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Der Beitrag Wir sind umgezogen: Alle Shownotes auf luftdichtheit-geprueft.de erschien zuerst auf Luftdichtheit geprüft.
Die Luftdichtheitsnorm DIN 4108-7 ist toll. Sie ist eine der anwenderfreundlichsten Normen überhaupt. Das sagt auch mein pro clima Kollege Michael Förster, der regelmäßig in Normausschüssen mitarbeitet und auch bei dieser Norm mitgewirkt hat.
Normen haben den Ruf, trocken und verstaubt zu sein. Sind sie nicht immer, wie wir euch in Folge 14 zeigen. Die Luftdichtheitsnorm gibt viele praktische Tipps – wenn ihr euch mit dieser befasst, wisst ihr fast alles zum Thema Luftdichtheit. Es ist eine Norm, die konkrete Handlungsanweisungen und Tipps für Planung und Umsetzung gibt.
In dieser Folge beschäftigen wir uns damit, was die DIN 4108-7 für die Planung der Luftdichtheit empfiehlt. Wir fassen euch die wichtigsten Punkte zusammen und untermauern sie mit Beispielen – auch mit negativen: Was passiert, wenn die Empfehlungen der Norm ignoriert werden?
!! Achtung: richtige Ausgabe der Norm kaufen: Ausgabe 2011 !!
Die Norm 4108-7:2011-01 kann beim Beuth-Verlag als PDF erworben und heruntergeladen werden. Wichtig ist, dass ihr euch mit der Ausgabe aus dem Jahr 2011 beschäftigt. Was im Internet kostenfrei zu finden ist, ist meist illegal – und außerdem oft die falsche Version. Hier die richtige:
https://www.beuth.de/de/norm/din-4108-7/136819094
Gebäudehülle? Was ist das denn? Viele sprechen von Winddichtheit, meinen jedoch Luftdichtheit. Diese zwei Begriffe werden öfter verwechselt, die DIN 4108-7 hilft, dies konkret zu unterscheiden. An die Luftdichtheit werden größere Anforderungen gestellt als an die Winddichtheit.
Hier unsere kleine Merkhilfe:
Luftdichtheit =in der Regel: raumseitig, auf der Innenseite der Dämmung
Winddichtheit =Außendichtung bzw. Witterungsschutz
—> Luftdichtheit + Winddichtheit = Gebäudehülle
Die DIN 4108 empfiehlt bei der Planung die Art und Lage der Luftdichtheit zu definieren, sie ist meistens raumseitig der Dämmung anzuordnen und Versprünge sind zu vermeiden.
Also fragt euch: Wie ist die Luftdichtheitsebene geführt? Wo geht die luftdichte Ebene entlang?
Es hört sich einfach an, wird oft falsch gemacht: beispielsweise im Bereich der Fenster. Hier ist die Luftdichtheitsebene oben oft weiter außen als im unteren Bereich. Somit entsteht auch ein Versprung. Mehr dazu in unserer Folge 17: Darum zieht es immer an Fenstern.
Bei Sub-and-Top-Verlegung bei der Dachsanierung wechselt die Luftdichtheitsebene in jedem Gefach von innen nach außen und wieder zurück. Zusätzlich müssen die Anschlüsse richtig verarbeitet werden.
Es kann alles perfekt sein und doch noch schief gehen, wenn der Bauablauf nicht beachtet wird. So warnt auch die Norm davor, die Luftdichtungsebene Wind und Wetter auszusetzen. Das kann passieren, wenn beispielsweise die luftdichte Ebene fertiggestellt ist, jedoch die Fenster fehlen.
Während der Bauphase sollte generell nicht zu viel Feuchtigkeit bzw. relative Luft produziert werden. Der Holzbau hat aufgrund des hohen Vorfertigungsgrads Vorteile. Aber auch hier kann es zur Baufeuchte kommen, wenn beispielsweise der Estrich aufgegossen wird und es draußen Minusgrade hat (mehr dazu ab Minute 16:15).
Dampfbremse und Luftdichtungsschicht sind meist eine Funktionseinheit. Das sagt die Norm. Jedoch kann man diese Begriffe auch trennen. Zum Beispiel ist eine verputzte Heraklithplatte luftdicht, hat aber für manche Konstruktionen einen zu geringen sd-Wert. Früher konnte man das mit einer Dampfbremstapete lösen. Leider gibt es die nicht mehr.
Weiteres Beispiel: Wenn die Dampfbremsbahn nicht luftdicht verarbeitet ist, reicht es aus, die Gipskartonebene luftdicht auszubilden.
Holger spricht ab Minute 6:40 über einen Altbau, bei dem die Luftdichtung nicht richtig ausgeführt wurde.
Die DIN 4108-7, die Luftdichtheitsnorm, spricht nicht spezifisch über ein „Luftdichtheitskonzept“. Aber die Norm gibt so viele konkrete Handlungsanweisungen, sodass schnell klar wird, dass ein durchdachtes Konzept Sinn macht. Der Begriff Luftdichtheitskonzept hat sich erst nach Überarbeitung der Norm 2011 entwickelt (ab Minute 12).
Die Luftdichtheitsnorm benennt konkret, welches Material zur Erstellung einer Luftdichtheit geeignet ist, so zum Beispiel:
Geeignet sind: Holzwerkstoffplatte
Ungeeignet sind: Holzfaserplatte
auch ungeeignet: Montageschaum
Die Norm ist ein gutes Nachschlagewerk, weil viele Grafiken Hilfestellungen geben, beispielweise: Wie funktioniert Luftdichtheit im Holzbau oder beim Massivbau. Wir haben zwei Folgen darüber aufgenommen, wann es nicht funktioniert und wie ihr das ändern könnt:
In der 2001er-Ausgabe der Luftdichtheitsnorm lag der Grenzwert bei 3 und jetzt bei 3,0. Mehr dazu im Podcast (ab 10:30 min).
Aktuell liegen die Grenzwerte n50 = 3,0 bei Neubau oder bei Sanierung
n50 = 1,5 bei ventilatorgestützter Lüftung. Wobei die Norm hier den Wert von 1,0 empfiehlt.
Ab 2011 spricht die Norm erstmals von q50 (Anf. an Hüllfläche) 3,0 (mit + ohne kontrollierter Wohnungslüftung). Mehr darüber im Podcast.
Die Norm weist darauf hin, dass auch bei Einhaltung der Grenzwerte lokale Fehlstellen möglich seien. Damit unterstützt die Norm die Aufklärungsarbeit, dass eingehaltene Werte nichts über das Potenzial der Schadensfreiheit eines Gebäudes aussagen. Wir finden, dass ein n50-Wert von 3,0 so schlecht geplant und verarbeitet ist, dass man es fast schon lassen kann.
Die Luftdichtheitsnorm empfiehlt, dass alle Gewerke miteinander sprechen und sich abstimmen. In der Realität ist das schwierig, daher übernehmen oft Bauleiter*innen oder Energieberater*innen diese Aufgabe.
Das gewerkeübergreifende Arbeiten ist bei der luftdichten Ebene besonders wichtig, da oft nachträglich noch Durchdringungen notwendig sind. Beispielsweise weil noch Rohre oder Kabel verlegt werden müssen.
In unserer zweiten Podcastfolge „Stoppt den Kabelsalat“ und im Bauradio haben wir über Baustellensituationen gesprochen, vor der die DIN 4108-7 warnt: Durchdringungen, Kabel und nachträgliche Beschädigung der Luftdichtheit vermeiden (ab 17:04 min).
Die Norm listet konkret die Punkte auf, die große Schäden verursachen können und wie sie schon bei der Planung vermieden werden können:
In den oben genannten Podcastfolgen listen wir euch konkret alle cleveren Lösungen auf.
Die Norm ist meist Trendsetter
Die DIN 4108-11 hat die gesetzlichen Anforderungen der EnEV beeinflusst.
Es gibt manchmal Baustellen, da ist auch nachträglich die Luftdichtheit nicht mehr zu retten. Hier sagt auch die Norm: Steht auf, wehrt euch, sagt, das ist nicht machbar. Versucht nicht etwas zu retten, das nicht funktioniert. Die Norm liefert euch hierfür Argumente.
Hierzu nennt Holger das Beispiel eines Brettschichtholz-Dramas ab Minute 20:40. Die ganze Feuchtigkeit ist nach oben gewandert und das Brettschichtholz, das normalerweise trocken ist, war komplett verschimmelt.
Die Luftdichtheitsnorm zeigt euch auch, wie ihr perfekte Anschlüsse verarbeitet: spannungsfrei und mit Dehnschlaufe. Wir haben dazu ein Kurzvideo aufgenommen: Luftdichter Anschluss Dampfbremse an Mauerwerksgiebel.
Die Norm empfiehlt, nicht die schmalsten Bahnen zu nehmen, ausreichend überlappend zu arbeiten und einzuputzen. Eine Anpressplatte hingegen ist keine Pflicht.
Keine Belastung bitte!
Auch sollen Zugkräfte auf Klebeverbindungen gemieden werden, wie auflastende Dämmstoffe. Dazu gibt es auch hilfreiche Interviews:
Bei nicht ausgebauten Dachböden wird manchmal an der Lattung gespart. Bei Sturm kann dadurch die luftdichte Ebene zerstört werden (Minute 24). Wind generell hat großen Einfluss und kann auf die innere Folie drücken. Daher: Denkt an die mechanische Sicherung!
Weitere sehr hilfreiche Tipps und Empfehlungen der DIN 4108-7 bezüglich des Mauerwerks:
Holger erzählt über ziehende Reihenhäuser (24:43 min), weil die Trennwände Hohlräume hatten, aber keine luftdichten Elektroinstallationen.
Beim Holzrahmenbau gilt dasselbe: Innenwände im Dachgeschoß, die die luftdichte Ebene durchdringen, müssen oberseitig durch einen Folienstreifen abgedeckt werden. Alternativ kann die OSB-Platte beidseitig mit dem oberen Rähm verklebt werden. Was sich kaum jemand vorstellen kann: Es zieht durch den Spalt zwischen OSB und KVH.
Das waren nur die wichtigsten Empfehlungen, die wir rausgepickt haben. Wir hoffen, ihr seid jetzt auch begeistert und stürzt euch auf die Norm, hier könnt ihr sie kaufen: https://www.beuth.de/de/norm/din-4108-7/136819094
In der kommenden Folge 19 geht es um Materialen, die verwendet werden können und wie diese verarbeitet werden.
Shownotes: Links und Quellen zur Podcastfolge
DIN 4108-7:2011-01
Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 7: Luftdichtheit von Gebäuden – Anforderungen, Planungs- und Ausführungsempfehlungen sowie Beispiele
FLIB- Luftdichtheitskonzept
0:00 Intro
02:00 kostenfreier Download der DIN 4108-7? Nein.
