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»Organizing« ist in linken Kreisen mittlerweile »en vogue« geworden. Im deutschen Gewerkschaftsdiskurs kursieren unter dem Begriff eine Vielzahl an unterschiedlichen Definitionen und Praktiken. Gemeinsam und in Anlehnung an Jane McAlevey wollen wir uns der Frage widmen, was eigentlich hinter dem Sammelbegriff »Organizing« steckt und was er für uns bedeutet. Dabei wollen wir ein wenig tiefer gehen und den Blick auf die beteiligten Akteur:innen richten: Wo liegen Grenzen und Möglichkeiten des Machtaufbaus durch Organizing für gewerkschaftlich Hauptamtliche, betriebliches Ehrenamt und professionelle Organizer:innen? Wie können Synergien aussehen und was bedeutet das für unsere politische Praxis? Darüber sprechen wir mit Stefan Bornost (Sprecher LAG Betrieb und Gewerkschaft Brandenburg) und der Organizerin Ronda Kipka von der Tarifrunde Entlastung in Berlin.
Unser Ausgangspunkt ist die berüchtigte Frage nach dem Zusammenhang von Theorie und Praxis. Wir wollen's konkret machen. Wie hilft Theorie dabei, im Arabischen Frühling zu agieren? Wie eignen sich Revolutionär:innen Theorie an, wenn keine Zeit für monatliche Lesekreise ist? Welchen Beitrag leisten die »Klassiker«, ob Marx oder Lenin - wo und warum braucht es Ergänzungen? Und wer hilft dann aus? Die Fragen diskutieren Muzan Alneel und TBA. Muzan ist Aktivistin in Khartoum und Mitgründerin des Think Tank for People-Centered Development.
Die Krise der Gewerkschafts- und Arbeiter:innenbewegung besteht fort. Klimakrise, daraus hervorgehende Transformationskonflikte, die Corona-Pandemie und ihre Folgen, Krieg und Militarisierung - die deutschen Gewerkschaften stehen heute und in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen. Als Folge der wirtschaftlichen Entwicklungen sehen wir uns zusätzlich mit einer Rekordinflation und Reallohnverlusten konfrontiert, wie es sie seit langem nicht mehr gegeben hat. Gemeinsam mit Stefan Bornost (Sprecher LAG B&G Brandenburg, DIE LINKE) wollen wir darüber diskutieren, wie es um die Gewerkschaften derzeit bestellt ist und ein Gesamtbild der aktuellen Lage zeichnen. Dabei werfen wir auch einen Blick auf die 70er Jahre und stellen den gewerkschaftlichen Status Quo auf den Prüfstand. Was bedeuten die aktuellen Entwicklungen für bisherige gewerkschaftliche Praxis? Steht uns ein Aufschwung gewerkschaftlicher Kämpfe bevor? Wie kann eine Neuausrichtung der Gewerkschaften aussehen und welche Chancen können sich daraus ergeben? Diese und weitere Fragen wollen wir gemeinsam diskutieren. Mit Volkhard Mosler (Ko-Kreis marx21)
Seit Beginn der Pandemie gehen bundesweit Esoteriker:innen, Impfgegner:innen, Anthroposoph:innen auf die Straße, um gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen zu protestieren. Mit dabei von Anfang an: Holocaust-Leugner:innen, Reichsbürger:innen, Hooligans bis hin zu Nazis von AfD, „III. Weg“ und NPD. Die Bewegung radikalisiert sich zunehmend. Gemeinsam wollen wir diskutieren: Wie kommt dieses breite Spektrum von scheinbar „links-alternativ“ bis offen faschistisch zusammen? Welche Strategie verfolgt die extreme Rechte, insbesondere die AfD als „parlamentarischer Arm der Corona-Proteste“? Welche Herausforderungen stellen sich für uns als Linke? Mit René Paulokat (Aufstehen gegen Rassismus)
Bis 1990 waren Auslandseinsätze der Bundeswehr Tabu. 30 Jahre nach der Wiedervereinigung hat sich viel geändert: Alle Parteien außer der LINKEN schicken die Bundeswehr in Auslandseinsätze, der Militärhaushalt ist mit rund 50 Milliarden in diesem Jahr der Größte seit 1945 und Waffen werden in Kriegsgebiet exportiert. Mit Lucia Schnell (DIE LINKE Neukölln)
Im September 1920 besetzten 500.000 Metallarbeiter*innen in den Industriezentren Norditaliens ihre Fabriken. Einen ganzen Monat lang trotzten sie der Regierung, der Polizei und den Arbeitgebern. Sie erstritten sich Lohnerhöhungen und das Versprechen der Arbeiterkontrolle. Zwei Jahre später übergab der italienische König Mussolini die Macht. Es folgten 22 Jahre brutaler faschistischer Diktatur. Mit welchen Methoden Mussolini und seine erst im März 1919 gegründete kleine faschistische Partei eine so lebendige Arbeiterbewegung in so kurzer Zeit zerschlagen konnten, darüber referiert David Paenson, Aktivist bei »Aufstehen gegen Rassismus« in Frankfurt.
Mit Sebastian Zehetmair (Historiker, DIE LINKE Wedding)
Die Krisen häufen sich. Sah es zunächst so aus, also ob die Zentralbanken das Schlimmste abwenden könnten, gerät mit Corona und kapitalistischem Krieg die Weltwirtschaft immer mehr ins Schlingern. Kommt jetzt das Ende der Globalisierung, zerfällt die Welt wieder in zwei Blöcke? Mit Thomas Walter (Ökonom)
Der fossile Kapitalismus hat wie kein anderes Gesellschaftssystem in der Geschichte der Menschheit so tief in den natürlichen Stoffwechsel eingegriffen und diesen zerstört, dass wir mitten in einer existenziellen Krise des gesamten Erdsystems stehen. Wie kann die Katastrophe noch aufgehalten werden? Viele Politiker:innen, aber auch ein großer Teil der Klimabewegung sind sich sicher, dass der Kapitalismus selbst eine Lösung zu einem nachhaltigen Klimaschutz bieten kann. »Grüner« Kapitalismus heißt das Konzept, wonach die Ökologisierung des kapitalistischen fossilen Systems umgesetzt werden soll. Grünes Wachstum soll den Planeten retten. Aber was kann der grüne Kapitalismus wirklich? Mit Verena Kreilinger (Autorin)
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