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Judith Meurer-Bongardt, Universität Bonn, geht Zusammenhängen zwischen der utopischen Literatur der finnlandschwedischen Modernistin Hagar Olsson und Johanna Sinisalos "schrägem" Schreiben nach. Es geht um den Aufbruch der Jugend in den 1920er-Jahren, kontrafaktisches historisches Erzählen und den Suchtfaktor von Chili, Lesen und anderen Drogen. Wir erkunden Humor als literarische Bewältigungsstrategie und spekulieren darüber, welche Aufgabe Literaturwissenschaft im Anthropozän haben könnte.
Idee und Konzept: Stefanie v. Schnurbein
Cecilia Falkman und Aleksandra Piotrowska, Skandinavistik-Studentinnen an der Humboldt-Universität zu Berlin, vergleichen die Darstellung von Geisteskrankheiten und psychiatrischen Anstalten in zwei skandinavischen Romanen. Wir fragen nach der hierarchischen Aufspaltung zwischen Ärzten und Patienten, der Dichotomie von Klinik als Gefängnis oder Zufluchtsort und der Selbstwahrnehmung der Patienten. Mit Hilfe von Foucaults Heterotopien diskutieren wir auch die unsichtbaren Wände, die Kliniken zwischen Patienten und dem Rest der Gesellschaft stellen. Außerdem geht es um die Verbindung zwischen Krankheiten und literarischen Metaphern.
Sekundärliteratur:
Weiteres:
Sprache ist mehr als aneinandergereihte Wörter – Sprache ist Macht und Sprache ist Identität. In dieser Folge untersuchen Anne, Silvan und Charlotte, drei Studierende am Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin, genau das. Ausgehend von August Strindbergs „Fröken Julie” katapultieren sie sich in die Gegenwart zu Cecilie Engers’ „Mors gaver” und diskutieren über Sprache als soziales Kapital, über „Code Switching” und Wahrnehmung von Dialekten – insbesondere im universitären Raum. Haben Dialekte einen Platz an deutschen Universitäten? Ist akademische Sprache inklusiv – und muss sie das überhaupt sein?
Manuela und Vadims, Student*innen der Humboldt-Universität zu Berlin befassen sich in dieser Folge von nordlitt mit der Frage: Ist Spekulative Literatur das neue Nordic Noir? Dabei werden Manuela und Vadims uns in dieser Reise der spekulativen Literatur, sowie der Zugehörigkeit dieses Genres zum Nordic Noir, begleiten. Die zwei Stundent*innen geben eine Einführung und beschreiben ihre Erfahrungen und Zugänge zum Nordic Noir und zur spekulativen Literatur. In Anlehnung an die Folge mit Sophie Wennerscheid unterhalten sie sich über die im Podcast genannten Filme und Texte, diskutieren ihre Erkenntnisse und ziehen zum Schluss ein Fazit zu der Frage, ob spekulative Literatur wirklich das neue Nordic Noir sein könnte.
Hanna Rinderle, Universität Freiburg, sucht in nordlitt Gegenerzählungen zu tradierten Afrikabildern und dekonstruiert das Image der „humanitären Großmacht Schweden“. Gemeinsam ringen wir um schwierige Begriffe wie Migrationsliteratur und Authentizität, erörtern die Unmöglichkeit von Identität, und entdecken Bewegung als Grundprinzip menschlichen Daseins. Außerdem begegnen wir einem nervigen paternalistischen Lyriker und Verflechtungen zwischen Schweden, Griechenland und Uganda.
Idee und Konzept: Stefanie v. Schnurbein
⚠️ Triggerwarnung: sexualisierte Gewalt bei (01:14:30) und (01:32:49)
Philipp Wagner, Universität Wien, untersucht zusammen mit nordlitt andere Orte und andere Zeiten in literarischen Inseldarstellungen. Er fragt nach der Bedeutung von briefeschreibenden Meeren. Mit Hilfe von Bachtins und Foucaults Überlegungen zum Zusammenhang von literarischem Ort und literarischer Zeit beschäftigen wir uns mit dem Verhältnis von Theorie und Literatur. Außerdem geht es um gute schwedische Väter und einen Ausflug in die Geschichte der österreichischen Skandinavistik.
(00:20) Vorstellung Philipp Wagner
Idee und Konzept: Stefanie v. Schnurbein
Katharina Müller, Universität München, stellt in nordlitt den unglücklichen reisenden Autor Herman Bang vor und diskutiert dessen exzentrische Vorlesepraktiken und menschenfreundliche Ironie. Es geht um den Zusammenhang von lautem und leisem Lesen, um Performativität, Habitus und Feld. Außerdem begegnen wir Knut Hamsun und Selma Lagerlöf wieder, machen einen kurzen Ausflug ins Drama der Aufklärung, sprechen über zerfleddernde Kleider und bestickte Taschentücher und werden durch einen Leierkasten unterbrochen.
Idee und Konzept: Stefanie v. Schnurbein
Patrick Ledderose, Universität München, ist der erste nordlitt-Gast der jüngeren Skandinavist:innen-Generation. Er führt durch zwei schwer zugängliche Dramentexte: Line Knutzons Bald kommt die Zeit und Cecilie Løveids Österreich. Wir diskutieren männliches Leiden, Geschlechterwirren und die dramatische Funktion von Tableaus. Dabei begegnen wir den nordlitt-Wiedergängern Ibsen und Wittgenstein, machen uns Gedanken über alogische Zeitstrukturen und die Kindergartengeneration sowie das Zusammenspiel von Dramatik und Literaturwissenschaft.
Alle Literaturangaben, weitere Hinweise und Kommentare auf dem Experiment Geisteswissenschaft-Blog.
Thomas Fechner-Smarsly, Universität Bonn, macht sich Gedanken über Zusammenhänge zwischen Erzählen und moderne Baukunst. Wir fragen nach politischen Konzepten des (Volks-)Heims, diskutieren über Waldhütten, Warenhäuser, Sanatorien und funktionalistische Interieurs, und wir streifen so unterschiedliche Autor:innen wie H.C. Andersen, Ellen Key, Selma Lagerlöf, Elin Wägner, Sigfrid Siwertz, Karin Boye und Astrid Lindgren. Außerdem geht es um idealisierte und dysfunktionale Familien sowie den neuen Menschen als Utopie und Dystopie.
Alle Literaturangaben, weitere Hinweise und Kommentare auf dem Experiment Geisteswissenschaft-Blog.
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