L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung

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L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung episodes

  • Der Kniefall von Warschau und die Aufstände. Die Rolle von Erinnerungsorten in der deutsch-polnischen Verständigung


    Katja Schlenker I Frieden schaffen und Frieden erhalten im 20. Jahrhundert. Forum Neuzeit des Instituts für Geschichtswissenschaften an der HHU Düsseldorf

    Katja Schlenker (Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus, Düsseldorf) widmet sich in ihrem Vortrag den deutsch-polnischen Erinnerungsorten zum Zweiten Weltkrieg und deren Bedeutung für die bilaterale Verständigung. Im Zentrum steht die Frage, wie kollektives Erinnern auf beiden Seiten durch Wissen, Anerkennung und Dialog gefördert werden kann. Schlenker betont, dass Missverständnisse und einseitige Narrative einer nachhaltigen Verständigung im Wege stehen und kritisch hinterfragt werden müssen. Anhand zentraler Ereignisse wie dem Kniefall Willy Brandts 1970, dem Aufstand im Warschauer Ghetto 1943 und dem Warschauer Aufstand 1944 untersucht sie die Funktion und Wirkung erinnerungskultureller Orte. Dabei schlägt sie auch den Bogen zur Gegenwart, etwa zur Debatte um die russische Beteiligung an Gedenkfeiern zum Kriegsende, und gibt einen Ausblick auf das deutsch-polnische Haus in Berlin, das zu einem zentralen Erinnerungsort werden soll.
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  • Was haben wir aus dem Holocaust gelernt?


    Ein Essay von Grzegorz Rossoliński-Liebe

    Obwohl das Wissen über den Holocaust in Deutschland relativ bescheiden ist, gehen viele davon aus, viel über das Thema zu wissen und sich nicht weiter damit beschäftigen zu müssen. In der Regel wird diese Annahme davon abgeleitet, dass die Schoah ein Teil der öffent­lichen Diskurse ist, die meisten einen oder mehrere Filme darüber gesehen haben oder das Thema in der Schule besprochen wurde. Bei meinen Seminaren stelle ich jedoch fest, dass es meistens gar nicht so ist. Selbst Studierende, die sich für das Thema interessieren und sich frei­willig für die Veran­stal­tungen über die Schoah anmelden, wissen relativ wenig da­rü­ber. Das ist im Grunde genom­men normal, weil der mediale und öffentliche Umgang mit dem Holocaust nicht unbe­dingt zu einem komplexen und facetten­reichen Verständ­nis der Geschichte beiträgt. Oft wird die Schoah in den Filmen, Romanen und öffent­lichen Debatten auf einige Aspekte redu­ziert, die für die Vermittlung bestimmter Bot­schaf­ten und Werte not­wen­dig sind.
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  • Gewalt gegen Frauenklöster


    Edmund Wareham Wanitzek | Freiburg und der Breisgau im Bauernkrieg

    Frauen­klöster waren im Bauernkrieg in ähnlichem Ausmaß wie Männer­klöster von Plün­de­run­gen und Brand­stif­tun­gen betroffen. Diesem bislang wenig erforschten Aspekt der bäuer­lichen Gewalt geht Dr. Edmund Wareham Wanitzek (Oxford) in seinem Vortrag nach. Dabei wird gezeigt, inwiefern und aus welchen Gründen die soziale, spirituelle und wirt­schaft­liche Macht der Nonnen zur Zielscheibe im Bauernkrieg wurde. Anhand von Quellen aus ausge­wähl­ten Klöstern im Breisgau und Elsass wird die Perspektive von Bauern und Nonnen auf die Gewaltakte deutlich und erlauben auch einen Blick auf die indivi­du­ellen Folgen der Ereignisse von 1525 für die Ordens­schwestern.
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  • “Humanities scholars are vital to building more reflective, just, and inclusive societies”


    Interview with Joseph Kwadwo Asuming, Lisa Maskell Fellow at the University of Ghana

    In 2014, the Gerda Henkel Foundation initiated a scholarship programme supporting young humanities scholars from Africa in honour of the foundation's founder, Lisa Maskell. It is the largest international support programme for PhD students in the history of the Foundation. The Lisa Maskell Fellowships aim to strengthen universities in the partner countries, to counter the outflow of qualified young scholars and to ensure the doctoral students enjoy excellent academic training.
    In this series, L.I.S.A. publishes interviews with Lisa Maskell Fellows, in which they talk about their research projects as well as their experiences during their academic career and the Lisa Maskell fellowship.
    Today, we welcome Joseph Kwadwo Asuming from Ghana. After graduating from Kwame Nkrumah University of Science and Technology in Kumasi with a B.A. as well as from the University of Ghana with an M.A. in Religious Studies, he started his PhD in History with the thesis Religion and Peacebuilding in Ghana’s Fourth Republic at the University of Ghana in 2022.
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  • Metamorphosen am Himmel


