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Von der Arztpraxis zum eigenen Projekt für betreutes Wohnen in Berlin: Wie eine Internistin mit Mut und Durchhaltevermögen dem Behördenwahnsinn trotzt.
Zu fit fürs Heim, zu unsicher für ein Leben allein: viele ältere Menschen fallen in eine Versorgungslücke, die das deutsche Gesundheitssystem nur unzureichend schließt. Als Internistin in Berlin-Lichtenberg begegnete Dr. Anja Erben täglich solchen Fällen. Eine Diabetikerin, die ihre Insulinspritzen nicht mehr sicher alleine bewältigen konnte, wurde zum Auslöser für ein außergewöhnliches Wohnprojekt: 2006 kaufte Dr. Anja Erben einen verfallenen DDR-Kindergarten und schuf 16 kleine Apartments für betreutes Wohnen. 2023 folgte das "Haus Irene" mit 67 weiteren Wohneinheiten.
Daniel Heide begleitet beide Projekte von Anfang an mit seinem ambulanten Pflegedienst rund um die Uhr, eng verzahnt mit der Hausleitung. Seine Pflege zeigt, dass gute Betreuung auch in einem wohnlichen, selbstbestimmten Rahmen möglich ist. Im Gespräch im LIVVING Podcast mit Claudia Mattheis sprechen beide über mutige Entscheidungen, familiäre Zusammenarbeit und darüber, wie altersgerechtes Wohnen neu gedacht werden kann.
Warum wir Dr. Anja Erben und Daniel Heide eingeladen haben
Weil sie zeigen, wie aus persönlichem Engagement ein Ort entstehen kann, der wirklich etwas verändert für das Altern, für die Pflege, für das Miteinander. Weil Dr. Anja Erben beweist, dass innovative Wohnformen auch gegen alle bürokratischen Widerstände möglich sind. Und weil Daniel Heide demonstriert, dass ambulante Pflege in alternativen Wohnformen einen echten Unterschied macht.
Die wichtigsten 5 Erkenntnisse aus dem Interview:
• Betreutes Wohnen schließt eine Versorgungslücke: Menschen, die zu fit fürs Heim, aber zu unsicher für ein Leben allein sind, finden hier eine passgenaue Wohnform.
• Behördenwahnsinn ist Realität: Von explodierenden Wasserleitungen bis zu absurden Spielplatz-Vorschriften – der Weg zum eigenen Wohnprojekt ist steiniger als nötig.
• Ambulante Pflege funktioniert rund um die Uhr: 24-Stunden-Betreuung ohne Heimcharakter ist möglich, wenn Pflegedienst und Vermieter eng zusammenarbeiten.
• Familienunternehmen schaffen Vertrauen: Die persönliche Betreuung durch Dr. Anja Erbens Sohn macht den Unterschied bei Behördengängen und sozialen Problemen.
• Finanzierung bleibt die größte Hürde: Steigende Baukosten und hohe Zinsen machen neue Projekte fast unmöglich trotz steigenden Bedarfs.
Warum Sie dieses Podcast-Interview hören sollten
Weil Dr. Anja Erben und Daniel Heide beweisen, dass betreutes Wohnen eine der idealsten Wohnformen im Alter sein kann: autark sein, aber nicht allein, Unterstützung haben ohne Zwang, Selbstständigkeit gefördert bekommen. Weil sie zeigen, dass es Menschen mit Mut und Durchhaltevermögen braucht, die trotz Behördenwahnsinn und finanzieller Risiken solche Projekte möglich machen.
Ihre Botschaft ist klar: "Mit viel Energie und dem nötigen Galgenhumor und der Berliner Schnauze wird ja alles gut." Am Ende ist alles gut geworden, auch wenn der Weg steiniger war als nötig.
Weitere Informationen gibt es hier:
Dr. Anja Erbens Buch "Bauen ist nichts für Feiglinge" https://livving.de/buchtipp-bauen-betreutes-wohnen/ Webseite Haus Irene Betreutes Wohnen: https://betreutes-wohnen-lichtenberg.de/
Häusliche Krankenpflege HKP Chickowsky GmbH: https://www.chickowsky.de/
Wie mit über 50 eine persönliche Erfahrung zum beruflichen Neuanfang führte.
Wenn die eigene Mutter plötzlich zum Pflegefall wird, verändert das alles. Anja Mikulla erlebte 2018, was es bedeutet, wenn eine Krebsdiagnose das Familienleben auf den Kopf stellt. Doch statt sich nur um die eigene Familie zu kümmern, entdeckte die ehemalige PR-Managerin dabei ihre Berufung: Sie wurde 2022 zertifizierte Seniorenassistentin und begleitet heute Menschen dabei, ihren Alltag aktiv, würdevoll und mit Freude zu gestalten.
