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Mario Voigt trinkt lieber Pfefferminztee als Kaffee – und spielt zum Wachwerden am Morgen zwei Runden Blitzschach gegen sich selbst. Ungewöhnlich, aber hilfreich: Im Herbst 2024 bewies der CDU-Politiker, dass es nützlich ist, wenn man drei Züge im Voraus denken kann, die Strategien der anderen versteht und darauf trainiert ist, in ausweglosen Lagen doch noch einen Weg zu finden. Während in Berlin die Ampel in die Brüche ging, musste Voigt in Thüringen gegen zwei starke Gegner eine Regierung bilden – gegen AfD-Landeschef Björn Höcke und die damalige BSW-Chefin Sahra Wagenknecht, die eine Koalition zwischen CDU, SPD und BSW unbedingt verhindern wollte.
Was sich in diesen Tagen in Erfurt abspielte, was hinter den Kulissen passierte, auf wen sich Voigt verlassen konnte und was ihm seine Frau riet – das alles erzählt der Vater von zwei Söhnen im Gespräch mit Julia Emmrich und Jochen Gaugele. Es geht um ein heikles Abendessen mit Wagenknecht im Restaurant „Nuovo Mario“, um einen geheimen Pakt in Erfurt und eine Computerdatei mit sechs verschiedenen Varianten eines alles entscheidenden Satzes. Der 49-Jährige beschreibt die Phase heute als „Laufen auf rohen Eiern“ – so riskant und fragil waren die Verhandlungen.
Außerhalb von Thüringen war Voigt lange Zeit kaum bekannt – doch das änderte sich damals schlagartig. Am 11. April 2024 war sein Name zum ersten Mal bundesweit in den Schlagzeilen: Voigt war ein Wagnis eingegangen. Es konnte gut gehen, es hätte aber auch richtig schief gehen können. Im Landtagswahlkampf lief es auf einen Zweikampf hinaus zwischen CDU und AfD. Voigt entschied sich, in ein TV-Duell gegen Höcke zu gehen. Er bereut es bis heute nicht – auch, wenn der Wahlsieg am Ende dennoch an die AfD ging. Seinem Widersacher begegnet Voigt heute jedes Mal im Parlament, er grüßt ihn höflich und denkt dabei an die berühmte Maxime von Margot Friedländer: Seid Menschen! „Wir sollten“, sagt Voigt, „menschlich miteinander umgehen, was aber nicht heißt, dass man nicht in der Sache hart sein kann.“
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Sven Schulze ist Deutschlands jüngster Ministerpräsident - und er hat in diesem Jahr eine der schwersten politischen Aufgaben von allen: Der 46-Jährige muss verhindern, dass zum ersten Mal ein AfD-Politiker Ministerpräsident in einem Bundesland wird. Bei der Wahl in Sachsen-Anhalt geht es um alles – nicht nur für Schulze, sondern auch für seinen Parteichef, Kanzler Friedrich Merz.
Wäre der Diplom-Wirtschaftsingenieur lieber gar nicht erst in die Politik gegangen, wenn er gewusst hätte, was auf ihn zukommt? Und wie fühlt es sich an, wenn ganz Deutschland zuschaut, ob die Brandmauer gegen die extrem Rechten hält? Schulze erklärt im Gespräch mit Julia Emmrich und Jochen Gaugele seine Strategie für den Wahlkampf und erzählt von seinem Alltag mit der 100-Stunden-Woche.
Als schwerste Entscheidung bezeichnet Schulze den Kurswechsel, den er 2014 vollzog – und der sein Leben bis heute bestimmt. Er beendete seinen erfolgreichen Weg in der Wirtschaft und wurde Berufspolitiker: Mit Anfang 30 geht er als Abgeordneter nach Brüssel. Sieben Jahre später kommt er als Wirtschaftsminister zurück nach Sachsen-Anhalt. Der nächste Schritt kam in diesem Frühjahr: Schulze wurde Nachfolger von Langzeit-Ministerpräsident Rainer Haseloff.
