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  • Die Benin-Bronzen und der Sklavenhandel – ein vergessenes Kapitel deutscher Exportwirtschaft


    Salon Sophie Charlotte 2025

    Die Verbindung Deutschlands zu den Benin Bronzen geht weit über die Restitutions­impul­se in jüngster Zeit zurück. Seit dem Spät­mittel­alter versorgten deutsche Händler die im Seehandel mit Afrika agie­ren­den Nationen mit Metallen, wobei sich die Verbindung deutscher Rohstoffe zu den Benin-Bronzen noch heute mit geo­che­mi­schen Methoden nach­wei­sen lässt. Ab dem 16. Jahrhundert dominierten dabei jene Firmen den Handel, die auch die Ent­wick­lung der deutschen Schwer­indus­trie maß­geb­lich bestimm­ten. Über die Ergebnisse eines von der Fritz Thyssen Stiftung geförderten Forschungs­pro­jek­tes sprechen Tobias B. Skowronek (THGA Bochum) und Hermann Parzinger (Prä­histo­ri­ker, Prä­si­dent der Stiftung Preußi­scher Kul­tur­besitz, Aka­demie­mit­glied) mit Moderator Frank Suder (Fritz Thyssen Stiftung).
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  • Tiere in der antiken und islamischen Philosophie


    vhs.wissen live mit Peter Adamson

    Antike Philosophen vertraten bei der Bewertung von Tieren ganz unterschiedliche Positionen. Während Aristoteles und die Stoiker Tiere aufgrund ihrer fehlenden Vernunft und Sprache scharf vom Menschen abgrenzten, bewerteten andere philo­so­phische Strömungen Tiere völlig anders. Insbesondere Autoren der Spätantike und der islamischen Welt schrieben Tieren durchaus rationale Fähigkeiten zu. Einige Denker waren sogar überzeugt, dass Tiere Sprache benutzten. Im Vortrag werden diese Positionen vorgestellt und auf die ethischen Konsequenzen eingegangen, wie wir Menschen Tiere behandeln sollten.
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  • Die ersten Staaten und Städte in Mesopotamien. Eine Ideologiekritik


    Reinhard Bernbeck | Antike im Zerrspiegel politischer Ideologien

    In diesem Vortrag analysiert der Vorder­asia­ti­sche Archäologe Prof. Dr. Reinhard Bernbeck (Freie Universität Berlin) die politischen, öko­no­mischen und religiösen Verhältnisse im späten 4. Jahrtausend v.u.Z., in der sog. Uruk-Zeit. Dabei werden zwei Ebenen betrachtet. Erstens geht es um die verzerrte Darstellung der Gegensätze zwischen Mächtigen und Untergebenen in der Zeit der Uruk-Zeit selbst. Früheste Schriftzeugnisse, Rollsiegel, Statuen, Reliefs, Archi­tek­tur und Alltags­gegen­­stände fügen sich zu einem System, in dem ganze gesell­schaft­liche Gruppen wie Frauen in entstellender Weise marginalisiert werden und Hunger verschwiegen. Zum zweiten wird erörtert, wie sich Wissen­schaft­ler*innen heute mit der archäologischen und textlichen Evi­denz auseinandersetzen. Ideo­lo­gi­sche Mecha­nis­men fließen mehr oder weniger bewusst in ein Fort­schritts­­narrativ ein. Es entsteht ein harmo­ni­sches Bild, welches eher Gegen­warts­sehn­süchte als tatsächliche historische Verhältnisse wider­spiegelt.
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  • Wenn Frevelhaftigkeit Talent und Tugend begräbt: Andrea del Castagnos Neid auf Domenico Veneziano


    Zwischen Pinsel und Pranger | Ein Podcast über Kunst und Moral im Italien der Frühen Neuzeit (Folge 4)

    Ein heimtückischer Mord an einem Maler, begangen auf offener Straße an einem Sommerabend in Florenz. Ein Täter, der sein Opfer grausam erschlägt; ein Opfer, das in den Armen eines Kollegen und (vermeintlichen) Freundes verstirbt. Tradiert wird diese Geschichte von dem Künstlerbiographen Giorgio Vasari in der Doppelvita der Maler Domenico Veneziano und Andrea del Castagno, die rund ein Jahrhundert vor ihm lebten. Doch was hat es mit der spektakulären Morderzählung auf sich? Was genau ist passiert? Wer sind Opfer und Täter? Und was hat all das mit der Kunst zu tun?
    In dieser Folge steht mit dem Neid ein in der Renaissance als besonders verabscheuens­würdig aufgefasstes Laster im Mittelpunkt. Aber auch das seinerzeit hochgeschätzte Ideal der Freundschaft und künstlerische Qualitäten, allen voran die Fähigkeit der Täuschung, spielen eine wichtige Rolle. Seid vorgewarnt: hier ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint!
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  • Türkisch-Deutsches Kino-Bündnis: Episode 2 - Der Gründungsmythos


    Der Reserveoffizier Fuat Uzkınay gilt als der erste Regisseur der türkischen Filmgeschichte. Am 14. November 1914 filmte der Soldat die Sprengung eines russischen Denkmals in San Stefano (heute Yeşilköy/Istanbul). Nach dem Eintritt des Osmanischen Reichs in den Ersten Weltkrieg war beschlossen worden, die Gedenkkirche für die im Russisch-Osmanischen Krieg gefallenen Soldaten zu zerstören. Der Film gilt heute als verschollen – und sein Status als „erster türkischer Film“ ist umstritten. Enis Dinç geht in seinem Forschungsprojekt der Geschichte hinter dem Mythos nach.
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  • Türk-Alman Sinema İttifakı: Episode 2 - Kuruluş Miti


