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  • Freiburg erobern? Bedrohen, belagern, befreien – eine Praxeologie des Bauernkriegs


    Maria Weber | Freiburg und der Breisgau im Bauernkrieg

    Freiburg, Frühjahr 1525: Mehr als sechs Wochen lang zogen die aufstän­di­schen Bauern als bedroh­liche Gefahr durch das Freiburger Umland ehe sie mit der Bela­ge­rung der Stadt begannen. Dr. Maria Weber (Freiburg) ana­ly­siert anhand zeit­ge­nös­si­scher Quellen, wie die Ereig­nis­se rund um die Bela­ge­rung Freiburgs als drama­tische Krisen­spirale wahr­ge­nom­men wurden. Das Brennglas der Belagerung als Ernstfall ermög­licht zugleich wert­volle Rück­schlüsse darauf, wie in ruhigeren Zeiten Sicher­heit in einer früh­neu­zeit­lichen Stadt organisiert wurde.
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  • Die Himmelsscheibe und der vergessene Despot


    Podcast „Wer wird sind und warum das nicht klappte...“

    Bronzezeit in Deutschland: Die Himmelsscheibe von Nebra ist der Schlüssel zu einer beinahe vergessenen Herrschaft in der deutschen Geschichte vor 3800 Jahren. Wer die Scheibe beherrschte, war Herr über die Zeit. Die Bronze mit dem Himmels­bild aus Gold beweist „inter­natio­na­le“ Beziehungen, astro­no­misches Know-How und die Geburts­stunde des Despo­tis­mus. Wie vor 4000 Jahren aus einer gleich­berech­tig­ten Gesell­schaft von Heldinnen und Helden dank Herrschaftswissen ein Rang­folge­system mit einer Armee zwischen Harz und Elbe wird, schildert der „Herr der Himmels­scheibe“ Prof. Dr. Harald Meller.
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  • Der globale autoritäre Populismus und der „Untergang des Abendlandes“


    Lars Rensmann | Antike im Zerrspiegel politischer Ideologien

    Krise! Verfall! Untergang! – oder doch nur politische Strategie? Im Zeitalter von Fake News, Feindbildern und Führerkulten berufen sich autoritäre Populisten weltweit auf den „Untergang des Abendlandes“ – und damit auf ein ideologisches Narrativ, das bis zur Antike zurückreicht. Der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Lars Rensmann (Passau) zeigt in seinem Vortrag, wie Populisten von Trump bis Orbán mit Krisenrhetorik, nostalgischem Nationa­lis­mus und autoritärer Disruption arbeiten – und dabei gezielt auf klassische Bilder der Macht und Zivilisation zurück­greifen. Was als „Verteidigung der westlichen Kultur“ verkauft wird, erweist sich bei genauerer Betrachtung als Angriff auf Demokratie, Pluralismus und Menschen­­rechte.
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  • Verstoßen und Verzeihen


    Thomasius Club mit Nicolas Koj am 14. Mai 2025

    Von öffentlichen Fehltritten bis hin zu unseren kleineren, ganz alltäglichen Fauxpas: Der Mensch ist ein fehlbares Wesen, so viel ist klar. Doch wie gehen wir damit um? Der Philosoph Nicolas Koj schlägt in seinem Buch vor: Indem wir uns mit dem Verzeihen beschäftigen, denn über das Verzeihen nachzudenken, bedeute, den Menschen in seiner Fehlbarkeit zu betrachten. Aber was heißt überhaupt 'verzeihen'? Wo und wie kann es zur Anwendung kommen? Und wie kann bei diesem lebenspraktischen Thema eigentlich die Philosophie weiterhelfen? Christian Lamp und Annika Schadewaldt fragten beim Autor nach und haben erstauntliche Antworten erhalten.
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  • Tabulae ceratae – Römische Wachstäfelchen: Episode 6 - Das Generalinterview mit Anna Willi


    Mehr als 1650 Objekte umfasst die Datenbank von Dr. Anna Willi, in der sie Wachstäfelchen aus den nordwest­lichen Provinzen des Römischen Reichs zusammen­getragen hat. Die ersten Täfelchen wurden schon Anfang des 20. Jahrhunderts ausgegraben und untersucht. Lange Zeit jedoch hat man sie vor allem als Träger von Texten betrachtet, ohne ihre materielle Beschaffenheit ausreichend zu würdigen. Dr. Willi setzt genau hier an: Ihr Forschungs­projekt widmet sich der materiellen Dimension der Täfelchen und ihrem praktischen Gebrauch im antiken Alltag. Im abschließenden Generalinterview spricht die Wissenschaftlerin über ihre methodische Herangehensweise und die Heraus­forde­run­gen, die die Erforschung dieser unschein­baren Objekte mit sich bringt.
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  • „Den Bauernkrieg zu einem ‚heißen‘ Erinnerungsort machen“