Im Podcast erzählt Schulze, was der Schritt für seine junge Familie bedeutete – und wieviel Zeit heute noch für seine Frau und die Kinder bleibt. Er steht um 5.30 Uhr auf und kommt oft erst um Mitternacht nach Hause. „Ich arbeite zwischen 80 und 100 Stunden pro Woche“, sagt Schulze, und dass er trotzdem versucht, im Alltag zu Hause Aufgaben zu übernehmen: Es geht um Elternabende, wo der Ministerpräsident über die Frage reden muss, ob die Äpfel für den Klassenausflug geschnitten werden sollen – aber auch um seine ganz besondere Art, die Spülmaschine einzuräumen. Viel wichtiger aber: Ehefrau Kati Schulze ist bis heute seine wichtigste Ratgeberin. „Wenn man auf diesem Level Politik macht, hat man viele Schulterklopfer“, sagt Schulze. „Was man wirklich braucht, sind die Menschen, die einen auch mal kritisieren.“
Sven Schulze sieht sich selbst als „Kämpfer“: Er sei oft der Jüngste gewesen und habe sich immer erstmal durchsetzen müssen. Seine Herkunft machte es nicht leichter: Wer aus Sachsen-Anhalt komme, werde oft unterschätzt. Das Land gelte eben in den Augen vieler als das „Bielefeld“ unter den Bundesländern, bekannt nur durch die A2, mit der man hindurchfahre.
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Sven Schulze
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Wolfgang Kubicki ist seit Jahrzehnten ein führender Kopf der FDP, und jetzt will er die ganze Verantwortung übernehmen.
Die Kandidatur für den Parteivorsitz beschreibt er im Podcast als seine schwerste Entscheidung – ist er doch bereits 74 Jahre alt und die FDP näher an ihrem politischen Ende als je zuvor.
Dass Kubicki sich nicht darauf beschränken will, auf Mallorca sein Golf-Handicap zu verbessern, liegt vor allem an Kanzler Friedrich Merz, der die FDP nach den jüngsten Wahlniederlagen für tot erklärt hat. Kubickis unnachahmliche Reaktion: „Du Eierarsch, dir werde ich das zeigen!“
Kubicki – auch das gibt er in dieser Folge preis – hat keine Angst vor dem Tod. „Ich habe alles gehabt in diesem Leben, mehr geht nicht. Alles, was jetzt kommt, ist das Sahnehäubchen“, sagt er im Gespräch mit Theresa Martus und Jochen Gaugele.
„Ich glaube auch, dass Gott will, dass wir unser Leben wirklich glücklich, optimistisch und zufrieden leben und nicht depressiv durch die Welt laufen.“
Eines hat Kubicki schon erreicht: Über die FDP wird wieder gesprochen.
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Jörg Dittrich ist Deutschlands oberster Handwerker: Der gelernte Dachdecker ist Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks – und vertritt damit über eine Millionen Handwerksbetriebe und über fünf Millionen Handwerkerinnen und Handwerker. Der 56-Jährige stammt aus Dresden, er kommt aus einer alten Dachdeckerfamilie, die ihren Betrieb durch zwei Weltkriege und zwei Diktaturen gebracht hat. Im Herbst 1989 stand er als 20-Jähriger vor einer folgenschweren Entscheidung - doch auf einmal geriet ihm die Weltgeschichte dazwischen.
Dittrich erzählt von den letzten Stunden der DDR – und wie es war, als Sohn eines selbstständigen Handwerksmeisters im real existierenden Sozialismus aufzuwachsen. Als junger Rekrut muss er in der Kaserne sämtliche Dienstgrade der Nationalen Volksarmee aufzählen, bevor ihn der Ausbilder auf die Toilette lässt, als Schüler muss er mit ansehen, wie sein Vater drangsaliert wird. Heute weiß er, was er damals nur ahnte: wie gefährdet die Familie tatsächlich war – und es lässt ihm bis heute einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Er beschreibt seine Angst – vor Repressalien durch den SED-Staat, aber auch davor, keinen anderen Weg mehr zu sehen, als in den Westen zu gehen und die Familie zu verlassen. Er spricht damals mit niemandem darüber: „Die Angst war so tief, dass ich meine Eltern damit nicht belasten wollte.“ Die Nachwendezeit nennt Dittrich „die glücklichste Zeit meines Lebens“.