    Fuat Uzkınay, Türk sinema tarihinin ilk yönetmeni olarak kabul edilir. 14 Kasım 1914’te, yedek subay olarak görev yaparken, San Stefano’daki (bugünkü Yeşilköy/İstanbul) bir Rus anıtının yıkılışını filme aldı. Osmanlı İmparatorluğu’nun Birinci Dünya Savaşı’na girmesinin ardından, 93 Harbi’nde (1877–1878 Osmanlı-Rus Savaşı) hayatını kaybeden askerler anısına yapılmış kilisenin yıkılmasına karar verilmişti. Bu film günümüzde kayıp olarak kabul edilir ve “ilk Türk filmi” olup olmadığı halen tartışmalıdır. Enis Dinç, araştırma projesinde bu mitin ardındaki tarihsel gerçekleri inceliyor.
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  • „Die USA tanzen aus der Reihe“


    Interview mit Martin Utsch über aktuelle und historische Handelskonflikte

    Am Wochenende hat US-Präsident Donald Trump in einem Schreiben an EU-Kommissions­präsidentin Ursula von der Leyen Zölle in Höhe von dreißig Prozent auf europäische Waren angekündigt. Unternehmen und Wirtschaftsexperten warnen vor einer Eskalation des Streits um Zölle zu einem Handelskrieg, der das globale Wirtschaftssystem ins Wanken bringen könnte. Martin Utsch von der Universität Mannheim erforscht die Entstehung und Entwick­lung der internationalen Handelsordnung seit den 1980er- und 1990er-Jahren. Im Interview erklärt er, warum ausgerechnet die USA – einst Architekt und Motor des Freihandels­systems – heute eine protektionistische Kehrtwende vollziehen.
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  • Tierisch menschliche Angst – Anthro­po­mor­phis­mus in Geschichte und Kunst


    Salon Sophie Charlotte 2025

    Menschen haben Angst. Darin sind sie dem Tier ähnlich, wenn nicht sogar gleich. Um die Angst greifbar zu machen, braucht der Mensch unheim­liche, dämo­nische, über­mensch­liche Wesen, auf die sie sich über­tragen lässt. Insbesondere in der Frühen Neuzeit ver­kör­per­ten und spiegelten Hexen und Hexer solche Ängste – mit für sie grausamen Folgen. Die Verwand­lung in symbo­lisch mit Düsternis verbundene tierische (Un)Wesen war dabei ein besonders verbrei­tetes Motiv: die Meta­mor­phose zu finsteren Raben, krei­schen­den Katzen, ekligen Kröten, reißenden Wölfen oder schlim­mer noch: zum gruse­ligen Werwolf. Das Motiv der Meta­mor­phose des Menschen zu tier­glei­chen Körpern nahm einige hundert Jahre später der Maler Arnold Böcklin auf und schuf damit ein künstle­ri­sches Pandä­mo­nium mehr. Woher rührt dieses die Menschheit begleitende Motiv des Anthro­po­mor­phis­mus, der Verwand­lung in ein Tier? Wie funktioniert diese Trans­for­ma­tion? Was wird dabei intendiert? 
    Ein Gespräch mit den Historikerinnen und Kultur­wissen­schaft­le­rin­nen Erika Münster-Schröer (Univer­si­tät Duisburg-Essen) und Kerstin Borchhardt (Katho­li­sche Privat­­uni­ver­­si­­tät Linz), mode­riert von Georgios Chatzoudis (Gerda Henkel Stiftung).
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  • Zwischen Fakten und Fiktion: eine „Geschichte der Möglichkeiten“ durch Künstliche Intelligenz


    Vortrag von Vivien Schiefer | 500 Jahre Bauernkrieg

    Im Rahmen der Großen Landesausstellung „500 Jahre Bauernkrieg“ des Landesmuseums Württemberg treten historische Figuren aus verschiedenen Gesellschaftsschichten auf, die ihre Sicht auf die Ereignisse im Jahr 1525 und auf die Lebenswelt der Aufständischen erzählen. Um die Figuren zum Leben zu erwecken, bedient sich das Landesmuseum Württemberg Künstlicher Intelligenz (KI). Der Vortrag erklärt diesen Ansatz sowie das Vorgehen näher und beleuchtet auch die gesellschaftlichen Probleme, die mit bildgenerierender KI einhergehen.Vivien Schiefer M.A. ist wissenschaftliche Volontärin in der Abteilung Kunst- und Kulturgeschichte des Landesmuseums Württemberg
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  • Ancient Arcadia – a Landscape between Idealized Idyll and Harsh Reality


    Elisabeth Trinkl | Abandoned Cities

    Arcadia, the mountainous region in the centre of the Peloponnese peninsula, was already a myth in ancient times. Greek and Roman writers described the landscape as an idyllic setting, where shepherds lived in harmony with nature. This idealized picture also included the ruins of earlier settlements and sanctuaries, as reported by the geographer Pausanias, for example. But to what extent did the myth reflect the reality of this region in Hellenistic times? Was it really so deserted and idyllic? The archaeologist Dr Elisabeth Trinkl (Graz) presents a research project that uses archaeological, historical, philological and numismatic findings to investigate the actual degree of abandonment of Arcadia as well as the interpretations and instrumentalisations by the Greco-Roman authors.
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