L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung

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  • „Das Ende der Kreidezeit“? Bildungspolitische und Pädagogische Visionen zur Computerbildung in allgemeinbildenden Schulen in Baden-Württemberg, 1970er bis 1990er Jahre


    Posterausstellung der Promovierenden – Historikertag 2025

    „Alarm in den Schulen“ und „Revolution im Unterricht – Computer wird Pflicht“ – mit diesen sensations­heischenden Titeln beschrieb das Nachrichten­magazin Spiegel 1984 die damals geplante flächen­deckende Einführung von PCs in den Schulen der Bundesrepublik. Tatsächlich nutzten manche Schulen schon ab den 1970er Jahren Computer in Organisation, Verwaltung – und bald auch im Unterricht. Der Computer­einsatz war von technischen Möglichkeiten und vor allem von den Interessen sowie Erwartungen der im Bildungsbereich aktiven Stakeholder (Kultusbeamte, Lehrkräfte, Eltern, Schüler, Unternehmen, Gewerkschaften) geprägt. Das Projekt untersucht diese bildungs­politischen und pädagogischen Visionen zur Computer­bildung am Beispiel Baden-Württembergs von den 1970er bis in die frühen 2000er Jahre. Im Fokus steht, welche Probleme und Potenziale die beteiligten Akteure dem Computereinsatz zuschrieben und wie sie Schüler*innen auf eine erwartete „computerisierte“ Gesellschaft vorbereiten wollten. Besonderes Augen­merk gilt den Debatten um die (Re-)Produktion bzw. Nivellierung von Ungleich­heiten durch Computerbildung.
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  • Die drei Ringe. Warum die Religionen erst im Mittelalter entstanden sind


    vhs.wissen live mit Dorothea Weltecke

    Das Grab des Propheten Ezechiel in der Nähe von Bagdad war im Mittelalter Ziel von jüdischen, muslimischen und christlichen Pilgern. An diesem und vielen anderen Beispielen zeigt Dorothea Weltecke anschaulich, wie intensiv sich die Glaubensgemeinschaften austauschten. Gemeinsam bauten sie eine neue kulturelle Landschaft. Dass ihre Traditionen miteinander verwandt waren, wussten Juden, Christen und Muslime im Mittelalter. In der Parabel von den drei Ringen streiten die Brüder jedoch über das Erbe, das sie von ihrem gemeinsamen Vater bekommen haben. Problematisch für das Verhältnis der Glaubensgemeinschaften zueinander wurden im Mittelalter nicht ihre Wahrheitsansprüche, sondern neue rechtliche Unterscheidungen zwischen Gläubigen, nur Geduldeten und Nichtgeduldeten.
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  • Der Fürst ohne Frau. Fürstliche Junggesellen im spätmittelalterlichen Reich zwischen dynastischer und persönlicher Handlungsmotivation (1350–1550)