02:35 Luftdichtheit vs. Winddichtheit
05:00 Luftdichtheitskonzept zum Download
08:00 Grenzwerte
18:00 Durchdringungen
23:00 Klebekraft lässt nach
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Holger Merkel: ︎ 0171 706 1344 | [email protected]
Dirk Kabisch ︎ 07272-927385 | [email protected]
Heide Merkel 0151 649 33058 | [email protected]
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oder direkt mit Holger Merkel über LinkedIn und Xing
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Der Beitrag Luftdichtheitsnorm DIN 4108-7: praktische Hinweise, die die Planung vereinfachen erschien zuerst auf Luftdichtheit geprüft.
Fenster nach RAL einbauen und dann ist alles gut. Das denken die meisten. Auch viele Verarbeiter und Fensterbauer glauben, dass sie nach Norm und nach RAL die Fenster fachgerecht eingebaut haben – trotzdem klagen viele Nutzer und Bewohner, dass es unangenehm zieht: vor allem, wenn sie neben einem Fenster sitzen.
In dieser Luftdichtheit-geprüft-Folge zeigen wir euch die typischen Stellen an undichten Fenstern. Zudem gibt euch Holger Merkel Tipps, wie Fenster möglichst dicht angeschlossen werden. Das bedeutet, die gute Nachricht zuerst: Dichte Fenster sind möglich.
Wenn wir von undichten Fenstern sprechen, gibt es zwei Bereiche, die wir unterscheiden:
1. Das Fenster ist schon vor dem Einbau undicht: Es gibt Probleme bei der Fuge bzw. Dichtung zwischen Fensterflügel und Fensterrahmen.
2. Das Fenster wird nicht richtig eingebaut und/oder auch nicht fachgerecht an die anliegenden Bauteile angeschlossen.
Hier die schlechte Nachricht: Es gibt viele Fenster, bei denen die Dichtungen schon bei der Herstellung nicht richtig dicht sind. Vor allem bei Kunststofffenstern können einige Probleme auftauchen. Holzfenster haben den Vorteil, dass das Rahmenprofil in der Regel keine Hohlräume aufweist.
Holger sagt dazu:
„Das ist eine typische Stelle, die bei der Leckagesuche während eines Blower-Door-Tests auffällt. Die Leckage wirkt sich nicht groß auf den Messwert, also auf die Luftwechselrate, aus. Auch die Bauschadensgefahr ist sehr gering, da die Luft direkt wieder rausströmt.“
Holger Merkel, Blower-Door-Messdienstleister und LuftdichtheitsexperteEisenteile und Beschläge müssen in richtiger Position sein, damit der Anpressdruck ausreicht und die Fenster dicht sind. Vor der Fertigstellung wird dies auch gemacht. Aber manchmal kommt Holger zu Blower-Door-Tests, bei denen die Fenster ziehen, da sie nicht eingestellt sind. Das verschlechtert radikal das Ergebnis und kann dazu führen, dass das ganze Gebäude durchfällt. Daher: Lieber den Blower-Door-Test verschieben, bis alles eingerichtet ist.
Glashalteleisten von Fenstern sind eine beliebte Stelle von Blower-Door-Messdienstleistern, wenn sie nach Leckagen suchen. Egal ob Holz, Alu oder Kunststoff, meist zieht es einfach durch. Holger erzählt ab Minute 4:26 ein trauriges Beispiel einer Passivhaussiedlung:
Die sieben Passivhäuser erreichten direkt nach der Fertigstellung einen n50-Wert von 0,3. Ein Jahr später jedoch zog es und die Bewohner froren. Holger wurde angerufen und wiederholte den Blower-Door-Test. Inzwischen war der n50-Wert bei 0,6 und 0,7. Obwohl die Luftwechselrate im Vergleich zu anderen Bauarten immer noch sehr gut ist: bei Passivhäusern entscheidet jedoch dieser kleine Unterschied . Schließlich wird hier mit einer dichten Gebäudehülle und mit weniger Heizenergie kalkuliert. Ein Gebäude gilt schon ab n50 = 0,6 als Passivhaus. In diesem Fall half das dennoch nichts: Die Glasleisten der Kunststofffenster hatten sich so verzogen, dass es ungemütlich wurde.
Ein weiteres Beispiel ist ein Haus mit Lüftungsanlage: Aufgrund der vielen Undichtheiten zwischen Glasleisten und Festverglasungen schaffte das Gebäude nicht den geforderten n50-Wert. Daher mussten alle Fenster nachgebessert werden. (Minute 3:59)
Holger weist auf eine weitere typische Undichtheit hin (Minute 6:31): Wenn der Fensterflügel sich beim Schließen absenkt, entsteht im oberen Bereich ein Loch. Dies wird durch die Dichtung meist nicht abgedeckt. Auch hierzu hat Holger ein Praxisbeispiel: Das Loch in einem Passivhausfenster war so groß, dass man direkt ins Freie schauen konnte. Passivhausfenster sind normal sehr hochwertig und dicht. Dennoch passieren auch hier Fehler. Das zeigt, wie herausfordernd das Thema Fenster und Fenstereinbau ist.
Beim Übergang von Riegeln zu den Pfosten zieht es oft rein, aber auch beim gesamten Anschluss.
Holger Merkels These ist: Alle sprechen über RAL-Einbau, aber kaum jemand macht es richtig. Er nennt als Beispiel einen Fensterbauer, der das Fenster mit einem Klebeband an einen Hochlochziegel (Poroton) angeschlossen hat und damit sein Gewerk für abgeschlossen hielt (7:28 min).
Laut DIN 4108-7, also der Luftdichtheitsnorm, ist die Verwendung von Schaum als Luftdichtheitsebene oder Anschluss nicht korrekt. Es gibt inzwischen Bauschaum, der als luftdicht deklariert wird – solange man diesen nicht abschneide. Realität auf der Baustelle: Schaum geht schnell, wird also gern eingesetzt und der Überstand einfach abgeschnitten. Somit wird der Traum vom schnellen Arbeiten später eventuell ein Albtraum für Nutzer und Bewohner der Häuser.
Ein Fenster mag gerade sein, ein Haus ist es oft nicht. Daher werden als Hilfen Klötze und Winkel eingesetzt. Genau an diesen Stellen zieht es dann, weil eine Leckage entsteht. Wichtig: Hier nochmal überkleben.
Kompribänder werden oft falsch verarbeitet. Häufig wissen die Verarbeiter nicht, wie weit sie gedehnt werden dürfen. So werden diese häufig in Eckbereiche hineingezogen, was den Querschnitt des Bandes verändert. Meist entsteht daher ein Loch im Eckbereich. Übergänge sind generell schwierig. Hier hilft nur: Verarbeitungshinweise lesen und sorgfältig verkleben. Der Fehler liegt meist nicht beim Kompriband, sondern beim Verarbeiter.
Bei bodentiefen Fenstern werden die Anschlüsse oft nicht überklebt – sie sind durch Winkel unterbrochen. Das fällt meist nicht auf, weil der Estrich bereits verlegt wurde. Dennoch zieht es und kann zu Bauschäden führen. Ein Beispiel (12:31 min): Die warme Luft von innen strömte durch die Fensterecke nach außen, kondensiert und es entsteht Schimmel.
Klebebänder sind die Empfehlung von Holger Merkel für den fachgerechten Anschluss der Fenster. Dabei ist wichtig, dass die Klebebänder nicht zu weit außen angeklebt werden (also nicht am kältesten Punkt des Fensters). Bei Kunststofffenstern entsteht dieser typische Fehler: Oben wird weiter innen verklebt, unten weiter außen und somit entsteht ein natürliches Loch in den Ecken. Daher zieht es oft durch Fensterecken.
Immer wieder wird in Küchen statt einer Fensterbank die Arbeitsplatte so eingebaut, dass diese die Fensterbank ersetzt. Dabei wird häufig der luftdichte Anschluss vergessen, weshalb es dann unter der Arbeitsplatte durchzieht.
Bei Dachflächenfenstern lastet der Dämmstoff meist auf dem Klebeanschluss. Nach der Norm ist das unzulässig und es hält in den seltensten Fällen. So kann es zu Löchern kommen.
Es gibt den Mythos, dass eine Überdruckmessung bei Blower-Door-Tests die Fenster dichter macht, weil die Luft die Fenster in die Dichtung drückt. Holger sagt dazu: So ein schlechtes Fenster ist ihm lange nicht begegnet, dass ein Überdruck tatsächlich die Luftwechselrate verbessern würde.
Laut neuer Blower-Door-Norm nach dem GEG sind Überdruck- und Unterdruckmessungen Pflicht. Somit kann dieser Trick auch nicht mehr angewendet werden. Dazu haben wir auch eine Podcastfolge aufgenommen: Achtung, das GEG kommt.
Es gibt Menschen, die sagen: Früher war alles besser, da waren auch die Häuser noch nicht luftdicht gebaut. Doch zugige Fenster sind ein Beweis, dass es unangenehm ist, wenn es zieht. Wenn ihr mehr über fehlende Luftdichtheit und Feuchteschäden an Gebäuden wissen wollt, hört mal in diese Folge rein: Die Wahrheit über Luftdichtheit.
Überblick der Episode:
00:00 Intro
00:33 Bereiche, in denen etwas schief gehen kann: Beim Fensterflügel und Rahmen sowie beim Einbau
07:28 Jeder redet über RAL-Fenstereinbau – aber wer kann es wirklich?
09:00 Luftdichter Schaum – Traum oder Albtraum?
13:00 Tipps und Fehler mit dem Klebeband
16:42 Dachflächenfenster
Shownotes
Kontakt Holger Merkel: [email protected] | Mobil: 0171 706 1344 | https://bionic3.de
Bilder undichter Fenster
Fensteroptimierung bei Villa Streccius: „Auch mit strengen Denkmalschutzauflagen kann die Energieeffizienz verbessert werden“
(Fachartikel): Die Bedeutung der Luftdichtung für Passivhäuser
Kommende Seminare mit Holger Merkel
Webinar: Achtung, neue Norm für Blower-Door-Tests: Wann wird wie gemessen? Typische Fallen im Sachverständigengutachten
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Der Beitrag Undichte Fenster: Gründe, Dramen und Lösungen erschien zuerst auf Luftdichtheit geprüft.
Winzig und ganz oben im Gebäude – diese Kombination bei Leckagen in der Luftdichtung ist explosiv. Denn auch wenn die Leckage winzig ist: Sitzt die Undichtheit an einer ungünstigen Stelle der Konstruktion, kann es zu üblen Bauschäden kommen. Der bauphysikalische Hintergrund: Warme Luft strömt durch die Konstruktion, wird abgebremst und kondensiert. Zu viel Feuchtigkeit in der Konstruktion kann zu Schimmel oder zur Vermorschung führen. In Folge 16 von Luftdichtheit geprüft sprechen wir (Holger und Heide Merkel) darüber, dass auch kleinste Leckagen große Schäden verursachen können.
