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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Arts
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Literaturclub episodes

  • Ein internationaler Bestseller aus der Schweiz?
    «Lázár» von Nelio Biedermann weckt grosse Erwartungen. Ausserdem diskutieren Jennifer Khakshouri, Adriana Altaras, Lukas Bärfuss und Dirigentin Lena-Lisa Wüstendörfer über "Ungebetene Gäste" von Ayelet Gundar Goshen, "Riccardino" von Andrea Camilleri und "Sonntag" von Olivier Schrauwen.
    Eine Sensation: «Lázár», der Roman des 22-jährigen Schweizers Nelio Biedermann wird bereits in 19 Sprachen übersetzt. Dabei erscheint das Buch gerade erst auf deutsch. Der historische Roman ist inspiriert von Nelio Biedermanns Familie: Er erzählt die Geschichte einer ungarischen Adelsfamilie im 20. Jahrhunderts. Seine Figuren hüten Geheimnisse. Sie glühen vor Sehnsucht, verzweifeln über die Politik. Sie lieben, hassen – und vor allem überleben sie.
    Ein Hammer fällt von einem Balkon und tötet einen Menschen. Das ist die Ausgangssituation des Romans «Ungebetene Gäste». Dieser liest sich wie ein Krimi um Themen wie Lügen und Schuld, Liebe und Mitgefühl, Vorurteile und Rassismus. Autorin Ayelet Gundar-Goshen ist Psychotherapeutin und eine der bekanntesten Stimmen der israelischen Literatur. Sie schreibt packend über Themen, die in Nahost die aktuellen Konflikte befeuern.
    Commissario Montalbano ist Italiens berühmtester Ermittler. Sein Schöpfer Andrea Camilleri schrieb Krimis im Jahrestakt und griff mit Vorliebe aktuelle gesellschaftliche und politische Probleme auf. Camilleri war auch Regisseur, Drehbuchautor. «Riccardino», sein letzter Montalbano-Fall, entstand bereits 2005 und durfte nach Wunsch des Autors erst nach dessen Tod 2019 erscheinen. In diesem Jahr wäre Camilleri hundert Jahre alt geworden.
    Die Graphic Novels des Belgiers Olivier Schrauwen gelten als Meilensteine der Comickunst. So auch sein aktueller Band «Sonntag», der einen Menschen in seiner puren Existenz zeigt – und in innovativer Bildsprache. Minutiös und schonungslos zeichnet Schrauwens das Innenleben und die Gedankenströme eines Mannes. Alltagsbeobachtungen an einem Sonntag, ohne Angst vor Banalitäten.
    1 hr 15 min
  • Ist Lesen Frauensache?
    Moderatorin Laura de Weck, Lukas Bärfuss, Gerhard Pfister und – als Gast – die Autorin und Podcasterin Samira El Ouassil diskutieren über spannende Neuerscheinungen.
    Der japanische Autor Uketsu ist der erfolgreichste Vertreter des «Sketch-Mystery»-Romans. Es sind fesselnde Spannungsromane, die Zeichnungen und Diagramme enthalten. Damit hat Uketsu, der stets mit weisser Maske auftritt, das Krimi-Genre in Japan verändert. Der Band «Seltsame Bilder» erscheint nun auf Deutsch.
    In «Russische Spezialitäten» erkundet Dmitrij Kapitelman mit sarkastischem Humor eine Welt, die Russlands Propaganda nicht standzuhalten vermag. Die Familie des Autors betreibt im Osten Deutschlands, in Leipzig, einen Laden mit russischen Spezialitäten. Trotz seiner Liebe und Hochachtung der Mutter gegenüber belastet der Krieg ihr Verhältnis schwer.
    Nora Osagiobares origineller Debütroman «Daily Soap» ist als Seifenoper konzipiert und nimmt das Genre gleichzeitig auf die Schippe. Es geht um Reiche und Arme, Schwarze und Weisse. Und vor allem geht es um Rassismus in der Schweiz. Nora Osagiobare, in der Schweiz aufgewachsen, weiss genau, wovon sie schreibt: Ihr Vater stammt aus Nigeria.
