Luftdichtheit geprüft – Klartext zu Luftdichtung und Qualität am Bau

Luftdichtheit geprüft – Klartext zu Luftdichtung und Qualität am Bau

By Heide MerkelEducation
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Luftdichtheit geprüft – Klartext zu Luftdichtung und Qualität am Bau episodes

  • #28 Flachdächer in Holzbauweise
    Podcastfolge mit Bauphysiker Robert Borsch-Laaks

    Bei Flachdächern in Holzbauweise ist vieles anders: Die beliebte, jedoch auch sehr anspruchsvolle Konstruktion funktioniert nur, wenn keine Feuchtigkeit eindringt. Dies ist jedoch herausfordernd. Daher gibt es unterschiedliche Fraktionen: Die einen wissen nicht, dass auf viele Details geachtet werden muss und machen es falsch. Die anderen sind davon überzeugt, dass Flachdächer in Holzbauweise nicht funktionieren können. Andere wiederum trauen sich nicht an das Projekt. Mit dieser Podcastfolge und dem Artikel in unserem Blog wollen wir euch zeigen: Dauerhaft funktionierende, langlebige Flachdächer in Holzbauweise sind möglich. Um dies zu unterstreichen, haben wir einen der führenden Bauphysiker im deutschsprachigen Raum zu unserem Podcast eingeladen: Robert Borsch-Laaks.

    Die komplette Zusammenfassung mit Shownotes und Ergänzung durch Bilder und Grafiken findet ihr auf unserer Seite https://luftdichtheit-geprueft.de

    Updates zu unserem Blog, Weiterbildungen und Aktionen bekommt ihr in unserem Newsletter:
    https://www.bionic3.de/newsletter/

    Falls ihr dringende Fragen zu einem aktuellen Projekt habt, dann schreibt uns
    [email protected] oder ruft an: 07272-927385 . Der direkte Draht zu Holger Merkel: 0171/706 1344

    In dieser Podcastfolge 28 zu Flachdächer in Holzbauweise lernst Du:
    1. Die wichtigsten Fachtipps, wie du ein sicheres Flachdach in Holzbauweise planst und ausführst.
    2. Warum bei Flachdächern die Tackerklammern abgeklebt werden sollten.
    3. Woran du erkennst, dass das Flachdach nicht ideal geplant und ausgeführt ist.
    4. Was hygrothermische Berechnungen sind und wie sie dein Bauprojekt weiterbringen.
    5. Warum die 7 goldenen Regeln zum nachweisfreien Flachdach ergänzt werden müssen.

    Durch jahrzehntelange Baustellenerlebnisse haben wir festgestellt: Menschen, die fast ausschließlich mit Holz bauen, kümmern sich tendenziell mehr um die Luftdichtheit der Gebäude. Menschen, die hauptsächlich massiv bauen, unterschätzen den Holzbauanteil von Häusern aus Beton oder Stein: Denn auch hier werden oft Flachdächer in Holzbauweise eingesetzt. Sei es als Dach oder als Dachterrasse.

    Die Luftdichtheit ist der wesentliche Bestandteil einer erfolgreichen Holzbaukonstruktion. Entweichende Luft ist meist feucht und richtet Schaden in der Konstruktion an. Daher ist es wichtig, sich immer Gedanken darüber zu machen, welche Wege die Luft nimmt, wenn es undicht ist. In Massivbauten strömt die Luft über die Wände, Mauern, Steine, Steckdosen und landet dann im Holz-Flachdach.

    Empfehlung bei anspruchsvollen Konstruktionen: Tackerklammern abkleben

    Die Luftdichtheitsnorm sagt, dass Tackerklammern nicht abgeklebt werden müssen. Holger Merkel von bionic3 Luftdichtheit geprüft empfiehlt, bei Flachdächern in Holzbauweisen Tackerklammern in der luftdichten Ebene immer abzukleben. Auch kleine Perforationen erhöhen das Risiko, sagt Holger. Er kennt einige Baustellen, bei denen es an den Tackerklammern nachträglich zu Leckagen kam, weil der Druck am Kompressor beim Tackern falsch eingestellt war. Unser Podcast-Gast Robert Borsch-Laaks sieht die Gefahr eher in reißenden Klebeverbindungen.

    Klebeverbindungen und Folienanschlüsse, die nicht halten

    Bauphysiker, Referent und Autor Robert Borsch-Laaks, der lange im Normenausschuss der DIN 4108-7 (Luftdichtheitsnorm) mitgearbeitet hat, erzählt, dass oft die Klebeverbindungen nicht halten. Grund seien beispielsweise Spannungen durch Faltenwurf der Folien. Dadurch würden manchmal Klebeverbindungen aufreißen. Er bemängelt, dass die mechanische Sicherung von Klebeverbindungen laut Luftdichtheitsnorm nicht verpflichtend sei. Er empfiehlt mechanische Sicherungen, z. B. durch Anschrauben bei Lattungen.

    Bitte keine Querverlegung der Dampfbremsen und Luftdichtungsbahnen

    Auch Querverlegung der Luftdichtheitsbahnen sei nicht sinnvoll – vor allem nicht bei anspruchsvollen Konstruktionen wie dem Flachdach. Bevor wir jedoch darüber schreiben, was alles schief gehen kann und wie kompliziert alles ist, hier eine Übersicht, wie einfach es theoretisch ist, erfolgreich ein Flachdach in Holzbauweise zu bauen.

    Die wichtigsten Voraussetzungen für erfolgreiche Holzbaukonstruktionen ohne Schäden – besonders bei Flachdächern:
    1. Das Projekt gut planen.
    2. Optimale Rücktrocknungsmöglichkeiten in der Konstruktion schaffen.
    3. Mit trockenem Holz und Schalung bauen.
    4. Darauf achten, dass das Holz trocken bleibt.
    5. Falls das Holz feucht wird, trocknen lassen, bevor die Konstruktion verschlossen wird.
    6. Luftdichtheit planen und fachgerecht ausführen.
    7. Rechtzeitig, also baubegleitend, die Luftdichtheitsschicht überprüfen, z. B. mit Blower-Door-Test.
    Das Ziel im Holzbau: Der Wasserdampf muss durch die Bauteile, ohne Schäden anzurichten

    Generell gilt: Alle Holzbauteile, ob bei Flachdach, Schrägdach oder bei Holzbauwänden, müssen vor Feuchtigkeit geschützt werden. Daher sollten Planerinnen und Planer überlegen: Wie kann der Wasserdampf durch das Bauteil, ohne Schäden anzurichten? Wenn ein Bauteil auf der Außenseite sehr dicht ist, ist es schwierig für die Konstruktion, die Feuchtigkeit natürlich via Diffusion auszuleiten.

    Luftströmung ist gefährlicher als langsame Diffusion

    Generell ist die Luftströmung, die Wasserdampf mitzieht, gefährlicher als Feuchtigkeit, die langsam diffundiert. Die diffusionsoffene Holzbauweise hat sich etabliert, um Feuchtigkeit aus der Konstruktion herauszuleiten.

    Herausforderung beim Flachdach: außen ist meist diffusionsdicht

    Flachdächer und Schrägdächer mit Bitumenpappe stehen vor der gleichen Herausforderung, sagt Robert Borsch-Laaks. Bei Nachkriegsbauten wurde das oft als wasserführende Ebene eingeführt: diffusionsdichte Unterdeckung auf der Schalung.

    Die Regel war damals: Dampfbremse auf der Innenseite. Damit wurde viel Wasserdampf zurückgehalten. Rechnerisch funktionierte das, aber es stellte sich auch heraus, dass außerplanmäßiger Wassereintrag – z. B. durch Konvektion – nicht austrocknen konnte. Mehr dazu ab Minute 7 im Podcast.

    Vorteil der Flachdächer: Wenn Sonne drauf scheint, gibt es oft Umkehrdiffusion, vor allem wenn das Bauteil schwarz ist.

    Hygrothermische Simulation mit WUFI®

    Robert Borsch-Laaks findet, dass die hygrothermische Simulation – die Wärme und Feuchteberchnung per Software – das sichere Bauen fördert. Im Podcast spricht er ab Minute 20 über das Programm WUFI® (Wärme Und Feuchte Instationär).

    Bauschadensbeispiel: Durchgefaultes Flachdach

    Holger erzählt ab Minute 23:48 wie er aufgefordert wurde, nicht auf eine bestimmte Stelle des Flachdachs zu treten, weil es durchgefault war. Die Ursache war die Durchdringung eines Sanitärrohrs, das überhaupt nicht abgeklebt war.

    Mehr dazu ab Minute 23:30.

    Trockenes Bauholz, dass auf einmal feucht ist

    Feuchte durch Regen, Putz oder Estrich: Manchmal kommt es vor, dass ursprünglich auf der Baustelle getrocknet angeliefertes Bauholz feucht wird.

    Lasst die Sonne rein: Achtung vor Beschattung, Gründächern, Terrassenbelägen und Kies bei Flachdächern

    Wenn das Potenzial der Rücktrocknung vermindert ist, steigert das Risiko für Bauschäden bei Flachdächern in Holzbauweise. Es ist jedoch nicht unmöglich, dennoch ein fachgerechtes, schadensfreies Flachdach in Holzbauweise trotz Beschattung, Gründächern, Terrassenbelägen oder Kies zu bauen. Hier ist eine bauphysikalische Berechnung mit einer hygrothermischen Simulation am besten geeignet.

    Das trockene Holz als Schlüssel

    Wir bauen heutzutage mit trockenem Holz. Eine wichtige Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte, sagt Robert, aber manchmal gebe es doch noch grünes Holz im Handel. Wenn ihr auf der Baustelle seid, schaut nach der Feuchte des Holzes.

    Dämmstärke bei Flachdächern

    Wie dick die Dämmung bei Flachdächern in Holzbauweise sein kann, hängt vom Objekt ab. Also sollte man sich das berechnen lassen, das empfiehlt Robert im Podcat ab Minute 36. Er ergänzt: „Wenn ich die Hälfte oben drüber mache und die andere Hälfte unten drin, bin ich in den meisten Fällen auf der sicheren Seite.“ Die Norm DIN 4108-3 klimabedingter Feuchteschutz schreibt vor, dass solche Fälle hygrothermisch berechnet werden müssen.

    In eigener Sache: Podcastfolgen ab jetzt „jeden 1. des Monats“ satt jeden 1. Donnerstag im Monat

    Ab jetzt lautet die Devise: Jeden 1. Tag im Monat eine neue Podcastfolge von Luftdichtheit-geprüft. Wir freuen uns, dass wir inzwischen eine kleine Community von regelmäßigen Hörerinnen und Hörern haben. Wir freuen uns auch auf deine Kommentare und Fragen. Wenn du Lust hast, empfehle Luftdichtheit-geprüft.de weiter, damit künftig noch besser und ohne Fehler gebaut wird.

    Shownotes

    Unser Podcast-Gast Robert Borsch-Laaks

    Zeitschrift: https://holzbau-dnq.de/home.html
    Webseite: https://holzbauphysik.de/ueber-uns/robert-borsch-laaks.php
    Kontakt: [email protected]

    Die Software WUFI® https://wufi.de/de/software/was-ist-wufi

    Folgen zur Luftdichtheitsnorm:

    Perfektes Material für die Luftdichtung: Das sagt die Luftdichtheitsnorm DIN 4108-7 | #19 Podcast
    Luftdichtheitsnorm DIN 4108-7: Praktische Hinweise, die die Planung vereinfachen

    Fachartikel:

    Typische Schwachstellen in der Luftdichtungsebene verschiedener Bauweisen

    Kontakt

    Holger Merkel
    Tel: 07272/927385
    E-Mail: [email protected]
    Buch: https://www.baufachmedien.de/luftdichtheit-von-gebaeuden.html#buch
    Team: https://www.bionic3.de/ueber-uns/

    Robert Borsch-Laaks
    https://holzbauphysik.de/ueber-uns/robert-borsch-laaks.php

    Das Kompendium zur Luftdichtheit – Jetzt neu: Luftdichtheit von Gebäuden. Ratgeber für die Praxis von Holger Merkel | bionic3 Luftdichtheit geprüft

    Wer dieses Buch liest, weiß wie Schäden an Gebäuden rechtzeitig vermieden werden.

    Hier steht alles Wichtige zur Luftdichtheit von Gebäuden. Neben dem dichten und kompakten Fachwissen sind zahlreiche aktuelle Baustellenbilder und Beispiele aufgeführt, die gute und negative Beispiele zeigen, wie Luftdichtheit geplant und ausgeführt wird.

    Das Kompendium besticht durch tiefgründiges Fachwissen, viele Praxisbeispiele und Klartext zur Luftdichtheit und Qualitätskontrolle auf der Baustelle und kann über Baufachmedien.de bestellt werden.

    Autor: Holger Merkel, Geschäftsführer bionic3 GmbH, Autor und Podcastgastgeber von Luftdichtheit-geprüft

    Info

    ISBN 978-3-481-04294-3
    Erscheinungsjahr: 2022
    Verlagsgesellschaft Rudolf Müller
    Buch
    200 Seiten
    Format: 17,0 x 24,0 cm
    Artikelnummer: 110-3004294

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    Der Beitrag Flachdach in Holzbauweise: Fachtipps zur erfolgreichen Konstruktion erschien zuerst auf Luftdichtheit geprüft.

    54 min
  • #27 Dachsanierung von außen: Varianten und Ablauf

    Die Dachsanierung von außen ist kritischer als die von innen, weil sie dem Wetter ausgesetzt ist. Daher wird meist eine Variante bevorzugt, die schnell ausgeführt werden kann. Darum ist die flächige Verlegung sehr beliebt. Wir listen in dieser Podcastfolge verschiedene Varianten auf und erklären die Vor- und Nachteile. Beispielsweise ist die flächige Verlegung bauphysikalisch sehr anspruchsvoll. Es gibt auch Varianten, die kostengünstig sind, aber nicht sehr verbreitet.

