L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung

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L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung episodes

  • Die Vermittlung von universitärem Wissen an ein Laienpublikum im Mittelalter


    vhs.wissen live mit Racha Kirakosian

    Universitäten sind Institutionen des Mittelalters. Doch damals war der Zugang zu ihnen nicht allen gleichermaßen vergönnt. Eine intellektuelle Begabung reichte zum Studieren nicht aus. Man musste männlich sein und mindestens die latei­ni­sche Sprache beherrschen – ganz abgesehen von den finanziell notwendigen Voraus­setzun­gen. Heißt das, dass uni­versi­tä­res Wissen dieser kleinen Gruppe von Gebildeten vorbehalten war? Im Vortrag geht Prof. Dr. Racha Kirakosian (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) der Frage nach, wie aka­de­mi­sches Wissen der Zeit von Theologen aus dem Kreis der Gelehrten hinaus an ein Laienpublikum kommuniziert wurde. Fall­bei­spie­le rücken den Dominikaner Meister Eckhart sowie den Franziskaner Marquard von Lindau ins Zentrum.
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  • Lost and Living Cities of the Mopan Maya, Petén, Guatemala


    Christina Halperin | Abandoned Cities

    Since the 19th century, adventurers and travel writers have shaped the Western idea of lost Maya cities hidden in the jungle of Mesoamerica. However, the narrative of a fallen civilization often overlooks the fact that many of these supposedly lost places were by no means abandoned after the “Maya collapse” around 800–1000 AD. Instead, they continued to hold significance for later and even present-day Maya communities as well as the mestizo population. In her lecture, Dr. Christina Halperin (Montréal) presents preliminary observations on the postclassic, colonial, and present-day significance of these “lost” Maya cities in Guatemala—serving as a starting point for a new research project supported by the Gerda Henkel Foundation.
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  • Liberal Democracy and the Global Culture Wars. A Media Anthropological Perspective


    Auerbach Lecture | John Postill (Media and Communication Studies)

    In this lecture Professor Postill discusses his ongoing research. This is a manner of Global South sequel to his recently published book on the online culture wars in the English-speaking world, The Anthropology of Digital Practices: Dispatches from the Online Culture Wars (Postill 2024). Postill is interested in studying comparatively the digital mediations of ideological conflicts over core societal values, aka culture wars, in Latin America, Africa, Southeast Asia and other regions in the South, and how these struggles may be changing local ideas and practices about liberal democracy. This is largely desktop research into primary and secondary sources, although he is also conducting expert interviews with regional specialists.
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  • Benvenuto Cellinis „furor“ oder was Wut und Gewalt mit Kunst zu tun haben


    Zwischen Pinsel und Pranger | Ein Podcast über Kunst und Moral im Italien der Frühen Neuzeit (Folge 5)

    Unser heutiges Bild des berühmten italienischen Bildhauers Benvenuto Cellini aus der Mitte des 16. Jahrhunderts ist von widerstreitenden Aspekten geprägt. Auf der einen Seite steht ein Künstler, der mehrere Menschen tötet und auch noch in seiner Autobiographie damit prahlt; auf der anderen einer, der großartige Kunstwerke schafft. Im Mittelpunkt dieser Folge steht das aggressive Verhalten des Bildhauers und die moralischen Fragen, die sich damit verbinden.
    Wie kann es sein, dass er so offen über seine Gewaltakte spricht? Muss er sich für seine Straftaten verantworten? Nicht nur seine ausgeprägte Neigung, Probleme mit Gewalt zu lösen, soll dabei im Fokus stehen. Es geht auch um die Rahmenbedingungen, die sein Verhalten befeuern und um die Strategien, die er findet, um seine Brutalität zu rechtfertigen. Und schließlich kreist die Folge darum, wie es Cellini nach eigener Darstellung gelingt, seine zerstörerischen Neigungen in Zaum zu halten und dadurch in Kunst zu überführen.
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  • Türkisch-Deutsches Kino-Bündnis: Episode 5 - Big Business am Bosporus