Ihr Weg zur Seniorenassistenz begann mit einer „Granny Gang" – einer privaten Initiative, bei der sie alleinstehende ältere Damen zum gemeinsamen Essen zusammenbrachte. Diese Erfahrung zeigte ihr, welchen enormen Unterschied menschliche Nähe und soziale Teilhabe im Leben hochaltriger Menschen machen können.
Als Referentin bei der Initiative „Gesundheitsstadt Berlin" bringt die 56-Jährige heute ihre Expertise zum Thema alternde Gesellschaft ein. Im Gespräch mit Claudia Mattheis erklärt sie, was Seniorenassistenz konkret bedeutet, wie die Ausbildung abläuft und warum diese Arbeit weit mehr ist als „nur Kaffeetrinken und Plaudern".
Die wichtigsten 5 Erkenntnisse aus dem Interview
Seniorenassistenz schließt eine wichtige Lücke: Zwischen Haushaltshilfe und professioneller Pflege gibt es einen Bereich, den qualifizierte Alltagsbegleiter abdecken.
Einsamkeit ist ein unterschätztes Gesundheitsrisiko: Regelmäßige soziale Kontakte lassen hochaltrige Menschen wieder aufblühen und haben präventiven Charakter.
Angehörige werden massiv entlastet: Seniorenassistenten sind oft der „verlängerte Arm" der Familie und schaffen Vertrauen durch professionelle Begleitung.
Die Ausbildung ist praxisnah: Von Demenzpartner-Schulung bis Biografiearbeit werden konkrete Fähigkeiten für den Umgang mit hochaltrigen Menschen vermittelt.
Es ist eine sinnvolle Zweitkarriere: Menschen ab 50 können ihre Lebenserfahrung einbringen und gleichzeitig einen gesellschaftlich wichtigen Beitrag leisten.
Warum wir Anja Mikulla eingeladen haben
Weil sie zeigt, dass berufliche Neuorientierung auch mit über 50 noch möglich und bereichernd ist. Weil sie aus persönlicher Betroffenheit heraus eine gesellschaftlich wichtige Aufgabe übernommen hat. Und weil sie beweist, dass Seniorenassistenz weit mehr ist als ein „netter Service“, sondern ein professioneller Beitrag zur Gesundheitsvorsorge im Alter.
Architektur als „Betriebssystem“ für soziales Miteinander: Wie ein Berliner Architekt das Wohnen im Alter revolutionieren will
Die Boomer-Generation steht vor einem Problem: Das aktuelle Pflegesystem wird ihre Bedürfnisse nicht erfüllen können. Während die Politik noch über längere Arbeitszeiten diskutiert, denkt Architekt Jörn Pötting bereits konkrete Alternativen aus. Seit 25 Jahren beschäftigt er sich mit dem Thema Bauen für Senioren und hat eine klare Vision: Co-Housing-Projekte, die individuelle Freiheit mit gemeinschaftlichen Räumen kombinieren.
Als Generalplaner deckt Pötting ein breites Spektrum ab: vom Bau für Senioren über nachhaltigen Geschosswohnungsbau bis hin zu Quartierskonzepten. Für ihn ist Architektur mehr als funktionale Räume – sie ist ein „Betriebssystem für soziales Miteinander“, das Gemeinschaft stärkt und Lebensqualität fördert. Seine These: Das Leben im Alter muss für die Boomer-Generation radikal neu gedacht werden.
Im Gespräch mit Claudia Mattheis erklärt der 1963 geborene Architekt, warum seine Generation Teil des Problems ist, wie Co-Housing konkret funktioniert und warum er von Kommunen, Kirchen und Investoren mehr Mut fordert.