In den Blower-Door-Normen DIN EN 13829 und DIN ISO 9972 steht, dass Messdienstleister das Gebäude nach Leckagen durchforsten und diese anschließend im Prüfbericht dokumentieren sollen. Aber: Ab wann eine Leckage als groß definiert ist, das steht nirgends. Die DIN EN 138 29 gilt noch, wenn nach EnEV gemessen wird, die DIN ISO 9972:2018 gilt als richtige Norm, wenn das Gebäude nach dem Gebäudeenergiegesetz GEG bilanziert wurde. Obwohl lange am GEG gefeilt und auch der nationale Anhang die ISO 9972 inhaltlich fast über den Haufen geworfen hat, wurde das Leckagenthema nicht näher definiert.
Vor ein paar Jahren war ich bei einer Mitgliederversammlung des Fachverbands Luftdichtheit im Bauwesen e.V. Dort wurde festgestellt, dass es keine Definition von „großer Leckage“ gibt. Auch wurde anhand von Leckagen-Bilder diskutiert, was nun als groß oder klein gilt. Die verschiedenen Meinungen zeigten, dass es wirklich undurchsichtig und schwierig ist. Es entstanden Arbeitsgruppen und schließlich ein Forschungsvorhaben zu genau diesem Thema.
Dieses Vorhaben habe ich etwas begleitet, indem ich mit dem Forschungsleiter Dr. Klaus Vogel und mit Mitgliedern der Arbeitsgruppen gesprochen habe. Dabei sind u. a. auch Interviews entstanden:
Hier spreche ich mit Thomas Kretzschmar über die Schwierigkeit einer Definition:
Hier ein Interview mit Dr. Klaus Vogel auf der Blower-Door-Tagung in der Schweiz im Jahr 2015: Gefährliche Leckagen: Bewertung von Fehlstellen in Luftdichtheitsebenen
Auf der BAU 2017 traf ich Dr. Klaus Vogel wieder und wir sprachen über das Ergebnis des Forschungsberichtes. Der Bericht kann inzwischen auch kostenfrei heruntergeladen werden: hier.
Eine strikte Definition, wann eine Leckage nun groß ist, gibt es weiterhin nicht. Aber der Bericht zeigt, welche Leckagen eher einen großen Schaden anrichten.
Holger hat den Forschungsbericht gelesen und sein Team und er lösen diese Normlücke seit Jahren wie folgt: Sie dokumentieren alle Leckagen, die potenziell einen Bauschaden verursachen können – unabhängig von der Größe.
Ab Minute 7 erklärt Holger, warum die Leckagen im oberen Teil des Gebäudes gefährlicher sind als im unteren Teil. Er spricht von der druckneutralen Zone bzw. dem Kamineffekt. Die Grafik von pro clima könnt ihr euch dazu hier herunterladen: kostenloser Download.
Holger hat diese Grafik auch in einem Fachartikel in der Fachzeitschrift „der Bauschaden“ erklärt:
„ Oft sind es die kleinen, übersehenen Fehlstellen in Planung oder Ausführung, die zu einem Bauschaden führen. Liegen diese oberhalb der druckneutralen Zone, also im oberen Teil des Gebäudes, ist erhöhte Vorsicht geboten. Strömt es zum Beispiel an Elektroinstallationsdosen der Innenwände im Dachgeschoß, ist es oft ein Hinweis darauf, dass der Mauerkopf nicht abgedeckt wurde bzw. die Holz- oder Trockenbauwand ohne obere Abklebung in die Dämmebene läuft. Hierbei ergibt sich im Winter eine kontinuierliche Strömung von warmer, feuchter Luft mit eventueller Kondensation und Durchfeuchtung des Bauteils.“
Beschreibung des bauphysikalischen Effekts „Kamin-Effekt“ bzw. druckneutrale Zone
Diesen Fachartikel könnt ihr komplett in unserem Luftdicht Blog kostenfrei lesen – zudem ist dort auch das Original-PDF-verlinkt. Hier geht’s zum Artikel: klick.
Bei Luftdichtheit geprüft – Klartext zu Luftdichtung und Qualität am Bau spricht Holger immer wieder über folgendes Horrorbeispiel: Eine fehlende kleine Abklebung führte dazu, dass eine Attika zusammenbrach. Der komplette Fachartikel dazu erschien zuerst in der Holzbau-Zeitschrift Mikado. Anschließend haben wir ihn in unserem Blog gepostet: hier.
Oft wird bei Trennwänden aus Hochlochziegeln die Mauer oben nicht abgedichtet, obwohl es die Luftdichtheitsnorm 4108-7 verlangt. Konsequenz: Luft strömt durch die Elektroinstallationsdosen, geht nach oben und kondensiert. Mehr dazu ab Minute 7 im Podcast.
Auf trockenes gehobeltes Holz (Konstruktionsvollholz) wird OSB genagelt. Hier entsteht ein Schlitz. Dieser wird oft nicht abgedichtet. Resultat: es zieht und kondensiert.
Wenn die Innendämmung nicht luftdicht angeschlossen ist und die Außenwand hinterströmt wird, kondensiert es an der kalten, alten Bestandswand und es können z. B. beim Fachwerk die Schwellen zusammenfaulen.
Hier im Blog dokumentiert Holger Leckagen, erklärt die Ursache und die Lösung.
Wer kleine Leckagen entdecken will, sollte sich vorher mit der Konstruktion auseinandersetzen. Darüber sprechen wir ab Minute 6. Wie ist das Haus gebaut? Welche Bauteile treffen aufeinander? Haben die Steine Hohlräume? Jede Bauweise (Massiv- bzw. Holzbau) hat seine Tücken. Dazu haben wir jeweils eine Podcastfolge aufgenommen: „Mauerwerk ist undicht?! Echt jetzt? – Folge 5“
Wenn ein kleines Loch in der Wand klafft, kühlt in diesem Bereich die Oberfläche ab. Die Röhre die entsteht, wird meist sogar trockener, weil die Luft durchströmt. Sobald jedoch an der Außenseite beispielsweise eine Folie herunterhängt, kondensiert es. Das bedeutet: Das Abbremsen des Luftstroms ruft das Kondensat und dann den Bauschaden hervor. Wenn die Luftströmung ungehindert ins Freie fließen kann, dann passiert meist nichts – außer, dass es zieht. Daher entstand auch der Mythos „Früher war alles besser“. Dazu mehr in der Podcastfolge Nummer 11 „Die nackte Wahrheit zu Luftdichtheit und Feuchteschäden an Gebäuden: war früher wirklich alles besser?“
Da auch kleinste Leckagen große Schäden verursachen können, ist ein guter n50-Wert keine Garantie für Bauschadensfreiheit.
Diese Leckagen entstehen, wenn die Luftdichtheitsnorm 4108-7 nicht beachtet wird. Wie gut und anwenderfreundlich sie ist, hat auch mein pro clima Kollege Michael Förster in Folge 14 erzählt. Meist sind die kleinen Leckagen Planungsfehler. Daher die Empfehlung: Luftdichtheitskonzept erstellen und genau die Durchdringungen und Anschlüsse beachten.
Besonders wichtig ist eine Planung bei herausfordernden Konstruktionen wie Innendämmung der Außenwand und Flachdach in Holzbauweise.
Wie ihr Leckagen vermeidet – dazu hat Holger mit unserem Kollegen Jens Lüder Herms einen Fachartikel geschrieben, den es auch als Blogserie bei pro clima gibt: Anschlüsse clever und gut lösen (1/8) – Typische Leckage: Kabeldurchdringungen bei Elektroinstallationen. Zudem habe ich mit Holger dazu eine Bauradio-Folge aufgenommen: Stoppt die Löcher in der Gebäudehülle – Hilfe bei Kabelalarm
Das Fazit dieses Artikels und unserer Podcastfolge: Achtet nicht nur auf große Leckagen. Wenn ihr Luftundichtheiten bewertet, beachtet auch kleinere und vor allem die Lage. Dazu solltet ihr die Konstruktionsdetails durchdenken. Wenn ihr diese Punkte beachtet, vermeidet ihr Bauschäden und Ärger. Oder anders: Wenn ihr auf kleine Details achtet – was etwas mühsam sein kann – habt ihr glückliche Auftraggeber, langhaltende Konstruktionen und viel Freude.
00:00 Intro
00:54 Es gibt keine Definition zu kleinen oder großen Leckagen
01:04 Was die Blower-Door-Normen zu Leckagen sagen
03:19 Forschungsbericht zu Leckagen
05:05 Die Gefährlichkeit einer Leckage hängt vom Ort ab
06:30 Know-how zum Entdecken kleiner, gemeiner Luftundichtheiten
07:16 Die druckneutrale Zone
07:45 Schreckens-Beispiel: Innenwand mit Hochlochziegel wurde nicht richtig angeschlossen. Schaden: Es kondensierte.
09:03 Beispiel Holzrahmenbau mit KH
09:38 Holgers Lieblingsbauschaden: Zusammenbruch einer Attika durch kleines Vergessen
11:36 Die Normen sprechen nicht über gefährliche Luftundichtheiten
12:27 Wann wirklich die Gefahr eines Bauschadens da ist
13:14 Richtiger Schaden entsteht, wenn der Luftstrom von außen gebremst wird
14:33 Beispiel: Holzdecke und Leckage: Mal gefährlich, mal nicht – druckneutrale Zone ist entscheidend
16:27 Ein guter n50-Wert bei Blower-Door-Tests ist keine Garantie für keinen Bauschaden
17:00 Die Luftdichtheitsnorm 4108-7 hilft bei der richtigen Planung und Verarbeitung
17:23 Luftdichtheit für Fortgeschrittene: Innendämmung der Außenwand und Flachdach in Holzbauweise
Kontakt Holger Merkel: [email protected] 0171/706 1344 www.bionic3.de
Kontakt Heide Merkel: [email protected] 06202/2782-56
Kommende Seminare, Online-Seminare und Vorträge mit bionic3| Holger Merkel:
Webinar: DIN 4108-7 in der praktischen Anwendung. Typische Fehlerquellen und deren Vermeidung
19.01.2021 | 10:00–11:30 Uhr
Webinar: Achtung, neue Norm für Blower-Door-Tests: Wann wird wie gemessen? Typische Fallen im Sachverständigengutachten
18.03.2021 | 16:00–17:30 Uhr
Blower-Door-TÜV-Intensivseminar in Nürnberg mit Zertifizierungs-Option
Donnerstag, 15. April + Freitag, 16. April 2021 in Nürnberg, 805 Euro zzgl. MwSt.
Blower-Door-TÜV-Intensivseminar in Köln mit Zertifizierungs-Option
Dienstag, 4. Mai + Mittwoch, 5. Mai 2021 in Köln, 805 Euro zzgl. MwSt.
Webinar: DIN 4108-7 in der praktischen Anwendung. Typische Fehlerquellen und deren Vermeidung
19.05.2021 | 13:00–14:30 Uhr
Lust auf individuelle, unterhaltsame Vorträge und Workshops?