    Christoph Hein ist einer der bedeutendsten Schriftsteller Deutschlands. Er gilt als Chronist der DDR. Seine Romane «Drachenblut» oder «Landnahme», erzählen davon, wie während der DDR die Diktatur in private Beziehungen eingreift. Nun hat er mit «Das Narrenschiff» einen Bestseller-Roman geschrieben, der die DDR von den Anfängen bis zu ihrem Ende episch erzählt.
    1 hr 17 min
  • Neinsagen mit «Bartleby»
    Jennifer Khakshouri, Adriana Altaras, Philipp Tingler und als Gast Psychotherapeutin Felizitas Ambauen diskutieren über «Bartleby, der Schreiber» von Herman Melville, «Dream Count» von Chimamanda Ngozi Adichie, «Das Lieben danach» von Helene Bracht sowie über «See der Schöpfung» von Rachel Kushner.
    «I would prefer not to» oder «Ich möchte lieber nicht»: Mit diesem Satz hat sich ein Büroangestellter namens Bartleby in der Literaturgeschichte verewigt. Mit seiner Neinsager-Geschichte «Bartleby, der Schreiber» hat der englische Romancier Herman Melville neben «Moby Dick» einen zweiten Klassiker erschaffen. Angesichts der heutigen Suche nach Work-Life-Balance und Resilienz scheint dieser höchst aktuell.
    Chimamanda Ngozi Adichie ist ein Weltstar der Literatur. Ihr Roman «Americanah» über eine Frau, die in mehreren Kulturen gleichzeitig lebt, war ein internationaler Erfolg. Nun ist ihr lang erwarteter zweiter Roman «Dream Count» erschienen. Aus der Perspektive von vier Frauen um die 40 schreibt sie über Freundschaft, Selbstbestimmung und Afrika-Klischees.
    Mit 70 Jahren hat die Psychologin Helene Bracht ihr literarisches Debüt veröffentlicht. Fast ein ganzes Leben hat sie gebraucht, um sich dem Trauma ihrer Kindheit anzunähern: Im Memoir «Das Lieben danach» erzählt sie, wie sie von ihrem Nachhilfelehrer sexuell missbraucht wurde. Helene Bracht beschreibt offen und ungeschönt, welche Spuren dies in ihrem Liebesleben und ihrer Körperlichkeit hinterlassen hat.
    Die US-amerikanische Autorin Rachel Kushner hat mit «See der Schöpfung» einen Spionageroman mit philosophischem Tiefgang geschrieben. Eine Agentin hat den Auftrag, sich in eine Gemeinschaft von radikalen Umweltaktivisten einzuschleusen. Packend und intellektuell herausfordernd umkreist sie relevante Themen wie den Kampf um Wasserressourcen und Kapitalismuskritik.
    Die Bücher der Sendung sind:
    – Herman Melville: «Bartleby, der Schreiber» (Kampa);
    – Chimamanda Ngozi Adichie: «Dream Count» (S. Fischer);
    – Helene Bracht: «Das Lieben danach» (Hanser); und
    – Rachel Kushner: «See der Schöpfung» (Rowohlt).
    Gast der Sendung ist die Psychotherapeutin und Podcasterin Felizitas Ambauen.
    1 hr 16 min
  • Neue Romane von Sophie Hunger und Christian Kracht
    Moderatorin Laura de Weck, Elke Heidenreich, Nina Kunz und – als Gast – der Theater- und Opernregisseur Thom Luz diskutieren über neue Bücher von Sophie Hunger, Christian Kracht, Jakob Hein und Zach Williams.
    Die Schweizer Sängerin Sophie Hunger ist für ihre tiefgründigen und literarischen Songtexte bekannt. Jetzt hat sie einen Roman geschrieben. In «Walzer für Niemand» geht es um das Erwachsenwerden eines Mädchens, dessen Biografie der von Sophie Hunger ähnelt. Zwischen ihr und einem Jungen besteht eine innige Jugendfreundschaft, die stark von der Leidenschaft für Musik geprägt ist.