    In der Folge 27 Dachsanierung von außen lernst Du
    1. welche Falschinformationen in der Baubranche über die Dachsanierung von außen kursieren
    2. welches die typischen Fehler bei der Dachsanierung von außen sind
    3. den Unterschied zwischen Luftdichtungsbahn und Dampfbremse
    4. Variante schlaufenförmige Verlegung
    5. Variante Bestand als luftdichte Ebene einsetzen
    6. Variante Zwischensparrendämmung
    7. Wannenförmige Verlegung
    8. Variante flächige Verlegung
    9. Variante Aufsparrendämmung
    10. wie die Luft denkt

    Die komplette Zusammenfassung mit Shownotes und Ergänzung durch Bilder und Grafiken findet ihr auf unserer Seite https://luftdichtheit-geprueft.de. Updates zu unserem Blog, Weiterbildungen und Aktionen bekommt ihr in unserem Newsletter: https://www.bionic3.de/newsletter/

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    Dachsanierung von außen statt von innen

    Wenn das Dachgeschoss bereits ausgebaut und bewohnt ist, ist eine Dachsanierung von innen eher unpraktisch. Damit es nicht mehr zieht, wärmer, energieeffizienter und gemütlich wird, entscheiden sich viele Gebäudebesitzerinnen und -besitzer für eine Dachsanierung von außen. Dabei ist es den Hausbauerinnen und Hausbauern egal, wie es gemacht wird. Hauptsache das Ergebnis stimmt später.

    Die Gretchenfrage: Wie halten mit der Dachsanierung?

    Unter Handwerkerinnen und Handwerkern hingegen ist die Frage nach der Variante entscheidend: Jede und jeder bevorzugt eine bestimmte Vorgehensweise.

    Wir haben festgestellt, dass auch erfahrene Zimmermeister nicht alle Varianten der Dachsanierung kennen. Daher fassen wir in dieser Podcastfolge alle zusammen.

    Aufsparrendämmung: Hersteller verbreiten falsche Informationen

    Die Aufsparrendämmung ist sehr beliebt und verbreitet. Ein Hersteller hatte dazu sogar mal eine falsche Informations-Kampagne gestartet, dass keine Luftdichtung mehr nötig sei, wenn man seine Schaumplatten einsetze. Ein paar Bauschäden später war klar, dass die luftdichte Ebene immer benötigt wird.

    Die Luftdichtheitsnorm DIN 4108-7 fasst alles Wichtige und Praktische zum luftdichten Planen und Bauen zusammen. Deshalb haben wir hier zwei Folgen aufgenommen:

    Unterhaltsame Folgen zur Luftdichtheitsnorm:
    Folge 19 Perfektes Material für die Luftdichtung: Das sagt die Luftdichtheitsnorm DIN 4108-7
    Folge 18 Luftdichtheitsnorm DIN 4108-7: praktische Hinweise, die die Planung vereinfachen

    Typischer Irrtum bei Aufsparrendämmung: Nut- und Federverbindung

    „Fläche kann jeder, das Detail ist entscheidend“ – das ist ein weit verbreiteter Spruch, wenn es um Luftdichtheit geht. Bei der Aufsparrendämmung ist auch die flächige Verlegung tricky. Beispielsweise ist vielen nicht bekannt, dass Nut- und Federverbindungen nicht luftdicht sind. Das bedeutet, Nut- und Federverbindungen müssen nochmal extra abgeklebt werden. Das gilt übrigens auch bei OSB-Platten – hier glauben viele, dass diese luftdicht seien. Die Platten an sich sind meist auch luftdicht, aber nicht die Stöße.

    Das habe ich persönlich vor 10 Jahren gelernt, als ich ein Luftdichtheitspraktikum gemacht habe. Hier kamen Handwerker, die nicht wussten, dass sie nachträglich ihre OSB-Platten abkleben müssen. Falls kein Luftdichtheitskonzept vorhanden ist, hilft folgender Merksatz: Alles was aufeinandertrifft, ist ein Anschluss und muss auf einen 100 % luftdichten Übergang überprüft werden.

    Zur Aufsparrendämmung haben wir auch eine ausführliche Folge mit Bauschadensbeispiel aufgenommen: Aufsparrendämmung beim Neubau: super easy oder doch nicht ganz? | Folge 21

    Geheimtipp bei Zwischensparrendämmung: Bestand als luftdichte Ebene verwenden

    Bei der Zwischensparrendämmung haben sich inzwischen auch mehrere Varianten entwickelt. Was jedoch oft übersehen und nicht genutzt wird: Bei der Zwischensparrendämmung von außen können die bestehenden Bauteile eventuell als luftdichte Ebene eingesetzt werden. Holger erklärt das im Podcast ausführlich ab Minute 6.

    Bevor ihr den Bestand als luftdichte Ebene einsetzt, solltet ihr natürlich überprüfen, ob dieser auch luftdicht ist. Das geht beispielsweise mit einem Blower-Door-Test.

    Luftdichtheit vs. Feuchtemanagement mit Dampfbremse

    Die meisten setzen Luftdichtheit mit Dampfbremse gleich. Das ist nicht immer so. Bei Luftdichtheit geht es darum, dass keine Luft in die Konstruktion eindringt. Bei der Dampfbremse geht es um das Feuchtemanagement. Also wenn ihr den Bestand als luftdichte Ebene verwendet, solltet ihr euch Gedanken machen, ob beispielsweise die Gipskartonplatten ausreichen, um Feuchtigkeit aus der Konstruktion fernzuhalten.

    Wann die Dampfbremse nicht verklebt werden muss:

    Je nach Material, das beim Dachausbau eingesetzt wurde, reicht der Bestand als luftdichte Ebene. Ihr könnt den sd-Wert ausrechnen oder ausrechnen lassen. Falls es nicht ausreicht, könnt ihr eine Bahn in die Gefache einlegen, die nicht verklebt werden muss.

    Wannenförmige Verlegung bei Dachsanierung von außen…

    …ist quasi die Urform der schlaufenförmigen Verlegung: Die Bahn wurde in die Gefache verlegt und beidseitig an die Sparren angeklebt. Diese entstand in den 1990er Jahren. Die Dampfbremse und Luftdichtung ist hier auf der Warmseite und somit bauphysikalisch sicher.

    Falsche Info von Dämmstoffhersteller: PE Folie reicht

    Ab Minute 14 erzählt Holger von einer Sanierungsbaustelle Anfang des Jahrhunderts. Hier empfahl er diffusionsoffene Materialien. Der Dämmstoffhersteller meinte jedoch, eine simple PE-Folie reiche.

    Bauschadensbeispiel: Durchfeuchtete Dämmung

    Daraus entstand dann ein vorhersehbarer Bauschaden, denn: PE-Folie wurde schlaufenförmig verlegt und über die Sparren gezogen, dann kam Lattung und Ziegel drauf. Das Schadensresultat: erheblicher Tauwasserausfall an der Oberseite der Sparren mit Durchfeuchtung der Dämmung.

    Spitzboden unausgebaut: Übergang bei schlaufenförmiger Verlegung

    Wenn oberhalb der Kehlbalkenlage nicht ausgebaut ist, kann dort auch von innen gearbeitet werden. Hier muss nur der Übergang von Innen- und Außenverlegung erfolgen, der 100 % luftdicht ausgeführt wird. Mehr dazu ab Minute 16 im Podcast.

    Schlaufenförmige Verlegung: Bahn muss seitlich an den Sparren angedrückt werden

    Bei der Sub- und Top-Verlegung ist es wichtig, dass die Dampfbrems- oder Luftdichtungsbahn seitlich an den Sparren fachgerecht anliegt, am besten mit Anpressleisten. Sind diese und ein Innenausbau nicht vorhanden, drückt der Dämmstoff die Bahn nach unten und die Tackerklammern können ausreißen.

    Achtung vor drückendem Dämmstoff – Schaden erst nach Jahren sichtbar

    Tackerklammern, die rausgesprengt werden, Klebestellen, die reißen: Der Dämmstoff verteilt sehr viel Last auf die Folie. Wenn die Folien nicht fachgerecht befestigt wurden, drückt es auf die Anschlüsse. Das ist nicht sofort sichtbar. Diese Schäden entstehen meist erst nach ein paar Jahren.

    Achtet auf UV-Schutz: Die Bahn darf nur für einen gewissen Zeitraum Tageslicht ausgesetzt sein

    Habt ihr schonmal eine Plastikfolie über Jahre herumliegen gehabt? Neulich beim Ausräumen eines Dachbodens lagen lauter zerfetzte Plastikbeutel herum. Wie bei den Plastikfolien gilt: Dampfbremsen und Luftdichtungsbahnen sind meist nur eine Zeit lang UV-resistent. Wenn ihr also ein Giebelfenster habt und eure Bahn nicht verkleidet ist, kann die Bahn sich auf lange Sicht zersetzen.

    Flächige Verlegung der luftdichten Ebene: bauphysikalisch anspruchsvoller

    Unterdeckbahnen statt Dampfbremsen werden bei der flächigen Dachsanierung von außen verwendet. Der Unterschied ist der sd-Wert. Die flächige Verlegung ist sehr beliebt, weil es Material und Zeit spart. Es ist jedoch bauphysikalisch die unsicherere Konstruktion.

    Hier kommt es manchmal zur Hohlraumbildung unter der Bahn. Daher muss auch hier auf alle Details geachtet werden.

    Unbekannte, aber kostengünstige Variante: Dämmung von außen und Luftdichtung von innen

    Die luftdichte Ebene von innen, die Dämmung von außen: Das ist eine Variante, über die selten nachgedacht wird. Diese Vorgehensweise ergibt Sinn, wenn beispielsweise ein Nut- und Federausbau besteht, der nicht mehr als ästhetisch angesehen wird.

    Bretter und Sparren müssen verschraubt werden

    Hier kann man eine Dampfbremsbahn über die Nut- und Federebene ziehen und sie an den Seiten ankleben. Achtung: Die Bretter müssen in die Sparren angeschraubt werden. Die alten Befestigungsklammern alleine können die Dämmstoff-Last auf Dauer nicht tragen. Holger hat schon Fälle erlebt, in denen die Decke sich nach ein paar Wochen langsam abgesenkt hat. Also: Bitte die Bretter an die Sparren schrauben. Mehr dazu ab Minute 21 in unserem Podcast.

    Nutzen der Schattenfuge

    Die Nut- und Federbretter haben oft eine Schattenfuge. Hier kann die Bahn verklebt werden – inklusiv einer Dehnschlaufe.

    Luftdichtheit-geprüft-PROFITIPP: Achtet auf die Nebenwege der Luft

    Bei Luftdichtheit ist vorher Nachdenken wichtig. Auch als Laie und nicht Bau-Profi kann man schwerwiegende Fehler durch die richtigen Fragen verhindern. Auf diese Weise findet man auch oft heraus, ob die Kooperationspartner – sei es Planerin, Planer, Handwerkerin oder Handwerker – sich die richtigen Gedanken zum Bauprojekt gemacht haben.
    Achtet bei der Luftdichtheit auf die Nebenwege der Luft.

    Was würdet ihr tun, wenn ihr Luft wäret?

    Fußböden, Holzbalkendecken, Abseiten, Trempel, Zwischen- und Innenwände: Hier werden immer wieder die Anschlüsse falsch gemacht. Hier könnt ihr euch fragen: Was würdet ihr tun, wenn ihr Luft wärt und raus wollt? Welche Wege würdet ihr nehmen?

    Welche Variante nutzt ihr am liebsten – kennt ihr noch andere Varianten? Schreibt es als Kommentar oder mailt uns: [email protected]

    Übersicht der Folge 27: Dachsanierung von außen

    00:00 Hinweis: Folge 26 Dachsanierung von innen
    02:00 Aufsparrendämmung ohne Luftdichtheitsebene?
    05:00 Videoserie zur Aufdachdämmung
    05:56 Zwischensparrendämmung
    08:05 Feuchtemanagement
    12:20 Schlaufenförmige Verlegung
    18:09 Flächige Verlegung
    21:13 Dämmung von außen, Luftdichtung von innen
    24:00 Hinweis auf Podcastfolge 21 Aufdachdämmung

    Unsere Video-Serie: Luftdichtheit & Aufdachdämmung

    Luftdichter Anschluss am Ortgang: So verhindert ihr Unterströmungen

    Traufanschluss, wenn Fassadendämmung folgt – Serie Aufdachdämmung (2/4)

    Traufanschluss, wenn Traufausmauerung bleibt -Serie Aufdachdämmung (3/4)

    Dachsanierung: Traufanschluss bei Entfernung der Sparrenköpfe- Serie Aufdachdämmung (4/4)

    Hier geht’s zur vollständigen Playlist: Dämmung – YouTube

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    Dachdecker-Podcast: Wir sprechen über Luftdichtheit bei Dächern

    Luftdichtheit und Feuchteschäden an Gebäuden: War früher alles besser? (Fachartikel)

    Kontakt

    Holger Merkel | Blower-Door-Messdienstleister, Luftdichtheitsberater, Referent, Autor
    [email protected]| 07272-927385 | 0171/706 1344 |https://www.bionic3.de/ueber-uns/

    Heide Merkel
    | Fachjournalistin & Kommunikationsexpertin
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    Der Beitrag Dachsanierung von außen: Varianten, die bekannt, und Vorgehensweisen, die klug sind erschien zuerst auf Luftdichtheit geprüft.

