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Die Union meint nach den Wahlniederlagen verstanden zu haben und setzt jetzt auf Gerechtigkeit. Doch das ist einfacher gesagt als getan.
Auch in der Frage fairer Politik liegt schon wieder Potential für Streit in der Bundesregierung: Im Gespräch dem stellvertretenden Leiter des F.A.S. Wirtschaftsteil, Ralph Bollmann, diskutieren wir die Frage, was Gerechtigkeit eigentlich ist und was Union und SPD darunter verstehen. Und schnell wird klar: “Es geht nicht um Gerechtigkeit, es geht um ein Gerechtigkeitsgefühl“, sagt Bollmann. Er erklärt, warum die Rente mit 64 nicht bedeutet, dass man 45 Jahre lang schwer geschuftet hat und warum er seine Meinung über staatliche Entlastungen wie den Tankrabatt geändert hat. Bei der Grundsicherung könnte die Debatte sogar nach hinten losgehen, wenn sich herausstellt, dass die Bundesregierung gar nichts ändern kann.
Mit dem Berlin-Korrespondenten Matthias Wyssuwa reden wir über das Signal, das Kanzler Friedrich Merz (CDU) mit seinem überraschenden Besuch in Kiew am Wochenende nicht nur an die Wähler in Deutschland, sondern auch nach Europa aus senden möchte: „Wenn Deutschland wackelt, dann wackelt auch die Unterstützung der Ukraine.“ Die Reise sei deshalb nicht nur ein außenpolitisches Zeichen, sondern auch eine Botschaft über Deutschlands Verlässlichkeit.
Host: Corinna Budras
Mitarbeit: Kevin Gremmel, David Brucklacher, Lena Katharina Barozzi, Maximilian Schneider
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Deutschland diskutiert 36 Jahre nach der Wiedervereinigung wieder emotional über Unterschiede zwischen Ost und West. Was ist real - und was wird politisch instrumentalisiert?
Zum Tag der Deutschen Einheit sprechen FDP-Politikerin Linda Teuteberg und F.A.Z.-Korrespondent Reinhard Bingener darüber, wie in den ostdeutschen Landtagswahlkämpfen alte Gräben aufgerissen wurden. Anlass war die Ablehnung der Rente mit 64 und die „ostdeutschtümelnde Begründung“, wie Teuteberg es formuliert. „Da ist ja auf den ersten Blick der Eindruck entstanden, als stünde einem zu 100 Prozent reformbereiten Westen in Deutschland ein blockierender Osten gegenüber.“
Auch die Debatte um real existierende Unterschiede etwa beim Immobilienbesitz, laufe schief. Bingener verweist auf die historischen Ursachen für die Vermögensunterschiede: Die sozialistische Planwirtschaft während der DDR-Diktatur habe die Grundlage für die Unterschiede gesetzt. Auch Teuteberg warnt vor dem Wegwischen historischer Erfahrungen: „Geschichtsvergessenheit ist eine Form von politischem Analphabetismus.“
Host: Corinna Budras
Mitarbeit: David Brucklacher, Lilli Belewski
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Der Begriff der Stunde:
Ost und West:
Ost-West-Debatte: Wie der Westen ins Hintertreffen geriet
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Kurz nach Wadephuls Treffen mit Lawrow droht Putin der NATO wegen Kaliningrad. Nico Lange erklärt, warum das Gespräch nichts gebracht hat und hinter der Drohung vor allem Schwäche steckt.
Beim Waldai-Forum in Moskau hat Wladimir Putin der NATO gedroht: Sollte die russische Exklave Kaliningrad angegriffen werden, stehe der Einsatz aller Waffen auf der Tagesordnung, die Russland zur Verfügung stehen. Zuvor hatten schon die russischen Botschaften in Brüssel und Dublin dem Bündnis gedroht. Im F.A.Z. Podcast für Deutschland ordnet der Sicherheitsexperte Nico Lange ein, was hinter der Drohung steckt und was sie für die Bundeswehr-Brigade in Litauen an der Suwalki-Lücke bedeutet.
Außerdem geht es um das Treffen von Außenminister Johann Wadephul mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow am Rande der UN-Generalversammlung in New York.
Host: Kati Schneider
Mitarbeit: Lilli Belewski, Maximilian Schneider
Mehr zum Thema
Wadephul trifft Lawrow: Zwanzig Minuten und eine kleine Geste
Das Werk eines Narzissten
Russland: Die Entfremdung zwischen Volk und Putin wächst
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35 Jahre Deutsche Einheit – Bremen feiert, Ostbeauftragte fordert Umverteilung
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Nach den Verhandlungen bis zur letzten Minute bringt die Bundesregierung die Pflegereform auf den Weg. Wir sprechen über Kompromisse und worüber weiter gestritten werden könnte.
Bis zu diesem Mittwochmorgen war nicht klar, ob es die Pflegereform noch ins Kabinett schafft. Der Beschluss soll die angespannte Lage um die Pflegeversicherung zunächst entlasten, grundlegende Fragen zur Finanzierung sind damit aber nicht geklärt. Was bedeutet die Einigung für Pflegebedürftige, Angehörige und Beitragszahler?