Heute ist der Vater von sechs Kindern selbst Dachdeckermeister und versteht immer besser, warum er schon als Junge unbedingt im elterlichen Betrieb anfangen wollte: Die fast schon familiäre Gemeinschaft im Betrieb – das war das eine. Das andere, da ist Dittrich erfrischend ehrlich, war schlicht der Wunsch, Chef sein zu können. Bis heute ist das so geblieben. Ein Wechsel in die Politik? Kommt für Dittrich nicht in Frage. Er will „Meister Dittrich“ bleiben, der Chef. „Da muss ich keine Mehrheiten suchen, da kann ich selbst bestimmen.“
Im Gespräch mit Julia Emmrich und Jochen Gaugele zeigt sich Dittrich als bekennender Dresden-Fan. Auf die Frage, ob er seinen sächsischen Dialekt manchmal unangenehm findet, antwortet Dittrich ehrlich: „Früher wesentlich mehr als heute.
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Die Gründe für den bundesweiten Niedergang seiner Partei sieht der 68-Jährige sehr klar: Die SPD habe die Bindung an ihre klassischen Milieus verloren – und viele ihrer Themen an CDU und Grüne. Und: „Vielleicht fehlen die Willy Brandts und Helmut Schmidts.“ Persönlichkeiten, die für die Menschen glaubwürdig seien.
Jung ging 1991 in den Osten, als viele andere gerade in den Westen gingen: Als junger Lehrer verließ er seine westfälische Heimatstadt Siegen und machte Karriere in Sachsen. Erst als Pädagoge, dann als Politiker. Seit 20 Jahren ist Jung jetzt Oberbürgermeister von Leipzig und aktuell wieder Präsident des Deutschen Städtetags.
Die Entscheidung für den Osten hat sein ganzes Leben verändert – aber auch das seiner Familie: Seine Frau tat sich damals schwer, seine zehnjährige Tochter protestierte heftig, sein sechsjähriger Sohn erklärte ihm: „Nur, dass du es weißt: Wenn du Bundeskanzler in Berlin wirst, komme ich nicht mit.“ Die Familie ging trotzdem.
Nach sieben Jahren wechselt er von der Schule in die Politik. Auf die Frage, ob ihn die Politik verändert hat, ist Jung sehr ehrlich – verrät aber auch, was ihm hilft, wenn alles mal zu viel wird.
Heute, mehr als 35 Jahre nach der Wende, will Jung nicht begreifen, warum es immer noch einen Unterschied macht, wo jemand herkommt: „Ich finde es völlig irre, dass wir hier immer noch einen Konflikt zwischen Ost- und Westdeutschland aufrechterhalten.“
Man werde damit dem eigentlichen Thema nicht gerecht, findet Jung. „Wir müssen über die Machtverhältnisse, die Besitzverhältnisse und die Transformationserfahrungen reden.“ Auch die hohe Zustimmung zur AfD habe etwas mit der ökonomischen Situation zu tun – und mit der Sehnsucht nach Halt, Orientierung und Heimatgefühl. „Die Menschen sehnen sich nach dem Modelleisenbahn-Deutschland.“
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Philipp Gangolf Balthasar Türmer ist gerade 30 Jahre alt geworden, seit 2023 ist der bekennende Marxist Juso-Vorsitzender. Über sein Privatleben war bislang wenig bekannt – höchste Zeit also, mal nachzufragen: Im Gespräch mit Julia Emmrich und Jochen Gaugele erzählt der Jungsozialist, wie es ist, mit zwei Juristen als Eltern aufzuwachsen, die ihn auf eine Hochbegabtenschule schicken, zu Hause das Streiten beibringen – aber auch eine folgenschwere Entscheidung getroffen haben: Warum nennt man sein Kind Gangolf Balthasar – und wie lebt man mit so einem Namen? Türmer erzählt im Podcast aber auch von seiner Freundin und sagt, wofür er sich entscheiden würde, wenn es darum ginge, Spitzenpolitik zu machen oder Kinder großzuziehen. Und dann ist da noch seine Partei, die schwindsüchtige SPD, die ihn manchmal dazu bringt, unter der kalten Dusche laut zu schreien.