    27 min
  • 10 Tipps für eine fachgerechte, schadensfreie Dachsanierung von innen

    Kurz vor dem Einzug entdeckte der Energieberater die verfaulten Sparrenköpfe am Dach: Dabei war es sein Gebäude, das künftig das neue Zuhause seiner Familie sein sollte. Er dachte, dass er alle Punkte bei der Planung beachtet hatte. Aber er hatte vergessen, an einer Stelle das Dach zu öffnen und den Zustand in Augenschein zu nehmen.

    Holger Merkel von bionic3 wurde in diesem Fall zu Hilfe gerufen, als der Schaden schon passiert war. Oft machen er und sein Team bereits vor der Dachsanierung eine Luftdichtheitsberatung und während der Bauphase einen Blower-Door-Test. „Luftdichtheit in der Theorie ist einfach, in der Praxis und vor allem in der Sanierung aber tricky“, sagt Holger.

    In dieser Podcastfolge 26 haben wir unsere 10 Tipps zur Dachsanierung von innen zusammengestellt. Wir stellen Abläufe vor, die euch vor Überraschungen schützen. Holger erzählt zudem von seinen Baustellen-Erfahrungen – mal sind die lustig, mal erschreckend.

    Das lernst Du in dieser Podcastfolge
    • die Bedeutung der Bestandsanalyse
    • 10 Tipps für eine fachgerechte, schadensfreie Dachsanierung von innen
    • dass das Argument „das bezahlt mir keiner“ später richtig teuer wird
    • typische Fehler bei der Dachsanierung von innen
    • wie dich Blower-Door-Tests vor und während der Sanierung weiterbringen und Auftrageber:innen, Planer:innen und Handwerker:innen Geld und Nerven ersparen
    Herausforderung Dachsanierung: Das Problem ist nicht sofort sichtbar

    Bei Sanierung sollten Planerinnen, Planer, Handwerkerinnen und Handwerker sich das Dachprojekt genau anschauen, bevor sie ein Angebot abgeben. Oft sind die Schwierigkeiten, die später Material und Zeit kosten, nicht auf den ersten Blick sichtbar.

    Unsere besten Tipps für eine erfolgreiche Dachsanierung

    1. Analyse des Ist-Zustands

    Das geht beispielsweise mit Bauteilöffnungen und einem Blick mit dem Endoskop ins Innere einer Konstruktion. Wir von bionic3 haben beispielsweise ein kleines Endoskop, das wendig auch durch kleine Öffnungen durchblicken lässt. Ein Blower-Door-Test bzw. eine Leckagesuche kann auch zur Analyse des Ist-Zustands eingesetzt werden.

    2. Festlegung der luftdichten Ebene

    Holger und sein Team werden oft gerufen, um die eindeutige luftdichte Ebene festzulegen. Denn diese ist bei Sanierungen oft nicht offensichtlich.

    Schreckensbeispiel: Falscher Anschluss und doppelte Mauer bei einem 100 Jahre alten Stadthaus

    Wenn die luftdichte Ebene vorher nicht durchdacht ist, kann es zu Fehlern und Schäden kommen. Hierzu berichtet Holger im Podcast ab Minute 12 über ein Beispiel eines 100 Jahren alten Stadthauses.
    Dort wurde die Dampfbremse an eine vermeintliche Giebelwand angeschlossen. Bei der Leckagesuche stellte Holger fest, dass es sehr stark zieht. Als er die Mauer näher untersuchte, bemerkte er, dass diese gar nicht die finale Wand war. Hinter der massiven Masse befand sich noch eine weitere Mauer. So war zwischen den beiden Mauern ein Hohlraum.

    Was hier geholfen hätte: Vorher die Pläne und Geschichte des Hauses genau untersuchen und damit durch das Objekt schreiten, das saniert werden soll. Dadurch werden die Dimensionen klarer und auch eine potenziell verstecke Mauer sichtbar. Hohlräume beispielsweise kannst du entdecken, indem du den Verlauf von Rohren nachgehst. Wenn plötzlich ein Rohr verschwindet, ist meist ein Hohlraum dahinter. Mehr dazu ab Minute 15:28 im Podcast.

    Bei dieser misslungenen Sanierung wurden nachträglich mehrere versteckte Hohlräume entdeckt: Auch der Traufbereich war nicht richtig angeschlossen. 

    3. Frage: was bleibt sichtbar?

    Bei der Bestandsanalyse ist wichtig zu schauen, wo die luftdichte Ebene verläuft und was später sichtbar bleibt.

    4. Materialanalyse: Auf was wird später geklebt?

    Gern vergessen wird, dass die Bauteiloberflächen entscheidend bei der Materialwahl der luftdichten Ebene sind. Ist Putz vorhanden, darf dieser nicht bröckeln, sonst, muss er vorher ertüchtigt werden. Beispielswiese mit einem Primer.

    Bimssteine sind porös und müssen komplett luftdicht verputzt oder verspachtelt werden, vorher macht ein luftdichter Anschluss keinen Sinn.

    Wenn die luftdichte Ebene an Holz angeschlossen werden soll, muss überlegt werden, wie konkret geklebt wird. Sägeraues Holz muss beispielsweise vorher auf jeden Fall geprimert werden. Manche Klebemassen verfügen allerdings über einen Primer-Anteil.

    Daher empfehlen wir vorher die verschiedenen Materialien auszutesten.

    5. Probeklebungen

    Bei Luftdichtheitsberatungen im Falle einer Sanierung empfiehlt Holger immer Probeklebungen. So stellt er mit dem Handwerker- oder Planer-Team verschiedene Klebebänder und Kleber zusammen und verarbeitet sie an Teststellen. Nach ein paar Tage kann das Team dann schauen, ob und wie stark das noch klebt.

    Merke: Die Klebkraft kann nicht sofort festgestellt werden, da die Verbindungen sich erst nach einer gewissen Zeit aufbauen. Ein weiterer Vorteil: Wenn ihr erst nach ein paar Tagen schaut, seht ihr auch, ob die Klebeverbindungen dauerhaft und unter Baustellenbedingungen (Feuchte, Kälte etc.) halten.

    6. Nein zum „irgendwie machen“

    Schnell und günstig bitte – das sind manchmal die Anforderungen und Anfragen von Auftraggeberinnen und Auftraggebern. Sag hierzu lieber „nein“. Denn das zeigt, dass das Verständnis von Qualität fehlt.

    Vor allem bei der Dachsanierung kann kein generelles Angebot abgegeben werden. Schon vor der Angebotserstellung sollten Planerinnen, Planer, Handwerkerinnen und Handwerker klar kommunizieren, dass erst die Bestandsanalyse eine Einschätzung möglich macht.

    7. Geschossdecken bei der Begehung nicht vergessen

    Bei der Bestandsanalyse von Dachsanierungen wird meist das Dach untersucht, die obersten Geschossdecken jedoch vergessen. Hier finden sich jedoch die meisten Strömungen und es zieht wie Hechtsupp.

    Ab Minute 22 erzählt Holger von einer Dachsanierung von innen, bei der dies beinahe vergessen worden ist. Hier wurden die Decken nicht geöffnet, auf den Holzbalken lag das Dach (Fußpfette/Schwellenholz auf) – es gab eine direkte Verbindung nach außen.

    Bei solchen Konstruktionen gibt es zwei Lösungen:

    1. Decke ringsum öffnen, unteren Anschluss der Folie bis an die Wand des darunter liegenden Geschosses führen.
    2. Decke ober- und unterseitig komplett luftdicht ausbilden. Achtung, hier muss jede Durchdringung komplett abgedichtet werden.

    8. Vorsicht bei Einhangdecken: Untersuche sie auf Hohlräume

    Bei Einhangdecken sind oft Luftströme vorhanden, die bis nach außen gehen.

    Dabei werden Ziegel- oder Bimssteine in Träger eingehängt. Ohne unterseitige Putzschicht verbleiben viele Hohlräume. Bei Holzlbalkendecken werden die Blindböden oft übersehen: Hier schauen die meisten von oben drauf und sehen nicht, dass bis zur Unterkante des Balkens Hohlräume vorhanden sind.

    Das kann man durch Blower-Door-Tests aufdecken.

    Ausspritzen ja – aber nur die luftdichte Ebene

    Längsrisse der Holzbalken müssen ausgespritzt werden, wenn sie Teil der luftdichten Ebene sind. Neulich war Holger auf einer Baustelle, bei dem er diesen Rat gab. Die Ausführenden waren jedoch besonders eifrig und haben alle Längsrisse abgedichtet, auch die, die nicht für die Luftdichtheit relevant sind. Da einige im sichtbaren Bereich lagen, war das nicht optimal.

    9. Folienstreifen verlegen, bevor die Stahlbauteile eingesetzt werden

    Koordination auf der Baustelle spart Zeit und Geld. Beispielsweise, wenn rechtzeitig Folienstreifen für die folgenden luftdichten Anschlüsse vorbereitet werden. Das ist u. a. bei statischen Ertüchtigungen relevant, also wenn später noch Stahl- oder Holzbauteile eingesetzt werden, die die luftdichte Ebene unterbrechen.

    10. Gesundheit: Prüft, ob Holzschutzmittel in alten Häusern angewendet worden sind

    Das wird leider oft übersehen: Manche alten Häuser wurden mit Holzschutzmitteln gegen Schädlinge präpariert. Diese können jedoch giftig sein. Vor der Sanierung ist es meist nicht so gefährlich, da es überall zieht – nach der Sanierung ist jedoch alles schön luftdicht und wärmegedämmt. Da können sich dann die Giftstoffe in der Raumluft aufhalten.

    Lösung: ein paar Holzspäne entfernen und dann zur Prüfung einschicken.

    Wie Blower-Door-Tests Schäden bei der Dachsanierung verhindern

    Unsere Erfahrung ist: Menschen, die einen Blower-Door-Test baubegleitend einsetzen, haben weniger Bauschäden. Darüber sprechen wir ab Minute 27. Durch baubegleitende Leckagesuchen können rechtzeitig Undichtheiten aufgedeckt werden.

    Auch der Lerneffekt für alle Baubeteiligten ist meist groß: Sie lernen versteckte Leckagen kennen, die bei der nächsten Sanierung sofort abgedichtet werden können.

    Wie kommt es zu schlimmen Fehlern bei der Dachsanierung?

    Planungsbüros, Architekt:innen und Handwerker:innen, die normalerweise nur Neubauten planen und umsetzen, haben oft Schwierigkeiten bei der Sanierung. Denn eine Sanierung ist nicht nach einem festen Schema planbar. Ab Minute 7:19 spricht Holger von den Hintergründen.

    Sanierungen sind attraktiv für viele Architekturbüros und Handwerksunternehmen, da

    1. Menschen nach einer gewissen Wohndauer ihr Haus energetisch sanieren wollen.
    2. Neubauten meist kleinere Grundstücke haben und somit Bestandsobjekte günstiger sind.
    3. die Fläche immer mehr versiegelt ist und daher vor allem in Städten saniert und aufgestockt wird.

    Häuser, die bereits nach 5 oder 10 Jahren wieder saniert werden

    In den Podcastsfolgen 24 und 25 hatten wir den Energie-Effizienz-Experten Rainer Feldmann als Gast bei Luftdichtheit geprüft. Er sprach mit uns darüber, dass viele Menschen nicht auf dem aktuellen Stand bauen. Daher gibt es nun die Möglichkeit, relativ schnell wieder zu sanieren: mit Fördermitteln. Hier gehts zu den Folgen:

    Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG): Neues, Skandalöses und Kurioses

    Wann ein Blower-Door-Test noch Geld bringt | BEG Förderung und gesetzliche Vorgaben – Podcast Nr. 25

    Woher kommt die Ausrede „100 % luftdicht geht nicht“?

    In keinem anderen Gewerk wird über die prozentuale Machbarkeit geredet. Warum gerade bei der Luftdichtheit häufig die Aussage „100 % geht nicht“ fällt und warum professionelle Handwerker:innen und Planer:innen auf diese Aussage verzichten sollten, erfahrt ihr in unserem Podcast.

    Denn: Nicht möglich ist falsch. Restauratorinnen und Restauratoren zeigen u. a., dass 100 % fachgerechte Sanierung von Dächern und Häusern funktioniert.

    Das atmende Haus – ein paar Löcher gehen doch

    Also ganz luftdicht ist ja auch nicht gut, Häuser sollen doch atmen könnten – kennst Du solche Kommentare? Unser Kollege Dirk Kabisch, TÜV zertifizierter Blower-Door-Messdienstleister, hat bei einer Leckagesuche endlich das atmende Haus gefunden. Er hat dazu ein Beweisvideo aufgenommen.  

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    Unsere Video-Serie: Luftdichtheit & Aufdachdämmung

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    Traufanschluss, wenn Fassadendämmung folgt – Serie Aufdachdämmung (2/4)

    Traufanschluss, wenn Traufausmauerung bleibt -Serie Aufdachdämmung (3/4)

    Dachsanierung: Traufanschluss bei Entfernung der Sparrenköpfe- Serie Aufdachdämmung (4/4)

    Kontakt

    Holger Merkel | Blower-Door-Messdienstleister, Luftdichtheitsberater, Referent, Autor
    [email protected]| 07272-927385 | 0171/706 1344 |https://www.bionic3.de/ueber-uns/

    Heide Merkel
    | Fachjournalistin & Kommunikationsexpertin
    [email protected] | 0151 649 33058 | https://www.besser-als-marketing.de/ueber-uns/

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    Der Beitrag Dachsanierung von innen: 10 Tipps, die eure Bauprojekte für immer verbessern werden erschien zuerst auf Luftdichtheit geprüft.