    Romane des Schweizer Autors Christian Kracht werden oft mit Spannung erwartet. Denn stets umgibt sie etwas Geheimnisvolles, Rätselhaftes, das entschlüsselt werden möchte. Das ist im neuen Roman «Air» nicht anders. Ein Innenarchitekt erhält den Auftrag, einen riesigen norwegischen Datenspeicher in Weiss zu gestalten. Dabei verschwindet der Mann und landet in einer Fantasy-Welt.
    Einen Schelmenroman hat der Berliner Autor und Jugendpsychiater Jakob Hein geschieiben. «Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste» erzählt eine verrückte Geschichte um ein wahres Ereignis.1983 gab die Bundesrepublik Deutschland einen Milliardenkredit an die feindliche DDR. Bei Jakob Hein wird daraus eine höchst vergnügliche Geschichte um sehr viel «Medizinalhanf» und dumpfe Bürokratie in Ost und West.
    Die rätselhaft-beunruhigenden Stories des US-Amerikaners Zach Williams erregen seit ihrem Erscheinen grosse Aufmerksamkeit. Denn sie beschreiben, wie die Wirklichkeit unsicher wird und erinnern damit an die Filme von David Lynch. In einer Zeit, wo langjährige Gewissheiten plötzlich in Frage gestellt werden, wirken diese Kurzgeschichten sehr gegenwärtig.
    Die Bücher der Sendung sind:
    • Sophie Hunger: «Walzer für Niemand» (Kiepenheuer & Witsch)
    • Christian Kracht: «Air» (Kiepenheuer & Witsch)
    • Jakob Hein: «Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste» (Galiani)
    • Zach Williams: «Es werden schöne Tage kommen» (dtv)
    1 hr 13 min
  • Lo & Leduc und Züri West: Wenn Musik Geschichten schreibt
    Laura de Weck, Elke Heidenreich, Thomas Strässle und – als Gast – der Musiker Lorenz Häberli von Lo & Leduc diskutieren über neue Bücher von Daniel Glattauer, Jonas Lüscher, Samantha Harvey und Behzad Karim Khani. Vorleser in der Sendung ist Marcus Signer – derzeit als Privatdetektiv Philip Maloney in der SRF-Krimiserie «Maloney» zu sehen.
    1 hr 18 min
  • Lesetipps für die Festtage
    Jennifer Khakshouri, Lukas Bärfuss, Nina Kunz und – als Gast – der Chansonnier Michael von der Heide diskutieren über «Unmöglicher Abschied» von Han Kang, «Die Spielerin» von Isabelle Lehn, «Die schlechte Gewohnheit» von Alana S. Portero sowie «Lindt & Sprüngli – zwei Familien, eine Leidenschaft» von Lisa Graf.
    Die deutsche Autorin Lisa Graf hat einen historischen Roman über die Geschichte des Schweizer Chocolatier- Unternehmens «Lindt und Sprüngli» geschrieben. Damit ist sie auf den Bestsellerlisten gelandet. Was steckt hinter dem Erfolg und was hat sie aus der zweifellos interessanten Wirtschaftsgeschichte gemacht?
    Die koreanische Schriftstellerin Han Kang hat kürzlich den Literaturnobelpreis entgegengenommen. Fast gleichzeitig ist ihr neuester Roman «Unmöglicher Abschied» auf deutsch erschienen. Poetisch erzählt sie von einem historischen Trauma in der koreanischen Geschichte. Die Geschichte kreist um ein Massaker auf der koreanischen Insel Cheju im Jahre 1948. Lange wurde die Gewalt tabuisiert, obgleich fast jede Familie auf der Insel betroffen ist. Die Geister der Vergangenheit bewegen auch die Figuren im Roman.
    Mit ihrem dritten Roman greift die deutsche Schriftstellerin Isabelle Lehn einen wahren Kriminalfall auf: «Die Spielerin» handelt von einer Frau, die als Bankerin in Zürich, später als Buchhalterin der kalabrischen Mafia Geld wäscht und dabei Millionen verdient. Isabelle Lehn umkreist diese Figur hinter ihrer unscheinbaren Fassade,
    indem sie sie literarisch aus vielen Perspektiven beleuchtet.