    Bereits kurz vor und während des Ersten Weltkriegs entstanden in Deutschland technisch und künstlerisch anspruchsvolle Filme wie Der Student in Prag (1913) oder Hilde Warren und der Tod (1917). Das türkische Kino hingegen steckte noch in den Kinderschuhen: Im Osmanischen Reich fehlte es an der notwendigen technischen Infrastruktur und am Know-how. Türkische Filmemacher wurden zur Ausbildung nach Deutschland entsandt. Umgekehrt witterten deutsche Investoren und Filmschaffende lukrative Geschäfte am Bosporus. 1916 wurde die Balkan-Orient-Film GmbH gegründet – ein Joint Venture, das Filme auf dem Balkan und im Orient vertreiben sollte. Doch mit der deutschen Kriegsniederlage 1918 nahm das Unternehmen ein jähes Ende.
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  • Türk-Alman Sinema İttifakı: Episode 5 - Boğaz’da Büyük İş


    Birinci Dünya Savaşı’ndan hemen önce ve savaş sırasında Almanya’da teknik ve sanatsal açıdan gelişmiş auteur filmler üretiliyordu. Buna karşılık, Türk sineması henüz emekleme dönemindeydi: Osmanlı İmparatorluğu’nda gerekli teknik altyapı ve bilgi birikimi eksikti. Türk sinemacılar eğitim amacıyla Almanya’ya gönderildi. Aynı dönemde Alman yatırımcılar ve sinemacılar Boğaz’da kârlı iş fırsatları gördü. 1916 yılında Balkan-Orient-Film GmbH kuruldu — Balkanlar ve Doğu’da film dağıtımı yapması planlanan bir ortak girişimdi. Ancak 1918’deki Almanya’nın savaş yenilgisiyle proje ani bir şekilde sona erdi.
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  • „Österreichs Situation kann man als Glücksfall im Kalten Krieg sehen“


    Interview mit Günter Bischof über 70 Jahre Österreichischer Staatsvertrag

    2025 jähren sich Unter­zeich­nung und Inkraft­treten des Öster­rei­chi­schen Staats­vertrags zum 70. Mal. Die feier­liche Unter­zeich­nung am 15. Mai 1955 im Schloss Belvedere in Wien markierte die Wieder­her­stellung der nationalen Souve­räni­tät Österreichs nach der national­sozia­lis­tischen Herrschaft und der anschlie­ßen­den, zehn Jahre währenden alliierten Besatzung. Mit dem Historiker Prof. Dr. Günter Bischof (University of New Orleans), Experte für die Geschichte Öster­reichs im Kalten Krieg, haben wir über die schwierigen Ver­hand­lungen zum Staats­vertrag gespro­chen – und über die langfristigen Wir­kun­gen dieses Schlüssel­doku­ments der öster­rei­chischen Zeit­geschichte, die bis in die Gegen­wart reichen.
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  • Moral Economies. Überlegungen zum Verhältnis von Ökonomie und Moral in der Moderne


    Benjamin Möckel | Kölner Vorträge zur Neueren und Neuesten Geschichte

    Seit den Anfängen der modernen Markt­wirt­schaft wird Moral am Markt in Anschlag ge­bracht: Schon im 18. Jahr­hun­dert forderte die Anti-Sklaverei-Bewe­gung den Boykott von Tabak-, Kakao- oder Baum­woll­produkten. Heute rufen Aktivisten zum Boykott israeli­scher Waren oder zur veganen Erährung auf. Mit wenigen Mausklicks kann der mündige Konsument seinen CO₂-Fußab­druck online berechnen. Konsum ist zu einem Mittel politischer Auseinandersetzung geworden – bewusst und unbewusst leitet Moral unser Kaufverhalten. In seinem Vortrag nimmt PD Dr. Benjamin Möckel (Göttingen) historische Beispiele von Konsum­kampagnen in den Blick – vom Abo­litio­nis­mus, über die Anti-Apartheid-Bewe­gung bis zu „Fairtrade“.
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  • Papst und Zeit. Vom Weltreich zur Weltkirche?