    37 min
  • #25 Wann ein Blower-Door-Test noch Geld bringt | BEG Förderung und gesetzliche Vorgaben
    Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)…

    … ist das neue Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft (BMWi). Hier gibt es einige Änderungen. Ziel war, das Bauen nachhaltiger und effizienter zu machen. Wir finden, dass das nicht ganz geklappt hat und diskutieren das mit unserem Podcast-Gast Rainer Feldmann. Als externer Sachverständiger der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) kennt er den Entstehungsprozess und die neuen Richtlinien. Als Bauingenieur, Zimmerer und Energieeffizienz-Experte plädiert Rainer Feldmann dafür, die Luftdichtheitsebene zu überprüfen. Auch das Gebäudeenergiegesetz GEG erwähnt ausdrücklich Blower-Door-Tests. Was haben sich also die Macher der BEG gedacht? Was ändert sich? Wie bleiben Gebäude dennoch ohne Bauschäden?

    Sind Blower-Door-Messungen überhaupt noch notwendig ?

    Bis 30. Juni 2021 war es so: Blower-Door-Tests waren bei Effizienzhäusern Pflicht. Neu seit BEG: Der Blower-Door-Test ist nur notwendig, wenn er für Berechnungen eines Effizienzhauses notwendig ist. Wenn künftig jedoch z. B. Solaranlagen eingeplant sind, können sie überflüssig werden. Was das genau bedeutet, erfahrt ihr in der aktuellen Podcastfolge.

    „Geprüfte Luftdichtung ist immer noch ein Qualitätsmerkmal“

    Rainer Feldmann, externer Sachverständiger der KfW
    Luftdichtheitskonzept bleibt Pflicht

    Luftdichtes Bauen ist die Basis für ein energieeffizientes Gebäude. Daher bleibt das Luftdichtheitskonzept Pflicht. Aber Energieeffizienz-ExpertInnen, die die Förderungen beantragen und den Prozess begleiten, sind nicht immer auf der Baustelle. Daher appelliert er an seine Kolleginnen und Kollegen, dass sie als Energieeffizienz-ExpertInnen weiterhin auf Qualitätskontrolle mit Blower-Door-Tests setzen. Schließlich ist die Rolle von mangelnder Luftdichtheit und teuren Bauschäden nicht bei allen bekannt: „Die Bauherren erkennen oft nicht die Tragweite“, sagt Rainer Feldmann, externer Sachverständiger der KfW. Mehr dazu ab Minute 18 im Podcast.

    Empfehlung bleibt: Luftdichtheitsmessungen machen Sinn

    In den technischen Fragen und Antworten empfehlen die KfW und die BEG weiterhin Blower-Door-Tests, machen es jedoch nicht verpflichtend.

    Ab jetzt gilt: Durchmogeln bei Luftdichtheit ist möglich.

    Die BEG schafft einige Schlupflöcher für Pfuscher. Wenn AuftraggeberInnen oder die Energieeffizienz-ExpertInnen nicht auf die Kontrolle des Luftdichtheitskonzepts pochen, kann unsauber gearbeitet werden. Die Schäden können relativ schnell, aber auch noch nach Jahrzehnten auftreten. Die Sicherheit für Baufamilien geht verloren, wenn sie keinen baubegleitenden Blower-Door-Test ausführen lassen – schließlich ist es schwierig, später Fehlstellen in der Luftdichtung auszubessern.

    Wie ihr Geld spart mit Blower-Door-Tests auch ohne Förderung
    • Gefahr von Bauschäden durch Wasser in der Konstruktion werden minimiert
    • Kontrolle für PlanerInnen und HandwerkerInnen: Sicherheit, dass luftdichte Ebene fachgerecht ausgeführt wurde
    Woran erkennt man gute Energieeffizienz-Experten und -Expertinnen?

    Der Energieeffizienz-Experte bzw. die -Expertin sollte wissen, dass die Schritte zur Berechnung immer gleich sind. Entscheidend sind der bauliche Wärmeschutz und die Heizung – der primäre Energiebedarf. Wenn eine oder einer nach der Beratung Folgendes sagt, fehlt vermutlich die Erfahrung: „Ich muss erst einmal schauen und rechnen, ob Sie das Effizienzhaus schaffen.“

    Unser Fazit: Bei der Erstellung der BEG wurde nicht an dauerhaft gute energieeffiziente Häuser gedacht

    Besseres Bauen passiert nicht automatisch. Daher ist es gut, dass der Staat – das Bundesministerium für Wirtschaft BMWi – finanzielle Anreize schafft. Als Auftraggeberin und Auftraggeber erhalten Baufamilien künftig nicht automatisch bessere Förderungen, wenn sie die Qualität der Planung und der Ausführung kontrollieren lassen.

    Das ist gut für alle, die unsauber Arbeiten, aber nicht gut für die Konstruktion und letztendlich auch nachteilig für die künftigen BewohnerInnen und BesitzerInnen der Gebäude.

    Entscheidend für die gute Bauqualität wird sein, wie gut die Energieeffizienz-Beraterinnen und -Berater arbeiten und wie sich die AuftraggeberInnen künftig vorab informieren.

    Kontakt

    Rainer Feldmann | Energieeffizienz-Experte
    seit 2002 externer Sachverständiger der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Bauingenieur und Zimmermann
    [email protected] |  www.effizienzhaus-akademie.de

    Holger Merkel | Blower-Door-Messdienstleister, Luftdichtheitsberater, Referent
    [email protected] | 0171/706 1344 | bionic3.deluftdichtheit-geprueft.de

    Heide Merkel | Journalistin, Podcast- und Kommunikationsberaterin
    [email protected] | 0151 649 33058

    Links:

    Broschüre Luftdichtheitskonzept vom Fachverband Luftdichtheit im Bauwesen FLiB

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    Der Beitrag Wann ein Blower-Door-Test noch Geld bringt | BEG Förderung und gesetzliche Vorgaben – Podcast Nr. 25 erschien zuerst auf Luftdichtheit geprüft.

    27 min
  • #24 Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG): Regnet es jetzt Geld?

    Bares Geld für besseres Bauen vom Staat: Das ist möglich und wird künftig immer mehr, wenn ihr Fördermittel beantragt. Neu ist die Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG). Was dies nun für AuftraggeberInnen und Baufamilien bedeutet – das diskutieren wir in dieser Podcastfolge mit Bauingenieur Rainer Feldmann. Er ist Energieeffizienz-Experte und externer Sachverständiger der KfW.

    Aus 4 wird 1:
    BEG – Neuer Ansatz des energieeffizienten Bauens

    Bis vor kurzem gab es 4 große Programme des Bundesministeriums für Wirtschaft (BMWi). Jetzt wurde es zusammengefasst auf ein System. Früher gab es 10 Förderprogramme, jetzt nur noch 3.
    Aber wird die Bürokratie tatsächlich dadurch vermindert? Immerhin haben sich die Programme über Jahrzehnte etabliert und die Detailfragen und Antworten sind relativ umfangreich. Wie das unser Podcast-Gast Rainer Feldmann sieht, erfahrt ihr ab Minute 4.

    „Das halbherzige GEG“

    Wie treue PodcasthörerInnen wissen: Das GEG ist seit vergangenem Jahr da. Viele sind enttäuscht, dass das Gebäudeenergiegesetz das umweltbewusste Bauen nicht verstärkt hat. Darüber sprechen Heide Merkel und Rainer Feldmann ab Minute 5:30.

    Besser bauen, Geld vom Staat schenken lassen, Effizienzhäuser

    KfW-Haus 55 – jetzt Effizienzhaus 55 – ist wohl das meist gewählte und geförderte Bauprogramm.
    Energieeffizienz-Experte Rainer Feldmann erklärt ab Minute 6, wie ihr als AuftraggeberInnen Geld spart bzw. teilweise zehn Mal mehr Geld erhaltet für das gleiche Produkt.

    Geheimtipp: Wenn ihr Fördergeld beantragt, seid ihr auf der sicheren Seite

    Wer Fördermittel bewilligt bekommt, hat bestimmte Baustandards einzuhalten. Und das ist großartig. Denn: Alle Baubeteiligten müssen sich nun an einen Standard halten, Pfusch hat eigentlich keine Chance mehr. Ihr braucht euch als AuftraggeberInnen keine Gedanken machen über Gewährleistung, weil der Förderstandard höher ist als die Gewährleistung. Mehr dazu ab Minute 9 in der aktuellen Luftdichtheit-geprüft-Podcastfolge.

    Rainer Feldmann gibt euch dabei eine gute Übersicht zu den verschiedenen Neubau-Standards und Förderprogrammen. Dabei sagt er, wie leicht es inzwischen ist, die Standards zu erreichen.
    Er rechnet vor, wie viel Zuschüsse möglich sind.

    „Auch ein Effizienzhaus 40 lässt sich kostenneutral umsetzen“

    Rainer Feldmann, Energieeffizienz-Experte und externer Sachberater der KFW, in: Luftdichtheit geprüft, der Podcast, ab Minute 11:52.
    Falsche Beratung: Nicht alle Fördermöglichkeiten werden ausgeschöpft

    Für die perfekte Förderung brauchen Baufamilien und AuftraggeberInnen das richtige Know-how. Oft werden sie nicht gut beraten und schrecken daher davor zurück, das perfekte Gebäude für sich zu bauen.

    Baustandard Passivhaus wird gefördert, aber nicht benannt.
    Neu und kurios: Auch Quasi-Neubauten werden gefördert – JungBau-Sanierung?

    Ein 5 Jahre altes bzw. neu errichtetes Haus kann inzwischen auch wieder gefördert werden. Weil der Baustandard sich rapide verbessert hat. Mehr dazu ab Minute 19:13.

    Fordern und fördern: Wie Menschen motiviert werden sollen, nachhaltig und gut zu bauen

    Auf der einen Seite ist es Pflicht, auf der anderen Seite bekommen Menschen Geld, damit sie besser bauen (Minute 20:52). Rainer Feldmann nennt dies: „Fordern und fördern“.

    „Das GEG hat den Baustandard nicht verbessert“

    Das Gebäudeenergiegesetz GEG ist relativ neu, viele sagen, dass sich nichts dadurch verbessert hat. Im Podcast sprechen wir ab Minute 21 über die möglichen Gründe. Das GEG regelt auch die Förderungen und setzt Vorgaben der EU um. „Es ist kein Meilenstein für die Energieeffizienz“, sagt Rainer Feldmann.

    Herausforderung BEG für Energieeffizienz-Experten

    Die BEG wird die Bauqualität verbessern. Davon ist Rainer Feldmann überzeugt. Aber es gibt ein paar Herausforderungen im Ablauf. Mehr dazu ab Minute 22 in der Podcastfolge.

    Was von der KfW geschrieben wurde ist verbindlich.

    Die langen Texte der KfW in den Weiten des Internet haben Vorteile: Was von der KfW geschrieben wurde, ist auch verbindlich. Zudem sind Fördergelder auch ein Schutz für Baufamilien und AuftraggeberInnen: Alle Gewerke müssen die Qualität ihrer Arbeit besser nachweisen (Minute 31:05).

    Mehr Baustandard durch KfW

    Wenn ihr diese Podcastfolge gehört habt, wisst ihr: Mit Fördergeldern könnt ihr nur gewinnen. Also sucht euch eine Expertin oder einen Experten und legt los.

    Wie erkenne ich einen guten Energieeffizienz-Experten?

    Ein guter Energieeffizienz-Experte bzw. -Expertin betreut mehrere Projekte im Jahr und kennt die Kniffe und Feinheiten der Programme. Nach einer Beratung sollte er/sie sofort wissen, wie der optimale Ansatz für das geplante Gebäude aussieht. „Da muss ich erst einmal rechnen und melde mich“, ist eher eine ungünstige Aussage. Wenn ihr Glück habt, könnt ihr auch Rainer Feldmann als Experten gewinnen. Die Kontaktdaten findet ihr in unseren Shownotes.

    Habt ihr noch Fragen? Dann kommentiert. Habt ihr Themenwünsche? Dann schreibt an [email protected].

    KfW

    Auch wenn seit kurzem das Fördermittelprogram BEG heißt, spielt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) weiterhin eine wichtige Rolle beim Bauen. Ab Minute 1 in der Podcastfolge 24 erzählt Rainer Feldmann, Energieeffizienz-Experte, wie die KfW das luftdichte und energieeffiziente Bauen etabliert hat. Fördergeber ist das Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) – dennoch sprechen die meisten Menschen und Medien meist von KfW-Programmen, KfW-Geld oder KfW-Effizienzhaus.

    Kontakt

    Rainer Feldmann | Energieeffizienz-Experte
    seit 2002 externer Sachverständiger der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Bauingenieur und Zimmermann

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    Holger Merkel | Blower-Door-Messdienstleister, Luftdichtheitsberater, Referent

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    Heide Merkel | Journalistin, Podcast- und Kommunikationsberaterin

    [email protected] | 0151 649 33058

    Links

    Richtlinien zur Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

    Die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ersetzt die bisherige Förderung

    In der kommenden Folge spricht Holger Merkel mit Rainer Feldmann inwieweit sich die BEG auf Luftdichtheit und Blower-Door-Tests auswirkt. Der Skandal vorab: Ein Luftdichtheitskonzept ist Pflicht, aber die Kontrolle nicht.

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    43 min
  • #23 Brandschutz, Schallschutz, Geruchsschutz: die Luftdichtung ist der Schlüssel
    Luftdichtung ist mehr als Wärmeschutz.

