„Behördenversagen erster Ordnung“, „ein politischer Offenbarungseid“ „Planungsdesaster“, „Blamage“. Seit bekannt ist, dass sich der seit acht Jahren vorbereitete, neue Regionalplan für das Ruhrgebiet verzögert, ebbt die Kritik am zuständigen Regionalverband Ruhr (RVR) nicht ab – zu wichtig ist der erste eigenständige Flächennutzungsplan seit 1966 für Deutschlands größten Ballungsraum. Von Hamm bis Wesel soll dieser in Grundzügen festlegen, wo im Ruhrgebiet eine Bebauung stattfinden und wo Gewerbe angesiedelt werden darf, auch wo Verkehrswege entstehen und Grünflächen erhalten werden müssen – kurzum: „eine solche Rahmenplanung wird dringend benötigt, um einen Großraum wie das Ruhrgebiet zu ordnen und zu sortieren“, wie WAZ-Politik-Redakteur Michael Kohlstadt zusammenfasst. In einer neuen Folge von nah&direkt spricht er mit Moderatorin Brinja Bormann und Prof. Dr. Jörg Bogumil, Inhaber des Lehrstuhls für öffentliche Verwaltung, Stadt- und Regionalpolitik an der Ruhr-Universität Bochum, über die Gründe für das Desaster, die Folgen für Revier und RVR – und darüber, in welche Richtung sich der „Pott“ künftig entwickeln könnte. Redaktion: Theresa Langwald und Philipp Nesbach