    vhs.wissen live mit Otto Kallscheuer

    Das Imperium Romanum und die römisch-katholische Kirche verkörpern zwei völlig verschiedene, aber zugleich auch verwandte Institutionen: zwei erfolgreiche Modelle eines politischen, rechtlichen und ethischen Universalismus, der sich Im Prinzip an alle Menschen richtet. Die ewige Stadt zieht ihren Nimbus – und auch ihren kulturellen Reichtum – aus beiden Modellen: aus dem Machtanspruch einer weltlich stabilen Friedensordnung für den ganzen Erdkreis – und aus dem Heilsversprechen einer allen Menschen zugänglichen himmlischen Seligkeit. Der Papst, der römische Chef der katholischen Weltkirche, hat im 19. Jahrhundert zwar jede weltliche Herrschaft aufgeben müssen, seine kirchliche Zentralmacht jedoch weiter verstärkt und perfektioniert. Wie konnte, wie kann dieses Paradox funktionieren?
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  • Sozial-/Kulturanthropologie und Zeitgeschichte


    Neue Ausgabe der „Zeithistorischen Forschungen“

    Das aktuelle Heft der „Zeithistorischen Forschungen“ (1/2024–2025), herausgegeben und eingeleitet von Monika Dommann und Lena Kaufmann, diskutiert und praktiziert Verbindungen von ethnographischen und zeitgeschichtlichen Studien. Ein solcher Austausch verdient in beiden Fächern mehr Aufmerksamkeit und transdisziplinäre Reflexion. Produktive Kontaktzonen sind etwa der Boom lebensgeschichtlicher Erzählungen, die Notwendigkeit und Schwierigkeit von Oral History bei sensiblen Themen, die Hinwendung zur Geschichte der Digitalisierung als Alltagspraxis oder der Umgang mit problematischen Objekten in Museen, Sammlungen und Nachlässen. In unserem Themenheft haben sich mehrere Autor:innen-Tandems auf das Experiment des gemeinsamen Forschens mit ethnographischen und historischen Methoden eingelassen. Die Beiträge eröffnen neue Perspektiven auf materielle Kulturen, Sammlungsleidenschaften, Wirtschaftsbeziehungen, digitale Infrastrukturen und künstlerische Praktiken zwischen Afrika, Asien und Europa. Sie zeigen, dass sich im Terrain der Archivarbeit und Feldforschung auch ein grundsätzliches Nachdenken aufdrängt: über die je eigene Fachgeschichte, Forschungsethik und Arbeitsformen, Ein- und Ausschlüsse sowie über die Zugänglichkeit von Archiven und Forschungsdaten in unsicheren Zeiten.
    Die Bezeichnung „Sozial- und Kulturanthropologie“ folgt den heute dominierenden Begriffen für diejenigen Fächer, die früher mit unterschiedlichen Akzenten als „Ethnologie“, „Völkerkunde“ bzw. (mit Bezug auf Europa) „Volkskunde“ firmierten. Im Zuge der Dekolonialisierung und der postkolonialen Debatten sind die mit den Fächerbezeichnungen jeweils verbundenen Denk- und Forschungstraditionen selbst zum Gegenstand einer kritischen Historisierung geworden; viele Institute und Museen wurden umbenannt. Die unterschiedlichen Richtungen und Verständnisse von „Anthropologie(n)“ werden im Themenheft einleitend skizziert – bis hin zur „Multimodalen Anthropologie“, die sich für eine Vielzahl medialer Ausdrucksformen und kollaborativer Forschungsansätze interessiert. Im Vordergrund steht hier jedoch nicht die wissenschaftsgeschichtliche Perspektive als solche, sondern das konkrete Zusammenwirken ethnographischer und historischer Zugänge. Beide Fachrichtungen haben wichtige Gemeinsamkeiten – zum Beispiel die Beschäftigung mit dem „Eigenen“ und dem „Anderen“, mit universalen und partikularen Perspektiven, mit Texten und Kontexten, mit visueller und materieller Kultur, mit zeitlichen und sprachlichen Übersetzungen. Dies ist keine grundsätzlich neue Erkenntnis, aber speziell in der Zeitgeschichtsforschung weniger systematisch verfolgt worden als etwa in Studien zur Frühen Neuzeit.