    Keiner in der Familie raucht, trotzdem steigt ständig ein Zigarettengeruch in die Nase. Ein Blower-Door-Test mit Überdruck, Leckagesuche und Handnebler zeigt: Der unangenehme Geruch kommt durch die Decke. Die Ursache: Die Kneipe im Haus hatte eine zu kleine Abluftanlage. Der Planer des Lösungsvorschlags hatte den zehnfachen Querschnitt des vorhandenen Rohrs angeordnet. Mit der kleineren Anlage konnte die Rauchmenge nicht mehr bewältigt werden. (Mehr dazu ab Minute 11 der aktuellen Podcastfolge)

    Die meisten wissen nicht, dass Brandschutz, Schallschutz und Geruchsschutz in Verbindung mit guter Luftdichtung stehen. Daher sprechen wir darüber in Folge 23 unseres Podcast Luftdichtheit geprüft.

    Die Rolle der Luftdichtung beim Brandschutz

    Brandschutz hängt mit Luftdichtheit zusammen. Diese Tatsache ist vielen bisher unbekannt. Dabei ist Luftdichtung bei Brandschutz ein wichtiges Element. Wenn die Einheiten des Gebäudes nicht luftdicht geplant und verarbeitet wurden, verbreitet sich der Rauch schneller.

    Riskant und unserer Meinung nach skandalös ist, dass auch Brandschutzkonstruktionen immer wieder undicht sind. Sehr oft sind Brandschutztore und Brandschutztüren nicht luftdicht. Auch Brandschutzschotts aus Kissen oder Formblöcken schäumen erst auf, wenn es brennt. Hier kann sich der Rauch ausbreiten, wenn in der Wohn- oder Nutzeinheit nebenan die Abluft läuft.

    Oft unterschätzt werden Dunstabzüge. Holger hat mehrere gemessen und festgestellt, dass sie bei geschlossenem Fenster einen Druck von mehr als 100 Pascal erzeugen. Der Skandal: Die Brandschutzanforderungen sind trotzdem meistens erfüllt.

    Schallschutz und Luftdichtung

    Wenn ihr schonmal gezeltet habt, wisst ihr: Auch wenn ihr niemanden seht, hört ihr eure komplette Umgebung, denn ein Teil des Schalls wird durch die Luft übertragen. Es gibt einige Gebäude, in denen der Schallschutz besonders schlecht ist. Das liegt manchmal daran, dass große Einheiten nachträglich in kleine Einheiten unterteilt wurden. Das kommt bei Neubau und Sanierung vor. Vielleicht habt ihr das bei Hotelzimmern erlebt oder in Studierendenwohnheimen. Aber auch herkömmliche Wohnungen sind davon betroffen.

    Die typischen Fehler der Luftdichtung bei mangelndem Schallschutz und ungewollter Geruchsübertragung sind:
    1. Die angrenzenden Bauteile wurden nicht genügend angeschlossen.
    2. Bei Elektroinstallationen von beiden Seiten: Entweder handelt es sich nicht um luftdichte Elektroinstallationsdosen oder sie wurden nicht luftdicht verbaut. Erschreckend ist, dass manche auch spezielle, luftdichte Elektroinstallationsdosen undicht einbauen.
    3. Bei massiven Bauteilen sind meist die Mauerwerksfugen unverputzt.
    4. Oft vergessen Handwerker ihre Gewerke nachträglich abzudichten. Das betrifft meist Sanitär, Elektro, Lüftung und Solarenergie. Die Kabel und Leitungen werden meist nachträglich – nach Fertigstellung der Gebäudehülle – eingebaut.

    Mit diesem Kabelproblem haben wir uns in Folge 2 unseres Podcasts beschäftigt.

    Geruchsbelästigung als Motivation, die Löcher in der Luftdichtung zu entdecken

    Werden Holger Merkel oder sein bionic3 Team zu Hilfe gerufen, fällt auf, dass die meisten Menschen, die sie kennenlernen, schlechten Geruch dramatischer bewerten als Brandgefahr oder störende Geräusche. Mehr dazu ab Minuten 13:23 in der 23. Podcastfolge. Hier erzählt Holger Merkel einige Anekdoten zu Geruchsschutz, Curryhuhn und Zwiebelgerichten.

    Das Fazit: Der ganze Ärger mit Geruchsbelästigung entsteht, weil die Luftdichtung bei der Planung oder Ausführung unterschätzt wurde. In den meisten Fällen wurde nicht richtig geplant und bei der Ausführung unsachgemäß gearbeitet.

    Lösungen für gute Luftdichtung bei Geruchsschutz, Brandschutz und Schallschutz
    • zwischen den Wohneinheiten luftdicht bauen (das ist in anderen Ländern teilweise schon Pflicht)
    • auf Details und Anschlüsse der Luftdichtung achten
    • nachträglich verlegte Kabel und Rohre abdichten
    Stoppt die internen Leckagen

    Die häufigste Ursache für mangelnden Schallschutz und erhöhte Geruchsbelästigung sind interne Leckagen. Das trifft auch bei Brandschutz zu, wird jedoch meist nicht bemerkt oder beanstandet. Den meisten Menschen ist es jedoch am wichtigsten, dass sie vor fremden Gerüchen geschützt sind.

    Brandschutz und Löschgashaltezeiten

    Blower-Door-Tests können zeigen, wie gut der Brandschutz bei Spezialräumen ist – beispielsweise bei Serverräumen. Diese Räume müssen so dicht sein, dass die eingebrachten Gase über einen definierten Zeitraum gehalten werden. Dazu gibt es eine spezielle Blower-Door-Messung.
    Hier spricht man von Löschgashaltezeiten. Die speziellen Räume können nur mit einer 100 % fachgerecht geplanten und verarbeiteten Luftdichtung funktionieren. Wir werden dazu eine gesonderte Podcastfolge aufnehmen.

    Mehr zu Löschgashaltezeiten auch auf der Seite der BlowerDoor GmbH.

    Kamineffekt

    Der Kamineffekt spielt auch eine Rolle bei Geruch- und Schallübertragung. Wenn die Terrassentür und ein Fenster weiter oben offen sind, entsteht der Kamineffekt.

    Entscheidend, ob eine Undichtheit in der Gebäudehülle (Leckage) für die Konstruktion gefährlich werden könnte, ist deren Lage im Gebäude.

    Bei einem beheizten Haus herrscht im Erdgeschoss in der Regel ein Unterdruck und in den oberen Bereichen ein Überdruck. Die Erklärung: Der Luftdruck nimmt außen schneller ab als innen. Ungefähr auf halber Höhe des Gebäudes liegt die druckneutrale Ebene, in der es keinen Druckunterschied zwischen innen und außen gibt. Der wichtigste Aspekt ist nun, auf welcher Seite der druckneutralen Zone sich das Loch in der Gebäudehülle befindet. Mehr dazu auch in unserem Fachartikel „War früher alles besser“.

    Holgers Fachbuch „Luftdichtheit von Gebäuden“ erscheint im Januar 2022 im Rudolf Müller Verlag. Wenn ihr euch jetzt schon ein Exemplar mit einer Überraschung sichern wollt, schreibt an [email protected] mit dem Betreff: Fachbuch Luftdichtheit.

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    Der Beitrag Brandschutz, Schallschutz, Geruchsschutz: Die Luftdichtung ist der Schlüssel. | Folge 23 erschien zuerst auf Luftdichtheit geprüft.

    20 min
  • #22 Gründe für einen Blower-Door-Test: Geld sparen und Argumente für luftdichtes Bauen

    Warum überhaupt ein Blower-Door-Test? Werdet ihr das auch öfter gefragt?

    Ein Blower-Door-Test ist teilweise Pflicht, manche machen es vorsorglich und andere brauchen ihn, weil Schäden aufgetreten sind: Es gibt einige Gründe für Blower-Door-Tests. In Folge 22 unseres Podcasts listen wir euch Gründe und Argumente für Blower-Door-Tests auf.

    In dieser Folge diskutieren wir:

    1. Warum Auftraggeber:innen und Planer:innen mit Blower-Door-Tests Geld sparen können
    2. Was das GEG und die EnEV zu Blower-Door-Tests sagen
    3. Was die Normen DIN EN 13829 und ISO 9972 zu Luftdichtheitstests schreiben
    4. Wie Fördermittel und Fördergelder mit Blower-Door-Tests zusammenhängen
    5. Warum der Staat uns nicht glaubt, dass wir fachgerecht luftdicht bauen
    6. Wann Blower-Door-Tests sinnvoll, aber leider für das Gebäude zu spät sind (Schadensfälle, Streitigkeiten, Gutachten)
    Wozu eigentlich ein Blower-Door-Test?

    Eine typische Frage von Holger Merkel bei seinen Blower-Door-Ausbildungsseminaren ist:
    „Wozu überhaupt ein Blower-Door-Test?“

    Die Antworten sind häufig: Bauschäden vermeiden, Welt verbessern, die KfW- (Achtung: ab jetzt BEG) Anforderungen erfüllen usw. Was meist bis dahin nicht beachtet wird: was in Gesetzen und Normen zu Blower-Door-Tests steht.

    Was kann ein Blower-Door-Test? Die Normen sagen es:

    Aktuell (Juli 2021) sind wir in einer Übergangszeit von Energieeinsparverordnung EnEV und dem Gebäudeenergiegesetz GEG. Die EnEV bezieht sich auf die DIN EN 13 829 und spricht beim Blower-Door-Test von Differenzdruckverfahren. Die Norm spricht hierbei davon, dass durch einen solchen Test, die Gebäude besser „charakterisiert“ werden können.

    Die DIN EN 13 829 betont hier vier Punkte
    1. Luftdichtheitstest, um Dichtigkeit zu kontrollieren
    2. Gebäude und Gebäudeteile vergleichbar machen
    3. Leckagesuche: Undichtheiten aufdecken, die dann rechtzeitig nachgebessert werden können
    4. Nachbesserungen nochmal zu prüfen

    Ab Minute 5:43 erläutert Holger die Norm anhand eines Reihenhauses.

    DIN EN ISO 9972: 2018 gilt bei nach GEG bilanzierten Gebäuden. Diese Norm sagt fast das gleiche wie die Vorgängernorm. Nur der Punkt mit der Leckagesuche fehlt.

    Klartext: typische Fehler von Blower-Door-Messdienstleistern: Ab Minute 12 spricht Holger von Fehlern, die er auch schon als Blower-Door-Messdienstleister gemacht hat: Er hat einen Kaminanschluss übersehen, die Abklebung bei Lüftungsanlagen hat sich gelöst oder eine Tür war nicht richtig verschlossen. Die Gebäude haben dennoch bestanden, was für die Verarbeitung der luftdichten Ebene spricht. Es musste dennoch nachgemessen werden.

    Grund 1: Geld und Zeit sparen

    Das GEG und die EnEV schreiben, dass ihr mit Blower-Door-Tests Geld sparen könnt. Ist bei der Bilanzierung des Gebäudes ein Blower-Door-Test einkalkuliert, kann die natürliche Luftwechselrate reduziert werden. Das bedeutet: weniger Wärmeverluste, eventuell geringere Anlagentechnik für Heizung, geringere Dämmstärke. Mehr dazu ab Minute 15.

    Inzwischen ist dieser Sparfaktor bekannt. 2003 waren die meisten Energieberater:innen überrascht, wie viel es ausmacht, das Kreuz bei „Luftdichtheit geprüft“ zu machen. Passivhausplaner:innen hingegen wissen um die Reichweite von guter Planung der Luftdichtheit.

    Grund 2: Förderprogramme

    Viele KfW-Programme (zukünftig BEG – Bundesförderung für effiziente Gebäude) fordern Blower-Door-Tests. Wir werden dazu eine Spezialfolge mit einem Gast aufnehmen, der oder die sich mit Förderprogrammen intensiv auseinandersetzt. Falls ihr uns noch nicht abonniert habt, abonniert doch unseren Newsletter: https://www.bionic3.de/newsletter/

    Artikeltipp:
    Luftdichtung bei Nichtwohngebäuden: Mehr Energieeffizienz und weniger Kostenhttps

    Grund 3: Die Gesetze schreiben es vor

    EnEV und GEG fordern einen Blower-Door-Test, wenn die Wärmerückgewinnung einer Lüftungsanlage in die energetische Berechnung einfließt. Wenn eine Lüftungsanlage vorhanden ist, braucht man nur dann eine Blower-Door-Messung, wenn diese energetisch bilanziert ist.

    Mythosauflösung: Lüftungsanlage macht keinen Blower-Door-Test zur Pflicht
    Häufiger Irrglaube ist, dass eine Lüftungsanlage einen Blower-Door-Test zur Pflicht macht. Hier sind der EnEV- bzw. GEG-Nachweis entscheidend.

    Grund 4: Sicherheit für alle

    Blower-Door-Tests helfen Handwerker:innen, ihre gute Arbeit nachzuweisen. Sie können mit einer baubegleitenden Luftdichtheitsmessung zeigen, dass sie die Gebäudehülle fachgerecht verarbeitet haben. Wenn es bei der Schlussmessung trotzdem zieht, ist klar, dass ein nachfolgendes Gewerk die Löcher in der Gebäudehülle verursacht hat (z. B. aufgrund nachträglich verlegter Kabel oder Rohre). Für Auftraggeber:innen ist ein baubegleitender Blower-Door-Test praktisch, da mögliche Undichtheiten – manchmal werden Anschlüsse und Übergänge vergessen – ohne großen Aufwand nachgebessert werden können. Für Bauleiter:innen ist es ein gutes Instrument, um die luftdichte Ebene überprüfen zu lassen.

    Die wichtigste Frage an Auftraggeber:innen: Was habt ihr für Anforderungen?

    Das Wichtigste bei einem Blower-Door-Test ist, dass bekannt ist, was bei einem Gebäude gemessen werden soll: Wie ist es bilanziert? Das bionic3-Team, vor allem Dirk Kabisch und Holger Merkel, hatten schon einige Situationen, bei denen weder Planer noch Auftraggeber wussten, was eigentlich gemessen werden muss.

