L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung

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L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung episodes

  • Destruction of Convents and Monasteries in the German Peasants’ War


    Louisa Bergold / Charlotte Gauthier | Freiburg und der Breisgau im Bauernkrieg

    Wie viele Klöster und Stifte wurden im Bauern­krieg von 1524/25 geplün­dert, beschlag­­nahmt oder zerstört? Lange konnte die Forschung nur auf der Grund­lage von Annähe­run­gen das Ausmaß der antikleri­ka­len Gewalt im Bauern­krieg ermessen. Der Fortschritt im Bereich der Digital Humani­ties ermög­licht nun einen weitaus genaueren Über­blick: Das an der University of Oxford angesie­del­te Projekt „Visualising the Destruction of Convents & Monasteries during the German Peasants’ War“ zielt mit Unter­stützung der Gerda Henkel Stiftung auf die voll­stän­di­ge Erfassung und Kartierung aller betroffenen Kloster­an­lagen. Im Vortrag spre­chen die Projekt­beteiligten Louisa Bergold und Dr. Charlotte Gauthier über Methodik und Anwen­dungs­möglich­­keiten der virtu­el­len Karte, die seit Juli 2025 online ist.
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  • Warme und wilde Bäder. Die Heilbäder im Nordschwarzwald im 15. und 16. Jahrhundert


    Posteraustellung der Promovierenden – Historikertag 2025

    In einer Widmung an den württembergischen Herzog und den badischen Markgrafen in einer später Agricola zugewiesene Beschreibung der heißen Quellen im Schwarzwald von 1598 schreibt der Autor: „Dass nach einem gemeinen Sprichwort; in einem jeglichen Lande, nicht alles zu finden; Sondern der allmechtige Gott nach seinem allweisen Rath und Führsehung jedes für sich, mit sonderbaren Gaben begnadet: in dem ein Fürstentum und Landes art mit Gold- und Silber bergwerck: ein andere Landschaft mit Zinn, Blei und Kupfererz gesegnet, andere Länder mit Wein und Getreide begabet: in etlichen nützliche Salzquellen, heilsame Sauerbrunnen und dienstliche entspringende warme Bäder gefunden werden, das gibet die tägliche Erfahrung und Augenschein zu erkennen.“ Heilbäder, seien es Sauerbrunnen oder Thermalquellen, werden hier in erster Linie als Bodenressource dargestellt, die der Landesherr für sich nutzbar machen kann oder viel mehr sogar muss: als gottgegebenes Geschenk zur Heilung der Menschen, ist es seine Verantwortung, eine ordentliche Nutzung dieser heilsamen Wasser zu ermöglichen.