    Posterausstellung der Promovierenden – Historikertag 2025

    Der herausragende Stellenwert adeliger Heiratspolitik als politischer und sozialer Mechanismus für das Machtgefüge der Vormoderne ist seit langem zentraler Gegenstand der Erforschung hochadeliger Politik, der immer wieder neue Erkenntnisse hervorbringt. Demgegenüber wurde Phänomenen, die dieser immensen Bedeutung zuwiderzulaufen scheinen, bislang weniger Aufmerksamkeit gewidmet. Ein von der DFG gefördertes Forschungs­projekt, das sich mit diesem Desiderat befasste, wurde im November 2023 in Kiel abgeschlossen. Es beschäftigte sich mit reichsfürstlichen Witwern, die nach dem Tod ihrer Ehefrauen langfristig oder gar keine erneute Ehe eingingen. Daran anknüpfend widmet sich dieses im Oktober 2024 begonnene und ebenfalls von der DFG geförderte Dissertations­vorhaben den fürstlichen Junggesellen, also jenen Fürsten, die auffallend lange oder sogar lebenslang unverheiratet blieben.
    Betrachtet werden jene Fürsten, die bis zum Erreichen des 36. Lebensjahres – und damit mindestens zehn Jahre später als der Durchschnittsfürst – noch unverheiratet waren. Das Ziel des Vorhabens ist es, das Phänomen des fürstlichen Junggesellentums erstmals aus sozial-, personen-, politik- und geschlechtergeschichtlicher Perspektive zu erfassen und in seiner gesamten Tragweite in den Diskurs über die Forschungen zum spätmittelalterlichen Reichsfürstenstand einzubringen. Das Projekt orientiert sich an drei zentralen, logisch aufeinander aufbauenden Forschungsfragen: Wer blieb fürstlicher Junggeselle? Welche Gründe liegen der langjährigen Ehelosigkeit zugrunde? Wie stand es um die Handlungsspielräume der unverheirateten Fürsten? Besonderes Augenmerk soll auf das Verhältnis von dynastischer Räson und persönlicher Handlungsmotivation gerichtet werden, weshalb persönliche Dokumente, allen voran Korrespondenzen, die zentrale Quellengruppe des Projekts darstellen. Ergänzend dazu werden beispielsweise Testamente, Herrschafts- und Erbschaftsverträge sowie Chroniken herangezogen, die vor allem für die Untersuchung des Zeitraums vor der Herausbildung einer eigenständigen fürstlichen Briefkultur im 15. Jahrhundert die maßgebliche Quellenbasis bilden.
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  • Non-Euclidean Cinematography


    Auerbach Lecture | Jörg Kreienbrock

    In 1932 and 1936, the German psychologist and philosopher Karl Gerhards published two articles, discussing the possibility of non-Euclidean intuition. They are entitled “Nichteuklidische Kinematographie” (1932) and “Nichteuklidische Anschauung und Optische Täuschungen” (1936). Gerhards asks, “ob wir im Sinne von Helmholtz zu einer adäquaten anschaulichen Vorstellung nichteuklidischer Geometrien gelangen können oder nicht.” This project traces scientific, philosophical, and literary attempts to answer Gerhards’ question and produce intuitive representations of non-Euclidean geometry. Its objects are what Isabelle Stengers calls “simulation instruments”, which bring about “a new species of scientist one might call the new sophist, a researcher no longer committed to truth, which silences fiction, but instead to the possibility of mathematical fictions through which any desired phenomena become reproducible.” Thereby, the Gestalt Theory of Erich von Hornbostel and Kurt Lewin, the popularization of post-classical physics by Arthur Eddington, as well as the poetry (and literary criticism) of William Empson (among many others) provide insights on how to resolve the divergence of knowledge and intuition, theory and experience. For these thinkers, mathematical reality is not just calculated but seen. It is the new medium of cinema which in the first decades of the 20th century becomes the most prominent new medium where, according to Karl Sierek, Medienanthropologie as a “Gratwanderung zwischen den Räumen des imaginären und des realen Menschen” is being staged. In the movie theater – like in von Hornbostel’s “I-Welten”, Gerhards’ and von Helmholtz’s pseudo-spheres, or the planetarium – the observer is immersed within a closed space of immersion. They experience the “Variabilität der geometrisch-anschaulichen Erlebnisse”, as Hans Reichenbach notes, within the Weltinnenräume (Rilke) of artificially produced immersive environments.
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  • Lebenswelten von Krimkriegssöldnern in den 1850er- und 1860er-Jahren: Eine transnationale Kollektivbiographie


