Gleich als ich zum ersten Mal die kleine „Mini-Bar“ für einen Café aufsuchte, fiel mir die besondere Atmosphäre auf. Es ist eine der typischen Quartierebars, wie es sie noch unzählige in Südtirol gibt. Hier geht es vor allem familiär zu. Der Barista Robi schenkt nicht nur den Macchiato oder den Weißen oder den Spritz aus, sondern ist Ansprechpartner, Vermittler, Poststelle und hilft sogar besonders betagten Gästen über den nahen Zebrastreifen. Es gibt die aktuellen, lokalen Zeitungen, ein paar belegte Brötchen, Brioche, Gipfel und - wenn nötig - ein tröstendes Wort. Für alle Gäste - Arbeiter, Rechtsanwälte, Bänker, Hausfrauen, Mütter, Omas mit den Enkeln, Angestellte - immer herrscht Freundlichkeit und die Gewissheit, eine Heimat zu haben, wo man Anschluss findet, wo man sich trifft - für einen Ratsch, für einen Scherz. Der Generationenwechsel steht bereits an. Roberto und seine Frau Rosanna hoffen, dass die Zwillinge Sara und Alessia zukünftig im Stil der letzten 50 Jahre weitermachen. Aber hört selbst.