umgang mit extrem rechten Aneignungsversuchen Julia Gilfert, Universität Würzburg
    10:00 Uhr Schulexkursionen zu Gedenkstätten. Potenziale, Bedingungen, Grenzen Prof. Dr. Christian Kuchler, Universität Augsburg
    11:00 Uhr Kaffee & Snacks
    11:30 Uhr Was ist „gute“ Gedenkstättenpädagogik? Perspektiven auf professionelles Handeln an Gedenkstätten Freya Kurek, Universität Köln
    12:30 Uhr Zusammenfassung und Perspektiven
    13:00 Uhr Mittagessen
     
    Organisationsteam
    Dr. Nikolaus Back, Stadtarchiv Filderstadt Dr. Marco Brenneisen, VGKN – Verbund der Gedenkstätten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler e.V. Dr. Katrin Hammerstein & Cornelius Kückelhaus, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (Fachbereich Gedenkstättenarbeit) Dr. Tim Heilbronner, Stadtarchiv Leinfelden-Echterdingen Dr. Johannes Kuber, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart (Fachbereich Geschichte) Claudia Vöhl, Stadt Filderstadt (Amt für Bildung, Kunst und Kultur)
    Zur Teilnahme
    Teilnahmekosten inkl. Verpflegung und Übernachtung im EZ: € 50,00 inkl. Verpflegung und Übernachtung im DZ: € 40,00 ohne Übernachtung und Frühstück: € 20,00
    Stipendium Wenn Sie als Studierende Interesse an einem Stipendium für diese Tagung haben, melden Sie sich bitte bei Johannes Kuber ([email protected]). Der Förderverein der Akademie kann bei entsprechender Eignung einen Teil der Kosten übernehmen. (Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.)
    Anmeldungwww.akademie-rs.de/vakt_26082 Die Anmeldung erbitten wir spätestens bis zum 31.10.2025. Sie erhalten eine Anmeldebestätigung. Bei Rücktritt von der Anmeldung vom 4.–12.11. (Eingangsdatum) stellen wir Ihnen die Hälfte der Tagungskosten in Rechnung, danach bzw. bei Fernbleiben die Gesamtkosten. Ersatz durch eine andere Person befreit von Stornogebühren.
     
    Kontakt
    Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart Fachbereich Geschichte Assistenz: Simone Storck Im Schellenkönig 61, 70184 Stuttgart Tel: +49 711 1640 752 E-Mail: [email protected]
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  • Beeinflussung politischer Aushand­lungs­pro­zesse durch Korruption in der Frühen Neuzeit. Praktiken und Diskurse am Beispiel der Anerkennung der Kurwürde für Braun­schweig-Lüneburg auf dem Immer­wäh­ren­den Reichstag (ca. 1692–1708)


    Posterausstellung der Promovierenden – Historikertag 2025

    Ziel des Dissertationsprojektes ist es, am Beispiel der Anerkennung der Kurwürde für Braunschweig-Lüneburg auf dem Immer­wäh­ren­den Reichstag um 1700 Korruption in der Frühen Neuzeit zu untersuchen. Das Phänomen Korruption wird seit der Antike diskutiert, wobei sich historisch betrachtet unterschiedliche Vorstellungen unter dem Begriff versammeln und auch um eine einheitliche Definition immer wieder gerungen wurde. Korruption umfasst daher nicht nur Vorstellungen von konkreten Praktiken wie Bestechung, Amtsmissbrauch oder Kliente­lis­mus, sondern vor allem auch zeitgenössische Wert­vor­stel­lun­gen. Korruption ist somit immer auch ein soziales Konstrukt, wie der Wirtschafts­wissen­schaft­ler Lucio Picci 2024 anhand aktueller Beispiele verdeutlichte. Er stellte fest, dass Korruption sowohl ein Phänomen sei, das anhand konkreter Praktiken wie Bestechung untersucht werden könne, als auch eine Zuschreibung und damit ein soziales Konstrukt, das schwer zu fassen und zu definieren sei (vgl. Picci 2024, S. 6ff).
    Mit den Forschungsschwerpunkten Korruptions­kommu­ni­ka­tion und Normenkonkurrenz hat sich auch die geschichts­wissen­schaft­liche Forschung Korruption als sozialem Konstrukt gewidmet. Mit dem Begriff Korruptionskommu­ni­ka­tion benannte Niels Grüne Korruption als Kernelement politischer Kommunikation und stellte die These auf, dass bereits frühneu­zeit­liche Herrschaftskonflikte einen Prozess befördert hätten, der zu unserem heutigen Korruptions­ver­ständ­nis führte und nicht erst Entwicklungen im 18. und 19. Jahrhundert (vgl. Grüne 2011, S. 232).
    Hillard von Thiessen konstatierte mit dem Begriff der Normenkonkurrenz, dass in der Frühen Neuzeit unterschiedliche Normen nebeneinander existiert hätten (Vgl. von Thiessen 2009, S. 94). So hätten Herrschaft und Amtsführung sowohl der Verpflichtung unterlegen, gemeinwohl­orien­tiert zu sein, während gleichzeitig erwartet wurde, – im Rahmen der Patronage – Verwandte und Klienten zu unterstützen und zu bevorzugen. Gerade deswegen sei Korruption eine „scharfe Waffe in höfischen Machtkämpfen“ (von Thiessen 2010, S. 220) gewesen. 2024 stellte Mark Häberlein zusammenfassend für die Diplomatie in der Frühen Neuzeit die fluiden Grenzen zwischen Geschenken und Bestechung heraus. Er konstatierte, dass die Linie zwischen legitimen und illegitimen Geschenken nie festgezogen worden sei und es einen großen Interpretationsspielraum gegeben habe (vgl. Häberlein 2024, S. 689).
    Die Erkenntnisse über Normenkonkurrenz und fluide Grenzen stellen für die Untersuchung von korrupten Praktiken in der Frühen Neuzeit die grundlegenden Fragen, welche Spielräume es für eine Beeinflussung mittels Geldzahlungen und Geschenkübergaben gab, wenn diese sowohl als legitime als auch als illegitime Handlungen gedeutet werden konnten. In der bisherigen Forschung standen jedoch vor allem die Diskurse über Korruption im Vordergrund, während die konkreten Praktiken wenig Beachtung fanden. Wie Korruption als praktisches Phänomen in der Frühen Neuzeit funktionierte, welche Möglichkeiten politischer Einfluss­nahme es gab und was damit konkret erreicht werden konnte, blieb dagegen bisher offen.
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  • Was erwartet uns beim Historikertag 2025, Yaman Kouli?


