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Über fremde Städte nachzudenken, ist genau so verführerisch, wie es gefährlich sein kann. Gerade wenn diese Orte unerreichbar sind, wachsen sie in der Imagination zu ungeheuerlichen Phantasmen. Der Text unserer heutigen Folge stammt von Hadayatulla Hübsch und träumt von einer solchen Stadt mit verführerischem Namen: Tanger. Der Text nähert sich einer unnahbaren Stadt und deren Mythen über ihren Namen und weckt bei allen Verlockungen seines Textes auch Zweifel, ob man ihn wirklich betreten sollte.
Gedruckt auf blauem Papier, findet sich dieser Text in »tanger telegramm«, einer wunderbar bunten Anthologie von Florian Vetsch und Boris Kerenski. Sie ist allein dieser Stadt gewidmet, die unzählige Literatinnen* und Nonkonformisten* angezogen hat.
Hadayatullah Hübsch: Tanger – Danger (don’t enter) – Mind the step. In: tanger telegramm. Reise durch die Literarturen einer legendären marokkanischen Stadt. Hg. v. Florian Vetsch und Boris Kerenski. Zürich: bilgerverlag 2017, 86–91.
https://shop.buchhandlung-labyrinth.ch/catalogue/tanger-telegramm_9664635/
Mit dem Übersetzer Ulrich Blumenbach sprechen wir heute über seine Arbeit an Joshua Cohens Roman Witz und geben uns einem regelrechten Sprachrausch hin. Der Ausschnitt aus der noch unveröffentlichten Übersetzung führt uns durch ein postapokalyptisches New York in einen unmöglichen Tempel, der sich gigantisch vor unseren geistigen Augen aufbaut, um dann lakonisch zu verpuffen. Cohens Text ist zugleich eine rabenschwarze Satire und ein Fest für die Sinne.
Joshua Cohen: Witz. 2010, aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Ulrich Blumenbach (vorauss. 2021).
Wir finden ein unlesbares Gedicht im Postkasten, beobachten Yoko Tawada beim Zeichenlesen und lauschen der Musik der Buchstaben. Tawadas Prosa-Miniatur stellt, ganz leicht, die grossen Fragen nach dem Verstehen des Fremden, der Herkunft der Bedeutungen und dem Wesen der Sprache. Und wir versuchen, mitzudenken.
Yoko Tawada: Die Musik der Buchstaben. In: Überseezungen (Prosa) 2002.
https://shop.buchhandlung-labyrinth.ch/catalogue/uberseezungen_4651696/
In der zweiten Episode dieses Podcasts lesen Sina Dell'Anno und Jodok Trösch den Text eines Literaten und Literaturkritikers, der sich an einer geschlossnen Grenze das Leben Nahm: Walter Benjamin. Aus seiner Berliner Kindheit um 1900 lesen wir von seiner Erinnerung an die »Loggien« und werden mitgenommen in die Hinterhöfe des Berliner Westens, wo die Zeit für einmal zum Stehen gekommen sein scheint.
Walter Benjamin: Berliner Kindheit um neunzehnhundert. Suhrkamp 2010.
https://shop.buchhandlung-labyrinth.ch/catalogue/berliner-kindheit-um-neunzehnhundert_9427372/
Wir sitzen ums virtuelle Kaminfeuer, lesen einander vor und sprechen darüber. In dieser ersten Episode begegnen wir Madame Psychosis im Studio des Campussenders WYYY in David Foster Wallace’s Unendlicher Spass, übersetzt von Ulrich Blumenbach.
David Forster Wallace: Unendlicher Spass [Infinite Jest]. Aus dem Englischen von Ulrich Blumenbach. Rowohlt 2009, S. 263–267.
https://shop.buchhandlung-labyrinth.ch/catalogue/unendlicher-spass_9570739/
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