Mona Jäger, politische Korrespondentin der F.A.Z. in Berlin, ordnet den Streit, die Verhandlungen und den Kompromiss von Union und SPD ein. Und Florian Reuther, Direktor des Verbands der Privaten Krankenversicherung, erläutert die Sicht der privaten Versicherer auf einen möglichen Finanzausgleich zwischen privater und gesetzlicher Pflegeversicherung.
Host: Kati Schneider
Mitarbeit: Lilli Belewski, Maximilian Schneider
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Nach langem Ringen:
Koalitionsstreit: Der Griff nach dem Geld der Privatversicherten in der Pflege
Vorstoß des Kanzlers: Merz prangert Ungerechtigkeit in der Krankenversicherung an
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Einigt sich die Bundesregierung auf eine Pflegereform?
Kerkeling und Maaßen sprechen über mögliches AfD-Verbotsverfahren
Kann Elif Eralp Berlin regieren, obwohl sie lange in der Roten Hilfe war?
In Tennessee soll erstmals seit 1819 eine Frau hingerichtet werden
Treibt der Spritpreis die Inflation auf mehr als 3 Prozent?
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Nach dem Wahlerfolg in Berlin ist ein Streit über die Regierungsfähigkeit der Linken entbrannt. Der Grüne Ralf Fücks warnt seine Partei: „Dürfen da nicht mitgehen.“
Im F.A.Z. Podcast für Deutschland spricht Ralf Fücks, Mitgründer des Zentrums Liberale Moderne, über die Risiken eines breiten Bündnisses von Linken, SPD und Grüne. Er kritisiert sowohl den Umgang der Berliner Linken mit Antisemitismus als auch ihre wirtschaftspolitischen Forderungen - und warnt davor, diese Konflikte in Koalitionsverhandlungen mit Formelkompromissen zu überdecken.
Dabei geht es um die Folgen für das gesamte Parteiensystem: Was bedeutet ein mögliches linkes Bündnis für Grüne und SPD? Wie verändert es den Druck auf die CDU? Und droht am Ende eine stärkere politische Blockbildung zwischen links und rechts? „Ein Linksblock wird die Formierung eines rechten Blocks befördern“, sagt er. „Das wäre fatal für die Republik.“
Eigentlich sei die „Stunde der Union gekommen“, sagt Fücks, es müsse einen neuen „Ludwig-Erhard-Moment“ geben, der „Eigentum für alle“ in den Mittelpunkt stellt. „Die Gefahr besteht meines Erachtens darin, dass man sich jetzt auf Verteilungsfragen kapriziert und die eigentlich entscheidende Frage, wie wir wieder ökonomisches Wachstum generieren, darüber immer mehr ins Hintertreffen gerät.“
Host: Corinna Budras
Mitarbeit: Kevin Gremmel, David Brucklacher, Quentin Pehlke, Johanna Westermann
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Özdemir: Grüne dürfen nicht der Linkspartei hinterherlaufen
Ralf Fücks zur Klimabewegung: „Verzweiflung kann in Militanz kippen“
Berliner LInke: Elif Eralp überwindet den Widerstand in ihrer Partei
Quellen: Heute Journal (20.09.) / WDR (Aktuelle Stunde, 20.09.) / Bundestag /ZDF heute (21.09.)
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SPD blockiert Pflegereformgesetz
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Die Lage auf den globalen Energiemärkten spitzt sich zu. Die Energieexpertin Tatiana Mitrova sieht eine globale Ölkrise mit schwerwiegenden Folgen. Wir sprechen über Ursachen und Szenarien.
Vor knapp zwei Wochen haben sich in Austin, Texas die Größen der US-amerikanischen Ölbranche getroffen. Die Stimmung war angespannt. Auf der ganzen Welt gehen Ölreserven zur Neige. Die verbleibenden Vorräte böten nur “begrenzt Schutz gegen eine anhaltende Unterbrechung der Ölversorgung”, schreibt die OECD selbst.
Genau das ist aber die Lage: Hormus, die Houthis am Roten Meer, ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien. Die Krisen überlagern sich und der Ölpreis ist seit dem Sommer wieder deutlich angestiegen. "Ich würde sagen, dass wir schon in einer globalen Ölkrise stecken. Es gibt einen spürbaren Nachfrageeinbruch und das wird langfristig Auswirkungen haben, für die nächsten 20 bis 30 Jahre. Das wird ähnlich sein wie die Ölkrise in den siebziger Jahren", sagt Tatiana Mitrova vom Center for Global Energy Policy an der Columbia University.
Die Konsequenzen sind schon jetzt politisch spürbar, ganz konkret sieht man das an Rekorddieselpreisen in den USA. Einige Beobachter rechnen schon mit einem demokratischen Erdrutschsieg bei den Zwischenwahlen. Wie berechtigt diese Hoffnungen der Demokraten sind und auf welche Wunderwaffe Trump im Kampf gegen die hohen Energiepreise hofft - auch das klären wir in dieser Ausgabe von Machtprobe.
Hosts: [Felix Hoffmann]
Mitarbeit: [Marie Welling, Kathrin Jakob, Lilli Belewski]
Mehr zum Thema
(Mehr F.A.Z. Weltwirtschaft)
(Die Ukraine nimmt Russlands Öl ins Visier)
(Südamerika auf dem Weg zur Erdölmacht)
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