    Beispiel: Holger Merkel hat neulich eine ganze Wohnanlage gemessen und Wochen später hieß es: „Der Geräteraum gehört doch nicht dazu.“

    Shownotes

    DIN 4108-7:2011-01 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 7: Luftdichtheit von Gebäuden – Anforderungen, Planungs- und Ausführungsempfehlungen sowie Beispiele

    Anforderungen an Blower-Door-Messungen. Welche Änderungen ergeben sich mit Einführung des GEG und der ISO 9972

    Luftdichtheitsnorm DIN 4108-7: praktische Hinweise, die die Planung vereinfachen

    Leckagen: zieht-wie-Hechtsupp

    Ausblick kommende Folge: Schallschutz, Brandschutz und Gerüche
    In Folge 23 sprechen wir darüber, was die Luftdichtheit alles kann. Wir sprechen darüber, wie Luftdichtheit, Schallschutz, Brandschutz und Gerüche zusammenhängen. Also bleibt dran und abonniert unseren Newsletter.

    Holger schreibt ein Fachbuch zu Luftdichtheit
    Holger hat derzeit oft seine Kamera dabei, wenn er eine Baustelle betritt. Der Grund: Er macht Bilder für sein Fachbuch „Luftdichtheit von Gebäuden“. Es wird im Januar 2022 im Rudolf Müller Verlag erscheinen. Wenn ihr euch jetzt schon ein Exemplar sichern wollt, schreibt an [email protected].

    Falls ihr Fragen zu Luftdichtheit und Blower-Door-Tests habt, dann schreibt uns oder ruft an:

    Holger Merkel: [email protected] 0171 706 1344 07272-927385 https://bionic3.de
    Heide Merkel: [email protected] 0151 649 33058 https://www.besser-als-marketing.de

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    Der Beitrag Gründe für einen Blower-Door-Test: Geld sparen und Argumente für luftdichtes Bauen | Folge 22 erschien zuerst auf Luftdichtheit geprüft.

    35 min
  • #21 Aufsparrendämmung im Neubau wird unterschätzt: Die besten Tipps und häufigsten Fehler
    Die besten Tipps, wie ihr die Luftdichtung bei Aufdachdämmung und Zwischensparrendämmung richtig anschließt. Mythosauflösung: Platten alleine sind nicht luftdicht.

    Immer wieder wird behauptet, dass die Luftdichtung bei der Aufdachdämmung viel einfacher ist als bei der Zwischensparrendämmung. Das stimmt aber nur bedingt. Wir sehen immer wieder Baustellen, bei denen kleine Fehler große Auswirkungen haben. In dieser Podcastfolge geben wir euch die besten Tipps zur Aufdachdämmung.

    Folie einfach weglassen, weil es angeblich auch ohne geht: Auf einigen Baustellen werden Dämmungen ausgeführt, die aufgrund von Unwissenheit zu Bauschäden führen.

    Nut- und Federbretter sind nicht luftdicht: Luftdichtheitsfolie darf nicht weggelassen werden!

    Einer der häufigsten Fehler bei Aufsparrendämmung ist der Glaube, Nut- und Federbretter seien luftdicht. Auch die Luftdichtheitsnorm sagt das Gegenteil, also merke: Nut- und Federbretter sind nicht luftdicht.

    Bauschaden-Beispiel: Tropfende Decke durch undichte Nut- und Federverbindung der Dämmplatten

    Im Podcast berichtet Holger von einem Haus, bei dem plötzlich Wasser heruntertropfte, als er die Luftdichtheitsmessung durchführte. Der Grund: Die Nut- und Federverbindungen waren nur oberseitig abgeklebt. Im Kaltbereich kondensierte das Wasser. So sammelte sich in den kleinen Rinnen der Nuten das Wasser. Wenn es dann stürmt oder Unterdruck beim Blower-Door-Test erzeugt wird, fängt es an zu tropfen.

    Vorteile Zwischensparrendämmung

    Bei der Zwischensparrendämmung sind alle Durchdringungen und Anschlüsse auch nach der Fertigstellung gut erreichbar. Ein Blower-Door-Test deckt Undichtheiten auf, die dann meist mühelos nachgearbeitet werden können.

    Herausforderungen bei Zwischensparrendämmung

    Die Zwischensparrendämmung hat einige Herausforderungen, beispielsweise Kehlbalkenlage und Zangensituationen. Hier helfen vorgefertigte Produkte wie vorgefaltete Klebebänder, Manschetten und auch die relativ neue sprühbare Luftdichtung. Zusammen mit Kollege und Zimmermeister Jochen Götz habe ich die sprühbare Luftdichtung von pro clima an einigen Baustellen getestet.

    Lese- und Videotipp:
    Luftdichter Anschluss: Dampfbremse an Mauerwerksgiebel
    Sprühbare Luftdichtung – die besten Tipps

    Die wichtigsten Stellen bei der Zwischensparrendämmung

    Wer die Bauteilübergänge richtig luftdicht verarbeitet, vermeidet Bauschäden und macht die künftigen Bewohner glücklich: Es zieht nicht, kein Wasser in der Konstruktion, keine tropfenden Decken. Daher ist es für Planer und Handwerker sinnvoll, die wichtigsten und kniffeligsten Anschlussdetails zu kennen.

    Hier unsere Tipps bei der Zwischensparrendämmung

    1. Beim Giebelanschluss auf die Dehnschlaufe achten
    2. Traufanschluss auf Ringanker führen und gut ankleben. Häufiger Fehler: direkt auf Fußpfette geklebt

    Unterhaltsame Folgen zur Luftdichtheitsnorm:
    Folge 19 Perfektes Material für die Luftdichtung: Das sagt die Luftdichtheitsnorm DIN 4108-7
    Folge 18 Luftdichtheitsnorm DIN 4108-7: praktische Hinweise, die die Planung vereinfachen
    Folge 14 Baunormen: veraltet oder praktisch für die Baustelle?

    Aufdachdämmung bzw. Aufsparrendämmung

    Platten hinlegen und dann fertig: Das dachten und denken manche Handwerker bei der Aufdachdämmung, aber die Platten sind ohne Luftdichtheitsfolie und Verklebungen nicht luftdicht.

    Achtung: Bei der Aufdachdämmung kann fehlende Luftdichtung später nur sehr aufwendig ausgebessert werden.

    Da bei der Aufdachdämmung die luftdichte Ebene nach der Fertigstellung der Konstruktion nicht zugänglich ist, ist es entscheidend, die Luftdichtung vorher zu planen. (10:24 min) Oft hat der Verarbeiter der Luftdichtheit gar keine Schuld an Leckagen, da nachfolgende Gewerke Löcher eingebaut haben. Beispielsweise weil noch eine Solaranlage angeschlossen werden musste. Auch Sanitärdurchdringungen sind beliebte nachträgliche Luftdichtheits-Zerstörer. Sie wissen oft nicht, wie solche Stellen nachträglich fachgerecht abgedichtet werden. Das Resultat: Statt Klebeband oder Manschetten wird Schaum verwendet. Und dieser ist – das sagt auch die Luftdichtheitsnorm DIN 4108-7 – nicht luftdicht.

    Tipps für die Aufdachdämmung
    1. Beim Giebel muss die Schalung unterbrochen und die Luftdichtung an Ringanker angeschlossen werden. Beim Anschluss direkt ans Mauerwerk Glattstrich machen!
      Wenn beim Giebel kein Ringanker vorhanden sein sollte, ist es wichtig, einen Glattstrich zu machen. Denn Hochlochziegel – Poroton – sind nicht dicht. Generell ist Mauerwerk nicht dicht. Dazu mehr in unserer beliebtesten Podcastfolge Nummer 5: Mythos Mauerwerk: Achtung, Steine sind nicht luftdicht
    2. Traufe ist bei Aufsparrendämmung die größte Herausforderung wegen der Sparrendurchdringungen, daher: Alle Sparrenseiten verkleben. Falls kein Ringanker vorhanden ist, dann die Fußpfette gut integrieren.
    3. Durchdringungen vor Aufbringen der Dämmung luftdicht abdichten.
    4. Kerven abkleben.
    5. Dachüberstand mit angesetzten Sparrenstücken herstellen oder in die Dämmebene verlagern mit Blindsparren. Damit fallen die Durchdringungen durch die Sparren weg.

    Lese- und Videotipps:
    Aufdachdämmung richtig ausgeführt – Teil 1: Ortgang (Video)
    Luftdichter Anschluss am Ortgang: So verhindert ihr Unterströmungen (Beitrag)
    Traufanschluss, wenn Fassadendämmung folgt – Serie Aufdachdämmung (2/4)

    Blower-Door-Test ist bei Aufdachdämmung schwieriger: Es zieht, aber wo ist die Ursache?

    Ab Minute 21 spricht Holger darüber, warum Luftdichtheitstest bei Aufdachdämmungen manchmal frustrierend sind. Die Blower-Door-Messdienstleister merken, dass es zieht, können aber nicht sagen, woher genau – sie sehen, messen und spüren, dass beispielsweise was am Traufanschluss nicht stimmt. Sie wissen jedoch nicht, ob der Fehler in der Führung der luftdichten Ebene liegt oder ein Sparren nicht korrekt verklebt ist.

    Fazit: Aufsparrendämmung funktioniert besser, wenn ihr vorher plant!
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    Der Beitrag Aufsparrendämmung beim Neubau: super easy oder doch nicht ganz? | Folge 21 erschien zuerst auf Luftdichtheit geprüft.

    25 min
  • #20 Achtung: 20 % Regelung ist falsch bei Laubengängen und großen Gebäuden

    Es ist ein Gerücht, das sich hartnäckig hält: Die meisten Planerinnen, Planer, Bauleiterinnen und Bauleiter glauben, dass es reicht, wenn bei Gebäuden mit Laubengängen nur 20 % der Wohneinheiten mit Blower-Door-Test überprüft werden müssen.

    Egal ob das Gebäude nach ENEV DIN EN 13829 oder nach GEG DIN ISO 9972 2018:12 bilanziert ist, die 20 % wird nirgends in den Normen erwähnt. Die neue Blower-Door-Norm erwähnt zwar eine Stichprobemessung, die von mindestens 20 % spricht, dabei gibt es jedoch sehr klare Angaben, was alles gemessen werden muss.

    In Folge 20 zu Blower-Tests und Laubengänge lernst Du:
    • woher das Gerücht der 20 % Regelung kommt
    • was die neue GEG Norm sagt
    • die Voraussetzungen für Blower-Door-Tests bei großen Gebäuden und Laubengängen
    • Umgang mit internen Leckagen
    • Möglichkeiten der Messung von großen Gebäuden in Teilen
    Mythosauflöung: KfW spricht von 20 % bei Absprache und Sanierungen

    Die Zahl 20 % stammt von der KfW. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau schreibt in ihren FAQ, dass nach Absprache und bei Sanierungen manchmal Teilmessungen von 20 % möglich sind. In der DIN 4108-7 steht nix davon. Die ISO 9972 erwähnt die 20 %, jedoch mit Einschränkung. Das heißt, wenn ihr eine normgerechte Messung abgeben sollt, dann solltet ihr euch diese Podcastfolge anhören, anschauen oder diese Zusammenfassung lesen.

    Das GEG, die ISO 9972 und Laubengänge

    Laubengänge fallen beim GEG unter „von außen erschlossene Nutzeinheiten“. Die klassischen Laubenganghäuser: alle Wohnungstüren gehen nach außen. Es sind Wohneinheiten, die keinen Luftverbund haben. Wenn ihr euch auch mit der neuen Blower-Door-Messnorm ISO 9972 beschäftigt, achtet darauf, dass ihr die Ausgabe vom Dezember 2018 lest. Durch den nationalen Anhang gibt es einige Änderungen, die teilweise auch Vorgaben der ISO 9972 selbst aufheben. Mehr dazu in unserer Podcastfolge 10, die wir speziell dazu aufgenommen haben: Das GEG und die neue Messnorm ISO 9972: die wichtigsten Änderungen https://luftdichtheit-geprüft.de/archiv-luftdichtheit-geprueft/010-geg-blower-door/. Hier die konkreten Stellen, die sich mit Laubengängen beschäftigen: abschnittsweise Messung, Schutzdruckmessung und Stichprobenmessung (6:44 min).

    Abschnittsweise Messung

    Hier wird das komplette Gebäude wohnungsweise gemessen. Eine Einheit nach der anderen.

    Änderungen bei der Messung großer Gebäude

    Bei großen Gebäude wird nicht die Luftwechselrate, also der n50-Wert ermittelt, sondern der q50-Wert, der sich auf die Hüllfläche bezieht. Hier gibt es Änderungen, seitdem das GEG im November 2020 in Kraft getreten ist. Bei der neuen Norm (ISO 9972) gilt ab 15000m³ immer der q50-Wert.

    Definition Hüllfläche

    Bei der alten Norm DIN EN 13289 galten als Hüllfläche alle Böden, Wände und Decken pro Wohneinheit (8:28 min). In der ISO 9972 gäbe es theoretisch keine Änderungen, aber der nationale Anhang (NA) schreibt: nur die wärmeübertragende Umfassungsfläche. Also eine Wohnung, die mitten drin liegt – da zählen nur die Wände die nach außen gehen. Das heißt, die Bezugsgröße ist kleiner, die Berechnungsfläche verringert sich. Damit wird der Wert automatisch schlechter.

    Weiteres Problem: interne Leckagen

    Wenn das Gebäude dicht gebaut ist, sind solche Messungen kein Problem. Bei Sanierungen, aber auch bei Neubauten, gibt es oft Strömungen zwischen den Wohneinheiten. Da fallen die Gebäude durch. Das hört sich schlecht an, aber ist gut, weil interne Leckagen für die Konstruktion und für die künftigen Nutzerinnen und Nutzer störend sind: Eine gute Luftdichtheit ist die Basis für eine gute Wärmedämmung und zusätzlich die Voraussetzung für funktionierenden Brandschutz, Schallschutz und die Vermeidung von Geruchsübertragung.