    Posterausstellung der Promovierenden – Historikertag 2025

    Im Fokus des Dissertations­projekts steht die Analyse von Söldner­memoiren, die im Kontext des Krimkriegs (1853-1856) entstanden sind. Das Projekt soll untersuchen, wie Mitglieder der Zuaven­regimenter, der Legiony Polskie, der British-German-Legion, der British-Swiss-Legion und der Seconde Légion Étrangère in Selbst­zeug­nissen (Autobiographien, Briefen und Tagebüchern) ihren Einsatz in einer Fremden­legion in den 1850er-Jahren rückblickend darstellen. Ziel des Projektes ist es, ausgehend von den Söldner­memoiren eine Kollektiv­biographie zu verfassen. Die vergleichende Analyse der individuellen Lebensläufe soll Aufschluss über Erfahrungs- und Handlungsräume der Söldner sowie ihren Habitus geben. Im Fokus stehen besonders die in den Memoiren fassbaren Selbstbilder der Söldner sowie «kollektive Erinnerungs­diskurse» der 1850er- und 1860er-Jahre. Ein angestrebtes Novum der Dissertation ist die Tatsache, dass erstmals in einer Forschungs­arbeit über Krimkriegs­söldner unveröffentlichte, in Kurrentschrift verfasste Selbstzeugnisse, die sich seit 1932 infolge einer britischen Schenkung im Archivbestand des Schweizerischen Bundesarchivs (Bern) befinden, konsultiert und mit Quellenbeständen aus der Bibliothèque nationale de France (Paris), dem National Archive (London) sowie der Biblioteka Narodowa (Warschau) verglichen werden. Aufgrund der auffallenden Mobilität der Krimkriegssöldner wird durch die Analyse auch ein Erkenntnisgewinn im Bereich der europäischen Verflechtungsgeschichte angestrebt. Die Dissertation soll einen Beitrag zur Erforschung von kulturellen Transferprozessen im 19. Jahrhundert und zur sozialgeschichtlichen Krimkriegs-Historiographie leisten.
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  • Kollaborative Archäologie: Indigene Wissenssysteme zur Erforschung der Vergangenheit Amazoniens


    Carla Jaimes Betancourt | Antike im Zerrspiegel politischer Ideologien

    In den letzten Jahren haben die Arbeitsgruppe für die Llanos de Moxos (GTLM) und das Projekt „Heritage and Territoriality: Past, Present, and Future Perceptions“ umfangreiche Forschungsarbeiten in verschiedenen indigenen Territorien des bolivianischen Amazonas­gebiets durchgeführt.
    Diese Initiativen basieren auf kollaborativen Methoden, die indigene Wissenssysteme einbinden und neue Perspektiven auf die Rolle archäologischer Stätten, heiliger Landschaften und materieller Kultur als dynamische Brücken zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eröffnen. Die Archäologin Prof. Dr. Carla Jaimes Betancourt (Bonn) zeigt in ihrem Vortrag, wie diese Ansätze nicht nur komplexe Erzählungen über kulturelle Kontinuität und Wandel offenlegen, sondern auch die politischen Dimensionen der Archäologie beleuchten. Im Mittelpunkt stehen indigene Perspektiven, wodurch konventionelle wissenschaftliche Paradigmen hinterfragt und zentrale Themen wie kulturelle Selbst­be­stim­mung, territoriale Souveränität und die Dekolonisierung von Forschungs­praktiken adressiert werden.
    Der interdisziplinäre Dialog zwischen indigenen Forschern und Experten aus den Bereichen Archäologie, Anthropologie und Ökologie ermöglicht die Entwicklung gemeinsamer Strategien zur Stärkung der Wider­stands­fähig­keit indigener Gebiete gegenüber externen Bedrohungen.  
    Durch diese kollaborative Praxis werden koloniale Hierarchien in der Wissensproduktion dekonstruiert, gegenseitiges Lernen gefördert und eine gerechtere, integrativere Zukunft für die Erforschung des kulturellen Erbes in Südamerika gestaltet.
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  • Kampf um die Öffentlichkeit: Die bürgerliche Berichterstattung über die Arbeiterbewegung


