Am vergangenen Mittwoch sind in Magdeburg viele Geschäfte geschlossen geblieben. Warum, darüber informierten Infozettel an den Ladenfronten, auf denen unter anderem stand: “Wir schließen heute unsere Türen, damit sich morgen nicht die Türen zu einer freien und demokratischen Gesellschaft schließen.”
Gestreikt haben Migranten und Migrantinnen, die zeigen wollten: Wenn Menschen mit Migrationsgeschichte nicht mehr arbeiten, dann steht das öffentliche Leben still. Anlass für den Streik war die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September.
Die realistische Möglichkeit einer AfD-Regierung macht vielen migrantischen und migrantisch gelesenen Menschen Angst. Denn im AfD-Wahlprogramm gibt es viele Punkte, die sich gegen sie und ihre Communities richten: eine Bundesratsinitiative, mit der das Grundrecht auf Asyl abgeschafft werden soll; Sonderklassen für Flüchtlingskinder; eine Abschiebeoffensive; Ukrainer nicht mehr als Kriegsflüchtlinge anerkennen – und das sind nur einzelne Beispiele.
Allein die Sprache in diesem Wahlprogramm ist teilweise schlicht menschenverachtend. Geflüchtete und Menschen mit Migrationsgeschichte werden als “kulturfremd” und als “niedrigproduktive Zuwanderer” bezeichnet. Es geht um eine angebliche “inländerfeindliche Massenmigration”, “Überfremdung”, “Asyl- und Integrationsindustrie” und “Willkommenspropaganda”.
Diese AfD, mit diesem Programm, steht in einer aktuellen Umfrage bei 42 Prozent.
Wie geht es Menschen mit Migrationsgeschichte in Sachsen-Anhalt gerade? Welche Geschichten haben sie zu erzählen und welche Pläne haben sie, sollte die AfD an die Macht kommen? Darüber spricht in der Samstagsausgabe von “Auf den Punkt” Undra Dreßler, Geschäftsführerin von Lamsa (Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt). Lamsa ist Dachverband für über hundert Organisationen, in denen Migranten und Migrantinnen organisiert sind oder die sich für sie engagieren.
Moderation, Redaktion: Nadja Schlüter
Redaktion: Ann-Marlen Hoolt
Produktion: Laura Sagebiel
Redaktionsschluss war Freitag, 28.8.2026, um 14 Uhr.
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