    Die Erschließung der Heilquellen war für die Landesherren eine attraktive Überlegung; das zeigten die etablierten großen Bäder der frühen Neuzeit. Meist nur den Namen Baden tragend und nach ihrem Herrschaftsgebiet unterschieden, waren das habsburgische Baden bei Wien oder das schweizerische Baden im Aargau oder das markgräfliche Baden an der Oos, heute Baden-Baden, mit ihren groß ausgestatteten Herbergen und Badeanlagen weithin für ihren Luxus und ihre Heilwirkung bekannt und zogen von weit her Gäste an. Und dies nicht nur als kurzzeitiges Phänomen, sondern nachhaltig; sie alle stehen für lange, teils bis heute reichende Traditionslinien als Bad und Kurort. Aber auch kleinere Bäder, konnten für ihre Region eine bedeutende Rolle spielen, so etwa auch im Nordschwarzwald. Dort finden sich in engster Nachbarschaft gleich zwei Thermalbäder: Das württembergische Wildbad im Enztal und das badische Zellernbad (Liebenzell) im benachbarten Nagoldtal etablierten sich beide bis Ende des 14. Jahrhunderts als natürlich warmes Heilbad, sogenannte Wildbäder. Etwas mehr als 200 Jahre existieren sie in zwei verschiedenen Herrschaften in engster Nachbarschaft, bevor mit dem Verkauf von Stadt und Amt Liebenzell 1603 beide Städte zu Württemberg gehören.
    In meiner Dissertation untersuche ich vergleichend die Entwicklung dieser beiden Wildbäder mit einem Fokus auf den Einfluss des Heilbadegeschehens auf die städtische Entwicklung. Die geringe Distanz zwischen den beiden Bädern ermöglicht es der Frage nachzugehen, welche Entwicklungsschritte der Stadt auf sein Dasein als Heilbad zurückgehen und welche doch auf die Wirkung eines bestimmten Landesherren zurückzuführen sind. Hinzu kommen Fragen an die Gäste des Wildbads: Werden die Wildbäder zu verschiedenen Zeiten immer gleich intensiv von der Herrscherfamilie aufgesucht und genutzt? Haben die Bäder die gleichen oder unterschiedliche Gäste? Wo kennt man die Bäder im Nordschwarzwald und was weiß man über sie? Welche wirtschaftliche Rolle spielen die Wildbäder in ihren Territorien? Welche Rolle spielt dabei ihre Funktion als eine Art Fremdenverkehrsort? Wie stehen sie im Verhältnis zu den anderen Bädern im jeweiligen Herrschaftsgebiet und in der Region allgemein?
    Neben klassischen Quellen zur Stadtgeschichte werden hierzu die gedruckten Bäderschriften herangezogen, die ab Beginn des 16. Jahrhunderts volkssprachlich erscheinen. Diese liefern nicht nur zeitgenössische Beschreibungen der Wildbäder und ihrer Ausstattung, die wir anderweitig nicht greifen können, sie zeigen auch das Grundverständnis der Zeit auf, wie eine erfolgreiche Wasserbehandlung durchzuführen ist und welche bauliche Anforderungen dadurch an die Wildbäder gestellt werden. Das wandelnde Verständnis einer Balneotherapie oder allgemeiner Hydrotherapie weg von stundenlangen ununterbrochenen Bädern zu kürzeren Badeanwendungen mehrmals am Tag, gemeinsam mit unterstützenden Trinkkuren spiegelt sich in den Wildbädern vor Ort fassbar beispielsweise mit dem Aufkommen von Badehäusern mit mehreren kleineren Baderäumlichkeiten statt den davor genutzten großen Freibadbecken auf.
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  • Contending with Crises: The Jews of Medieval Germany in the Fourteenth Century