    Günther Hasinger | Salon Sophie Charlotte 2025

    Das Universum begann im Urknall. Am Anfang war nichts da - alles musste erst geschaffen werden. Das geschah in einer Reihe von Phasen­über­gängen, die jeweils den Zustand des Universums dramatisch veränderten. Wie ein See bei Kälte ein­friert, macht auch der Kosmos der­ar­ti­ge Meta­mor­phosen mit. Die Geschichte geht kontinuierlich weiter, als Teil der kos­mi­schen Evolution. Beson­ders ein­drucks­voll kann man das an den Galaxien sehen, die sich durch gigantische Kollisionen ständig verändern. Die Schwarzen Löcher in ihren Zentren spielen dabei eine ganz besondere Rolle, wie Günther Hasinger (Astrophy­si­ker, Deutsches Zentrum für Astrophy­sik, Aka­de­miemitglied) in seinem Vortrag zeigt.
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  • Das (pop)kulturelle Erbe von 1989


    Thomasius Club mit Anna Lux und Jonas Brückner am 20. Juni 2025

    Treffen sich zwei, arbeiten zusammen in einem Forschungs­projekt und schreiben am Ende ein Buch mit dem Titel „Neon / Grau. 1989 und ostdeutsche Erfahrungs­räume im Pop“ (Verbrecher Verlag). Kein Wissenschafts­buch im engeren Sinne, sondern in Form, Ton und inhaltlichem Zuschnitt besonders. Ihr Material ist (Pop)Kultur, der inhaltliche Schwerpunkt »das umstrittene Erbe von 1989« und der Osten mit seiner komple­xen Geschichte seit 1990. Entstanden ist ein Buch, das aus der Fülle schöpft und unterschied­liche Perspektiven ausleuchtet, auf etwa Jugend und Umbruch, ländliche Räume, Debatten wer eigentlich zur „Einheit“ gehört und wer nicht, die Verschieden­artig­keit von Verlusten oder Geschlechter­verhältnisse. Ausgehend von Romanen, Filmen und Musik eröffnet das Buch einen Zugang zu den Ambivalenzen, auch Widersprüchen im Erzählen über den Osten. Uta Karstein und Ringo Rösener unterhielten sich mit den Autor:innen Anna Lux und Jonas Brückner darüber, was sie entdeckt haben.
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  • Türkisch-Deutsches Kino-Bündnis: Episode 6 - Das Generalinterview mit Dr. Enis Dinç


    Kinofilme sind Kunst, sie wecken Emotionen, erzählen Geschichten und wirken zugleich als treibende Kräfte in der Geschichte selbst — als Propagandainstrument oder Vehikel des Nation Building. Wie Enis Dinç mit seinem von der Gerda Henkel Stiftung geförderten Forschungsprojekt zeigt, war der Film jedoch schon immer eine hybride, multikulturelle Kunstform. Im abschließenden Generalinterview spricht er über die verschiedenen Facetten des Kinos, seine Rolle in der Globalisierungsgeschichte und die Anfänge des deutsch-türkischen Films.
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  • Türk-Alman Sinema İttifakı: Episode 6 - Dr. Enis Dinç Ile Generel Röportaj


    Sinema filmleri birer sanat eseridir: Duygular uyandırır, hikâyeler anlatır ve aynı zamanda tarihin akışında itici bir güç olarak rol oynar. Propaganda aracı olarak kullanılabilir veya ulus inşasına katkıda bulunabilir. Gerda Henkel Vakfı tarafından desteklenen araştırma projesinde Enis Dinc’in gösterdiği gibi, sinema her zaman melez ve çok kültürlü bir sanat formu olmuştur. Kapanış niteliğindeki genel söyleşide, sinemanın pek çok yönünü, küreselleşme tarihindeki yerini ve Alman-Türk sinemasının başlangıçlarını ele alıyor.
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  • The Intellectual Thrill in Exploring Ancient Legal Orders


    Marzena Wojtczak | 20 Jahre Jacobi-Stipendienprogramm

    The Jacobi Fellowship of the Commission for Ancient History and Epigraphy for doctoral students celebrates its 20th anniversary in 2025. In this anniversary year, we will be presenting twelve former Jacobi scholarship holders, who will talk about their current work. We asked them five questions, which they answered in writing. In July, we get to know Dr. iur. Marzena Wojtczak. She is assistant professor at the Chair of Roman Law and the Law of Antiquity at the University of Warsaw. Dr Wojtczak was a Jacobi Fellow in Munich in 2015 with her project The origins of Justinian's legislation concerning audientia episcopalis.
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  • Was bedeutet Frieden? Annäherungen an einen vielschichtigen Begriff


    Ingo Take I Frieden schaffen und Frieden erhalten im 20. Jahrhundert. Forum Neuzeit des Instituts für Geschichtswissenschaften an der HHU Düsseldorf

    PD Dr. Ingo Take (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) widmet sich in seinem Vortrag der begrifflichen Vielschichtig­keit des Friedens­begriffs. In der wissenschaft­lichen Debatte bleibt „Frieden“ ein schwer greifbarer, kontrovers diskutierter Begriff – nicht zuletzt, weil er in verschiedenen historischen und kulturellen Kontexten jeweils andere Bedeutungen annimmt. Fragen nach der Teilbarkeit von Frieden, seinen Konno­ta­tio­nen, räumlichen wie zeitlichen Bezügen sowie inhaltlichen Spannungen prägen die Auseinander­setzung. Take legt einen besonderen Fokus auf Johan Galtungs Friedens­konzeption, die eine bis heute einflussreiche Unterscheidung zwischen negativem Frieden (Abwesenheit physischer Gewalt) und positivem Frieden (soziale Gerechtigkeit, strukturelle Integration und Entfaltungs­möglich­keiten) vornimmt.
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