    «Die schlechte Gewohnheit» ist der Debutroman der spanischen Schriftstellerin Alana S.Portero. Als Transkind wächst die Erzählerin in den 1980er Jahren in einem Arbeiter- und Drogenquartier von Madrid auf. In eindringlicher und poetischer Sprache erzählt Portero von einer jungen Frau, die versucht, ihr Schicksal entgegen aller Umstände selbst in die Hand zu nehmen.
    Die Bücher der Sendung sind:
    Lisa Graf: «Lindt &Sprüngli – Zwei Familien, eine Leidenschaft» (Penguin)
    Han Kang: «Unmöglicher Abschied» (Aufbau)
    Isabelle Lehn: «Die Spielerin» (S.Fischer)
    Alana S. Portero: «Die schlechte Gewohnheit» (Claassen)
    1 hr 14 min
  • Humor als Waffe
    Laura de Weck, Thomas Strässle, Philipp Tingler und Adriana Altaras diskutieren über «Kein Grund, gleich so rumzuschreien» von Martin Suter / Benjamin von Stuckrad-Barre, «Man kann auch in die Höhe fallen» von Joachim Meyerhoff, «Pi mal Daumen» von Alina Bronsky sowie «Schilten» von Hermann Burger.
    Die beiden Schriftsteller Martin Suter und Benjamin von Stuckrad-Barre verbindet eine innige Freundschaft. In ihrem zweiten Gesprächsband «Kein Grund, gleich so rumzuschreien» unterhalten sich die beiden offen über Schmerzhaftes und Verluste. Dabei spielen Humor als Waffe und Lachen als Befreiung eine grosse Rolle.
    Schauspieler Joachim Meyerhoff ist präzise in der Sprache, immer mit aufblitzendem Witz. Dasselbe gilt für seine autobiografischen Bestseller-Romane, in denen es meist um sein Aufwachsen und seine Familie geht. Im neuen Buch «Man kann auch in die Höhe fallen» beschreibt Meyerhoff anekdotisch und mit grosser Situationskomik, wie er sich durch einen Langzeitbesuch bei seiner Mutter aus einer Lebenskrise befreit.
    «Pi mal Daumen» von Alina Bronsky erzählt von einer ungewöhnlichen Freundschaft: Ein hochbegabter Junge und eine unterschätzte Frau begegnen sich in der Welt der Mathematik. Dieser Roman stand ganz oben auf der SRF-Bestenliste und wurde als Lieblingsbuch der unabhängigen Buchhandlungen 2024 ausgezeichnet. Leichtfüssig erzählt Alina Bronsky von einer Begegnung über soziale Grenzen hinweg.
    Der Roman «Schilten» von Hermann Burger gehört zum Originellsten, was die Schweizer Literaturgeschichte zu bieten hat. Marcel Reich-Ranicki feierte Burger als «einen der skurrilsten Humoristen der deutschen Literatur». Dennoch hat der Schriftsteller, der sich 1989 das Leben nahm, nicht die Bekanntheit, die ihm gebührt. Nun lässt sich sein wichtigster Roman, der Reales mit Surrealem verwebt, neu entdecken.
    Die Bücher der Sendung sind:
    – Martin Suter / Benjamin von Stuckrad-Barre: «Kein Grund, gleich so rumzuschreien» (Diogenes);
    – Joachim Meyerhoff: «Man kann auch in die Höhe fallen» (Kiepenheuer & Witsch);
    – Alina Bronsky: «Pi mal Daumen» (Kiepenheuer & Witsch); und
    – Hermann Burger: «Schilten» (Nagel und Kimche).
    Gast der Sendung ist die Schauspielerin, Regisseurin und Autorin Adriana Altaras.
    1 hr 17 min
  • Trump oder Harris als Romanfigur? US-Wahlkampf und Literatur
    Jennifer Khakshouri, Usama Al Shahmani, Daniela Strigl und – als Gast – Micha Lewinsky diskutieren über «Kamala Harris. Ein Porträt» von Marie-Astrid Langer, «Valentinstag» von Richard Ford, «Tabak und Schokolade» von Martin R. Dean sowie «Der beste Tag seit langem» von Jana Volkmann.