Die Boomer-Generation: Individualisten ohne Plan
Warum das aktuelle System nicht funktioniert
Jörn Pötting gehört selbst zur Boomer-Generation und sieht die Herausforderung klar: „Wir kommen in eine Zeit, in der immer mehr Rentner von immer weniger Erwerbstätigen finanziert werden.“ Seine Analyse ist nüchtern: „So wie es jetzt organisiert ist, wird es auf keinen Fall weiter zu finanzieren sein. Das wissen im Prinzip alle. Aber keiner will es so richtig aussprechen.“
Der Unterschied zu heute
„Wir haben im Augenblick die Kriegskinder, die in den Altersheimen sind, die den Krieg als Kinder erlebt haben, die sehr leistungsorientiert sind und sich sehr gut bescheiden können. Und da ist unsere Generation wirklich weit entfernt. Wir sind eine Generation von Individualisten, die ganz andere Ansprüche hat.“
Co-Housing: Was Gemeinschaftswohnen konkret bedeutet
Eigene Wohnung plus Gemeinschaftsräume
„Co-Housing ist vielleicht auch nicht der richtige Begriff“, räumt Pötting ein. „Eigentlich ist es eher ein kollaborierendes Wohnen, ein Gemeinschaftswohnen mit individuellem Anspruch.“ Das Konzept ist klar strukturiert: „Jeder hat seine eigene Wohnung. Was interessant und wichtig ist, weil wir auch aus einer Generation kommen, die Wohngemeinschaftserfahrung hat oder hatte und wir auch nicht dahin zurückkommen möchten.“
Zusätzlich gibt es „Gemeinschaftsflächen, angefangen bei einer gemeinschaftlichen Küche, Werkräumen, Bibliotheksräumen, Handwerksräumen wie Nähmaschinenräumen, Töpferräumen – also alles, was man sich vorstellen kann, die von der Miete oder von den Mietern gemeinschaftlich finanziert werden, aber selbstverwaltet organisiert werden, etwa in einer AG-Struktur.“
Weitere Informationen zu Jörn Pöttings Projekten und Co-Housing-Konzepten finden Sie auf seiner Website.
LinkedIn Jörn Pötting: https://www.linkedin.com/in/jörn-pötting-945009132/
Webseite: https://www.poetting-architekten.de/
Selbstbestimmung, Vertrauen und die Kunst des Loslassens: Eine Berliner Unternehmerin gibt Tipps für den perfekten Generationswechsel.
Wenn es um Unternehmensnachfolge geht, scheitern viele an einem entscheidenden Punkt: dem Loslassen. Barbara Jaeschke zeigt, wie es anders geht. Die 70-jährige Gründerin des GLS Sprachenzentrums führt seit 2016 ihr Unternehmen erfolgreich gemeinsam mit ihren beiden Töchtern und beweist dabei, dass eine gelungene Übergabe mehr ist als nur ein Generationenwechsel.
1983 als junge Mutter gegründet, ist aus dem GLS Sprachenzentrum heute ein florierendes Unternehmen mit 170 Mitarbeitenden geworden. Der Campus in Berlin-Prenzlauer Berg umfasst zwei Hotels, eine Sprachschule für Schüler und Erwachsene sowie ein weltweites Sprachreisenprogramm. Seit 2023 gehört auch die Villa Bleichröder, ein denkmalgeschütztes Boutique-Hotel auf Usedom, zur Unternehmensgruppe.
Im Gespräch mit Claudia Mattheis erklärt Barbara Jaeschke, warum Vertrauen der Schlüssel zum Erfolg ist, welche Fehler andere Unternehmer bei der Nachfolge machen und warum Sprachen lernen auch mit 70 noch bereichernd ist.
Die wichtigsten 5 Erkenntnisse aus dem Interview
Nachfolge braucht Zeit und Vertrauen: Erfolgreiche Übergabe funktioniert nur, wenn Nachfolger echte Entscheidungsfreiheit bekommen – nicht erst beim Tod des Gründers.
Patriarchalisches Denken schadet: Wer bis zum Tod alles kontrollieren will, vertreibt gute Nachfolger und gefährdet das Unternehmen.
Früh anfangen lohnt sich: Mit 50 sollten Unternehmer bereits an die Nachfolge denken, denn mit 80 ist es meist zu spät.
Struktur schlägt Bauchgefühl: Die nächste Generation bringt oft professionellere Prozesse mit, die das Unternehmen stärken.
Lebenslang lernen hält jung: Sprachen lernen und Reisen sind auch mit 50plus eine Bereicherung für Geist und Seele.
Warum wir Barbara Jaeschke eingeladen haben
Weil sie zeigt, dass erfolgreiches Unternehmertum kein Alter kennt. Weil sie beweist, dass Loslassen nicht Schwäche, sondern Stärke bedeutet. Und weil sie in jeder Antwort spüren lässt, dass Selbstbestimmung und Vertrauen die Basis für nachhaltigen Unternehmenserfolg sind.
Weitere Informationen finden Sie hier: GLS Sprachenzentrum: www.gls-sprachenzentrum.de
Hotel Oderberger: https://www.hotel-oderberger.berlin/
Villa Bleichröder: https://www.villa-bleichroeder.de/
Pflege, Politik, Perspektiven: Was die Pflegebeauftragte in Berlin verändern will.
