Salon Sophie Charlotte 2025
Menschen haben Angst. Darin sind sie dem Tier ähnlich, wenn nicht sogar gleich. Um die Angst greifbar zu machen, braucht der Mensch unheimliche, dämonische, übermenschliche Wesen, auf die sie sich übertragen lässt. Insbesondere in der Frühen Neuzeit verkörperten und spiegelten Hexen und Hexer solche Ängste – mit für sie grausamen Folgen. Die Verwandlung in symbolisch mit Düsternis verbundene tierische (Un)Wesen war dabei ein besonders verbreitetes Motiv: die Metamorphose zu finsteren Raben, kreischenden Katzen, ekligen Kröten, reißenden Wölfen oder schlimmer noch: zum gruseligen Werwolf. Das Motiv der Metamorphose des Menschen zu tiergleichen Körpern nahm einige hundert Jahre später der Maler Arnold Böcklin auf und schuf damit ein künstlerisches Pandämonium mehr. Woher rührt dieses die Menschheit begleitende Motiv des Anthropomorphismus, der Verwandlung in ein Tier? Wie funktioniert diese Transformation? Was wird dabei intendiert?
Ein Gespräch mit den Historikerinnen und Kulturwissenschaftlerinnen Erika Münster-Schröer (Universität Duisburg-Essen) und Kerstin Borchhardt (Katholische Privatuniversität Linz), moderiert von Georgios Chatzoudis (Gerda Henkel Stiftung).