L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung

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  • Homines Sovietici? Die Deutschen und andere nationale Minderheiten in der Sowjetunion nach 1956


    Posterausstellung der Promovierenden – Historikertag 2025

    Seit ihrer Gründung strebte die Sowjetunion danach, ihre Bevölkerung nach dem Ideal des „Sowjetmenschen“ zu formen – und zu einen. Die vorliegende Dissertation untersucht die Fortführung dieses „sowjetischen Projekts“ von den Beschlüssen des XX. Parteitags der KPdSU bis zum Beginn der Perestroika, mit besonderem Augenmerk auf zuvor vom Stalin-Regime repressierte, als „unerwünscht“ geltende nationale Minderheiten. Am Beispiel der Deutschen und Polen in den sozialistischen Republiken Zentralasiens werden die Motive ihrer (teilweisen) Rehabilitierung, die eingesetzten Instrumente von Reintegration und Kooptierung sowie deren Wechselwirkungen und Modifikationen im Spannungsfeld von Widerstand und Eigensinn analysiert. Zentrale Fragen betreffen die Rolle staatlich gesteuerter Sozialisationsprozesse einerseits und die freiwillige Anpassung der Individuen an die geforderte „sozialistische Lebensweise“ andererseits: In welchem Maß war Sowjetisierung kontextabhängig? Führte sie zu einer Hybridisierung nationaler und kultureller Zugehörigkeit(en) oder zu deren Auslöschung? Und: Erfolgte „Sowjetisch-Sein“ aus echter ideologischer Überzeugung oder diente es primär dem Überleben wie auch dem Vorankommen unter den allgegenwärtigen Bruchlinien des Systems?
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  • PhD and Postdoc positions – Rethinking Global Governance and Human Security in the 1990s


    Cologne Center for Advanced Studies in International History and Law (CHL)

    We are one of the largest and oldest universities in Europe and one of the most important employers in our region.  Our broad range of subjects, the dynamic development of our main research areas and our central location in Cologne make us attractive for students and researchers from around the world. We offer a wide range of career opportunities in science, technology, and administration.
    The Konrad Adenauer Synergy Research Project „Rethinking Global Governance and Human Security: What lessons can we learn from the pivotal decade of the 1990s?“ at the Cologne Center for Advanced Studies in International History and Law (CHL), in collaboration with Nuffield College/Oxford University, concentrates on investigating the pivotal character of the 1990s for the mobilisation of the international system; examining violent conflicts and interventions in various global crises; analysing peacekeeping and peace-enforcement operations in the context of global governance and human security; raising the question of how the 1990s give rise to the notion of “failures” and “successes” of global governance; and examining the nature and extent of the involvement of key states in global governance and human security.
    For more information and application, please visit:
    https://jobportal.uni-koeln.de/ausschreibung/renderFile/2303?propertyName=flyer
    https://jobportal.uni-koeln.de/ausschreibung/renderFile/2304?propertyName=flyer
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  • Geschichte der Berufsausbildung von Menschen mit Behinderung in der Bundesrepublik Deutschland (1969–1990)


    Posterausstellung der Promovierenden – Historikertag 2025

    Im Zentrum des Projekts steht die Frage, wie die konkrete Praxis der Berufsausbildung für Menschen mit Behinderungen ausgestaltet war. Ausgangspunkt, um dieser Frage nachzugehen, war eine Reihe weiterer bis dahin ungeklärter Fragen: Welche Menschen mit welchen Behinderungen hatten Zugang zu einer Ausbildung? Zwischen welchen Berufen konnten Betroffene wählen? Konnten Menschen mit Beeinträchtigungen Einfluss auf die Ausbildung nehmen – und falls ja, bei welchen Themen?
    Diese und weitere Themen werden anhand mehrerer Ausbildungseinrichtungen in Westdeutschland in den 1970er- und 1980er-Jahren untersucht. Denn in diesem Zeitraum wurde ein bundesweites Netzwerk von Ausbildungsinstitutionen extra für die Gruppe behinderter Menschen konzipiert und umgesetzt.
    Erkennbar ist, dass diese Entwicklung je nach Gruppe behinderter Menschen unterschiedliche Folgen hatte. Um diese Unterschiede sichtbar zu machen, wird „Behinderung“ als Kategorie sozialer Ungleichheit möglichst differenziert betrachtet. Deswegen wird eine intersektionale Perspektive verwendet, die das Zusammenspiel mit weiteren Kategorien wie gender oder Alter in den Blick nimmt.
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  • „Die Illusion uninszenierter Authentizität“