    Posterausstellung der Promovierenden – Historikertag 2025

    Im Promotionsprojekt wird mithilfe von Quellenkritik, qualitativer Inhaltsanalyse sowie Bildanalyse untersucht, wie die bürgerliche Presse in ihrer Berichterstattung auf die Arbeiterbewegung reagierte. Im Fokus der Untersuchung stehen bürgerliche Zeitungen und Zeitschriften der Massenpresse, die sich an Arbeiter und Arbeiterinnen richteten, denn während die ArbeiterInnen anfangs von der bürgerlichen Öffentlichkeit (Presse, Parlament, Parteien) ausgeschlossen waren, drangen sie mit dem Auftauchen der Arbeiterbewegung und deren Gegenöffentlichkeiten zunehmend sowohl als Akteure wie auch als Adressaten in die Öffentlichkeit ein. Hierdurch wurden sie auch für die bürgerliche Presse relevant, die mit der Penny press und später der Massenpresse diese Zielgruppe für sich zu gewinnen suchte.
    Im Konfliktfeld von hegemonialer bürgerlicher Öffentlichkeit und Gegenöffentlichkeiten der Arbeiterbewegung untersucht das Promotionsprojekt, auf welche Muster, Narrative und Topoi die bürgerliche Presse zurückgriff, um über die Arbeiterbewegung zu berichten und ArbeiterInnen für sich zu gewinnen. Hierfür werden bürgerliche Zeitungen und Zeitschriften insbesondere der Massenpresse aus Deutschland, Österreich und England im Zeitraum von 1870 bis 1930 anhand verschiedener Ereignisse im Kontext der Arbeiterbewegung verglichen und wiederkehrende Elemente sowie länderspezifische Eigenheiten herausgearbeitet und mithilfe von Theorien wie der Ideologiekritik analysiert.
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  • Guido Reni – der Malerfürst und das Glücksspiel


    Zwischen Pinsel und Pranger | Ein Podcast über Kunst und Moral im Italien der Frühen Neuzeit (Folge 6)

    Der Künstler Guido Reni ist einer der erfolgreichsten Maler des 17. Jahrhunderts. Nicht nur in Italien, sondern auch beim europäischen Adel sind seine Bilder sehr begehrt. Er arbeitet am päpstlichen Hof und stilisiert sich zum ‚göttlicher‘ Künstler und Malerfürst. Aber Reni hat auch ein Laster. Er ist dem Glücksspiel verfallen. Seine Spielsucht begleitet ihn weite Teile seines Lebens und ist letztendlich sein sozialer Ruin. Ein göttlicher Künstler, der zockt? Wie passt das zusammen?
    Wie Ihr sehen werdet, vereint Reni noch eine ganze Menge weiterer Widersprüche auf sich. So ist er einerseits ein äußerst erfolgreicher frühkapitalistischer Unternehmer, der es schafft, seine Kundschaft davon zu überzeugen, dass seine Werke jeden Preis wert sind. Doch gibt er andererseits sein Geld sofort mit vollen Händen wieder aus, indem er es entweder großzügig spendet oder eben verspielt. Auf Ausbeutung reagiert er allergisch und ist im selben Moment sehr fromm. Die Folge ergründet, woher wir heute überhaupt von Renis Laster wissen, wie seine Auftraggebenden mit diesem umgehen und inwieweit sich die Spielsucht auf das Schaffen des Malers auswirkt.
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  • Auferstanden aus Ruinen


    Vietnam: In westlichen Reiseführern gilt Vinh als „hässlichste Stadt Vietnams“. Idee und Baumaterial lieferte die DDR

    In westlichen Reiseführern gilt Vinh als „hässlichste Stadt Vietnams“. Die Idee und Baumaterialien für die vom Verfall gezeichnete Trabantensiedlung lieferten Stadtplaner aus der DDR nach dem Vietnamkrieg. Im zerbombten Nordvietnam stampften sie nach dem Vorbild der Plattenbauten von Halle-Neustadt eine sozialistische Modellstadt aus dem Boden, die modernste Wohnstandards erfüllte.
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  • Slawen im Norden: Episode 4 - Slawen und Wikinger


    Unter der Herrschaft der Piasten pflegten die Westslawen gute Kontakte zu ihren Nachbarn an der Ostsee. Herzog Mieszko I. verfolgte eine ausgeklügelte Heiratspolitik und nutzte Ehen zur Konsolidierung politischer Bündnisse. So soll er seine Tochter mit dem Wikingerkönig Sweyn Gabelbart verheiratet haben, der später große Teile Englands eroberte. Leszek Gardela folgt den Spuren dieser dynastischen Verbindungen: Sie erzählen von einem Europa, das schon im frühen Mittelalter eng verflochten war.
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