Gerade in einer Stadt wie Berlin, in der das Leben im Alter ganz unterschiedliche Gesichter hat, braucht es jemanden, der zuhört, vernetzt und konkrete Verbesserungen anstößt. Und genau das tut Sinja Meyer-Rötz. Als Pflegebeauftragte des Landes Berlin ist sie eine Stimme für all jene, die sonst oft überhört werden: ältere Menschen, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen.
Sie ist promovierte Gerontologin, Honorarprofessorin an der Alice-Salomon-Hochschule und bringt langjährige Erfahrung aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis mit, unter anderem als Krisenmanagerin in der Pandemie oder als Expertin für die Themen Krisenvorsorge, Klima und Pflege. Und: Sie hat ein feines Gespür dafür, was Menschen im Alter wirklich brauchen.
Im Gespräch mit Claudia Mattheis erzählt sie, wie sich das Altern in Berlin anfühlt und was sich ändern muss, damit ein gutes Leben auch mit Pflegebedarf möglich bleibt.
Warum wir Sinja Meyer-Rötz eingeladen haben
Weil sie als Pflegebeauftragte die Perspektiven vertritt, die sonst kaum jemand hört. Weil sie sich nicht scheut, Missstände zu benennen. Und weil sie in jeder Antwort spüren lässt, dass es ihr um die Menschen geht. Ihre Aufgabe versteht sie nicht als reine Verwaltungsrolle, sondern als Brücke zwischen Politik und Lebensrealität.
Pflege beginnt beim Zuhören
Wenn Betroffene verzweifelt sind, muss jemand da sein
"Hier rufen Menschen an, die mit ihrem Schicksal gerade völlig überfordert sind. Die sind hilflos, die sind verzweifelt." Sinja Meyer-Rötz erlebt täglich, wie schwer es vielen fällt, sich im Pflegesystem zurechtzufinden. Umso wichtiger ist ihr eine niedrigschwellige Erreichbarkeit: "Wir haben mehrmals in der Woche eine telefonische Sprechstunde. Es gibt ein Kontaktformular auf unserer Internetseite, das auch anonym ausgefüllt werden kann."
Dass ihr Amt gelebte Teilhabe ermöglicht, ist ihr ein zentrales Anliegen: "Wir sind Interessensvertretung für Pflegebedürftige und für Pflegende und Zugehörige. Das heißt, wir müssen sicherstellen, dass die uns überhaupt erreichen können."
Berlin kann Pflege, aber nicht überall
Gute Strukturen, doch große Lücken
"Unsere Strukturen sind sehr breit, sehr vielfältig, unglaublich kompetent." Besonders hebt Meyer-Rötz die 36 wohnortnahen Pflegestützpunkte hervor. Dennoch gibt es gravierende Probleme. "Wir haben deutlich zu wenig Plätze für die Kurzzeitpflege in Berlin. Das führt nicht selten dazu, dass Angehörige, die eine Auszeit brauchen, keine Versorgung finden."
Besonders drastisch sind die Hürden bei der Barrierefreiheit. "Die Wohnung ist in sich barrierefrei, aber wenn dann ein Fahrstuhl nicht funktioniert oder drei Treppenstufen vor der Tür sind, wird das selbstbestimmte Leben unmöglich." Auch Pflegedienste verweigern manchmal Einsätze in oberen Stockwerken, wenn der Aufzug dauerhaft ausfällt. "Das eigenständige Verlassen wird ja schwierig."
Caring Communities: Gemeinsam statt einsam
Wie wir Nachbarschaft neu denken können
"Sorgende Gemeinschaften sind etwas, worauf wir in den nächsten Jahren setzen sollten." Sinja Meyer-Rötz spricht sich klar für mehr lokale Netzwerke aus, in denen sich Menschen gegenseitig unterstützen. "Nicht jede pflegebedürftige Person ist so schwer betroffen, dass sie nichts zur Gemeinschaft beitragen kann. Alle profitieren voneinander."
Dass es in Berlin schon viele Strukturen gibt, müsse man besser nutzen. "Wir haben ganz viele tolle Strukturen: Familienzentren, Seniorenfreizeitstätten, Kiezclubs. Jetzt müssen wir sie besser verzahnen und inhaltlich umbauen." Entscheidend sei auch, dass Engagement nicht auf Einzelpersonen lastet: "Ich möchte nicht alleine zuständig sein für eine Person."
Warum ein Pflegebauernhof das Wohnkonzept mit Zukunft ist und wie privates Engagement das Leben im Alter besser machen kann.