Ihr könnt Holger Merkel auch für eure Veranstaltung und euer Team buchen, schreibt ihm einfach: [email protected] oder ruft im Büro an: 07272-927385.
Ihr findet unseren Podcast auf allen gängigen Podcastplattformen. Wir freuen uns auf eure Rückmeldungen und wenn ihr Blower-Door-Wissen weiterverbreitet.
Spotify
https://open.spotify.com/show/4LB79vuPI4J1xfULwE4OwQ
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https://podcasts.apple.com/us/podcast/id1515799412
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Youtube
https://www.youtube.com/channel/UCQZYtzzaWyoGWeEiBSSIsmA
Webseiten zu Luftdichtheit, Leckagen und Blower-Door
https://bionic3.de Blower-Door-Tests
https://luftdicht-geprüft.de Fachwissen zu Luftdichtheit
https://luftdichtheit-geprüft.de/category/leckagen/ Das Bauportal des Schreckens
https://proclima.de der Hersteller für gute Produkte zur Luftdichtung innen und Winddichtung außen
https://blog.proclima.com Fachwissen dichte Gebäudehülle
Meine weiteren Blogs
https://www.besser-als-marketing.de/
https://www.fit-wie-herkules.de/
https://www.heide-hakt-nach.de/
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Der Beitrag Kleine Leckagen: so gefährlich sind sie für eure Gebäude erschien zuerst auf Luftdichtheit geprüft.
Blower-Door-Messungen bei Wind oder starken Temperaturunterschieden: das ist die Königsdisziplin bei Luftdichtheitsmessungen. In der aktuellen Folge geben wir Tipps, wie Ihr auch bei extremen Wetterbedingungen normgerechte Blower-Door-Tests ausführen und abgeben könnt.
Es stürmt und es hat Minusgrade: Diese zwei Faktoren kombiniert, machen Blower-Door-Tests schwierig. Das stellen auch die Normen (DIN EN 13 829; DIN EN ISO 9972) fest. Sie sagen jedoch nicht, dass es unmöglich ist. So steht beispielsweise in der DIN EN 13829 in Paragraph 5 unter „Wetterbedingungen“ folgendes:
„Es ist unwahrscheinlich, dass eine zufriedenstellende natürliche Druckdifferenz erreicht wird, wenn das Produkt aus der Temperaturdifferenz zwischen innen und außen in K und der Höhe der Gebäudehülle in m größer ist als 500 m · K“
DIN EN 13829 in Paragraph 5Ebenso, wenn die Windstärke 3 Beaufort bzw. 6 m/s übersteigt. Die neue Blower-Door-Messnorm, die durch das GEG in Kraft getreten ist, gibt als Richtwert 250 mK an. Wir haben dazu die Formel aufgeschrieben und ein Rechenbeispiel formuliert:
Der Temperaturunterschied wirkt sich auf die druckneutrale Zone aus, es entsteht ein Kamineffekt: Im oberen Bereich des Hauses entwickelt sich ein Überdruck. Dieser ist stärker, je mehr Leckagen vorhanden sind. Dieses Phänomen haben wir auch in Folge 11 (War früher alles besser – die nackte Wahrheit zu Luftdichtheit und Feuchteschäden an Gebäuden) diskutiert. Dort könnt ihr auch den Fachartikel dazu als PDF herunterladen: https://luftdichtheit-geprüft.de/podcast/podcast-11-frueher-alles-besser/
Bei jedem normgerechten Blower-Door-Test muss die natürliche Druckdifferenz festgestellt werden – sowohl zu Beginn der Messung, als auch am Ende. Das bedeutet: Das Gebläse steht einfach da, ist mit der Haube abgedeckt und dreht sich nicht. Dabei darf die natürliche Druckdifferenz 5 Pascal nicht überschreiten.
Die Normen sagen auch, dass ab Windstärke 3 eine Messung schwierig wird bzw. ab ca. 6 Meter pro Sekunde.
„Schwierig ist, dass der Wind oft unstetig ist. Durch die Schwankungen der Windstärke ist der Druck auch nicht konstant“,
Bauingenieurin Stefanie Rolfsmeier, BlowerDoor GmbHsagt die Blower-Door-Expertin Stefanie Rolfsmeier von der BlowerDoor GmbH. Da sie selbst auf Helgoland lebt und arbeitet, kennt sie die Herausforderungen von Blower-Door-Tests bei Wind.
Wir haben die Ingenieurin und BlowerDoor-Entwicklerin Stefanie Rolfsmeier auf Helgoland besucht und interviewt. In dem Kurzvideo geben Steffi und Holger Tipps zu Messungen bei Wind.
Wir wohnen in der Pfalz – der deutschen Toskana – daher sind stürmische Zeiten eher die Ausnahme. In Küstenregionen hingegen oder am Alpenrand ist es es öfter windig und herausfordernder für Blower-Door-Messdienstleister.
Holgers Tipp Nummer 1 bei Sturm und Wind: „Geht Segeln oder besucht eure Schwiegermutter.“ Denn jede Messung bei starkem Wind bedeutet mehr Aufwand.
Tipp Nummer 2 : „Euer bester Freund ist der Wetterbericht. Bereitet euch richtig auf eure Messungen vor. Wo ist der Wind? Wann kommt das Sturmtief? In welchem Zeitraum könnt Ihr ohne viel Wind messen?“
Tipp Nummer 3: Schaut, wo das Gebäude steht. Ist es ein Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus in einer Wohnsiedlung oder steht es alleine auf einem Hügel oder in einem Industriegebiet?
Es kam schon vor, dass Holger Reihenhäuser gemessen hat – alle Einheiten funktionieren, bis auf das Reihenendhaus – hier peitschte der Wind um die Ecke.
Auf einen Blick: Tipps für Messungen bei starkem Wind
1. Blower-Door-Test verschieben (spart Nerven)
2. Wetterbericht checken: Woher kommt der Wind? Wann kommt das Sturmtief?
3. Gebäudestandort recherchieren: steht es frei oder geschützt?
4. Geschützten Einbauort wählen
5. Bei Software mehr Messpunkte pro Druckstufe einstellen
6. Drehzahl anpassen
7. Software wechseln (z. B. auf Teclog )
Hier nochmal zurück zu Tipp Nummer 1: Falls möglich, verschiebt eure Blower-Door-Tests bei Wind. Oft reicht es auch, zwei Stunden zu warten, um dann entspannt ohne Wind zu messen. Wenn vorher klar ist, dass es die ganze Woche stürmt und der Übergabetermin es zulässt: Es ist immer besser, unter angenehmen Wetterbedingungen zu messen.
Kennt ihr schon unsere Tabelle, die die wichtigsten Änderungen durch das GEG bei Blower-Door-Messungen zusammenfasst? Ihr könnt sie kostenfrei hier herunterladen: bionic3 Blog
Übersicht der Folge 15 von Luftdichtheit geprüft
00:00 Wind als Spaßverderber
02:22 schwierig, aber nicht verboten: BD-Tests bei Wind
03:32 Luftwirbel
05:52 Blower-Door-Fachfrau und Helgoland-Bewohnerin S. Rolfsmeier
06:00 Regionen und Blower-Door-Messungen
07:25 Achtung Wind: Das kann man tun
12:32 Messpunkte verändern
15:13 starke Temperaturunterschiede
16:46 Formel zu Temperaturunterschieden
18:57 Blower-Door-Tests im kalten Winter
21:00 Blower-Door-Messungen sind bei starkem Wind bis zu 40 % ungenau
Shownotes
Grafik: Druckneutrale Ebene von pro clima
4-Minuten Expertenwissen: Messungen bei Wind – mit Stefanie Rolfsmeier (BlowerDoor GmbH)
Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden
DIN EN 13829:2001-02 Wärme-technisches Verhalten von Gebäuden – Bestimmung der Luftdurchlässigkeit von Gebäuden – Differenzdruckverfahren (ISO 9972:1996,modifiziert) (zurückgezogen)
DIN EN ISO 9972:2018-12 Wärme-technisches Verhalten von Gebäuden – Bestimmung der Luftdurchlässigkeit von Gebäuden –Differenzdruckverfahren (ISO 9972:2015)
Übersichtstabelle: EnEV – GEG. Die wichtigsten Änderungen bei den Blower-Door-Normen
Kontakt Holger Merkel: [email protected] 0171/706 1344
Kontakt Heide Merkel: [email protected] 06202/2782-56
Kommende Seminare, Online-Seminare und Vorträge mit bionic3| Holger Merkel:
19.01.2021 | 10:00–11:30 Uhr
Webinar: DIN 4108-7 in der praktischen Anwendung. Typische Fehlerquellen und deren Vermeidung
18.03.2021 | 16:00–17:30 Uhr | online
Webinar: Achtung, neue Norm für Blower-Door-Tests: Wann wird wie gemessen? Typische Fallen im Sachverständigengutachten
Donnerstag, 15. April + Freitag, 16. April 2020 in Nürnberg
Blower-Door-TÜV-Intensivseminar mit Zertifizierungs-Option
Dienstag, 4. Mai + Mittwoch, 5. Mai 2020 in Köln
Blower-Door-TÜV-Intensivseminar in Köln mit Zertifizierungs-Option
Blower-Door-Messungen bei Sturm?! Ja, das ist möglich. Mehr dazu in der aktuellen Podcast-Folge von Blower-Door-Wissen
Lust auf individuelle, unterhaltsame Vorträge und Workshops?
Ihr könnt Holger Merkel auch für eure Veranstaltung und euer Team buchen, schreibt ihm einfach: [email protected] oder ruft im Büro an: 07272-927385
Ihr findet unseren Podcast auf allen gängigen Podcastplattformen. Wir freuen uns auf eure Rückmeldungen und wenn Ihr Blower-Door-Wissen weiterverbreitet.
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https://www.youtube.com/channel/UCQZYtzzaWyoGWeEiBSSIsmA
Webseiten zu Luftdichtheit, Leckagen und Blower-Door
https://bionic3.de Blower-Door-Tests
https://luftdicht-geprüft.de Fachwissen zu Luftdichtheit
https://luftdichtheit-geprüft.de/category/leckagen/ Das Bauportal des Schreckens
https://proclima.de der Hersteller für gute Produkte zur Luftdichtung innen und Winddichtung außen
https://blog.proclima.com Fachwissen dichte Gebäudehülle
Meine weiteren Blogs
https://www.besser-als-marketing.de/
https://www.fit-wie-herkules.de/
https://www.heide-hakt-nach.de/
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Der Beitrag #15 Blower-Door-Test bei schlechtem Wetter, im Winter und bei Sturm – so geht’s trotzdem erschien zuerst auf Luftdichtheit geprüft.