    Munich History Lecture by Elisheva Baumgarten

    Medieval Jewish communities in what is now Germany flourished in the 12th and 13th centuries, settling in towns and villages that grew as part of medieval urban expansion. By the late 13th and into the 14th century, however, rising animosity led to persecution, pogroms, and expulsions. Despite these hardships, survivors and exiles from other regions continually sought to resettle – sometimes in new places, but often in former Jewish communities. While this history is typically framed through persecution, Jews not only endured these crises but also developed their own strategies to navigate them. In her talk, Prof. Elisheva Baumgarten  (The He­brew University of Jerusalem) explores these coping mechanisms, with a focus on family life, gender roles, and cultural creativity.
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  • „Frauen, ran an die Technik!“ Wie Frauen in (West-)Deutschland zu Computer-Anwenderinnen wurden


    Posterausstellung der Promovierenden – Historikertag 2025

    Seit den 1970er Jahren durchdrangen Computer die Arbeits- und Lebenswelten von immer mehr Menschen in (West-)Deutschland. Technische Innovationen machten es möglich, dass Computer immer kleiner, verfügbarer und für breitere Einsatzzwecke erschlossen wurden. Dabei waren Nutzungspraktiken stark von geschlechterbezogenen Stereotypen geprägt.
    Das Promotionsprojekt „Frauen, ran an die Technik!“ untersucht die Gesellschaftsgeschichte des Computers anhand der Frage, wie Frauen in der Bundesrepublik zu Computer-Userinnen wurden. Ausgangspunkt sind die 1970er Jahre als das Jahrzehnt, in dem der Personal Computer (PC) entwickelt wurde und in immer mehr Büros Einzug hielt. Die 1980er Jahre als Dekade des Heimcomputers stehen für die Verbreiterung der Nutzerbasis und die „Domestizierung“ von Computern. In den 1990er Jahren veränderte sich durch den Aufstieg des World Wide Web wiederum die Art wie Computer genutzt wurden.
    Die vier Kapitel der Arbeit bilden den „digitalen Wandel“ in der Arbeitswelt als auch im Privaten ab und umspannen verschiedene Hard- und Software beziehungsweise deren Anwendungspraktiken. Dabei zeigt sich, dass der Computer für Frauen immer beides bedeutete: Möglichkeiten zum beruflichen Aufstieg und zur Emanzipation, aber auch Druck, Zwang und schließlich neue Bedrohungen durch digitale Gewalt im World Wide Web.
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  • Zukunft bestimmt die Gegenwart. Bestimmt sie damit auch die Rezeption der Vergangenheit?


    Vincent Schmidt | Idee Archäologie. Positionen und Konturen einer Wissenschaft

    „Alle Geschichte ist Zeitgeschichte“. Nun ist die Zeitsemantik keine neue Idee in der historischen Forschung, auch nicht in der Kunstgeschichte. Ihr Potenzial erweist sich jedoch gelegentlich für das Verständnis und die Untersuchung von Rezeptionsprozessen als dienlich, wie an folgendem Beispiel der byzantinischen Zeit deutlich werden soll:
    Im Rahmen der Bauarbeiten des Kaisers Theodosius, welche Ende des vierten Jahrhunderts stattfanden und Konstantinopel von einer Residenzstadt zur Hauptstadt des Römischen Reiches erhoben, wurde das sogenannte Theodosiusforum errichtet. Wie das Konstantinsforum zuvor, war es an der Hauptstraße der Stadt, der Mese, angelegt. Aufgrund des angenommenen Grundrisses des Platzes wird die Platzanlage Theodosius von der Forschung oft mit Trajan in Verbindung gebracht, weisen die Rekonstruktionen doch eine große Ähnlichkeit mit dem stadtrömischen Forum des zweiten Jahrhunderts auf. Zwischen monumentalen Torbögen, einer gewaltigen Basilika und Reiterstatuen der Söhne des Kaisers, befand sich die Theodosiussäule. Von der gewaltigen Reliefsäule sind nur noch einzelne Fragmente erhalten. Teile dieser sind bis heute im Beyazit Hamam verbaut und beim Schlendern durch Istanbul am Straßenrand sichtbar.
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  • Der Soldatenverein „Regimentskameradschaft ‚Infanterie-Regiment 17‘“ in der Bundesrepublik Deutschland


    Posterausstellung der Promovierenden – Historikertag 2025

    Im Promotionsvorhaben „Der Soldatenverein Regimentskameradschaft ‚Infanterie-Regiment 17‘ in der Bundesrepublik Deutschland“ soll anhand des genannten braunschweigischen Beispiels der Frage nachgegangen werden, wie die Soldaten des Zweiten Weltkriegs mit ihrer Vergangenheit umgegangen sind. Außerdem soll es darum gehen, wie sie reagierten, wenn die Nachkriegsgesellschaft ihre Kriegsvergangenheit thematisierte.
    Ein Mitglied der ersten Stunde hat umfangreich die Mitteilungsblätter, die Korrespondenzen zwischen den Vereinsmitgliedern und weitere Dokumente aus der Vereinsarbeit gesammelt. Aus der ungewöhnlich guten Quellenlage geht hervor, dass sich die Vereinsmitglieder mit vielen Themen der zeitgenössischen Gesellschaft beschäftigt haben und dabei auch ihren eigenen vermeintlichen Meinungswechsel reflektierten.
    Die Wehrmachtssoldaten, die sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in kleinen Traditionsvereinen organisierten, sind bis heute nicht von der historischen Forschung untersucht worden, standen doch bisher die Soldatenverbände im Vordergrund, auch weil sie als politische Pressure-Groups in der jungen Bundesrepublik agierten. Hier stehen keine politischen Forderungen, sondern das zivile Nachleben einer diversen Gruppe an Männern, geeint durch die gemeinsame Kriegserfahrung, im Fokus.
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  • Motor des Wandels. BMW und der Strukturwandel in Bayern 1970–1996