Wir reden mit Petra Zugmann über Ihr Projekt „Hilde’s Heim“, einer lebensfrohen Senioren-Wohngemeinschaft in familiärer Atmosphäre, umgeben von Garten, Tieren, Gemeinschaft und starker Inklusion. Entstanden ist diese Idee aufgrund ihrer Erfahrungen in der Pflege ihres Vaters und der Erkenntnis, dass diese anders organisiert werden muss. Im Interview erzählt sie, wie sie mit diesem Herzensprojekt Hürden überwand und einen Ort geschaffen hat, an dem Würde, Selbstbestimmung und Freude an erster Stelle stehen – ohne klassischen Pflegeheim-Charakter.
Die 3 wichtigsten Erkenntnisse aus dem Gespräch
• Pflege kann anders gedacht werden – und zwar familiär, individuell und gemeinschaftlich.
• Privatwirtschaftliche Initiativen im Pflegebereich stoßen trotz aller gesellschaftlichen Notwendigkeit oft auf Hürden – vor allem bei Finanzierung und Bürokratie.
• Ein inspirierendes Beispiel, wie viel Mut und Engagement Einzelner bewegen können – und wie wichtig es ist, die richtigen Menschen um sich zu versammeln.
Einblicke in ein erfülltes Leben auf dem Land
• Tierischer Alltag & Gartenfreude: Hochbeete, Kräuter, Hühner, Schafe – wer mag, kümmert sich liebevoll um Hof und Tiere, gewinnt Ausgleich und Verbindung zur Natur.
• Gemeinschaft nach dem Bullerbü-Prinzip: Gemeinsames Frühstück, Musizieren, Spieleabende, Kutschfahrten, Sitz-Yoga – alle Aktionen sind freiwillig, aber herzlich.
• Inklusion durch praktische Teilhabe: Menschen mit Beeinträchtigungen unterstützen als Praktikant:innen im Alltag – z. B. in der Hauswirtschaft – mit Perspektive auf Ausbildungsplätze.
• Selbstbestimmtes Wohnen: Eigenständige, barrierefreie Wohnungen ab 1.500 € Pauschalmiete, individuelle Servicepakete, ambulante Pflege bei Bedarf – mit Herz und Respekt gestaltet.
• Ein altengerechtes Dorfzentrum: Ein Dorf-Café öffnet nach außen, lädt Angehörige und die Nachbarschaft ein – lebendige Teilhabe und Begegnung für alle Generationen.
Warum Sie reinhören sollten
Erleben Sie Petra Zugmanns ansteckende Energie, ihren Mut und ihr Herzblut – aber auch ihre ganz konkrete Erfahrung mit Finanzierungsfragen, behördlichen Stolperfallen und der Suche nach echtem Teamgeist. Diese Folge ist ein ermutigendes Beispiel dafür, wie mit Tatkraft, Gemeinschaft und dem Glauben an eine bessere Zukunft neue Wohnmodelle gelingen können – nicht nur für Einzelne, sondern für viele.
Jetzt reinhören und inspirieren lassen: Eine Podcast-Folge, die Mut macht, neu zu denken und selbst aktiv zu werden!
Weitere Informationen gibt es hier:
Website von Hilde’s Heim: https://hildes-heim-biskirchen.de/
LinkedIn Petra Zugmann: https://www.linkedin.com/in/petra-zugmann-a48875108/
Warum der Kampf gegen Altersarmut auch ein Kampf für mehr Würde im Alter ist.
Altersarmut bleibt für viele eine stille Realität, mitten unter uns, aber oft unsichtbar. Mehr als die Hälfte der Rentenempfänger:innen erhält heute weniger als 1.250 Euro im Monat, und die von der Initiative LichtBlick Seniorenhilfe unterstützten Menschen kommen im Schnitt sogar nur auf 769 Euro. Während die Armutsgrenze in Deutschland 2025 bei 1.450 Euro netto für Alleinstehende liegt, reicht das Geld bei immer mehr älteren Menschen nicht einmal für das Allernötigste.
LichtBlick Seniorenhilfe e. V., gegründet von Lydia Staltner, stellt sich seit 22 Jahren gegen diese Entwicklung. Bundesweit begleitet der Verein inzwischen über 31.000 ältere Menschen – mit finanzieller Soforthilfe, Patenschaften, gemeinschaftlichen Aktionen und viel persönlicher Zuwendung. Für dieses Engagement wurde Lydia Staltner mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Doch die größte Auszeichnung ist, wenn aus existenzieller Not neue Hoffnung wächst: Würde, Gemeinschaft und der Mut, Hilfe anzunehmen.