Ein Blick hinter die Kulissen von Normenausschüssen
Die einen schlafen dabei ein, die anderen lieben sie: In dieser Folge geht es um Baunormen. Wir sprechen über ihre Sinnhaftigkeit, dass sie manchmal verstaubt und unverständlich wirken. Wir diskutieren, nach welchen Richtlinien denn nun gebaut werden soll und auch was vor Gericht Stand hält: Empfehlungen der Hersteller, Baunormen oder die allgemein anerkannten Regeln der Technik.
Für diese Folge haben wir einen besonderen Gast, der bei vielen Normen bereits mitgewirkt hat und in vielen Normenausschüssen aktiv ist: Michael Förster, Leiter der pro clima Anwendungstechnik. Der Zimmerer und Bauingenieur gibt uns einen exklusiven Einblick, wie Normenausschüsse funktionieren, wie eine Baunorm entsteht und wieso es manchmal länger dauert.
Woher kommt das schlechte Image von Normen?
Normen sind häufig im Nominalstil formuliert und lesen sich sperrig. Da vergeht so manchem die Lust, sich damit zu befassen. Aber es gibt auch Normen, die sehr praxisorientiert sind, wie die Luftdichtheitsnorm 4108-7. Wer sie durchgearbeitet hat, kennt alle wichtigen Handlungsempfehlungen auf der Baustelle.
Die Abneigung gegen Normen ist nachvollziehbar, schließlich ist es Spezialistenwissen. Wer das Wissen gut aufbereitet haben möchte, findet Infos bei Herstellern wie pro clima oder in gut geschriebenen Fachartikeln.
„Die Luftdichtheitsnorm 4108-7 ist ein Nachschlagewerk für Menschen, die normalerweise nicht so gerne Normen lesen“
Bauingenieur und Zimmerer Michael Förster, Mitglied in nationalen und internationalen NormenausschüssenWieso dauert das so lange mit den Normen?
Manchmal dauert es Jahre, bis eine neue Norm in Kraft tritt. Das liegt daran, dass viele Interessen, Erfahrungen und Wünsche aufeinanderstoßen. Das Ziel einer Norm ist es, einen Mindestandard für gutes Bauen zu schaffen. Michael Förster erzählt im Podcast, wer alles beteiligt ist und wie eine Norm entsteht. Auch, dass Normen nicht in Stein gemeiselt sind und immer wieder aktualisiert werden – das kann jedoch auch Jahre dauern. „Die DIN lässt online abstimmen, ob eine Norm überarbeitet werden muss“, erzählt Michael Förster ab ca. Minute 5 in der aktuellen Folge.
Aus dem Leben eines Normenausschuss-Mitglieds
Wer glaubt, eine Norm wird nur in den Ausschüssen entwickelt, liegt falsch. Es gibt einige Arbeitsgruppen und es wird auch viel digital und zu Hause gearbeitet. Jedes Ausschussmitglied sollte auf dem aktuellen Stand der relevanten Baunormen sein, wissenschaftliche Inputs lesen und regelmäßig bei Sitzungen dabei sein. Michael Förster wirkt in vielen nationalen und internationalen Ausschüssen mit – einerseits ist er dadurch sehr beschäftigt, andererseits immer auf dem aktuellen Stand der Forschung, Handlungsempfehlungen und Entwicklungen im Baubereich. Es reicht nicht, sich nur mit den Normen zu beschäftigen, mit denen man direkt konfrontiert ist, sondern man muss auch andere Normen kennen. Schließlich hängen viele zusammen.
Wer einmal Mitglied ist, sollte auch regelmäßig bei den Ausschüssen dabei sein und auf keinen Fall unentschuldigt fehlen. Jeder unterschreibt eine Verschwiegenheitsvereinbarung- da die Ausschüsse recht groß sind, sickern dennoch immer wieder Informationen durch. Die Norm lebt vom Input der Menschen – je engagierter die Ausschussmitglieder sind, desto schneller kann beispielsweise eine Überarbeitung erfolgen. Es wird viel diskutiert und die Worte sind entscheidend. Damit ein Konsens entstehen kann, wird daher oft eine schwammige Formulierung gewählt.
Lieblingsnormen
Im Podcast sprechen wir auch kurz über Lieblingsnormen: Holgers Lieblingsnorm war bisher die DIN EN 13 289, künftig durch das GEG kommt die DIN EN ISO 9972 dazu. Er erzählt, dass Erfahrungen bei Blower-Door-Tests in die Überarbeitung der Luftdichtheitsnorm eingeflossen sind. Das ist die Lieblingsnorm von Michael.
Michael favorisiert die DIN 4108-7. Er sagt, es sei die anwendungsfreundlichste Norm.
Ich bin fasziniert, dass es die Klebenorm 4108-11 seit zwei Jahren gibt, aber kaum jemand davon weiß. Deswegen habe ich dazu auch Michael Förster für Bauradio interviewt. Das könnt ihr hier hören und schauen: 2 Jahre Klebenorm DIN 4108-11: Was hat’s Handwerkern und Planern gebracht?
Wer hat Recht? Die aktuell anerkannten Regeln der Technik oder die Norm?
Wenn eine Norm im Amtsblatt veröffentlicht wurde, dann hat sie einen sehr starken, bindenden Charakter. Sonst ist es eher eine Richtlinie. Meist sind die aktuellen Anwendungsempfehlungen der Hersteller auf einem neueren Stand und daher wird vor Gericht meist nach den aktuell anerkannten Regeln der Technik geurteilt.
Kontakte:
Michael Förster,
Leiter pro clima Anwendungstechnik
[email protected], Tel. 06202/2782-45
https://www.xing.com/profile/Michael_Foerster3/cv
Holger Merkel,
hm@bionic3.de, Tel. 0171 706 1344;
Heide Merkel,
[email protected], Tel. 06202/2782-56
Bauradio: 2 Jahre Klebenorm DIN 4108-11: Was hat’s Handwerkern und Planern gebracht?
Link zur YouTube-Folge
Blower-Door-Test & ISO DIN EN 9972: Das ändert sich durchs GEG:
DIN EN ISO 9972:2018-12 Wärmetechnisches Verhalten von Gebäuden – Bestimmung der Luftdurchlässigkeit von Gebäuden – Differenzdruckverfahren (ISO 9972:2015); Deutsche Fassung EN ISO 9972:2015.
DIN EN 13829:2001-02: Wärmetechnisches Verhalten von Gebäuden – Bestimmung der Luftdurchlässigkeit von Gebäuden – Differenzdruckverfahren (ISO 9972:1996, modifiziert); Deutsche Fassung EN 13829:2000.
Kommende Seminare, Online-Seminare und Vorträge mit Holger Merkel:
Fachtagung 2020 am 26. November 2020 in Würzburg. Innenausbau im Bestand: Exklusiv bei bionic3: Ticket buchen und Fachbuch geschenkt bekommen
je 298,- EUR zzgl. MwSt.
Blower-Door-TÜV-Intensivseminar in Nürnberg mit Zertifizierungsoption
Donnerstag 3. Dezember + Freitag, 4. Dezember 2020 in Nürnberg 795 Euro zzgl. MwSt.
2021
Webinar: DIN 4108-7 in der praktischen Anwendung. Typische Fehlerquellen und deren Vermeidung
19.01.2021 | 10:00 – 11:30 Uhr | online
Webinar: Achtung, neue Norm für Blower-Door-Tests: Wann wird wie gemessen? Typische Fallen im Sachverständigengutachten
18.03.2021 | 16:00 – 17:30 Uhr | online
Webinar: DIN 4108-7 in der praktischen Anwendung. Typische Fehlerquellen und deren Vermeidung
19.05.2021 | 13:00 – 14:30 Uhr | online
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Der Beitrag #14 Baunormen: veraltet oder praktisch für die Baustelle? erschien zuerst auf Luftdichtheit geprüft.
Holzbauer sind bekannt dafür, dass sie auf Details achten. Trotzdem passieren immer wieder die gleichen typischen Fehler. Wir fassen sie in dieser Folge von Blower-Door-Wissen zusammen.
Ab Minute 4 erzählt Holger Merkel von einem Holzrahmenbau, der schlecht verarbeitet wurde. Dieser konnte den Blower-Door-Test nicht bestehen. Das Negativ-Highlight war eine durchsichtige Luftdichtungsfolie. Diese war so durchsichtig, dass die Handwerker einfach einen Quadratmeter Folie vergessen hatten zu verarbeiten. Da alles durchsichtig war, war es bis zum Blower-Door-Test mit Holger niemanden aufgefallen.
Die Kabeldurchdringungen waren offen, also nicht final abgedichtet. Die Innenwände waren nicht an die Außenwände angeschlossen. Man konnte stellenweise durchschauen. Das Fazit von Holger: „Das Schlechteste, was ich in den vergangenen Jahren gesehen habe“
Ab Minute 15 sprechen wir über einen großen, teuren Bauschaden, der durch eine winzige Leckage entstanden ist. Die Ursache: Zwei Holzbauelemente in Brettstapelbauweise wurden verbunden, aber nicht abgedichtet. Alle haben es übersehen: Planer, Bauleiter, Holzbauer, Handwerker. „Keiner konnte sich vorstellen, dass es da durchzieht“, sagt Holger. Alle Baubeteiligten dieses Projekts sind Profis und überzeugte Holzbauer, die normalerweise auf jedes Detail achten. Diesen Bauschaden haben wir auch in der Fachzeitschrift Mikado beschrieben. Den Blogartikel dazu könnt ihr bei den Airtight Junkies abrufen:
Kleine Ursache, große Wirkung – Auch kleine Leckagen in der Gebäudehülle können zu Bauschäden führen
Wie gefallen euch unsere Tipps? Findet ihr die nützlich? Habt ihr was hinzuzufügen? Wir lesen eure Kommentare gerne!
1. Beispielbild: Fehlende Folie:
2. Luftdichtheitssnorm 4108-7: Wer sie beachtet, vermeidet Bauschäden (Fachartikel)
3. Kleine Ursache, große Wirkung – Auch kleine Leckagen in der Gebäudehülle können zu Bauschäden führen
4. #17 Bauradio: Stoppt die Löcher in der Gebäudehülle – Hilfe bei Kabelalarm
5. Luftdichter Anschluss von Bauelementen
6. Gerade neu erschienen: Fachbuch Holzrahmenbau von Gerrit Horn, Rudolf Müller Verlag
Webinar: Achtung, neue Norm für Blower-Door-Tests: Wann wird wie gemessen? Typische Fallen im Sachverständigengutachten
28.10.2020 | 10:00 – 11:30 Uhr | 89 Euro zzgl. MwSt.
https://www.reguvis.de/de/veranstaltung/webinar-achtung-neue-norm-fuer-blower-door-tests-wann-wird-wie-gemessen-typische-fallen-im-sachverstaendigengutachten-144725/
Fachtagung 2020 – 26. November 2020 in Würzburg. Innenausbau im Bestand:
Exklusiv bei bionic3: Ticket buchen und Fachbuch geschenkt bekommen
je 298,- EUR zzgl. MwSt.