    Schutzdruckmessung

    Daher gibt es Schutzdruckmessungen. Diese helfen, interne Leckagen auszuschließen. Hier werden mehrere Blower-Door-Messgeräte in verschiedenen Eingängen eingebaut. Es gibt die Möglichkeit, eine Schutzdruckmessung des Gesamtgebäudes zu machen oder die einzelnen Wohneinheiten einzeln unter Schutzdruck zu setzen (13:23 min).

    Beispiel Schutzdruckmessung des Gesamtgebäudes: Einliegerwohnung

    In diesem Fall werden das Hauptgebäude und die Einliegerwohnung gleichzeitig gemessen, um interne Leckagen auszuschließen. Hier müssen in Zukunft zwischen den Einheiten 0 Pascal eingeregelt werden. Das ist neu und steht im nationalen Anhang der ISO 9972. Das erhöht den Aufwand der Blower-Door-Tests. Mehr dazu ab Minute 15 im Podcast.

    Beispiel große Halle

    Auch bei großen Hallen können verschiedene Halleneinheiten gleichzeitig gemessen werden – z. B. werden dann 3 Blower-Door-Messgeräte bei drei Hallen parallel eingesetzt.

    Wenn ihr euch für Blower-Door-Tests mit mehreren Geräten, beispielsweise bei Hallen und Bürokomplexen interessiert – wir haben hier zwei Folgen aufgenommen, die sich nur damit beschäftigen: Folge 8: Blower-Door-Test bei großen Gebäuden https://luftdichtheit-geprüft.de/archiv-luftdichtheit-geprueft/008-grossmessung/
    Folge 6: Fahrstuhlschachtentrauchung: Das ändert sich bei Häusern mit Fahrstühlen https://luftdichtheit-geprüft.de/archiv-luftdichtheit-geprueft/folge-6-geg-fahrstuhl/

    Abschnittsweise Schutzdruckmessung

    Ab Minute 14:40 erklären wir die abschnittsweise Schutzdruckmessung: Man nimmt die Wohnung in der Mitte, setzt die Wohnung links und rechts unter „Schutzdruck“ und wertet nur die mittlere Wohnung aus.

    Die Stichprobenmessung und das GEG

    Wenn ihr euch mit Luftdichtheit und Qualitätskontrolle beschäftigt, solltet ihr euch auf jeden Fall die neue Blower-Door-Norm ISO 9972 2018-12 organisieren. Wichtig ist hier, dass es insgesamt 5 Anhänge gibt. Anhang A ist normativ, die Anhänge B bis E informativ. Die Stichprobenmessung ist im Anhang B erwähnt – darauf weist auch das GEG hin.

    Wann Stichprobenmessungen zulässig sind

    Es gilt ausschließlich bei nur von außen erschlossenen, gleichartigen Nutzeinheiten, also z. B. Laubengängen. Mindestens 20 % davon und mindestens 12 Einheiten müssen gemessen werden. Dabei definiert das GEG genau, welche Einheiten gemessen werden müssen. Darunter sind mindestens je 3 Einheiten im untersten und obersten Geschoss. Zudem weist der nationale Anhang des GEG darauf hin, dass auch alle vorhandenen Bauweisen und Bauelemente dabei repräsentiert werden müssen. Gemessen werden außerdem die Einheiten, die über weitere Flure bzw. Treppenhäuser erschlossen sind. Mehr dazu ab Minute 17 im Podcast.

    Hier nochmal eine Übersicht und die Mythosauflösung zum 20 %-Wert
    Eine Teilmessung oder Stichprobenmessung ist nur zulässig wenn:
    • die Wohneinheiten gleichartig sind.
    • die Wohneinheiten von außen erschlossen sind —> Laubengänge.
    • mindestens 3 Einheiten des obersten Geschosses und 3 Einheiten des untersten Geschoss gemessen werden. Ausnahme: Wenn nur 1 oder 2 Einheiten vorhanden sind, dann ist es in Ordnung, wenn diese einem Blower-Door-Test unterzogen werden.
    • alle Bauweisen angemessen repräsentiert werden.
    • alle Bauelemente repräsentiert werden. Das bedeutet: Auftraggeber:in und Blower-Door-Messdienstleiter:in müssen darauf achten, dass Massiv- und Holzbau, unterschiedliche Terassentüren etc. in Relation mitgemessen werden.
    • alle Einheiten gemessen werden, die über Flure und Treppenhäuser erschlossen sind.
    • alle Gebäude innerhalb der wärmeübertragenden Umfassungsfläche für andere Nutzungen gemessen werden, beispielsweise wenn im Gebäude auch Gewerbeeinheiten integriert sind wie Praxen.
    • die oberen und unteren Ecken gemessen werden.
    • mindestens 20 % der Hüllfläche des Gebäudes und mindestens 12 Einheiten gemessen werden. Der letzte Punkt zeigt, dass bei „mindestens 20 %“ der Fokus auf „mindestens“ liegt. Denn wenn ihr alle Vorgaben beachtet, wird den meisten Fällen die 20 %-Marke überschritten.
      Mehr Beispiele und nähere Erläuterungen dazu in unserer Podcastfolge. In der Norm gibt es zudem noch Schaubilder, die die genauen Positionen der Messung markieren.
    Die Herausforderung bei Laubengangmessungen und Teilmessungen bei Wohnanlagen:
    • Der richtige Zeitpunkt. Schutzdruckmessung ist schwierig, vor allem wenn die künftigen Bewohner bereits eingezogen sind.
    • Hohe Durchfallquoten, wenn die luftdichte Ebene nicht gut geplant und ausgeführt ist.
    • Kosten: Wenn die Blower-Door-Messung nicht beim ersten Mal den Wert erreicht, muss nachgebessert werden. Wenn die Anschlüsse und die luftdichte Ebene bereits verkleidet sind, ist das ohne einen aufwendigen Rückbau nahezu unmöglich.
    Unsere Empfehlung: Besser bauen

    Die neuen Regelungen durch das GEG bei Laubengängen hören sich mühsam an, verbessern jedoch die Bauqualität. Daher: Achtet bei euren Bauprojekten darauf, dass es ein Luftdichtheitskonzept gibt und dieses gut an die Ausführenden kommuniziert wird.

    Hier ein Leckagenalarm-Beispiel mit gutem Luftdichtheitskonzept in Kombination des Nichtredens:

    https://luftdichtheit-geprüft.de/2021/04/luftdichtheitskonzept-reicht-nicht

    Bei der Luftdichtheit hilft es immer auf die Anschlüsse zu achten, die Durchdringungen abzudichten, das Mauerwerk luftdicht zu verputzen oder einen Glattstrich auszuführen. Setzt zudem möglichst früh eine baubegleitende Qualitätssicherung mit Blower-Door an. Früh bedeutet: sobald die Fenster eingebaut und die Wände verputzt sind.

    Falls ihr weitere Fragen habt, dann kontaktiert uns und das bionic3-Team. Wenn ihr euer Wissen zu Luftdichtheit, Leckagen und Blower-Door-Test auffrischen oder vertiefen wollt – wir bieten regelmäßig Online- und Offline-Seminare an. Ihr findet alle Veranstaltungen auf blowerdoor-spezialisten.de und auf proclima.de/online-seminare.

    Wenn ihr euch persönlich mit uns austauschen wollt, hier unsere Kontaktdaten:
    Heide Merkel – bei Fragen zu Luftdichtheit, Podcast und Blogs: [email protected], https://www.besser-als-marketing.de/
    Holger Merkel – Spezialist für Leckagesuchen und Großmessungen: [email protected] 0171 706 1344 oder 07272-927385 https://luftdichtheit-geprueft.de/ueber-uns/
    Dirk Kabisch – TÜV zertifizierte Blower-Door-Messdienstleister: [email protected] 0151/40182281 oder 07272-927385 https://xn--luftdichtheit-geprft-6ec.de/2017/09/airtight-junkie-dirk-kabisch/
    Jochen Götz – Zimmermeister und Luftdichtheitsexperte: [email protected] 0151 56267523 oder 07272-927385 https://www.bionic3.de/ueber-uns/

    • Blower-Door-Test mit mehreren Geräten
    • Blower-Door-Test mit mehreren Geräten
    • Blower-Door-Test mit mehreren Geräten
    • Blower-Door-Test mit mehreren Geräten
    • Blower-Door-Test mit mehreren Geräten
    Übersicht der Folge

    00:00:00 Intro Folge 20: Laubengänge und Teilmessungen
    00:02:50 KfW spricht von 20 % bei Absprache und Sanierungen
    00:03:57 Das sagt das GEG zu Laubengängen
    00:04:25 Falschinfo
    00:06:44 verschiedene Arten der Messungen
    00:07:52 Änderungen bei der Messung großer Gebäude
    00:12:29 Schutzdruckmessung
    00:16:08 Stichprobenmessung
    00:17:39 Achtung – hier die Regelungen
    00:22:54 Hohe Durchfallquote

    Shownotes

    DIN EN ISO 9972:2018-12 Wärmetechnisches Verhalten von Gebäuden – Bestimmung der Luftdurchlässigkeit von Gebäuden – Differenzdruckverfahren (ISO 9972:2015); Deutsche Fassung EN ISO 9972:2015
    https://www.beuth.de/de/norm/din-en-iso-9972/296830636

    Die wichtigsten Änderungen durch das GEG bei Blower-Door-Tests
    https://www.bionic3.de/2020/11/23/blower-door-norm-uebersicht/

    Fachartikel: Aktuelle Anforderungen bei Qualitätsüberprüfung mit Blower-Door-Messungen
    https://luftdichtheit-geprüft.de/2019/04/blower-door-anforderungen/

    Fachartikel von der Bauschaden vom April 2020 als PDF: Anforderungen an Blower-Door-Messungen. Welche Änderungen ergeben sich mit Einführung des GEG und der ISO 9972

    Diesen Fachartikel gibt es auch als Blogserie: Das GEG kommt: Blower-Door-Messungen jetzt und in Zukunft (Teil 14): Übergang von EnEV zu GEG
    https://luftdichtheit-geprüft.de/2020/06/geg-blower-door-test-uebergang-enev-geg-14/

    Kontakt
    Holger Merkel (bionic3): [email protected] | 0171 706 1344 | https://bionic3.de
    Heide Merkel (Besser als Marketing): [email protected] | 0151 649 33058

    Wissenssammlung: „Änderungen bei Blower-Door-Messungen durch das GEG”
    https://luftdichtheit-geprüft.de/2020/10/wissenssammlung-aenderungen-bei-blower-door-messungen-durch-das-geg/

    Wenn Dich diese Folge interessiert, bringen dich diese Episoden auch weiter:

    • Luftdichtheitsnorm DIN 4108-7: praktische Hinweise, die die Planung vereinfachen
      https://luftdichtheit-geprüft.de/podcast/luftdichtheitsnorm-din-4108-7-praktische-hinweise-die-die-planung-vereinfachen/
    • Das GEG und die neue Messnorm ISO 9972: die wichtigsten Änderungen
      https://luftdichtheit-geprüft.de/podcast/010-geg-blower-door/
    • Achtung: Mauerwerk ist nicht luftdicht – Was die DIN 4108-7 dazu sagt
      https://luftdichtheit-geprüft.de/2020/06/achtung-mauerwerk-ist-nicht-luftdicht-was-die-din-4108-7-dazu-sagt/

    Kommende Seminare, Online-Seminare und Vorträge mit bionic3 | Holger Merkel:

    Webinar: DIN 4108-7 in der praktischen Anwendung. Typische Fehlerquellen und deren Vermeidung
    19.05.2021 | 13:00–14:30 Uhr | online
    https://www.reguvis.de/de/veranstaltung/webinar-din-4108-7-in-der-praktischen-anwendung-typische-fehlerquellen-und-deren-vermeidung-188793/

    Online-Seminar: Luftdichtheit richtig kontrollieren: Die wichtigsten Gründe für Blower-Door-Tests
    24.06.2021 | 13 Uhr und 16 Uhr – jeweils 45 Minuten
    https://de.proclima.com/service/seminare/online-seminare/blower-door-grunde

    Kennt ihr unseren Youtube-Channel? Jeden 1. und 3. Donnerstag eine neue Folge zu Blower-Door-Test, Leckagesuche und Luftdichtheit
    Abonniert unseren Youtube-Kanal bionic3 Luftdichtheit geprüft – wir reden Klartext: https://www.youtube.com/channel/UCQZYtzzaWyoGWeEiBSSIsmA
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    • Vorbereitungen für Podcastfolge 20: Laubengänge und das GEG
    • Bei Blower-Door-Tests ist unser Luftdichtheits-Bobtail nicht dabei, aber manchmal im Podcast.
    • Dirk Kabisch und Holger Merkel von bionic3
    • Rodcaster
    • Dirk Kabisch von bionic3 ist zertifzierter Blower-Door-Messdienstlesiter. Ab sofort unterstützt er uns bei den Aufnahmen unserer Podcastfolgen.
    • Wir werden manchmal nach unserem Equipment gefragt. Wir experimentieren noch. Manche folgen sind mit dem iphone aufgenommen, diese hier mit der Nikon Z7 

    Hallo – schön, dass du Lust auf unseren Podcast hast. Hier reden wir Klartext zu Luftdichtheit und Qualität am Bau. Hier bekommst du alle wichtigen Informationen zu Luftdichtheit, Blower-Door-Tests und Bauschäden durch Leckagen . Auch trockene Themen fassen wir unterhaltsam zusammen und ergänzen diese mit spannenden, jedoch teils erschreckenden Beispielen aus der Praxis. Hör oder schau rein. Jeden 1. Donnerstag im Monat gibt es eine neue Folge als Podcast und auf Youtube . Alle Podcast-Folgen als Audio und Video auch direkt auf luftdichtheit-geprüft.de
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    Der Beitrag Laubengänge und Blower-Door-Tests bei großen Gebäuden: Die 20 % Regelung ist falsch. erschien zuerst auf Luftdichtheit geprüft.