Die wichtigsten 3 Erkenntnisse aus dem Interview
1. Altersarmut bleibt oft unsichtbar
„Die schaut ja gar nicht arm aus“: Warum Not so schwer zu erkennen ist
Wer an Altersarmut denkt, hat selten ein Gesicht vor Augen. Lydia Staltner weiß, warum: „Diese Leute, die arm sind, pflegen sich, die möchten nach außen nicht arm erscheinen. Die haben eine gepflegte Bluse an, Rock, schmücken sich auch mit dem künstlichen Schmuck, den sie vielleicht schon viele Jahre haben.“ Viele Betroffene schämen sich, Hilfe zu suchen. „Die wollen von der Nachbarin, darum gehen sie auch manchmal nicht zur Tafel, einfach nicht als arm abgestempelt werden. Weil das heißt, lapidar sagen manche, ja, die hat ja nie gearbeitet.“
2. Die Not wächst rasant und trifft immer mehr Menschen
„Wir werden regelrecht überrannt“: Die Zahlen sind dramatisch
In den letzten vier Jahren hat sich die Zahl der von LichtBlick unterstützten Rentner:innen fast verdoppelt. „Wir werden regelrecht überrannt“, berichtet Lydia Staltner. Täglich erreichen den Verein rund 50 neue Anträge. Das sind Menschen, die im Alter plötzlich nicht mehr wissen, wie sie Lebensmittel, Medikamente oder die nächste Nebenkostenrechnung bezahlen sollen.
3. Hilfe bedeutet mehr als Geld: Gemeinschaft gegen Einsamkeit
„Einsamkeit ist die neue Armut“: Wie LichtBlick Hoffnung spendet
LichtBlick leistet schnelle und unbürokratische Hilfe, aber das ist nur der Anfang. „Wir nehmen ihnen einfach die Angst. Viele gehen vor unserem Ladenbüro auf und ab, tun so, als würden sie auf jemanden warten, bis sie sich trauen reinzukommen. Und wenn sie dann eine Tasse Kaffee bekommen und merken, dass sie würdevoll behandelt werden, blühen sie auf.“
Spendenkonten: Unterstützen Sie LichtBlick mit einer Spende, Patenschaft oder ehrenamtlichem Engagement – jeder Beitrag macht einen Unterschied.
Stadtsparkasse München: IBAN: DE20 7015 0000 0000 3005 09, BIC: SSKMDEMM
Sparda-Bank München: IBAN: DE30 7009 0500 0004 9010 10 BIC: GENODEF1S04
Kontakt und weitere Informationen:
LinkedIn Profil Lydia Staltner: https://www.linkedin.com/in/lydia-staltner/
Webseite Lichtblick e.V.: seniorenhilfe-lichtblick.de
Was sind barrierefreie Reiseziele? Wie plant der Verein Reisemaulwurf für pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige kostenlos den Urlaub? Und wie kann diese ehrenamtliche Arbeit unterstützt werden?
Urlaub ist für viele Menschen die schönste Zeit im Jahr. Doch was, wenn Pflegebedarf besteht? Wenn man nicht einfach in den Zug steigen oder ins Auto springen kann? André Scholz sorgt mit seinem Verein Reisemaulwurf e.V. dafür, dass auch pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen Auszeiten erleben können. Er unterstützt sie mit kostenloser Planung, Herz und einem starken Netzwerk.
Warum wir André Scholz interviewt haben: Weil er ein Pionier für barrierefreies Reisen ist
André Scholz verbindet die Themen Pflege, Reisen und gesellschaftliches Engagement auf beeindruckende Weise miteinander. Als Diplom-Pflegewirt, erfahrener Pflegeberater bei einer großen Krankenkasse und Gründer des gemeinnützigen Vereins Reisemaulwurf e.V. unterstützt er ehrenamtlich und mit großer Leidenschaft vor allem ältere pflegebedürftige Menschen sowie deren Angehörige dabei, Auszeiten und Urlaube zu planen.
Die wichtigsten 3 Erkenntnisse aus dem Interview
1. Reisen mit Pflegebedarf ist möglich
„Jeder Mensch kann reisen“ – davon ist André Scholz überzeugt. Auch mit körperlichen oder kognitiven Einschränkungen lassen sich erholsame Auszeiten organisieren, wenn individuelle Bedürfnisse beachtet und realistisch geplant werden.