    Interview mit Peter Seibert über Deutungen des Bauernkrieges

    Die Historiographie zum Bauern­krieg von 1525/26 durchläuft mehrere Konjunk­tu­ren. Angefangen bereits bei Martin Luther, der die Bauern moralisch verurteilte und sich auf die Seite des Adels stellte. Damit prägte er bis ins 19. Jahr­hun­dert den Blick auf die Ereignisse. Es folgte im Zuge des aufkommenden National­bewusst­seins eine Phase der Romanti­sie­rung der Bauern, die als Sozial­reformer und demo­kra­tische Vorgänger dargestellt wurden. Die National­sozia­listen wiederum rückten von der sozialen Deutung ab und stellten ihr eine völkisch-natio­nale Lesart entgegen, in der die Bauern als Urbild des Volks­ge­nos­sen erschienen. In der Bundes­repu­blik erfuhr der Bauern­krieg ab den 1970er Jahren eine Interpretation als Revolution des gemeinen Mannes und so als Vorläufer emanzi­pa­to­rischer Bewegungen in Deutschland. Die DDR indes speiste den Bauern­krieg in den historischen Mate­ria­lis­mus ein und sah in ihm einen der vielen aufeinander­fol­gen­den Klassen­kämpfe. Heute dominiert in Deutsch­land eine an den Ereignissen orientierte Geschichts­schrei­bung, die sich vor allem für den Verlauf des Krieges, seine Akteure und Orte sowie für die ausgeübte und erlebte Gewalt interessiert. Der Historiker Prof. Dr. Peter Seibert schließt in seinem Buch über die Nieder­schla­gung des Bauern­kriegs einerseits daran an, wenn es insbesondere um die Erforschung der Gewalt geht, setzt sich aber ande­rer­seits von einer konstatierten Ent­poli­ti­sie­rung der Ereig­nisse ab. Wir haben ihm dazu unsere Fragen gestellt.
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  • Ist das Wissenschaft oder kann das weg? Die Zukunft kleiner Fächer aus gegenwärtiger Perspektive


    Podiumsdiskussion | 22. Mai 2025 | Historisches Gebäude, Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen

    Kleine Fächer stehen vor großen Heraus­forde­run­gen – von der gesell­schaft­lichen Rele­vanz bis zur Standort­siche­rung. Wie können neue Forschungs­ansätze, inter­diszi­pli­näre Koopera­tio­nen und digitale Inno­va­tio­nen zur Zukunfts­sicherung beitragen? Gleichzeitig geht es darum, wie Wissenschafts­kommu­ni­ka­tion und strategische Öffentlich­keits­arbeit das Bewusst­sein für die Bedeutung kleiner Fächer schärfen können. Dieser Round Table bringt Expertinnen und Experten aus Wissen­schaft, Kultur und Politik zusammen, um Strategien für Sichtbarkeit, Wissens­transfer und Nachwuchs­förde­rung zu entwickeln.
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  • Sprachmetamorphose: Herkunftssprachen und Strukturwandel


    Artemis Alexiadou | Salon Sophie Charlotte 2025

    Sprachen sind immer im Fluss. Das Verständ­nis der Faktoren, die zu bedeu­ten­den Verän­de­run­gen in der Sprache führen, steht im Mittel­punkt zahlreicher Forschungsarbeiten in der Sprach­wissen­schaft. Wir werden uns dieser Frage nähern, indem wir Herkunfts­spra­chen betrachten. Bei einer Herkunfts­sprache handelt es sich um eine Sprache, die von ihren Sprechern als Kinder zu Hause erworben wird, die aber mit einer anderen domi­nan­ten Sprache aufwachsen. Herkunfts­spra­chen kön­nen die aktuellen Debatten darüber beleuchten, wie Sprache funk­tio­niert und wie sie sich verändert. Ein Vortrag von Artemis Alexiadou (Sprach­­wis­sen­schaft­­lerin, HU zu Berlin, Leibniz-Zentrum Allgemeine Sprach­wissen­schaft (ZAS), Akademie­mit­glied).
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  • From Hero to Zero? The Bronze Age / Iron I Transition at Hazor: Resettlement of Ruins and Memories in the Making


    Benedikt Hensel | Abandoned Cities

    How do societies respond to the aftermath of material and symbolic collapse? The ancient city of Hazor, located north of the Sea of Galilee in modern-day Israel, was a megacity of more than 20,000 inhabitants in the Late Bronze Age and an important regional hub for trade and power. According to the Old Testament, Hazor was the capital of the Canaanite kingdoms and was conquered and destroyed by Joshua. But what really happened in Hazor at the transition from the Bronze Age to the Iron Age? Prof. Dr Benedikt Hensel (Oldenburg) will give an introduction to the ongoing international research project combining archaeology, Hebrew and Bible studies, which he is leading together with Dr Igor Kreimerman (Jerusalem). One of the questions he explores is how the processes of de- and re-urbanisation are connected to the shaping of an early Israelite identity.
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  • Erbschaften. Die Zwiespältigkeit des Erbes in der Spätmoderne


    Auerbach Lecture | Andreas Reckwitz

    Die Moderne ist eine im Kern zukunfts­orien­tierte Gesell­schaft. Mit der Krise der Zukunfts­orien­tie­rung in der Spät­moder­ne erlangt das Erbe der Vergangenheit eine neue Relevanz: Wir können nicht nicht erben. Aber was erben wir? Im Sinne eines Problem­aufrisses kartiert der Vortrag von Prof. Dr. Andreas Reckwitz (HU Berlin) Ge­län­de spätmoderner Erb­schaf­ten, die sich im dop­pel­ten Spannungs­­feld von Faktizität und Aneignung sowie zwischen Last und Ressource bewegen: das familiäre Erbe von Vermögen, Sozialisation und Emotion, das Gat­tungs­­erbe des Homo sapiens, das gesell­schaft­liche Erbe zwischen cultural heritage, Gewalt­erbe, Anthropozän und Fortschritts­erbe. Es stellt sich heraus, dass die Frage nach dem Erbe am Ende die Zukunft betrifft: Was werden wir vererbt haben?
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