    27 min
  • #19 Luftdichtheitsnorm DIN 4108-7: Empfehlungen zu Material und Verarbeitung

    Mehr Klartext und weniger Diskussionen auf der Baustelle: Wer die Luftdichtheitsnorm DIN 4108-7 kennt und auf diese verweist, spart oft langwierige Auseinandersetzungen auf der Baustelle. Beispielsweise sagt die Norm: „Tackerklammern müssen nicht abgeklebt werden“. Die DIN 4108-7 ist eine der leserlichsten und anwendungsfreundlichsten Baunormen.

    In dieser Folge lernst Du:

    • Welches Material für Luftdichtheit geeignet ist.
    • Was die Luftdichtheitsnorm empfiehlt.
    • Was hinter einigen Begriffen der Luftdichtheitsnorm steckt.
    • Beispiele kennen, wie die Luftdichtheit schief gehen kann.
    • Warum Gipskarton luftdicht ist, aber es dennoch zu Undichtheiten kommen kann.
    • Wie Luftdichtheit sich besonders gut verarbeiten lässt.

    In der vorherigen Folge (https://luftdichtheit-geprüft.de/podcast/luftdichtheitsnorm-din-4108-7-praktische-hinweise-die-die-planung-vereinfachen/) haben wir über die Planung der Luftdichtheit gesprochen. In dieser Folge fassen wir zusammen, was die DIN 4108-7 über Materialien und Verarbeitung sagt. Wir erläutern einige Punkte, beispielsweise was „Klebemassen ausreichend dimensionieren“ bedeutet: Hier geht es darum, dass z. B. eine Kleberaupe nicht plattgedrückt, sondern in ihrer Dimension belassen wird. Erst nach dem Trocknen ist die Konstruktion luftdicht. Mehr dazu ab Minute 16.

    Die Luftdichtheitsnorm ist spannend, weil sie auf alles hinweist, was bei der Verarbeitung der Luftdichtheit öfter falsch gemacht wird. Sie gibt unter anderem Hilfestellung bei der Auswahl der Materialien.

    Achtung: oft fehlt der UV-Schutz

    Dabei gibt es keine Einschränkung, ob die Luftdichtungsbahn aus Kunststoff, Bitumen oder Pappe besteht. Die Luftdichtheitsnorm weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass viele Materialien keine UV-Belastung aushalten. Dass sie nicht UV-beständig sind, ist oft ein Problem, da die meisten Menschen und Handwerker dies nicht wissen. Das Resultat: Ein Dach wird ausgebaut, irgendeine Folie wird verwendet, es wird gedämmt, aber der Gipskarton wird noch nicht verarbeitet. Wenn man dann ein halbes oder ein Jahr später nochmal hinschaut, hängt die Folie kaputt und in Fetzen herunter. Ihr könnt auch selbst das Experiment machen. Nehmt eine Plastiktüte und setzt sie der Sonne aus – sie wird sich allmählich auflösen. Mehr dazu ab Minute 5:30 in der aktuellen Folge.

    OSB-Platten müssen untereinander verklebt werden

    Plattenmaterial, das als luftdicht gilt: Holger listet auf, dass Gipskarton, Gipsfaserplatten, Faserzement und Holzwerkstoff von der Norm als luftdicht definiert werden. Holzwerkstoffplatten müssen jedoch noch untereinander verklebt werden – dieses Detail wird häufig vergessen, nicht gewusst und sogar in Holzbau-Fachzeitschriften falsch dargestellt.

    Gipskarton: Bei mehreren Lagen muss die Luftdichtheitsebene festgelegt werden

    Gipskarton ist luftdicht. Oft kommt es vor, dass mehrere Lagen verarbeitet werden. Hier ist wichtig, die luftdichte Ebene genau zu definieren, da es sonst zu Versätzen kommt. Mehr dazu ab Minute 8.

    Luftdichtheitsnorm definiert ungeeignetes, undichtes Material

    Die DIN 4108-7 listet auf, was nicht zur Herstellung der luftdichten Ebene gewählt werden soll: Nut- und Federbretter, Holzweichfaser (ist nämlich winddicht, aber nicht luftdicht), Holzwolleleichtbauplatten.

    Luftdicht, wenn verputzt

    Wenn diese dann verputzt sind, sind sie luftdicht. Hier der Tipp von Holger Merkel: Achtet auf die Ränder. Anschlüsse werden oft vergessen und dann zieht es wieder in die Konstruktion. Ein typischer Fehler ist, dass im Bereich der Fensterbänke nicht richtig verputzt wird. Fenster sind ebenfalls oft undicht. Die Gründe dazu könnt ihr in unserer Folge 17 (Undichte Fenster: Gründe, Dramen und Lösungen) nachschauen, hören oder lesen: https://luftdichtheit-geprüft.de/podcast/undichte-fenster-blower-door-wissen-17/.

    Geeignete Dichtungsmaterialien

    Die Luftdichtheitsnorm listet geeignete Dichtungsmaterialien auf wie vorgefertigte Schnüre – dickere Raupen – und Klebebänder. Unbekannt, aber jetzt durch die DIN 4108-7 offiziell: Kompribänder sind nicht immer dicht.

    Kompribänder

    Kompribänder werden oft im Fensterbau eingesetzt, aber sie sind erst dicht, wenn die Komprimierung ausreicht (Minute 10:55). Ein weiteres Beispiel: Ein Kompriband kann für den Giebelanschluss geeignet sein. Hier muss jedoch die Anpressplatte so angebracht werden, dass die Unebenheiten des Mauerwerks ausgeglichen werden (Minute 11:30).

    Montageschaum ist undicht: Schaum ist für die Luftdichtheit nicht geeignet

    Ab Minute 12 sprechen wir darüber, dass Schaum nicht luftdicht ist. Dennoch wird dieser immer wieder gerne auf der Baustelle eingesetzt. Dazu sagt die Luftdichtheitsnorm: Nein, Schaum ist nicht luftdicht.

    Verarbeitungstipps

    Klammerabstand einhalten, Klebebänder anpressen, auf Verarbeitungstemperatur achten: Die DIN 4108-7 gibt konkrete Verarbeitungshinweise. Zudem empfiehlt sie, die Verarbeitungshinweise der jeweiligen Hersteller gründlich zu lesen.

    Haftmindernde Stoffe? Haltet eure Untergründe sauber

    Die Norm spricht von „haftmindernden Stoffen“ wie Trennmittel oder Staub (Minute 14). Sie weist darauf hin, dass Untergründe vor der Verarbeitung sauber sein sollten und dass manche Materialien leicht fettig sind – beispielsweise Fenstergummis.

    Klebeband und sägeraues Holz: bitte primern

    Ein Klebeband direkt auf sägerauem Holz zu kleben ist nicht 100 % sicher. „Das bisschen Kleber reicht nicht aus, um Berg und Talfahrt bei sägerau zu überbrücken“ sagt Holger und führt das ab Minute 16 der aktuellen Folge aus. Also hier bitte Primer zur Vorbehandlung verwenden oder eine Klebemasse.

    Anpressdruck und Klebekraft

    Je mehr ihr anpresst, desto besser hält die Verbindung; Klebebänder sollten spannungsfrei verklebt werden – die Luftdichtheitsnorm gibt einige Hinweise zu Klebeverbindungen. Sie verweist auch darauf, den Hersteller bei Fragen zu kontaktieren. Hier der Appell von Holger Merkel: Ruft nicht an, sondern lasst euch die Informationen schriftlich geben. Bei pro clima beispielsweise könnt ihr die Technik-Hotline via E-Mail fragen: [email protected].

    Perforation durch Verbindungsmittel?

    Mit „Perforation durch Verbindungsmittel“ weist die Norm darauf hin, dass beispielsweise der Einfluss von Tackerklammern – also das Durchlöchern – für die luftdichte Ebene unbedeutend ist. Sie müssen somit nicht abgeklebt werden. Stiftförmige Verbindungsmittel wie Nägel müssen jedoch abgeklebt werden. Holger erklärt an einem Fall ab Minute 8, wie es nicht geht.

    Ihr werdet sie lieben: Grafiken in der DIN 4108-7

    Die Norm besteht nicht nur aus Texten, sondern auch aus anschaulichen Grafiken. Sie zeigt unter anderem, wie Fensteranschlüsse fachgerecht ausgeführt werden.

    In der DIN 4108-7 stehen viele Punkte, die später in anderen Regelwerken aufgenommen wurden: beispielsweise in der berühmten RAL Fenstermontage.

    Wir sind begeistert von der Luftdichtheitsnorm DIN 4108-7. Denn wer sie kennt, vermeidet Bauschäden und trägt einen Teil dazu bei, die Baukultur zu verbessern.

    Falls ihr Teil 1 der Folge noch nicht gehört habt, schaut rein:
    https://luftdichtheit-geprüft.de/podcast/luftdichtheitsnorm-din-4108-7-praktische-hinweise-die-die-planung-vereinfachen/. Falls ihr noch Fragen habt, dann kommentiert oder schreibt uns.

    Ansprechpartner bei Fragen zu Leckagen, Luftdichtheit und Blower-Door-Tests:
    Holger Merkel: ︎ 0171 706 1344 | [email protected] oder
    Dirk Kabisch ︎ 07272-927385 | [email protected]

    Ansprechpartner bei Fragen zum Podcast und Luftdichtheit:
    Heide Merkel 0151 649 33058 | [email protected]

    Übersicht der Folge

    00:00 Intro
    01:57 Kreppbänder und Plastikfolien als Luftdichtheit – leider wahr
    03:54 Verarbeitungsrichtlinien
    04:43 Material für Luftdichtheitsbahnen
    07:04 Plattenmaterialien
    10:20 Dichtungsmaterialien
    12:00 Montageschaum ist undicht
    14:00 Untergründe
    18:00 richtig Kleben

    Shownotes

    Luftdichtheitssnorm 4108-7: Wer sie beachtet, vermeidet Bauschäden (Fachartikel)
    https://luftdichtheit-geprüft.de/2019/04/luftdichtheitssnorm-4108-7/

    DIN 4108-7:2011-01 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 7: Luftdichtheit von Gebäuden – Anforderungen, Planungs- und Ausführungsempfehlungen sowie Beispiele
    https://www.beuth.de/de/norm/din-4108-7/136819094

    Luftdichtheitsnorm DIN 4108-7: praktische Hinweise, die die Planung vereinfachen
    https://luftdichtheit-geprüft.de/podcast/luftdichtheitsnorm-din-4108-7-praktische-hinweise-die-die-planung-vereinfachen/

    Undichte Fenster: Gründe, Dramen und Lösungen

    " rel="noopener noreferrer">https://luftdichtheit-geprüft.de/podcast/undichte-fenster-blower-door-wissen-17/

    14 Baunormen: veraltet oder praktisch für die Baustelle?
    " rel="noopener noreferrer">
    https://luftdichtheit-geprüft.de/podcast/14-baunormen/

    11 Luftdichtheit und Feuchteschäden an Gebäuden: War früher wirklich alles besser?
    https://luftdichtheit-geprüft.de/podcast/podcast-11-frueher-alles-besser/

    12 Luftdichtheit: So sind 100 % möglich – Pfuschen ist keine Option mehr
    https://luftdichtheit-geprüft.de/podcast/luftdichtheits-argumente/

    2 Jahre Klebenorm DIN 4108-11: Was hat’s Handwerkern und Planern gebracht?

    https://blog.proclima.com/de/2020/10/achtung-klebeband-norm/

    Schluss mit den Klebeband-Mythen: So funktionieren sie und daran erkennt man die Richtigen
    https://blog.proclima.com/de/2017/03/bauradio-klebeband/

    Kommende Seminare, Online-Seminare und Vorträge mit bionic3 | Holger Merkel:

    Blower-Door-TÜV-Intensivseminar in Nürnberg mit Zertifizierungs-Option
    Donnerstag, 15. April + Freitag, 16. April 2020 in Nürnberg, 805 Euro zzgl. MwSt.
    https://akademie.tuv.com/weiterbildungen/blower-door-messdienstleister-tra-491005

    Blower-Door-TÜV-Intensivseminar in Köln mit Zertifizierungs-Option
    Dienstag, 4. Mai + Mittwoch, 5. Mai 2020 in Köln, 805 Euro zzgl. MwSt.
    https://akademie.tuv.com/weiterbildungen/blower-door-messdienstleister-tra-491005

    Webinar: DIN 4108-7 in der praktischen Anwendung. Typische Fehlerquellen und deren Vermeidung
    19.05.2021 | 13:00–14:30 Uhr | online
    https://www.reguvis.de/de/veranstaltung/webinar-din-4108-7-in-der-praktischen-anwendung-typische-fehlerquellen-und-deren-vermeidung-188793/

    Online-Seminar: Luftdichtheit richtig kontrollieren: Die wichtigsten Gründe für Blower-Door-Tests
    24.06.2021 | 13 Uhr und 16 Uhr – jeweils 45 Minuten
    https://de.proclima.com/service/seminare/online-seminare/blower-door-grunde

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    Der Beitrag Perfektes Material für die Luftdichtung: Das sagt die Luftdichtheitsnorm DIN 4108-7 | #19 Podcast erschien zuerst auf Luftdichtheit geprüft.

    26 min

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