    Wer ist Kamala Harris? Marie-Astrid Langer, USA-Korrespondentin der «Neuen Zürcher Zeitung», hat ein Porträt über die erste schwarze Präsidentschaftskandidatin verfasst. Dabei zeichnet sie den Aufstieg der Juristin und Politikerin nach, von der Bezirksstaatsanwältin bis zur Vizepräsidentin.
    Richard Ford gilt als literarischer Langzeit-Chronist der USA. In seinen Romanen beschreibt er den Alltag in den USA, meist aus der Perspektive eines gewissen Frank Bascombe. Im jüngsten Roman «Valentinstag» wirkt Bascombe alt und abgekämpft. Mit seinem todkranken Sohn unternimmt er eine Reise zum symbolträchtigen Mount Rushmore. Es ist ein Trip zwischen Komik und Verzweiflung.
    Im US-Wahlkampf werden persönliche Geschichten erzählt, die Wahlveranstaltungen sind wie Theaterstücke inszeniert, nichts ist dem Zufall überlassen. Die Katze von Popstar Taylor Swift heisst Benjamin Button – wie der Titelheld im Roman von F. Scott Fitzgerald. Elisabeth Bronfen erklärt im Gespräch, wieso der Wahlkampf ein literarischer ist.
    Der Schweizer Schriftsteller Martin R. Dean hat einen Roman über seine unterschiedlichen Herkünfte geschrieben: die Mutter eine Schweizerin, der Vater aus Trinidad und Tobago. Er unternimmt eine Reise vom Aargau zu den indischen Vorfahren in der Karibik – und erzählt nicht nur seine Familiengeschichten, sondern auch viel über Zeitgeschichte.
    Ist das Verhältnis zwischen Tier und Mensch noch zu retten? In Jana Volkmanns Roman finden zwei Frauen durch ein entlaufenes Pferd zu einer neuen Haltung gegenüber Natur und Kreatur. «Der beste Tag seit langem» kreist um das Thema Tierrechte – mit Sprachwitz, feinem Humor und ohne Aktivismus.
    Zugeschaltet aus New York ist Kulturwissenschaftlerin Elisabeth Bronfen.
    1 hr 17 min
  • Von Smartphones bis Spurensuche: Diese Bücher bewegen
    Laura de Weck, Elke Heidenreich, Milo Rau und – als Gast – der Filmkritiker, Podcaster und Autor Wolfgang M. Schmitt diskutieren über Bücher von Jonathan Haidt, Zora del Buono, Truman Capote, Patrick Holzapfel sowie Lorena Simmel.
    Wie schädlich sind Smartphones für die jüngste Generation? Das Buch «Generation Angst» des Sozialpsychologen Jonathan schlägt Alarm und erregt seit Monaten die Gemüter. Haidt fordert, Smartphones erst ab 14 Jahren zu erlauben, den Gebrauch von Social Media erst ab 16. Die «Literaturclub»-Runde hat sich das Sachbuch angesehen.
    Ein wichtiger Roman des Schweizer Bücherherbstes ist «Seinetwegen» von Zora del Buono. Ihren Vater hat Zora del Buono bei einem Autounfall verloren, als sie noch ein Baby war. Nun, mit 60 Jahren, hat sie sich auf die Spur des Mannes gemacht, der den Unfall verursacht hat. Der Roman ist die Geschichte dieser Recherche, aber auch ihres Lebens zwischen der Schweiz und ihrer Wahlheimat Berlin.
    Zum 100. Geburtstag von Truman Capote: Ein Tatsachenroman über den Mord an einer US-amerikanischen Farmerfamilie. «Kaltblütig» ist ein Millionenseller, der Truman Capote als Schriftsteller unsterblich gemacht hat. Der Autor von «Frühstück bei Tiffany» erfuhr vom Mord in der Zeitung und brach auf, um mit Menschen in Kansas zu sprechen. Entstanden ist ein Roman, der den «New Journalism» begründet und Generationen von Schreibenden beeinflusst hat.