2. Gute Vorbereitung ist alles
Urlaub mit Pflegebedarf braucht Zeit, Information und passgenaue Beratung: „Es gibt keine pauschale Lösung.“ Genau deshalb setzt der Verein auf persönliche Gespräche, um Wünsche und Möglichkeiten sorgfältig abzugleichen.
3. Engagement macht den Unterschied
Ob Multiplikatoren, Unterstützer:innen oder Angehörige, die Reisemöglichkeiten pflegebedürftiger Menschen hängen auch von gesellschaftlicher Aufmerksamkeit und ehrenamtlichem Einsatz ab. „Es braucht Strukturen, Netzwerke und die Bereitschaft, sich einzubringen.“
Warum Sie dieses Podcast-Interview hören sollten?
Es gibt gleich fünf gute Gründe:
1. Praktische Relevanz: Fast jeder wird früher oder später mit Pflegebedürftigkeit konfrontiert, sei es bei sich selbst oder Angehörigen.
2. Lösungsorientierung: Das Interview zeigt konkrete Wege auf, wie Lebensqualität trotz Einschränkungen erhalten werden kann.
3. Inspiration für Engagement: Andrés Geschichte motiviert dazu, selbst aktiv zu werden und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.
4. Netzwerkpotenzial: Für Unternehmen und Privatpersonen ergeben sich konkrete Möglichkeiten zur Unterstützung vom Reisemaulwurf.
5. Zukunftsperspektive: Angesichts des demografischen Wandels wird das barrierefreie Reisen als Thema für unsere Gesellschaft immer wichtiger.
Weitere Infos Webseite: www.reisemaulwurf.de
LinkedIn Profil von André Scholz: https://www.linkedin.com/in/andre-scholz-0988217b/
Wie trotz unheilbarer Krankheit Leben und Arbeiten möglich sind. Und warum Aufgeben keine Option ist.
Jo Failer ist gelernter TV-Journalist, war Reporter und Filmemacher bei Sat.1, hat eine Doku mit Robbie Williams in LA gedreht und Content für Heidi Klum produziert. Heute arbeitet er als Künstlervermittler aus Leidenschaft. Und er engagiert sich aktiv in der Alzheimer Gesellschaft – aus ganz persönlichen Motiven. Mit nur 52 Jahren hat er letztes Jahr selbst die Diagnose Frühdemenz erhalten. Statt sich zurückzuziehen, spricht er heute offen über seine Erfahrungen, klärt auf und motiviert andere mit mehr Verständnis und Mut an dieses Thema heranzugehen.
Und das ist auch der Grund, warum wir ihn zum Gespräch eingeladen haben. Denn es gibt wohl keinen anderen, der so profund über Demenzerkrankungen sprechen kann wie er. Ein kurzer Blick auf die Zahlen: Aktuell leben in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenz, Tendenz steigend.
Sein Wunsch ist „nicht zu verstummen, sondern laut zu sein“. Dieses Gespräch berührt und ermutigt zugleich.
Diagnose Frühdemenz: Warum eine klare Antwort manchmal entlastet
Die Diagnose Frühdemenz war für Jo kein Schock, sondern fast schon eine Erleichterung. „Mein erstes Gefühl war: endlich! Endlich habe ich eine griffige Diagnose. Vorher war alles so schwammig. Depressionen, Klinikaufenthalte, Antidepressiva, aber niemand konnte wirklich sagen, was es ist.“
Er hatte lange gespürt, dass etwas nicht stimmt: „Ich bin langsamer geworden. Körperlich, geistig. Ich konnte mir Dinge nicht mehr merken, hatte starke Wortfindungsstörungen.“ Dass die Depression der Beginn seiner Demenz war, bestätigen ihm heute auch die Ärzte. „Das kommt oft vor. Depression und Demenz liegen näher beieinander, als viele denken.“
Der Unterschied zwischen Altersdemenz und einer frühen Alzheimer-Diagnose
Jo erklärt den Unterschied zwischen Alters- und Frühdemenz sehr eindrücklich: „Altersdemenz beginnt meist ab 70. Wenn jemand wie ich mit 52 die Diagnose bekommt, dann ist das einfach: zu früh. Und dann ist es keine Frage der Zukunft, sondern der Gegenwart.“
Er will aufklären, denn oft wird Frühdemenz verharmlost. „Ein Kumpel sagte mal: ‚Warte mal 20 Jahre, dann erkennst du mich nicht mehr.‘ Da hab ich gesagt: In 20 Jahren bin ich nicht mehr da. Frühdemenz ist jetzt.“
Wie Jo durch Demenz eine neue Form der Gelassenheit fand
Trotz der Diagnose wirkt Jo erstaunlich gefasst. Warum? „Weil ich nicht mehr so weit denke. Mein Kopf ist morgens leer. Kein Druck mehr, keine Liste im Kopf. Das war früher anders, in der Agentur, beim Fernsehen, immer höher, schneller, weiter. Heute bin ich ruhig. Und das fühlt sich gut an.“
Was nach Rückzug klingt, ist bei ihm eher ein bewusster Perspektivwechsel. „Ich genieße den Moment, nicht weil ich’s mir vorgenommen habe, sondern weil es einfach so ist. Ich bin im Jetzt. Und das ist ein Geschenk.“
Noch mehr Infos gibt es hier:
Webseite Jo Failer https://www.jofailer.de/
LinkedIn Profil https://www.linkedin.com/in/jo-failer-a80702112/
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. https://www.deutsche-alzheimer.de/
Alzheimer Gesellschaft München e.V. https://www.agm-online.de/
Wie Kunst, Kulinarik und Lage echte Lebensqualität bringen und warum sich das Altersbild ändern muss.