    L.I.S.A. am Telefon zu Brandschutz, Coffee-Bikes und Haute Cuisine

    ­In weniger als zwei Wochen startet in Bonn der 55. Deutsche Historikertag. Unter dem Motto „Dynamiken der Macht“ trifft sich die deutsche Geschichts­wissen­schaft vom 16. bis zum 19. September in der ehemaligen Bundeshaupt­stadt zum größten Fachkongress seiner Art. Warum ausgerechnet die Kaffeeversorgung zur größten Herausforderung wurde und welche Programmpunkte besondere Highlights versprechen, darüber haben wir mit dem Geschäftsführer des Historikertags, PD Dr. Yaman Kouli, gesprochen.
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  • Die ‚Frauenfrage‘ in der Medienpolitik und Medienpraxis der USPD


    Posterausstellung der Promovierenden – Historikertag 2025

    An die Gründung der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD), die 1917 durch Abspaltung von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) erfolgte, knüpften weibliche Mitglieder die Hoffnung, „daß die Forderungen der Frauen jetzt anders bewertet werden als in der alten Partei“.
    Mit Clara Zetkin schloss sich auch der führende Kopf der proletarischen Frauenbewegung der USPD an. Das führte zu ihrer Kündigung als Redakteurin der in SPD-Besitz befindlichen Zeitschrift Die Gleichheit, die das wichtigste Organ der organisierten Frauen war. Ihre Kündigung war Ausdruck der Spaltungskämpfe, die massiv über die Parteipresse ausgetragen wurden. Denn die Presse war ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Arbeiter:innenbewegung und ihrer Organisationen im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert.
    Das Promotionsprojekt rekonstruiert die Presselandschaft der USPD und fokussiert darin Partizipationsmöglichkeiten von Frauen sowie die Präsenz frauenpolitischer Inhalte. Zugrunde liegt die Annahme, dass die parteieigene Aushandlung der sog. Frauenfrage medienpolitische Konsequenzen zeitigte. Besonderes Augenmerk liegt auf der quantitativ marginalen sog. Frauenpresse. Theorie und Praxis der Frauenagitation und -organisation in der USPD werden nachvollzogen, um die Frauenpresse der Partei zwischen Marginalisierung und Selbstermächtigung zu beleuchten.
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  • Werkzeuge, Milchzucker und rollende Räder – Wann ist der Mensch ein Mensch?


    Archäologie trifft Literatur – Folge 2

    Die Frage, was den Menschen von allen anderen Tieren unterscheidet, ist ebenso alt wie aktuell. Kognitive, biologische und natürlich soziale Aspekte spielen dabei eine entscheidende Rolle. Tatsächlich fällt es der Forschung jedoch zunehmend schwer hier eine klare Grenze zu ziehen. Anhand von poetischen Texten unterschiedlicher Zeiten und Objekten aus 55.000 Jahren Menschheitsgeschichte versuchen wir im Gedankenspiel eine Annäherung an diese Frage.
    In der Reihe „Archäologie trifft Literatur“ stellen der Archäologe Dr. Fabian Haack und die Rezitatorin Barbara Greese Artefakte aus dem Landesmuseum Württemberg in einen kulturhistorischen Kontext. So treten archäologische Beschreibungen von Faustkeil, Wagenrad oder altsteinzeitlicher Kunst mit der Rezitation von Überlegungen des Philosophen Aristoteles, des Naturwissenschaftlers Charles Darwin oder des Humoristen Karl Valentin in einen Dialog rund um die Frage unseres Mensch-Seins, zum Nachdenken und Schmunzeln.
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