    Die Beiträge des Themenheftes sind exemplarische Erkundungen, die die Potentiale und auch die produktiven Reibungen gemeinsamen Forschens verdeutlichen. Die Aufsätze widmen sich dem Konnex von Archiv- und Feldforschung, wissenschaftlicher und künstlerischer Forschung im Museum (Gesine Krüger/Michaela Oberhofer), der Wiederverwendung von Baumaterialien in Polen nach dem Zweiten Weltkrieg und in der heutigen Kreislaufwirtschaft in Österreich (Madlen Kobi/Adam Przywara), den chinesisch-schweizerischen Verflechtungen im Bereich von Joint Ventures der Telekommunikation (Lena Kaufmann/Niklaus Remund) sowie der sozialen Praxis des Crowdfunding (Monika Dommann/Moritz Ege). Nicht zufällig geht es in den Beiträgen immer wieder um Infrastrukturen, die als soziotechnische Systeme mit historisch gewachsenen oder neu entstehenden Gebrauchsweisen analysiert werden. Nils Güttler und Lena Kaufmann vertiefen dies in einem Gespräch mit Debjani Bhattacharyya und Brian Larkin, die sich beide als „disciplinarily disobedient“ bezeichnen. An die Stelle eines bloßen „Dialogs“ von Sozial-/Kulturanthropologie und Zeitgeschichte tritt hier ein selbstbewusster Methodenmix.
    In einer Website-Besprechung interpretiert Roland Meyer das Projekt „Digital Benin“ als eine „virtuelle Resituierung“, die gegenüber einer materiellen Restituierung neuartige und eigene Optionen bietet. In der Rubrik „Neu gelesen“ stellen Louis Widmer und Timo Luks zwei ältere Bücher vor, die bei ihrer Erstpublikation auf unterschiedliche Weise prägend waren und auch für heutige Debatten anregend sein können: Hans Peter Duerrs Bestseller „Traumzeit“ von 1978, ein ebenso spielerischer wie ernsthafter wissenschaftskritischer „Grenzgang“, und Sidney W. Mintzʼ dezidiert politische „Kulturgeschichte des Zuckers“ von 1985/87. Eine Sammlung einschlägiger Rezensionen (Digest aus dem Archiv von H-Soz-Kult) rundet das Themenheft ab. Ein „Extra“-Beitrag von Stefanie Coché setzt sich vor dem Hintergrund der aktuellen Lage in den Vereinigten Staaten schließlich mit Richard Hofstadters vielzitiertem, mehrfach neu aufgelegtem Buch „Anti-intellectualism in American Life“ von 1963 auseinander.
    Die „Zeithistorischen Forschungen“ werden am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam herausgegeben von Frank Bösch und Martin Sabrow. Die Zeitschrift erscheint gedruckt im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht und zugleich im Open Access (seit dem Heft 1/2021 unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-SA 4.0 für alle neuen Texte). Beitragsideen und Manuskript-Einsendungen für künftige Hefte sind jederzeit willkommen – nähere Hinweise für Autor:innen finden sich auf unserer Website. Wir sind sehr interessiert daran, Diskussionszusammenhänge aus Themenheften in späteren „offenen“ Heften fortzuführen (vgl. das Heftarchiv). Generell sind aber Vorschläge zum gesamten Spektrum der Zeitgeschichte möglich und erwünscht.
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