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Natürliche Ressourcen: Der Wasser-Fußabdruck


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Wie viel Wasser steckt in unserer Nahrung?

Virtueller Wasserverbrauch und wie man ihn messen kann

2011 entwickelte das Water Footprint Network einen inzwischen etablierten Standard, der die virtuellen Wassermengen erfasst, die während des Herstellungsprozesses von Lebensmitteln, anderen Produkten oder Dienstleistungen verbraucht werden.

Das virtuelle Wasser gliedert sich in drei Bereiche, grünes, blaues oder graues Wasser. Grünes Wasser steht für das in einer Region natürlich vorkommende, im Boden vorhandene von den Pflanzen aufgenommene Regenwasser. Blaues Wasser entspricht dem für die Bewässerung aus Grundwasser, Flüssen und Seen entnommenen Wasser. Dieses Wasser fehlt später im natürlichen Kreislauf. Genauso die Menge des grauen verschmutzten Wassers, die zurückbleibt und erst wieder gereinigt werden muss.

Bestimmung des Wasser-Fußabdrucks

Nahrungsmittel und landwirtschaftliche Produkte sind für einen Großteil des weltweiten, nicht direkt sichtbaren, sogenannten virtuellen Wasserverbrauchs verantwortlich. Der persönliche Wasser-Fußabdruck der einzelnen Verbraucher*innen hängt deshalb zum großen Teil von der Art und Weise der Ernährung ab. Der höchste Wasserbedarf steckt in tierischen Produkten. Obst und Gemüse haben pro Kilogramm generell einen viel kleineren Fußabdruck als Fleisch und Wurst oder Milchprodukte. Der Wasser-Fußabdruck ergibt sich bei nicht tierischen Produkten aus dem Verhältnis der geernteten Menge und der für den Anbau eingesetzten Wassermenge. Diese hängt ganz entscheidend vom Ort und der Art der Erzeugung ab.

Je nach klimatischen und geografischen Bedingungen steht in einer Region mehr oder weniger Wasser zur Verfügung. Auch die Art des Anbaus, die Nutzung der Flächen, die Wasserverteilung in dem Gebiet und die jeweilige Wasserverfügbarkeit aus Grund- und Oberflächenwasser spielen eine Rolle. Ein hoher Wasser-Fußabdruck ist in wasserreichen Regionen weniger problematisch als in wasserarmen Gebieten. Für die Landwirtschaftsproduktion werden zum Beispiel in Spanien derzeit vier bis fünf Mal so viel Wasser für die Bewässerung entnommen, wie sich neu bildet. Das wirkt sich dort schädlich auf die Umwelt aus.

Einfluss auf den Wasser-Fußabdruck beim Einkauf

Der Wasser-Fußabdruck lässt sich durch bewussten Konsum ganz leicht senken. Wer weiß, aus welchen Land die Lebensmittel zu uns kommen, kann dem weitgereisten Produkt ansehen, dass es zum Beispiel aus einem Land mit geringem Niederschlag kommt und künstlich bewässert wurde.

Wer die Zusammenhänge kennt, kann Produkte mit besonders hohem Wasser-Fußabdruck vermeiden und generell durch gezielten Kauf umweltfreundlicher Produkte die Entwicklung positiv beeinflussen. In Deutschland produziertes Obst und Gemüse hat in der Regel einen unproblematischer Wasser-Fußabdruck, weil in Deutschland genügend Wasser zur Verfügung steht.

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