Der zweite Gast im neuen Podcasts «Malanser Gespräche» ist der Schweizer Pianist und Komponist Stefan Rusconi. Nach seinem betörenden Konzert in Malans hat er uns erzählt, wie er seine Improvisationen gestaltet, warum er sich nach sieben Jahren Pause wied
Danach unterhielt sich der Kulturjournalist Mathias Balzer mit dem Pianisten über Improvisation, mentale Begleiter und wie er sich in den Zustand bringt, um mehr als eine Stunde lang improvisieren zu können. Es gehe vor allem darum, das eigene Ego zurückzunehmen, damit auf einer anderen Ebene das Wesentliche passieren kann, so Rusconi.
Und wir haben auch über seine schwere, sieben Jahre andauernde Krise gesprochen, während der er kein Klavier mehr spielen konnte. «Es gab die letzten Jahre eine sehr dunkle, schwierige Phase, in der ich jeglichen Halt verloren habe. Als ich endlich wieder ans Piano zurückfand, hab ich gemerkt, wie wichtig Musik für mich ist, wie heilsam die Rückkehr zu ihr war», erklärt der Musiker.
Und er sagt auch: «Wer immer schwierige Phasen in seinem Leben durchläuft, sollte diejenigen Dinge, die ihm wirklich gut tun, sei es Musik, oder Stricken oder Wandern, auf keinen Fall aufgeben. Denn es sind diejenigen Dinge, die uns retten können.»
Im Podcast ist aber auch zu erfahren, wie der Musiker – mitten in seiner Krise – Pianos dem Pilzbefall ausgesetzt hat. Und wir haben über neue Formen der Kulturförderung gesprochen, die er als Vorstand der Stiftung Árvore mitinitiiert hat.
Nach dem Gespräch kam das Publikum in den Genuss der Vorführung von «Köln75». Der Film erzählt, wie die 18-Jährige Jazz-Enthusiastin Vera Brandes es trotz aller Widerstände geschafft hat, das weltberühmte Köln Concert mit Keith Jarrett zu organisieren.
Für Stefan Rusconi bedeutete die Mitarbeit an diesem Film die endliche Rückkehr zu seinem musikalischen Schaffen. Eine Rückkehr, die durch eine zufällige Begegnung vor einer Kita in Berlin ausgelöst wurde.