Anmeldungen bis zum 16. Oktober 2020 erhalten 10% Frühbucherrabatt.
https://www.bionic3.de/bauschaden-fachtagung/
TÜV-Intensivseminar in Nürnberg mit Zertifizierungs-Option
https://akademie.tuv.com/weiterbildungen/blower-door-messdienstleister-tra-491005
Kommende Termine
Donnerstag 3. Dezember + Freitag, 4. Dezember 2020 in Nürnberg 795 Euro zzgl. MwSt.
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Der Beitrag Achtung, hier zieht’s | Folge 13 Luftdichtheit geprüft. Typische Fehler im Holzbau erschien zuerst auf Luftdichtheit geprüft.
100 % Luftdichtheit sind möglich- sowohl im Neubau als auch in der Sanierung. In dieser 12. Folge von Luftdichtheit geprüft zeigen wir, wie das geht. Zudem liefern wir Argumente für alle PlanerInnnen, BauleiterInnen, HandwerkerInnen und EnergieberaterInnen, die sich immer wieder rechtfertigen müssen, weil sie auf Qualität achten.
Wenn wir von absoluter Luftdichheit sprechen, geht es nicht darum, dass der n50-Wert bei 0 liegt – es geht also nicht darum, dass so dicht wie ein U-Boot oder eine Dose gebaut wird, sagen Michael Förster und Holger Merkel. Es geht darum, die Luftdichtheit 100% richtig mit kontrollierten Öffnungen, beispielsweise mit Fenstern oder Katzenklappen, zu planen. Oder am besten mit einer Lüftungsanlage.
Nur wenn die luftdichte Ebene zu 100% geplant und umgesetzt ist, kann die Wärmedämmung eines Gebäudes optimal funktionieren. Auch das Risiko eines Bauschadens durch ungeplant eingedrungene Feuchtigkeit löst sich auf. Wenn ihr auf einem Blick sehen wollt, was Leckagen anrichten können, klickt auf Holgers Bauportal des Grauens.
In der aktuellen Folge von Blower-Door-Wissen erzählen Holger und Michael von Überraschungen bei Sanierungen und Insolvenzen, weil die Luftdichtheit ignoriert wurde. Sie sprechen aber auch darüber, wie bei Sanierungen Überraschungen vermieden werden können.
Wenn jemand sagt: „100% Luftdichtheit ist nicht nötig“, fragt doch einfach: „Wie viel Luftdichtheit soll’s dann sein? 80% 90%? Wo wollen Sie denn Löcher einbringen“?
Das Problem ist: Nicht jedes Loch ist gefährlich, aber auch ein winziges Loch in der Gebäudehülle kann hohe, kostspielige Bauschäden verursachen.
In Folge 16 von Luftdichtheit geprüft – Klartext zu Luftdichtung und Qualität am Bau mit dem Titel „Was? So`ne Leckage soll gefährlich sein?“ werden wir uns genau mit solchen Undichtheiten beschäftigen. Auch unsere Pilotfolge „Hilfe, es tropft im Bad“ hat gezeigt, wie ärgerlich und schwer auffindbar solche Leckstellen in der luftdichten Ebene sein können. Da habt ihr gehört und gesehen, dass dabei absichtlich nicht 100% luftdicht gearbeitet wurde und der Handwerker wohl gedacht hat, so schlimm wäre es ja auch nicht. Jahre später jedoch tropfte es und keiner wusste warum.
Im Bauslam-Video erklärte Stefan Hückstädt, wie Konvektion wirkt – also, wenn ungeplante Feuchtigkeit in die Konstruktion eindringt. Es lohnt sich auf jeden Fall anzuschauen, vor allem weil bei Sekunde 43 Holger mit seinen Lockenwicklern zu sehen ist:
„100 % ist nicht möglich“ sei die Ausrede der Pfuscher und das fängt bei der Planung an, sagt Holger Merkel. Michael Förster bestätigt: „Wenn ich schon vorher sage, dass ich es nicht schaffen kann, dann ist die Motivation, ein sehr gutes Ergebnis zu erzielen, nicht gegeben.“
Inzwischen haftet aber jedes Gewerk für seine Ausführung, daher muss sich ein Handwerker gut überlegen, ob er sich Ungenauigkeiten leisten kann.
„Viele Sanierungen werden direkt vom Energieberater an den Verarbeiter übergeben; da ist kein Planer involviert“, erzählt Michael Förster (Minute 6:16). Oft werden dabei die Details nicht besprochen, daher sei das Luftdichtheitskonzept interessant. So könne der Handwerker schon vor der Baustelle überlegen, welche kniffligen Details unkompliziert gelöst werden können, beispielsweise mit vorgefertigten Manschetten und Eckklebebändern.
Wie Anschlüsse gut und clever gelöst werden können- dazu haben wir eine Fachartikelserie geschrieben und zwei Podcastfolgen aufgenommen:
Wer ein dauerhaft stabiles, gemütliches und energieeffizientes Gebäude nutzen oder bewohnen will, der muss auf die fachgerechte Ausführung der Luftdichtheit achten. Das bedeutet, dass ein Luftdichtheitskonzept besteht und alle Anschlüsse vorher durchdacht und später richtig verarbeitet sind.
Damit die luftdichte Ebene nahtlos angeschlossen ist, muss einiges beachtet werden. Verwinkelte Anschlüsse und Durchdrinungen sind manchmal sehr aufwendig abzudichten. Hier gibt es nun eine super Lösung von uns (pro clima) und zwar die sprühbare Luftdichtung Aerosona Visconn. Neu seit Oktober ist, dass sie auch mit einem handlichen Druckluftgerät verarbeitet werden kann.
https://blog.proclima.com/de/2020/09/neu-luftdichtungswerkzeug-aerofixx/
Es ist klar, dass wir von pro clima unser Produkt super finden. Daher habe ich den Vor-Ort-Baustellentest gemacht. Hier das Ergebnis:
100 % Luftdichtheit möglich: einfach Luftdichtheitsnorm DIN 4108-7 beachten
100 % Luftdichtheit sind möglich, wenn:
Darum sind 100 % Luftdichtheit notwendig:
Wer die Norm DIN 4108-7 beachtet, der macht eigentlich alles richtig. Es gibt viel Wissen zur Luftdichtheit. Unter anderem ist auch viel kostenfreies Wissen, beispielsweise im Planungshandbuch WISSEN, das ihr unter https://de.proclima.com/service/wissen und in der pro clima Technik-Hotline https://de.proclima.com/service/technikhotline anfordern könnt.
Auch Holger könnt ihr jeder Zeit kontaktieren- er rühmt sich damit, dass er 7 Tage die Woche den ganzen Tag erreichbar ist: [email protected] , 0171 706 1344
Also: Das Wissen ist da. Wer will, kann luftdicht bauen. Was sind eure Erfahrungen, wenn es um Luftdichtheit geht? Werdet ihr auch öfter in Diskussionen verwickelt?
Schreibt uns in den Kommentaren, via Social Media oder per E-Mail. Wir freuen uns auf eure Rückmeldungen.
Wie hat euch diese Folge gefallen? Zu guter Letzt hier noch einmal einige Highlights:
Webinar: DIN 4108-7 in der praktischen Anwendung. Typische Fehlerquellen und deren Vermeidung
Freitag, 09.Oktober 2020 | 10:00 – 11:30 Uhr | 89 Euro zzgl. MwSt.
https://www.reguvis.de/de/veranstaltung/webinar-din-4108-7-in-der-praktischen-anwendung-typische-fehlerquellen-und-deren-vermeidung-144723/
Neu: Änderungen bei Blower-Door-Messungen durch das GEG
Mittwoch, 14. Oktober 2020 kostenfrei, 45 min kostenfrei, 45 min
13 Uhr: https://www.edudip.com/de/webinar/achtung-neue-anforderungen-bei-blower-door-messungen-14102020-13-uhr/347020
16 Uhr: https://www.edudip.com/de/webinar/achtung-neue-anforderungen-bei-blower-door-messungen-14102020-16-uhr/347022
Webinar: Achtung, neue Norm für Blower-Door-Tests: Wann wird wie gemessen? Typische Fallen im Sachverständigengutachten
28.10.2020 | 10:00 – 11:30 Uhr | 89 Euro zzgl. MwSt.
https://www.reguvis.de/de/veranstaltung/webinar-achtung-neue-norm-fuer-blower-door-tests-wann-wird-wie-gemessen-typische-fallen-im-sachverstaendigengutachten-144725/
Fachtagung 2020 – 26. November 2020 in Würzburg. Innenausbau im Bestand:
Exklusiv bei bionic3: Ticket buchen und Fachbuch geschenkt bekommen
je 298,- EUR zzgl. MwSt.
Anmeldungen bis zum 16. Oktober 2020 erhalten 10% Frühbucherrabatt.
https://www.bionic3.de/bauschaden-fachtagung/
TÜV-Intensivseminar in Nürnberg mit Zertifizierungs-Option
https://akademie.tuv.com/weiterbildungen/blower-door-messdienstleister-tra-491005
Kommende Termine
Donnerstag 3. Dezember + Freitag, 4. Dezember 2020 in Nürnberg 795 Euro zzgl. MwSt.
DIN 4108-7 :2011-01:Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 7: Luftdichtheit von Gebäuden – Anforderungen, Planungs- und Ausführungsempfehlungen sowie -beispiele, DIN Deutsches Institut für Normung e. V. , Januar 2011.
Kontakt:
Holger Merkel [email protected],
0171 706 1344;
Heide Merkel [email protected]
06202/2782-56
pro clima Technik-Hotline
Tel.: +49 (0) 62 02 – 27 82.45
Email: [email protected]
https://de.proclima.com/service/technikhotline
Luftdichtheitsnorm 4108-7: Wer sie beachtet, vermeidet Bauschäden (Fachartikel)
https://luftdichtheit-geprüft.de/2019/04/luftdichtheitssnorm-4108-7/
DIN EN 13829: Wärmetechnisches Verhalten von Gebäuden. Bestimmung der Luftdurchlässigkeit von Gebäuden. Differenzdruckverfahren (ISO 9972:1996, modifiziert); Deutsche Fassung EN 13829:2000, DIN Deutsches Institut für Normung e.V., www.bauregeln.de, Februar 2001.