    Interview mit Christian Kirchmeier über Parabasis und Mimesis auf der Bühne

    Bei einem Videointerview gibt es eine eiserne Regel: Nicht in die Kamera schauen.  Auch auf der Theaterbühne verhalten sich die Schauspieler, als seien sie in einer Welt für sich – das Publikum existiert insofern nicht, als dass es nicht gezielt adressiert wird. Wenn aber plötzlich Politiker die Regel brechen und direkt in die Kamera blicken oder Schauspieler sich unvermittelt an das Publikum wenden, bezeichnet man diesen irritierenden Moment mit dem Begriff der Parabasis – ein Begriff aus dem antiken attischen Schauspiel. Der Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Christian Kirchmeier hat die Theorie und die Geschichte der parabatischen Praxis in unterschiedlichen Bereichen wie Literatur, Kunst, Politik und Gesellschaft untersucht. Wir haben ihm dazu unsere Fragen gestellt.
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  • Unzucht, Ehebruch, Sodomie – eine sozial- & kultur­historische Analyse bisexuellen Sexual­verhaltens in vormodernen Sexual­delikts­verfahren (15.–17. Jahrhundert)


    Posterausstellung der Promovierenden – Historikertag 2025

    Das Promotionsprojekt untersucht aus geschlechter- und sexualitäts­geschichtlicher Perspektive bisexuelle Praktiken in weltlichen Sitten­delikts­prozessen im oberdeutschen Raum des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation von der Mitte des 15. bis in das frühe 17. Jahrhundert. Mithilfe der digitalen Aufbereitung und Analyse des Quellen­korpus, das Gerichtsakten, Gesetzestexte und weitere juristische Dokumente umfasst, werden die Spezifika bisexuellen Verhaltens im Vergleich zu Hetero- und Homosexuellem in den Rechtsdiskursen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit herausgearbeitet. Ziel ist es, die identifizierten Unterschiede im gesellschaftlichen und juristischen Umgang mit bi- und homosexuell handelnden Angeklagten zu erklären. Das vormoderne Forschungsdesiderat der bisexuellen Praktiken wird mit sozial- und kulturgeschichtlichen Ansätzen über die vier Analysebereiche Lebensumstände, Recht und Verfahren, Geschlecht sowie Sexualität erschlossen. Mit der geschlechterübergreifenden Betrachtung zielt das Promotionsprojekt auf die Konzeption einer bisexuellen Historiografie ab, die die Forschungserkenntnisse der homosexuellen Historiografie weiter­ent­wickelt.
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  • Ist radikale Selbsterkenntnis möglich?


    Zu Gast bei L.I.S.A. mit Peter Trawny

    Was erfährt man, wenn man mit den Mitteln der Philosophie über sich selbst nach­denkt? Wenn man die eigene Persönlich­keit, den eigenen Lebensweg zum Gegen­stand theore­tischer Such­bewe­gun­gen macht? Der Philo­soph Prof. Dr. Peter Trawny (Bergische Universi­tät Wuppertal) hat in seiner jüngst erschienenen Auto­bio­gra­phie „Aschenplätze“ den Versuch einer philo­so­phi­schen Selbst­aus­kunft unter­nom­men. Er ist überzeugt, dass Selbsterkenntnis nicht ohne Gegenüber, nicht ohne „Du“ möglich ist. Über die Potenziale und Risiken dieses Projekts, das Aufwachsen im Ruhr­gebiet und Anre­gun­gen von Hannah Arendt bis Friedrich Nietzsche haben wir mit ihm in der neuen Ausgabe von „Zu Gast bei L.I.S.A.“ gesprochen.
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  • Armed for Peace? Solidarity with Central America and Antinuclear Activism during the Global Second Cold War (1979–87)


    Posterausstellung der Promovierenden – Historikertag 2025

    Mein Dissertationsprojekt untersucht das Verhältnis zwischen der Zentralamerika-Solidarität und der antinuklearen Friedensbewegung in den 1980er Jahren. Es leistet einen Beitrag zur Erforschung des globalen Kalten Kriegs im transatlantischen Dreieck zwischen Zentralamerika, den USA und der BRD. Ich stütze mich auf Archivmaterialien, Publikationen und Interviews aus allen drei Regionen. Methodisch verbinde ich transnationale und vergleichende Ansätze. Im Zentrum stehen Fragen nach dem Einfluss zentralamerikanischer Akteure auf nordatlantische Friedensbewegungen, nach den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen US-amerikanischen und westdeutschen Bewegungskoalitionen sowie nach der spannungsreichen Aushandlung der Gewaltfrage.
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  • Die Thermopylen der Peloponnes