Seine schwerste Entscheidung fiel im Sommer 2025. Er sei kein Pazifist, sagt Türmer. Die Demokratie müsse im Notfall auch mit Waffen verteidigt werden. Im Ringen mit SPD-Verteidigungsminister Boris Pistorius um die Einführung eines neuen Wehrdienstes in Deutschland ging es dem Juso-Chef jedoch ums Prinzip: Es darf, findet er, keinen Automatismus für die Wiedereinsetzung der Wehrpflicht geben. Türmer gegen Pistorius – es ging 1:0 aus.
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Boris Rhein regiert seit 2022 als Ministerpräsident in Hessen, erst mit den Grünen, dann mit der SPD. Und das beides so geräuschlos und pragmatisch, dass sich ein Parteikollege schon mal gewünscht hat: „Mehr Rhein an der Spree“, also mehr von diesem Stil in Berlin, bitte.
Im Gespräch mit Julia Emmrich und Theresa Martus berichtet der CDU-Politiker, wie schon heute im Kreis der Länderchefs das hypothetische Szenario einer AfD-Landesregierung durchdacht wird und welche Folgen das für die Zusammenarbeit der Länder hätte. Und er erklärt, welche Schlüsse er für den Umgang mit der AfD aus dem gescheiterten zweiten NPD-Verbotsverfahren zieht. Hessen war 2012 das einzige Bundesland, das nicht für einen neuen Anlauf für ein Verbot stimmte. Der damalige Innenminister hieß: Boris Rhein.
Außerdem erzählt der 54-Jährige, wie er zuhause das politische Denken und Diskutieren lernte – von seinem Vater, der als linker Sozialdemokrat erst in Frankfurt die integrierte Gesamtschule und den antiautoritären Kindergarten vorantrieb und später dann zur CDU wechselte.
Und Rhein stellt klar: Berlin hat zwar viele Clubs – aber die eigentliche Heimat des Techno in Deutschland ist Frankfurt am Main.
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Karsten Wildberger hatte nicht viel Zeit für die Entscheidung, damals, im Mai 2025. „Ich saß im Wohnzimmer und hab‘ was gelesen“, erzählt Wildberger, „und da kam eine Nachricht, ob ich in einer halben Stunde mal telefonieren könnte. Ich konnte die Nummer nicht zuordnen.“ Es war Friedrich Merz, und er hatte einen Job im Angebot: Minister in seinem Kabinett, als Chef des neuen Digitalministeriums. Merz gab Wildberger eine Nacht, um darüber zu schlafen. Das reichte dem Bauchmenschen Wildberger: „Ich hatte ein gutes Gefühl.“ Er sagte zu – obwohl es auch Stimmen in seinem Umfeld gab, die ihm abrieten. Die Sorge: Er könnte sich aufreiben.
Heute verdient Wildberger deutlich weniger als zu seiner Zeit als Manager bei der MediaMarkt/Saturn-Kette. Dafür sind seine Tage länger – und auch das Stresslevel ist höher. „Abschalten gelingt mir noch nicht so gut“, bekennt der 56-Jährige. Deutschland zu digitalisieren – das sei „schon eine gewaltige Aufgabe“.