Bewertung von Fehlstellen in Luftdichtheitsebenen – Handlungsempfehlung für Baupraktiker
Forschungsinitiative Zukunft Bau, Band F 3012
Klaus Vogel, Silke Sous, Matthias Zöller, Gunnar Grün, Victor Norrefeldt
Fachverband Luftdichtheit im Bauwesen e.V. -FLiB-, Berlin
Aachener Institut für Bauschadensforschung und Angewandte Bauphysik gGmbH -AIBau-
Fraunhofer-Institut für Bauphysik -IBP-, Holzkirchen 2017. Fraunhofer IRB Verlag. Kostenloser Download: https://flib.de/publikationen/forschungsbericht/FLiB_Forschungsbericht_2016.pdf
Sprühbare Luftdichtung
https://blog.proclima.com/de/2020/09/neu-luftdichtungswerkzeug-aerofixx/
Achtung hier zieht’s: Leckageortung bei Gebäuden mit dem Blower-Door-Verfahren
https://luftdichtheit-geprüft.de/2019/09/leckagesuche-blower-door/
(Fachartikel): Typische Schwachstellen in der Luftdichtungsebene verschiedener Bauweise
https://luftdichtheit-geprüft.de/2018/03/fachartikel-leckagen-gebauede/
Kleine Ursache, große Wirkung
– Auch kleine Leckagen in der Gebäudehülle können zu Bauschäden führen
https://luftdichtheit-geprüft.de/2019/12/bauschaden-durch-leckagen-der-gebaudehulle/
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Der Beitrag #12 Luftdichtheit: So sind 100 % möglich – Pfuschen ist keine Option mehr erschien zuerst auf Luftdichtheit geprüft.
Die Luftdichtheit ist an allem Schuld: Früher, als es noch keine Luftdichtung gab und die Häuser einfacher gebaut wurden – so glauben viele Menschen – habe es keinen Schimmel gegeben. Diese falsche Aussage zitieren einige, um die luftdichte Ebene an sich zu verteufeln. Holger und Heide Merkel werden öfter mit solchen Sätzen konfrontiert und in solche Diskussionen verwickelt.
In der 11. Podcastfolge von Luftdichtheit geprüft – Klartext zu Luftdichtung und Qualität am Bau gehen sie emotional, aber objektiv der Frage nach: war früher wirklich alles besser? Wie wurden die Gebäude gebaut und benutzt? Wo liegt der Unterschied zu heute? Sie zeigen anhand verschiedener Bauepochen, wie sich das Bauen entwickelt hat und welche Rolle die Luftdichtung dabei spielt.
Heide Merkel arbeitet seit 2011 bei Moll bauökologische Produkte GmbH, pro clima. Pro clima war eine der ersten Firmen, die sich Gedanken gemacht haben, wie ein Gebäude optimal energieeffizient funktioniert, ohne dass dabei Bauschäden entstehen.
Holger Merkel, der als Referent bei der Schimmelkonferenz der TÜV Rheinland Akademie war, erklärt im Podcast, wie und warum sich Schimmel überhaupt bilden kann.
Oft taucht er nämlich genau auf, wenn vermeintlich renoviert wurde, daher wird schnell der Luftdichtheit der schwarze Peter zugeschoben. Dabei besteht der größte Fehler im fehlenden Energiekonzept bei einer Sanierung, wenn die Außenwände kalt bleiben und die Eckbereiche- noch kälter. Dann kommt es zu Schimmelerscheinungen. Bei Neubauten, sobald alles getrocknet ist, ist dies wesentlich seltener der Fall.
Wer keinen raumluftunabhängigen Kaminofen im Haus hat, der hat es auch schwerer, die Feuchtigkeit nach außen zu leiten. Gleichzeitig werden in der Einrichtung immer mehr künstliche Materialien verwendet, die keine Feuchtigkeit aufnehmen können.
Der Alltag von früher unterscheidet sich radikal von dem heutigen. Das spiegelt sich unter anderem in der Hausnutzung von damals und jetzt wider. Es wurden in der Vergangenheit nicht alle Räume beheizt, es wurde nicht so oft und so lange gebadet. Die Familie fokussierte sich meist auf ein gemeinsames Zimmer und auf die Küche.
Theoretisch gab es in den alten Häusern sogar Dämmung, da Stroh oberhalb des Wohnbereiches lag, was als eine gewisse Optimierung betrachtet werden kann, sagt Holger Merkel im Podcast. Die Wände und die Decken waren verputzt, die Fensteranschlüsse- ebenso. Man kann zusammenfassen, dass die alten Häuser teilweise eigentlich gar nicht so undicht waren.
In anderen Bereichen aber, wie Schlafzimmern oder Dachgeschossen, war es sehr undicht, kalter Wind zog in die Zimmer. Vor allem an Türen und Fenstern waren Undichtigkeiten und durch Löcher in der Gebäudehülle kam es oft zu Feuchtigkeit und somit zu Schäden in der Konstruktion.
Zweimal im Jahr wurden zudem die Wände gekalkt, um Schwachstellen zu beseitigen, was ebenfalls Schimmel vorbeugte.
Typisch für diese Zeit ist die Do-it-Youself-Welle. Die Nachkriegshäuser wurden irgendwann ausgebaut. Was daraus entstanden ist, ist das schlechte Image von Dachgeschosswohnungen, die fast unbewohnbar waren. Im Winter ist es da zu kalt, im Sommer- zu heiß. All das hat wieder mit der Luftdichtung zu tun.
Trotzdem können wir nicht pauschalisieren. Es besteht ein großer Unterschied zwischen den Häusern, wenn z.B. der Dachausbau mit Gipskarton, Gipsfaser oder Heraklithplatten vorgenommen wurde oder eben mit Nut- und Federbrettern.
Auch früher gab es schon Schimmel in den Häusern. Vorteil von früher war, dass meist eine Person zu Hause war und regelmäßig gelüftet hat. Das übernehmen bei modernen Neubauten inzwischen die Lüftungsanlagen. Schimmel entsteht, wenn ein warmer, feuchter Luftstrom dauerhaft auf eine kalte Oberfläche trifft.
Feuchtigkeit bei Neubauten entsteht, wenn während der Bauphase die Bauteile nicht rechtzeitig austrocknen, weil beispielsweise der Bauablauf nicht richtig geplant wird. Das ist jedoch ein anderes Thema.
Unser Fazit: Früher war nicht alles besser. Jetzt sind die Häuser viel gemütlicher, wir zahlen auch weniger Heizkosten dank guter Luftdichtung. Und wer richtig plant und baut, muss keinen Schimmel befürchten.
Der Schimmel bei Neubauten liegt eigentlich nicht an der Luftdichtung, sondern z.B. an den Kunststofffußleisten, hinter denen er oft entsteht, falls das Gebäude noch nicht trocken ist.
Und wie war euer Kinderzimmer? Wie steht ihr zur Luftdichtheit? Wir freuen uns auf eure Kommentare.
Wir stellen dazu noch einen Fachartikel von Holger in den nächsten Tagen auf https://luftdichtheit-geprüft.de online, der in den Fachzeitschriften der Zimmermann (09/2010) und im Passivhauskompendium (2020) erschienen ist. Die PDF-Version des Passivhauskompendiums könnt ihr hier oder unten in den Shownotes herunterladen.
Webinar: DIN 4108-7 in der praktischen Anwendung. Typische Fehlerquellen und deren Vermeidung
Freitag, 09. Oktober 2020 | 10:00 – 11:30 Uhr | 89 Euro zzgl. MwSt.
https://www.reguvis.de/de/veranstaltung/webinar-din-4108-7-in-der-praktischen-anwendung-typische-fehlerquellen-und-deren-vermeidung-144723/
Neu: Änderungen bei Blower-Door-Messungen durch das GEG Mittwoch, 14. Oktober 2020 kostenfrei, 45 min
13 Uhr: https://www.edudip.com/de/webinar/achtung-neue-anforderungen-bei-blower-door-messungen-14102020-13-uhr/347020
16 Uhr:
Dieses Thema hat Holger Merkel auch in zwei Fachartikel erörtert, einmal in der Zimmerman und einmal in das Passivhauskompendium. Die Version des Passivhauskompendiums könnt ihr hier als Original-PDF kostenfrei herunterladen: klick.
(Fachartikel): Kleine Ursache, große Wirkung – Auch kleine Leckagen in der Gebäudehülle können zu Bauschäden führen
Luftdichtung und Luftdichtheitskonzept pro clima
Fachartikel zum Thema Schwachstellen in der Luftdichtungsebene verschiedener Bauweisen
Leckagebewertung auf der FLiB-Tagung 2014 in Berlin
Gefährliche Leckagen: Bewertung von Fehlstellen in Luftdichtheitsebenen
Luftdichtheitssnorm 4108-7: Wer sie beachtet, vermeidet Bauschäden (Fachartikel)
Fachartikel im Passivhauskompendium 2020: Nein, früher war nicht alles besser.
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Der Beitrag #11 Luftdichtheit und Feuchteschäden an Gebäuden: War früher wirklich alles besser? erschien zuerst auf Luftdichtheit geprüft.
Es rückt näher: Das Gebäudeenergiegesetz soll im Herbst 2020 in Kraft treten. Damit wird die DIN EN ISO 9972 zur Messnorm. Was bedeutet das für die Bauwelt?
Darum geht es in unserer 10. Podcastfolge. Wir reden über verwirrte Messdienstleister, Kopf schüttelnde Bauexpert*innen und darüber, was Unsinn ist. Aber auch über die konkreten Änderungen, die bisher feststehen. Achtung: Ganz verwirrend für die meisten ist, dass man genau unterscheiden muss: Was sich durch das GEG ändert bzw. gleich bleibt und was sich durch die Messnorm ändert.
Aber was passiert denn tatsächlich, wenn das GEG endlich da ist? Viele gehen davon aus, dass dann sofort nach der neuen Norm gemessen werden muss. Sogar ein Verband hatte im Juli eine Info geschickt, dass ab Oktober sofort anders gemessen werden müsse. Das ist jedoch falsch.
In dieser Luftdichtheit-geprüft-Folge fassen wir zusammen, was durch das GEG bei Blower-Door-Tests anders wird. Einiges bleibt auch gleich. Wir sprechen darüber, was Sinn macht, und ob sich die Qualität der Luftdichtung und Blower-Door-Tests überhaupt verbessert.
Nicht die ISO 9972 gilt wenn das GEG in Kraft tritt, sondern die DIN EN ISO 9972 2018-12. Darauf verweist das GEG.
Auch wenn das GEG im November 2020 in Kraft tritt, muss nicht sofort nach der DIN EN ISO 9972 2018-12 gemessen werden. Entscheidend ist der Bauantrag bzw. die Bauanzeige ( Mehr dazu ab Minute 5:38). Das verhindert auch, dass schnell noch nach der EnEV bilanziert wird und jahrelang nach altem Standard gebaut wird.
Die Grenzwerte bleiben gleich, also der n50 und der q50 Wert bei großen Gebäuden. Sie heißen nur etwas anders. Mehr zu Großmessungen erfahrt ihr in Folge 8 von Luftdichtheit geprüft. Wenn das GEG kommt: Das ändert sich bei großen Gebäuden.