    Über das ProjektAn der Westküste der Peloponnes, dort, wo sich die Küstenebene zusammenzieht und die Ausläufer des Lapithosgebirges bis an das Meer heranreichen, befindet sich die antike Festung von Samikon, deren Überreste noch heute zu sehen sind. Ihr zu Füßen befand sich einst ein bedeutendes Heiligtum, das – so der Gelehrte Strabon – Poseidon, dem Gott des Meeres, geweiht war. Erst die in den Jahren 2021 und 2022 durchgeführten und von der Gerda Henkel Stiftung geförderten geophysikalischen Untersuchungen und Ausgrabungen führten zur eindeutigen Lokalisierung der Kultstätte: Bei der Landenge „Kleidi“, die aufgrund der Nähe zu Thermalquellen auch als die „Thermopylen der Peloponnes“ bezeichnet werden kann, traten Teile der Fundamente eines archaischen Tempels zutage. Doch war dieses Heiligtum wirklich Poseidon geweiht?
    In Fortsetzung dieser ersten Erkundungen hat sich das Forscherteam unter der Leitung von PD Dr. Birgitta Eder vom Österreichischen Archäologischen Institut (Außenstelle Athen) an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Zusammenarbeit mit der Antikenbehörde von Elis die umfangreiche Ausgrabung des Tempels und die weitere Erforschung des Heiligtums in Kleidi-Samikon zum Ziel gesetzt. Die über einen Zeitraum von vier Jahren (2023 bis 2026) erfolgenden Arbeiten sollen nicht nur zur vollständigen Freilegung des Tempelareals führen, sondern auch Hinweise auf Alter und Dauer des Heiligtumbetriebs sowie zum Charakter der kultischen Nutzung liefern.
    Die Ausgrabungen in Kleidi-Samikon versprechen neue Erkenntnisse über die religiöse und politische Stellung Triphyliens, jener antiken Landschaft im Westen der Peloponnes, die lange durch die politische Gemeinschaft der Eleier dominiert wurde.
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  • Die Magier des Jungpaläolithikums und ihre Verwandlung in Tiere


    Constantin Rauer | Salon Sophie Charlotte 2025

    Die Magier des Jungpaläolithikums (40.000 bis 10.000 vor heute) bilden die älteste tradierte Priesterkaste der Menschheit. Ihr Hauptmerkmal ist die Verwandlung in Tiere. So haben wir Magier in der Gestalt von Hirschen, Rehen, Bisons, Bären, Löwen, Pferden, Vögeln und Mammuts. Welche Kult­veran­stal­tun­gen die Mensch-Tier-Mischwesen auf­führ­ten und auf welche Mythen sich diese bezogen, lässt sich dem ikono­gra­phi­schen Kontext ihrer Darstel­lungen entnehmen. Anhand von zahlreichen Illus­tra­tionen gibt der Philosoph, Religions- und Kultur­wissen­schaft­ler Constantin Rauer in seinem Vortrag mit Bildern einen Einblick in die erste und älteste Religion Eurasiens. Schließlich wird gezeigt, was die Therio­kepha­len für die weitere Kultur und die Conditio humana bedeuten.
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  • Gebaute Katholische Moderne: Kirchenbau, Siedlungsbau, und Stadtplanung in Köln, 1919–1960


    Posteraustellung der Promovierenden – Historikertag 2025

    Die Dissertation untersucht ein Netzwerk von Kölner Katholiken, die zwischen 1919 und 1960 durch Architektur und Stadtplanung den Katholizismus als soziale und intellektuelle Macht für eine moderne, industrialisierte, städtische Massengesellschaft neu dachten. Sie bauten somit eine katholische Moderne. Die Hauptmittel dieser Moderne waren Kirchen- und Siedlungsbauten, die einen Grundstein der katholischen Soziallehre bildeten, die Kirche als Hort der Gemeinschaft zeigten, und ein modernes Bild des Katholizismus präsentierten. Durch den Bau von Einfamilienhäusern mit Gärten sollte die kinderreiche Familie gefördert, der Arbeiter entproletarisiert, die Technik gebändigt, und die einzelne Persönlichkeit geschützt werden.
    Die Dissertation vereint Architektur-, Sozial-, Wohnungs-, und Ideengeschichte, um Kirchen- und Siedlungsbau in den Mittelpunkt der katholischen Zeitgeschichte zu stellen. Drei Fallstudien untersuchen, wie Pfarren in Köln – einem organisatorischen und ideellen Mittelpunkt des westdeutschen Katholizismus – gleichzeitig eine neue Siedlung und eine neue Kirche errichteten. Die Fallstudien befassen sich je mit der Weimarer Republik, der Zeit des Nationalsozialismus, und der Nachkriegsbesatzung/BRD. Diese „transwar“ Perspektive (Reto Hofmann, Max Ward, Philip Nord) erlaubt, die Entwicklung der gebauten katholischen Moderne unter verschiedenen politischen Verhältnissen zu verfolgen.
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