Im Gespräch mit Julia Emmrich und Jochen Gaugele erzählt der Physiker, wie es ist, aus dem Nichts ein Ministerium zu gründen, mit Tassen vom Flohmarkt und einem provisorischen Zuhause. Er beschreibt, wie digital sein Alltag ist und in welchen Fällen er KI nutzt und wann er Briefe auf Papier schreibt. Und warum es bei ihm manchmal Heavy Metal sein muss.
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Sie kann beides: Richtig hart verhandeln – und richtig hart feiern. Katharina Dröge ist eine der wichtigsten Gegenspielerinnen von Kanzler Friedrich Merz und eine leidenschaftliche Karnevalistin. Und das, obwohl die Grünen-Fraktionschefin gar keine echte Rheinländerin ist, sondern aus dem Münsterland kommt.
Schlagartig berühmt wurde Dröge, als sie sich nach der Bundestagswahl in einer flammenden Rede den damaligen Unionsfraktionschef Friedrich Merz vorknöpfte. Im Gespräch mit Julia Emmrich und Jochen Gaugele erzählt die Volkswirtin, wie der CDU-Chef in jenen Tagen versuchte, die Grünen ins Boot zu holen, um das gigantische Schuldenpaket zu beschließen. Es ist ein Politkrimi: Es geht um den berühmten Mailbox-Anruf von Merz, um schlechtes Timing und alte Rechnungen und den Moment, als Dröge auf einmal Alexander Dobrindt retten musste.
Dass Dröge hart kämpfen kann, wenn sie will, musste auch schon ein anderer alter Politikprofi erleben: Bei der Bundestagswahl gewann Dröge ihren Kölner Wahlkreis knapp vor SPD-Mann Rolf Mützenich. Aber eigentlich kein Wunder: Dröge und Köln – das funktioniert. Ihre Karnevalsgesellschaft heißt „Schnüsse Tring 1901 eV.“, und auf die Frage, wie man das vom Kölsch ins Hochdeutsche übersetzt, antwortet Dröge wie aus der Pistole geschossen: „Tring steht für Katharina und Schnüsse heißt eigentlich große Klappe“. Passt.
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Katharina Dröge kann hart verhandeln und hart feiern. Die grüne Gegenspielerin von Friedrich Merz liebt Karneval.
Sie kann beides: Richtig hart verhandeln – und richtig hart feiern. Katharina Dröge ist eine der wichtigsten Gegenspielerinnen von Kanzler Friedrich Merz und eine leidenschaftliche Karnevalistin. Und das, obwohl die Grünen-Fraktionschefin gar keine echte Rheinländerin ist, sondern aus dem Münsterland kommt.
Schlagartig berühmt wurde Dröge, als sie sich nach der Bundestagswahl in einer flammenden Rede den damaligen Unionsfraktionschef Friedrich Merz vorknöpfte. Im Gespräch mit Julia Emmrich und Jochen Gaugele erzählt die Volkswirtin, wie der CDU-Chef in jenen Tagen versuchte, die Grünen ins Boot zu holen, um das gigantische Schuldenpaket zu beschließen. Es ist ein Politkrimi: Es geht um den berühmten Mailbox-Anruf von Merz, um schlechtes Timing und alte Rechnungen und den Moment, als Dröge auf einmal Alexander Dobrindt retten musste.
Dass Dröge hart kämpfen kann, wenn sie will, musste auch schon ein anderer alter Politikprofi erleben: Bei der Bundestagswahl gewann Dröge ihren Kölner Wahlkreis knapp vor SPD-Mann Rolf Mützenich. Aber eigentlich kein Wunder: Dröge und Köln – das funktioniert. Ihre Karnevalsgesellschaft heißt „Schnüsse Tring 1901 eV.“, und auf die Frage, wie man das vom Kölsch ins Hochdeutsche übersetzt, antwortet Dröge wie aus der Pistole geschossen: „Tring steht für Katharina und Schnüsse heißt eigentlich große Klappe“. Passt.
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