Wer will, kann in den Reaktorkern hineinklettern - ohne dabei den Strahlentod in Kauf zu nehmen. Denn in dem Reaktor des Atomkraftwerks Zwentendorf, in der Nähe von Wien, hat nie eine Kernreaktion stattgefunden. Stattdessen tummeln sich Touristengruppen auf dem Gelände, besichtigen die Schaltzentrale und die technischen Anlagen.
Kurz nach der Fertigstellung des Kernkraftwerks 1978 entschieden die Österreicher sich per Volksentscheid, das Werk nicht in Betrieb zu nehmen. In den folgenden Jahren gab es noch mehrere Abstimmungen, bis sich 1985 Österreich endgültig gegen die Nutzung der Atomkraft entschied - ein Jahr vor dem Reaktorunglück in Tschernobyl. Rund 60 Prozent des Stroms kommt heute aus erneuerbaren Energiequellen, vorrangig aus Wasserkraft. Dennoch ist Österreich nicht frei von Atomstrom: Um den Energiebedarf zu stillen, wird Atomstrom u.a. aus Tschechien und Deutschland importiert - Umweltverbände protestieren. In Zwentendorf können sich die Besucher selbst ein Bild machen von der Technik eines Atomkraftwerks. Claudia Laszczak hat sich unter sie gemischt.