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Es scheint, dass mehr und mehr Menschen dabei sind, ihre alten Fundamente abzubrechen. Gebiert sich die Weltseele neu – im menschlichen Wesen? Ein wahrer Wandel beginnt damit, dass wir uns ehrlich machen, selbst wenn es wehtut. In diesem Artikel führen wir drei Beispiele an, fast beliebig ausgewählt.
Für Mystiker im Mittelalter wie Meister Eckehart und Jan van Ruysbroeck (1293-1381) galt als Pforte zum Königreich das nunc stans, das „stehende [vertikale] Jetzt“, das zeitlose Verharren im gegenwärtigen Augenblick. In gezielter Meditation suchten sie in ihm den direkten seelischen Zugang zu Gott. Die Faszination für den unteilbaren Moment des Jetzt als „Eingang“ im spirituellen Sinne besteht bis heute.
„Halb zog sie ihn, halb sank er hin.“ Diese Zeile aus einem Werk Goethes markiert ein Dazwischen, einen Schwebezustand zwischen Hingabe und Widerstand. Ist es nicht manchmal auch so bei der spirituellen Suche? Spüren wir nicht hin und wieder ein Gezogen-Werden zu Höherem und dann ein Zurückweichen, ein Zurückkehren zum Gewohnten?
Freiheit beginnt nicht mit dem Abwerfen der Fesseln, sondern mit dem Erkennen ihrer Funktion. Die Fesseln sind kein Fehler. Sie sind die Bedingungen unseres Menschseins.
Einheit – als grundlegende Tatsache des Menschseins – liegt gleichsam am Horizont unseres Alltagsbewusstseins. Dabei ist sie kein Wissen im üblichen Sinn, sondern eher eine Kraft und letztlich das Leben selbst.
Frau Dr. med. Dagmar Uecker, Jahrgang 1938, ist eine nach wie vor aktive Ärztin, die seit Jahrzehnten auch als Autorin, Dozentin und Seminarleiterin in etlichen europäischen Ländern wirkt. Mit ihr führte Klaus Bielau für LOGON das folgende Gespräch.
Uralte Mythen und symbolische Erzählungen berichten von der Existenz des geheimnisvollen Landes Belowodje im Altai-Gebirge, das mit dem indischen Mythos von Shambala in Beziehung steht. Es bildet einen Schnittpunkt zwischen östlicher und westlicher Weisheit. An der Grenze zu Belowodje erhebt sich der Berg Belucha, der als Tor zur Urheimat des Friedens und der Völkerverständigung angesehen wurde. Spirituelle Sucher haben sich immer wieder vom Altai-Gebirge angezogen gefühlt, unter ihnen der russische Maler Nicholas Roerich (1874-1947); er unternahm mit seiner Ehefrau Elena Roerich eine mehrjährige Expedition vom Himalaya aus über Tibet in die Altai-Berge. Letztlich sind es innere Wege, die erforscht werden durch Reisen zu besonderen Orten der Erde.
Wahrer Frieden ist in der „Welt der Schatten” nicht zu finden. Zwischen Argwohn, Macht und Misstrauen herrscht ewig Krieg. Nur zwischen Glauben und Vertrauen ist Friede.
Die Menschheit muss wählen: Sie kann ihre Zivilisation auf Einheit neu gründen oder dunklen Zeiten entgegengehen. Jeder, der sich bewusst zur Einheit wendet, wirkt an dieser großen Transformation mit.
Unser Bewusstsein hat sich irgendwann in tiefer Vergangenheit von der Einheit abgewandt und den Fokus auf eine Welt der Gegensätze gerichtet, der Polarität, aus der alle unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen resultieren. Das Ergebnis ist ein gespaltenes Bewusstsein, das in Konflikten lebt, in einem fortwährenden Ringen, sowohl individuell als auch kollektiv. Es ist ein Drama, an dem wir festhalten und das doch Schmerz und Leid bedeutet, von dem wir uns lösen wollen, da wir einst die Einheit gekannt haben.
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