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Der Kosmos als therapeutisches Spielzeug für schwierige Kinder?
Pierre Gripari: Der kleine Jehova. In: Weltrevolution der Seele, hg. von Peter Sloterdijk und Thomas H. Macho. Zürich: Artemis und Winkler 1995, 386–415.
J.L. Borges gibt uns ein kleines und ein paar grössere Rätsel auf. Es geht um alles und nichts, ums Träumen und die Frage, wie viele man sein kann.
Jorge Luis Borges: Everything and Nothing. In: Borges und Ich. Prosa und Gedichte [El hacedor]. Aus dem Spanischen von Karl August Horst. München 1963.
Pferdemarkt in einem Land, wo, wer es sich leisten kann, sich Drogennägel in den Kopf schlagen lässt. Vladimir Sorokrins Zukunftsvision Telluria bereitet ein bisschen Kopfzerbrechen, aber eben so viel Freude, und entfaltet, wie wir finden, gerade in der jetzigen Situation eine neue Bedeutsamkeit.
Vladimir Sorokin: Telluria. Aus dem Russischen von Kollektiv Hammer und Nagel. Köln: Kiepenheuer & Witsch 2015, 218–222.
Mit Hermann Burger lassen wir uns heimsuchen vom Mann, der nur aus Wörtern besteht. Die Sprache als Gespenst – wie sieht sie aus? Soll, muss, kann man ihr widerstehen? Vom Lesen in Wörterbüchern und Schreiben auf Schreibmaschinen.
Hermann Burger: Der Mann der nur aus Wörtern besteht. In: HB. Ein Mann aus Wörtern. Frankfurt a. M. 1983, 239–241.
Ovid: Metamorphosen. Aus dem Lateinischen übersetzt von Niklas Holzberg. Tusculum 2017.
Wie aus den einfachsten Regeln komplexe Figuren entstehen, die wieder andere Gebilde hervorbringen, und immer so fort, das entdecken wir gemeinsam in John H. Conway’s verführerisch benanntem Game of Life.
Für einmal geht es nicht um einen literarischen Text, sondern um ein faszinierendes mathematisches Spiel, dem eine betörende Schönheit innewohnt. Aufblinkende und wieder verschwindende Punkte in einer Kästchenwelt, mehr ist da nicht. Und doch gibt der Geist diesen Mustern Bedeutung und verlangt nach Namen. Wir fragen uns: Wie kommt dieser Sinn zustande? Ist das nicht auch eine Art Lesen?
Wir nähern uns diesen Fragen und dem ›Spiel des Lebens‹ mit zwei kurzen Artikeln. Ein anonymer Text aus dem SPIEGEL von 1974 entführt sein Publikum sprachmächtig (und manchmal unfreiwillig komisch) in die fremden Welten der Elektronengehirne. Und dank Nachruf von Clemens Setz aus der ZEIT vom 14. April 2020 entdecken wir in diesem Spiel eine Allegorie auf unsere heutige Zeit.
Der Mensch zerfällt, doch ein Gleiter entschwebt.
Ehe mit Hausfreund. In: DER SPIEGEL, Nr. 15/1974,
Clemens Setz: John Conway. Zu große Nähe, zu große Einsamkeit. In: Die Zeit, 14. April 2020, https://www.zeit.de/kultur/2020-04/john-conway-mathematiker-game-of-life-nachruf
Betörendes Gewusel als einem Ahornblatt, mit hypnotischer Musik: https://www.youtube.com/watch?v=Aq51GfPmD54
Selbst ›Gott‹ spielen im Game of Life: https://bitstorm.org/gameoflife/
Einem österlichen Impuls nachgebend, folgen wir einem berühmten weissen Hasen in seinen Bau. Auf dem langen Fall hinunter in Alices Wunderland sinnieren wir über die Logik des Traums, werden zwischenzeitlich selber ein bisschen schläfrig und fragen uns, was Kinderbücher sind.
Lewis Carroll: Alice in Wonderland (1865). Aus dem Englischen übersetzt von Antonie Zimmermann 1869.
D’Arrigos Horcynus Orca bringt uns an einen schwarzen Strand voller Delfingebeine; ist es ein Friedhof oder eine Müllkippe? Wieder einmal geht es um die Macht der Sprache, ihre Übersetzbarkeit und ihre Unwiderstehlichkeit
Stefano D’Arrigo: Horcynus Orca. Aus dem Italienischen und mit einem Nachwort von Moshe Kahn. Herausgegeben von Egon Ammann. Frankfurt a. M.: S. Fischer 2015, 176–180.
Buchvorstellung durch Denis Scheck bei Druckfrisch:
https://www.youtube.com/watch?v=8ghqza8eyMI&t=1m8s
Buch im Labyrinth bestellen:
https://shop.buchhandlung-labyrinth.ch/catalogue/horcynus-orca_9765022/
Wir lassen uns von Ann Cottens Auserirdischer Intelligenz überfordern: Wie muss man sich eine Sprache vorstellen, die aus lauter Wortspielen besteht? Und sind wir Menschen von Beginn an kolonisiert von einer fremden Daseinsform - oder geht es in diesem befremdlichen Text um gar nicht so fremde Dinge?
Ann Cotten: Ishibashi. In: Lyophilia. Erzählungen. Berlin: Suhrkamp 2019, 7–8.
https://shop.buchhandlung-labyrinth.ch/catalogue/lyophilia_13318108/
Ein berühmter gelehrsamer Kater rettet uns aus der quarantänebedingten Niedergeschlagenheit.
E.T.A.Hoffmann: Lebensansichten des Katers Murr. Berlin 1819/21.
https://www.zweitausendeins.de/e-t-a-hoffmann-lebensansichten-des-katers-murr.html
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