Früher gab es die Möglichkeit, je nach Bilanzierung, bei größeren Gebäuden nach dem n50-Wert zu messen (s. Folge 8). Wenn das GEG kommt, gilt generell bei allen größereren Gebäude der q50-Wert (8:24)
Sowohl die neue Norm DIN EN ISO 9972 2018-12 und das GEG weisen darauf hin, dass sich der Messzeitpunkt ändert. Im GEG oder in der Norm, Paragraph 26 steht nun: „Die Luftdichtheit eines Gebäudes wird vor seiner Fertigstellung überprüft.“ Was bisher nur als baubegleitende Leckagesuche galt, kann künftig eine GEG Schlussmessung sein. Alles von der luftdichten Ebene muss fertig sein, es darf beispielsweise keine Bautür eingebaut sein.
Fehlen darf jedoch der Estrich und auch die Gipskartonplatte (Minute 16:25) . Darauf verweist der nationale Anhang A der neuen Norm.
Es kommt vor, dass die luftdichte Ebene fachgerecht verarbeitet wurde, aber nachträglich Löcher zugefügt werden (Minute 13:05). Beispielsweise weil noch Elektroleitungen verlegt werden und dabei das nachträgliche Abdichten vergessen wird.
Wie man Kabel und Rohre auch noch nachträglich dicht bekommt, darüber haben wir in Folge 2 gesprochen. Zudem gibt es dazu auch ein Bauradio-Interview.
Fragen zur neuen Regelung des Messzeitpunkts und zu Formulierungen
Nochmal zurück zu Paragraph 26: Die Luftdichtheit eines Gebäudes wird nun vor seiner Fertigstellung überprüft.“ Aber was bedeutet „nach seiner Fertigstellung?“ja (Minute 13:30) Holger erzählt, dass es solche unklare Formulierungen auch damals bei der Einführung der EnEV gab. Und durch unklare Formulierungen Gesetzeslücken enstehen.
Zudem nutzt die Norm in Paragraph 28 folgende Formulierung:
„[…] wird die Luftdichtheit eines zu errichtenden Gebäudes… […] gemessen […] “ Holger sagt dazu: „der Begriff zu errichtendes Gebäude wird häufig als Neubau interpretiert. Aber was ist mit dem Bestand? Wie wird dieser gemessen?“ Hier sieht Holger noch Klärungsbedarf.
Der neue Messzeitpunkt kann dazu führen, dass erst kurz vor der Blower-Door-Messung die luftdichte Ebene final abgeklebt wird. Die Gefahr hierbei: Eine Klebebindung muss erst wirken, damit sie dauerhaft hält. Wenn sie nur kurz einwirkt und dann Unterdruck mit der Blower-Door erzeugt wird, kann alles wieder abreissen.
Wie Klebeverbindungen wirken —> dazu habe ich meinen Kollegen Jens Lüder Herms von pro clima interviewt: https://blog.proclima.com/de/2017/03/bauradio-klebeband/
Künftig dürfen Fahrstuhlschachtentrauchungen nicht mehr abgeklebt werden. Ob jedoch ein RWA, also eine verschließbare Klappe eingebaut werden muss, dass hat das GEG bisher nicht festgelegt. Mehr zur Gebäudepräparation bei der Fahrstuhlschachtentrauchung in Folge 6
Auch dürfen beispielsweise keine Fensterfalzlüfter mehr abgeklebt werden. Das GEG unterscheidet zwischen Lüftungsanlagen die permanent in Betrieb sind und welchen, die zeitweise genutzt werden (Minute 23:55)
Der Anhang A der neuen Norm schreibt vor, dass beide Messreihen ausgeführt werden müssen. Das Ergebnis muss nach GEG sogar beides Mal den geforderten n50 bzw. q50-Wert erreichen. Früher reichte es, den Mittelwert einzuhalten. Oft ist es so, dass eine Messreihe einen schlechteren Wert hat, das hängt mit den Bauteilen zusammen.
Es gibt eine Änderung im Formelzeichen zu Berechnung der Hüllfläche bei großen Gebäuden, z.B. statt q50: qe50 . E steht für envelope Die Grenwerte bleiben gleich.
Alle Blower-Door-Tests müssen künftig bei 50 Pascal gemessen werden. Früher konnten große Gebäude, große Halle, Logistikhallen auch bei 25 Pascal gemessen werden. Somit werden die Blower-Door-Messdienstleister künftig ihr Equipment aufrüsten müssen. (Minute 20) . Was sich durch das GEG bei großen Messungen ändert, das könnt ihr in Folge 8 hören und nachlesen.
Früher stand in den FAQ KfW, dass es reiche nur 20% der Wohnungen bei Sanierungen (24:40) zu messen. Allerdings in Absprache mit der KfW. In der DIN EN ISO 9972, im Anhang B gibt es eine klare Definition mit Schaubild, was gemessen werden soll. Das wird künftig mehr Klarheit für Auftraggeberinnen und Messdienstleisterinnen geben.
Fahrrad-, Batterie-, Müllräume: Diese müssen künftig nicht mehr bei Blower-Door-Tests integriert werden, wenn sie nur von außen zugänglich sind.
Auch Nebenräume mit nicht verschließbaren Öffnungen, wie ein Heizraum mit Pellets. Die Räume dürfen jedoch insgesamt nicht mehr als 5 % des Gebäudevolumens ausmachen. Zusätzlich muss bei der Messung im Protokoll das „neue“ Gebäudevolumen angeglichen werden.
Die Genauigkeit der Messgeräte wird erhöht ( 26:48 min). Hier müssen AuftraggeberInnen und MessdienstleiterInnen darauf achten, ob z.B. die Druckmessgeräte oder Thermoeter die neuen Anforderungen erfüllen. Holger weist darauf hin, dass es verschiedene Geräte von Herstellern gibt, die künftig dann nicht mehr normgerecht sind.
Messreihe, Druckstufen, natürliche Druckdifferenz, Prüfbericht bleiben inhaltlich gleich.
Müssen, sollen, können: Was genau fordert das GEG und die neue Norm? Hier empfiehlt Holger, genau auf die modalen Hilfsverben zu achten (Minute 29:43) .
Auch nach der GEG Einführung müssen AuftrageberInnen und BauleiterInnen auf dem aktuellen Stand bleiben bzw. die Diskussion mitverfolgen, damit sie weiter normgerecht arbeiten können.
Im Vergleich zur Einführung der EnEV jedoch gibt es beim GEG mehr Klarheit, u.a. weil eindeutig auf die Norm mit nationalen Anhang verwiesen wird.: DIN EN ISO 9972 2018-12 und diese weniger Interpretationsspielraum zulässt.
Holger liebt Normen und findet die Änderungen durch das GEG spannend. Daher werden wir künftig regelmäßig auch unsere Updates im Newsletter verbreiten. Hier könnt ihr ihn abonnieren:
luftdicht-geprüft.de/newsletter/
Falls ihr Fragen zum GEG und den Änderungen für Blower-Door-Tests habt, kommentiert oder schreibt uns direkt: [email protected] | [email protected]
00:00:02 Intro Folge 10: das GEG kommt
00:00:19 Verwirrung: ab wann wird nach neuer Norm gemessen?
00:01:01 DIN EN ISO 9972
00:01:07 Nach ISO 9972 wird in Europa und CH bereits gemessen
00:02:07 Jeder Staat kann eigene Regelungen machen
00:02:34 Da steht was anders drin
00:04:04 Auch Experten sind wegen GEG und Blower-Door-Norm verwirrt
00:05:11 Zeitpunkt des Bauantrags ist entscheidend
00:05:25 Unvorstellbar: sofort neue Norm
00:06:43 Was bleibt gleich beim GEG
00:06:44 Achtung: Was sagt das GEG, was sagt die Norm
00:06:55 Grenzwerte bleiben gleich
00:09:11 Wichtigste Änderung für Blower-Door-Tests: die Norm
00:09:51 Wir können früher messen
00:11:32 zieht-wie-hechtsupp.de
00:12:58 Komische Formulierungen in der Norm
00:13:52. Was ist mit dem Bestand?
00:16:06 Nationaler Anhang
00:16:37Beispiel aus der Praxis: Klebeband wird kurz vorher angebracht
00:18:23 Wer beschäftigt sich schon mit der Norm?
00:19:19 Änderungen: 2 Messreihen werden Pflicht
00:20:28 Das Zurechtmessen hört auf
00:21:35 50 Pascal sind künftig Pflicht
00:24:01 Änderung bei Lüftungsanlagen
00:24:45 Stichprobenmessung
00:25:36 Räume die von außen zugänglich sind
00:26:40 Geräte müssen genauer werden
00:27:39 Achtung: manche Geräte sind nicht mehr normgerecht
00:29:16 Die Formulierungen im GEG
00:30:31 Das Schlimmste was man machen kann: falsch messen
00:33:05 Kostenfreies Online-Seminar zu GEG
00:33:39 Buchgeschenk bei Kongressanmeldung
Fachartikel von der Bauschaden vom April 2020 als PDF:Anforderungen an Blower-Door-Messungen. Welche Änderungen ergeben sich mit Einführung des GEG und der ISO 9972
Diesen Fachartikel gibt es auch als Blogserie: Das GEG kommt: Blower-Door-Messungen jetzt und in Zukunft (Teil 14): Übergang von EnEV zu GEG
Gebäudeenergiegesetz (GEG) Gesetz zur Vereinheitlichung des Energieeinsparrechts für Gebäude (vom 28.05.2019)
Gesetzentwurf der Bundesregierung: Gesetz zur Vereinheitlichung des Energieeinsparrechts für Gebäude
Fachtagung 2020 – 26. November 2020 in Würzburg. Innenausbau im Bestand: Ticket buchen und Fachbuch geschenkt bekommen
https://www.bionic3.de/bauschaden-fachtagung/
13 Uhr: https://www.edudip.com/de/webinar/achtung-neue-anforderungen-bei-blower-door-messungen-14102020-13-uhr/347020
16 Uhr: https://www.edudip.com/de/webinar/achtung-neue-anforderungen-bei-blower-door-messungen-14102020-16-uhr/347022
Aufzeichnung? Ja!
Hast Du das Online-Seminar verpasst und würdest gerne die Aufzeichnung sehen? Dann kontaktiere Holger Merkel [email protected] oder Cornelia Lässing [email protected].
09.10.2020 | 10:00–11:30 Uhr | 89 Euro zzgl. MwSt.
https://www.reguvis.de/de/veranstaltung/webinar-din-4108-7-in-der-praktischen-anwendung-typische-fehlerquellen-und-deren-vermeidung-144723/
28.10.2020 | 10:00–11:30 Uhr |89 Euro zzgl. MwSt.
https://www.reguvis.de/de/veranstaltung/webinar-achtung-neue-norm-fuer-blower-door-tests-wann-wird-wie-gemessen-typische-fallen-im-sachverstaendigengutachten-144725/
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Der Beitrag Das GEG und die neue Messnorm ISO 9972: die wichtigsten Änderungen erschien zuerst auf Luftdichtheit geprüft.
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