    Posterausstellung der Promovierenden – Historikertag 2025

    Julia Reiter absolvierte ihr Bachelorstudium in Geschichte und Rechtswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Anschließend schloss sie ihren Master in Geschichte mit dem Schwerpunkt auf historischer Kriminalitätsforschung an der Universität Regensburg ab. Derzeit promoviert sie in Zusammenarbeit mit dem Archiv der BMW Group am Lehrstuhl für Wirtschaftsgeschichte der Philipps-Universität Marburg.
    Ihre Dissertation befasst sich mit der Produktionsgeschichte der BMW AG, wobei der Schwerpunkt auf dem bayerischen Produktionsnetzwerk und den damit verbundenen Struktureffekten liegt. Dieses Netzwerk, das in der Zeit von 1970 bis 1996 entstand, umfasst die Werke in München, Dingolfing, Landshut, Regensburg und Wackersdorf. Der starke Fokus auf den bayerischen Raum wirft die Frage auf, welche Gründe den Standortentscheidungen zugrunde lagen und welche Auswirkungen die Expansion der BMW AG auf die Region hatte. Das Projekt untersucht daher die Entwicklung des Unternehmens und setzt diese in den Kontext des Strukturwandels in Bayern, um die Zusammenhänge kritisch zu hinterfragen.
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  • A Distant Realm, Separated from Japan by both Time and Space


    Masataka Masunaga | 20 Jahre Jacobi-Stipendienprogramm

    The Jacobi Fellowship of the Commission for Ancient History and Epigraphy for doctoral students celebrates its 20th anniversary in 2025. In this anniversary year, we will be presenting twelve former Jacobi scholarship holders, who will talk about their current work. We asked them five questions, which they answered in writing. In August, we get to know Dr. Masataka Masunaga, associate professor at Tokyo City University. Dr. Masunaga was a Jacobi Fellow in Munich in 2016 with his project Cultural capital of Greek cities in Asia Minor under Roman rule.
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  • Im Gleichschritt Richtung Osten? Der Weg zur NATO-Osterweiterung von 1990–1999


    Posterausstellung der Promovierenden – Historikertag 2025

    Das Dissertationsprojekt untersucht die Debatte über die erste NATO-Osterweiterung um Polen, Ungarn und Tschechien von 1999. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Regierungs­ebene und Öffentlichkeit in den USA, Großbritannien und Deutschland über die Erweiterung diskutierten und welche Argumente dabei im Vorder­grund standen.
    Die Arbeit kombiniert klassische geschichts­wissen­schaft­liche Methoden, insbesondere ausführ­liche Archivrecherchen in den drei Untersuchungs­ländern sowie ZeitzeugInnen-Interviews, mit digitalen (NLP-)Verfahren der Literaturanalyse, etwa Sentiment- und Inhalts­analysen. Auf diese Weise lassen sich sowohl die regierungs­internen Aushandlungs­prozesse als auch die medialen Diskurse nachvollziehen, vergleichen und in Beziehung setzen.
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  • Paul Türpe | Stuhlmannbrunnen (1900)


    Kunstgeschichten mit Vanessa Hirsch

    In der sechsunddreißigsten Episode von Kunst­geschich­ten erklärt die Kunsthistorikerin Dr. Vanessa Hirsch in Hamburg-Altona den Stuhlmannbrunnen von Paul Türpe, der Pfingsten 1900 eingeweiht wurde. Vanessa Hirsch leitet im Altonaer Museum den Fachbereich Sammlungen.
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