Mal ehrlich: Wer von uns hat schon Lust darauf, später in einer trostlosen Betonburg am Stadtrand zu landen, nur weil auf dem Klingelschild „Seniorenresidenz“ steht? Felix von Braun jedenfalls nicht. Und deshalb macht er seit über 15 Jahren etwas dagegen. Mit Tertianum – der exklusiven Betreibermarke seiner DPF Group – entwickelt er Wohnkonzepte, die beweisen: Altern muss nicht bedeuten, auf Stil, Service und Lebensfreude zu verzichten. Natürlich hat diese Art des Premium-Wohnens ihren Preis. Aber immer mehr Menschen ist es das wert. Denn die Zahl der vermögenden Menschen über 60 wächst kontinuierlich.
Was macht Tertianum anders als klassische Seniorenresidenzen?
Warum ist eine gute Lage auch im Alter so entscheidend?
Und was können wir eigentlich von der Luxushotellerie lernen, wenn es ums Wohnen in späteren Lebensphasen geht?
Diese und viele weitere Fragen beantwortet Felix von Braun im LIVVING Podcast.
Die 3 wichtigsten Erkenntnisse aus dem Gespräch:
1. Service ist keine Kür sondern das Herzstück des Konzepts „Wir wollen Häuser schaffen, in denen wir selber gerne leben würden und die wir mit Leben füllen wollen“, erklärt von Braun seine Philosophie. Der Unterschied liegt im Detail und in der Haltung: „Wir haben das Thema Service und Qualität absolut inhaliert. Ich würde sagen, das ist unsere DNA.“ Es geht nicht darum, irgendeinen Service anzubieten – sondern den richtigen, zur richtigen Zeit, mit der richtigen Herzlichkeit.
2. Kulinarik ist Kultur und eine Brücke zur Nachbarschaft „Essen ist der Sex des Alters. Das hat mein Vater vor vielen Jahren gesagt. Damals habe ich es nicht verstanden, aber mittlerweile tue ich das.“ Diese ehrliche Erkenntnis bringt auf den Punkt, warum gutes Essen im Alter so wichtig wird. Die Brasserie Colette in der Berliner Residenz ist dabei bewusst als öffentlicher Ort konzipiert: „Wir wollen eben nicht nur Häuser schaffen, in denen alte Menschen leben. Die Brasserie Colette war der erste Schritt, uns nach außen zu öffnen, in die Nachbarschaft.“ Essen verbindet Generationen und durchbricht die Isolation.
3. Altersgerechtes Wohnen gehört in die Mitte der Gesellschaft – auch räumlich Felix von Braun wird deutlich, wenn er über schlechte Stadtplanung spricht: „Das Quartier an sich war ganz attraktiv, aber wo der Entwickler dann vorgesehen hat, ein Seniorenwohnprodukt zu integrieren, war an der Bahnlinie auf dem unattraktivsten Grundstück.“ Seine klare Haltung: „Und da frage ich mich, wie man auf diesen Ansatz kommt, denn unsere Bewohner in dem Alter sind ja überwiegend in ihren Wohnungen, in ihrem Haus. Das heißt, die sollten definitiv in den schönsten Bereich eines Quartiers positioniert werden.“
Warum Sie dieses Podcast-Interview unbedingt hören sollten
Felix von Braun spricht mit Klarheit und Leidenschaft über das Premium-Wohnen im Alter. Wer erfahren will, wie sich Service, Architektur, Kunst und Kulinarik zu einem echten Zuhause verbinden, sollte unbedingt reinhören.
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