    Ein Mann steigt aus – und verbringt seine Zeit auf Bänken und mit Obdachlosen in der Stadt Wien. Einen solchen «Bankier» beschreibt der Patrick Holzapfel in seinem Romandebut «Hermelin auf Bänken». Es sind poetische und melancholische Szenen, in denen der Ich-Erzähler den Verlust seiner Mutter verarbeitet. Ein Buch, das auf unaufgeregte Art existenzielle Fragen anspricht.
    Das Schweizer Seeland und die landwirtschaftliche Saisonarbeit nimmt die Schweizer Autorin Lorena Simmel in ihrem Roman „Ferymont“ in den Blick – ausgezeichnet mit dem renommierten Robert- Walser-Preis. Eine Studentin arbeitet eine Saison lang unter Menschen aus Osteuropa, die von Unternehmen in der Schweiz angeworben werden. Freundschaften entstehen, doch der soziale Unterschied zwischen den Welten ist kaum überwindbar.
    Die Bücher der Sendung sind:
    Jonathan Haidt: «Generation Angst» (Rowohlt)
    Zora del Buono: «Seinetwegen» (C.H.Beck)
    Truman Capote: «Kaltblütig» (Kein und Aber)
    Patrick Holzpapfel: «Hermelin auf Bänken» (Matthes&Seitz)
    Lorena Simmel: «Ferymont» (Verbrecher-Verlag)
    Gast der Sendung ist der Filmkritiker, Podcaster und Autor Wolfgang M. Schmitt.
    1 hr 17 min
  • Lesetipps für den Sommer
    Jennifer Khakshouri, Nina Kunz, Usama Al Shahmani sowie – als Gast – der Schauspieler und Theaterleiter Daniel Rohr diskutieren über «Auf allen vieren» von Miranda July, «Fahrenheit 451» von Ray Bradbury, «Die seligen Jahre der Züchtigung» von Fleur Jaeggy sowie über «Stay True» von Hua Shu.
    Marc-Uwe Kling, bekannt durch seine «Känguru-Chroniken» und den Kinderbuch-Bestseller «Das Neinhorn», hat einen hochaktuellen Thriller geschrieben. Die Berliner Kommissarin Yasira Saad ermittelt in der rechtsextremen Szene, nachdem ein Clip einer Vergewaltigung aufgetaucht ist. Neben Hochspannung liefert Kling auch einiges über Dichtung und Wahrheit in Zeiten Künstlicher Intelligenz.
    Die Schriftstellerin und Künstlerin Miranda July kreist in ihrem neuen Roman um Themen des mittleren Alters. «Auf allen Vieren» schreibt über die weibliche Menopause und sexuelles Begehren nach 45. Ihre Hauptfigur hat lange versucht, immer alles richtig zu machen. Nun probiert sie die Grenzen der Freiheit aus. Existenziellen Themen nähert sich Miranda July mit Leichtigkeit und Humor.
    Ray Bradburys «Fahrenheit 451» gehört neben Orwells«1984» und Huxleys «Schöne neue Welt» zu den grossen dystopischen Romanen. Ray beschreibt eine Gesellschaft, die sich das kritische Denken abtrainiert und das Lesen verboten hat. Ein Klassiker, dessen Welt uns in Zeiten von Fake News und Social Media vertraut vorkommt.
    Die Romane und Kurzgeschichten der Schweizer Schriftstellerin Fleur Jaeggy strahlen eine abgründige Faszination aus. «Die seligen Jahre der Züchtigung» ist eine autobiografisch inspirierten Novelle, die das Leben in einem Mädcheninternat im Appenzell beschreibt. Mit einer kühlen, distanzierten Sprache schafft sie ein beklemmende Atmosphäre.
    «Stay True» von Hsu Hsu wurde 2023 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Ein eleganter und ergreifender Text über junge Menschen, die ihren Platz in der Welt suchen. Es geht um den Wert v
    on Freundschaft, um die Anfänge des Internets - aber auch zufälliger Gewalt, die das Leben plötzlich und dauerhaft verändern kann.
    1 hr 16 min

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Information: Dieser Video Podcast wird per Ende Juli 2021 eingestellt. Künftige und bisherige Episoden finden Sie auf unserem Play SRF Portal (www.srf.ch/play). Im «Literaturclub» werden jeweils vier…